What may we expect from Vladimir Putin’s visit to North Korea?

Once again, I am grateful to the international broadcasters who approach me requesting commentary on breaking news, because they nudge me to put on my thinking cap and to try that much harder to make sense of what we know will be developments reshaping our world.

Tonight, it was Iran’s Press TV who knocked, asking for my commentary and for that of a panelist in Seoul on the visit of Russian President Vladimir Putin to North Korea that begins in an hour or two, in the middle of the night Korean time.

The world has gotten a glimpse of what the meetings in Pyongyang will achieve by reading the 4-page article that Putin published in today’s issue of the North Korean daily Nodon Sinmun available on the site kremlin.ru  In that he gives a brief overview of the history of bilateral relations from the time of the liberation of Korea from Japanese occupation at the end of WWII to recent days. He speaks of the seventy-years of friendship and collaboration. He particularly thanks North Korea for its assistance to Russia in the ongoing war in Ukraine.

There is nothing specific in the article regarding what may be achieved during the visit other than to consolidate the strategic partnership of the countries, though he does mention developing ‘alternative, mechanisms of trade and settling mutual accounts that are outside the control of the West.’ He also mentions plans to grow two-way tourist travel, cultural, educational, youth and sporting exchanges.

All of those topics, of course, are ignored completely by Western news reports on the visit. They focus exclusively on the expected arms agreements, sniffing out whether they will in some way violate any remaining UN mandated sanctions on North Korea and what threats the military cooperation between these two countries may present for the West.

What is noteworthy in this article is Putin’s delivering the harshest criticism of the United States that I have ever heard from him. The U.S. is denounced for practicing “a global neocolonial dictatorship based on dual standards,” and he goes on to say

Countries which do not agree with such an approach and pursue an independent policy run into ever tougher foreign pressure. The leadership of the USA views any natural and legal aspiration to independence and self-sufficiency as a threat to its domination of the world.

When a position like this forms the basis for developing Russian-North Korean relations, we may expect some very serious agreements to be concluded in the next 48 hours of Putin’s visit. And only a small portion will be divulged to the outside world.

The parts we may hear about will include plans to develop the logistical infrastructure connecting the two countries, which have a common border. There are now rail links but no highways, and these are definitely needed. There may also be some progress on the long-discussed hydrocarbon pipelines across North Korean territory to the Pacific coast to facilitate Russian exports.

It bears mention that Putin is not traveling alone. He is accompanied by a large government delegation including the defense and foreign affairs ministers and all deputy premiers, as well as the governor of the Maritime territory, Russia’s Far Eastern oblast bordering North Korea.

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The most intriguing possibilities of the growing Russian-North Korean strategic partnership will surely remain secret, but let us speculate a bit taking our lead from the latest foreign policy signals that Putin gave during the Plenary Session of the St Petersburg International Economic Forum. 

In response to the existential threat that Washington presents to Russia by its never-ending escalation of assistance to Ukraine and brutal sanctions, Putin intends to implement the- policy that what is good for the goose is good for the gander.

If the United States can put nuclear capable rockets right up against the border with Russia, then Russia can position its hypersonic missile carrying frigates and submarines to within easy firing distance of the U.S. mainland as we see from the little Russian naval task force calling upon Havana.  If the United States can strong-arm Japan and South Korea to join its containment of Russia and China, then Russia can join with North Korea and China to resist and pose still greater threats to American military assets in the region.

I would not in the least be surprised if there will be secret provisions in any of the forthcoming agreements signed in Pyongyang for Russia to station advanced arms on North Korean territory that it will control.

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When Press TV provides the link to the just completed interview, I will post it here. Perhaps their own web link will not work in your jurisdiction, but expect one diligent reader to come to our rescue with an alternative link.

©Gilbert Doctorow, 2024

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Was können wir von Wladimir Putins Besuch in Nordkorea erwarten?

Wieder einmal bin ich den internationalen Sendern dankbar, die mich um einen Kommentar zu aktuellen Nachrichten bitten, weil sie mich dazu anregen, meine Denkmütze aufzusetzen und mich umso mehr zu bemühen, den Entwicklungen, von denen wir wissen, dass sie unsere Welt umgestalten werden, einen Sinn zu geben.

Heute Abend klopfte der iranische Fernsehsender Press TV an und bat um meinen Kommentar und den eines Diskussionsteilnehmers in Seoul zu dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Nordkorea, der in ein oder zwei Stunden, mitten in der Nacht koreanischer Zeit, beginnt.

Die Welt hat einen Eindruck davon bekommen, was die Treffen in Pjöngjang bewirken werden, wenn man den vierseitigen Artikel liest, den Putin in der heutigen Ausgabe der nordkoreanischen Tageszeitung Nodon Sinmun veröffentlicht hat und der auf der Website kremlin.ru abrufbar ist. Darin gibt er einen kurzen Überblick über die Geschichte der bilateralen Beziehungen von der Befreiung Koreas von der japanischen Besatzung am Ende des Zweiten Weltkriegs bis zu den letzten Tagen. Er spricht über die siebzigjährige Freundschaft und Zusammenarbeit. Er dankt Nordkorea insbesondere für seine Unterstützung Russlands im laufenden Krieg in der Ukraine.

Der Artikel enthält keine konkreten Angaben darüber, was während des Besuchs erreicht werden soll, abgesehen von der Festigung der strategischen Partnerschaft der beiden Länder, obwohl er die Entwicklung “alternativer Handels- und Abrechnungsmechanismen, die sich der Kontrolle des Westens entziehen” erwähnt. Er erwähnt auch Pläne, den gegenseitigen Reiseverkehr sowie den Kultur-, Bildungs-, Jugend- und Sportaustausch auszubauen.

All diese Themen werden in den westlichen Nachrichtenberichten über den Besuch natürlich völlig ignoriert. Sie konzentrieren sich ausschließlich auf die zu erwartenden Rüstungsabkommen und fragen sich, ob diese in irgendeiner Weise gegen die verbleibenden UN-Sanktionen gegen Nordkorea verstoßen und welche Bedrohungen die militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern für den Westen darstellen könnte.

Bemerkenswert an diesem Artikel ist, dass Putin die schärfste Kritik an den Vereinigten Staaten übt, die ich je von ihm gehört habe. Er prangert an, dass die USA “eine globale neokoloniale Diktatur auf der Grundlage von Doppelstandards” praktizieren, und er fährt fort

Länder, die damit nicht einverstanden sind und eine unabhängige Politik verfolgen, geraten unter immer stärkeren Druck von außen. Die Führung der USA betrachtet jedes natürliche und legale Streben nach Unabhängigkeit und Selbstversorgung als Bedrohung für ihre Weltherrschaft.

Wenn eine solche Position die Grundlage für die Entwicklung der russisch-nordkoreanischen Beziehungen bildet, können wir erwarten, dass in den nächsten 48 Stunden des Putin-Besuchs einige sehr ernsthafte Abkommen geschlossen werden. Und nur ein kleiner Teil davon wird der Außenwelt bekannt gegeben werden.

Zu den Teilen, von denen wir hören werden, gehören Pläne zum Ausbau der logistischen Infrastruktur zwischen den beiden Ländern, die eine gemeinsame Grenze haben. Derzeit gibt es zwar Eisenbahnverbindungen, aber keine Autobahnen, und diese werden dringend benötigt. Auch bei den seit langem diskutierten Kohlenwasserstoff-Pipelines durch nordkoreanisches Gebiet zur Pazifikküste, die russische Exporte erleichtern sollen, könnte es Fortschritte geben.

Es ist erwähnenswert, dass Putin nicht allein reist. Er wird von einer großen Regierungsdelegation begleitet, zu der der Verteidigungs- und der Außenminister sowie alle stellvertretenden Ministerpräsidenten und der Gouverneur des Seegebiets, der an Nordkorea angrenzenden russischen Oblast Fernost, gehören.

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Die faszinierendsten Möglichkeiten der wachsenden strategischen Partnerschaft zwischen Russland und Nordkorea werden sicherlich geheim bleiben, aber lassen Sie uns ein wenig spekulieren, indem wir uns von den jüngsten außenpolitischen Signalen leiten lassen, die Putin auf der Plenarsitzung des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg gegeben hat.

Als Antwort auf die existenzielle Bedrohung, die Washington durch seine unaufhörliche Eskalation der Hilfe für die Ukraine und seine brutalen Sanktionen für Russland darstellt, beabsichtigt Putin, die Politik umzusetzen, dass das, was für die Gans gut ist, auch für den Gänserich gut ist.

Wenn die Vereinigten Staaten nuklearfähige Raketen direkt an der Grenze zu Russland aufstellen können, dann kann Russland seine Fregatten und U-Boote mit Hyperschallraketen so positionieren, dass sie das amerikanische Festland leicht erreichen können, wie wir an der kleinen russischen Marine-Einsatzgruppe sehen, die Havanna angelaufen hat. Wenn die Vereinigten Staaten Japan und Südkorea unter Druck setzen können, sich ihrer Eindämmung Russlands und Chinas anzuschließen, dann kann sich Russland mit Nordkorea und China zusammenschließen, um Widerstand zu leisten und eine noch größere Bedrohung für die amerikanischen militärischen Einrichtungen in der Region darzustellen.

Es würde mich nicht im Geringsten überraschen, wenn in einem der kommenden Abkommen, die in Pjöngjang unterzeichnet werden, geheime Bestimmungen enthalten sind, wonach Russland auf nordkoreanischem Territorium, das es kontrollieren wird, hochentwickelte Waffen stationieren kann.

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Sobald Press TV den Link zu dem gerade abgeschlossenen Interview zur Verfügung stellt, werde ich ihn hier veröffentlichen. Vielleicht funktioniert der Link in Ihrem Land nicht, aber erwarten Sie einen fleißigen Leser, der uns mit einem alternativen Link hilft.

4 thoughts on “What may we expect from Vladimir Putin’s visit to North Korea?

  1. Looking at the map, and keeping in mind Putin with entourage is going to Vietnam next,makes it plain to see, a formidable defense line is being finalised all along the eastern coast of mainland Asia from Russia to North Korea to China to Vietnam and a continuation of that rather unbeatable defense line along the south East Asian coast would not surprise. Best deterrent Eurasia could possibly bring together against the lunatic aggression of NATO, Window of opportunity permanently slammed shut, a chess mate prohibiting AngloSaxon colonial conquest of Eurasia forever amen. I am hoping so any which way. Another superb move by Putin on the geopolitical and geostrategic chess board, the Great Game almost at its end or so it seems.

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