‘Judging Freedom’ edition of 17 April
Today’s show, which was advertised under the heading “Germany and May 9” did indeed devote some attention to Germany and the totally irresponsible position of belligerence towards Russia by the incoming chancellor Friedrich Merz.
As Judge Napolitano remarked, in a recent essay I called Merz “the most dangerous German leader since Hitler.” Asked to explain myself, I pointed out that Merz did not have much competition for that title. His predecessors have almost to a man (or woman) been submissive to the Americans and very cautious in foreign and defense policy. Not Merz, who has in the past few days said he is ready to ship the Taurus air-launched long range cruise missile to Ukraine and who counselled them to use it to regain strategic advantage in the war by striking the Kerch (Crimean) bridge and other essential Russian logistical infrastructure. Such a shipment would mean the close support of the Taurus systems by the German manufacturer and its targeting by German military officers, making Germany a co-belligerent.
To be sure, in this sense the United States has long been a co-belligerent, but Russia’s willingness to go to war with the United States is incomparably than its willingness and ability to destroy Germany with conventional arms. And if I may dot the ‘i’ here: President Putin would either strike back at Germany in response to an attack, say, on the Kerch bridge with missiles destroying the German manufacturing plant of Taurus or some other key German military asset. For failure to respond, Putin would be swept from power by his more energetic and less cautious colleagues. Yes, in these circumstances I do believe that a palace coup in the Kremlin is possible, even likely.
I did not have time to mention that the latest speculation in Germany on the distribution of ministerial portfolios between the coalition partners, Merz’s Christian Democrats and the Social Democrats, indicate that the latter will continue to hold the Defense Ministry. This likely means the continuation in office of Boris Pistorius, the most belligerent member of the outgoing government of Olaf Scholz. The only positive sign is that the nincompoop Russia-hating Annalena Baerbock will be sent on her way, since the Foreign Ministry will be taken over by the Christian Democrats.
Otherwise, the Judge and I spent more time on Trump than on Merz. The point I made is that Trump has raised doubts in Moscow over his resolve to carry through his various foreign policy initiatives. The flip-flopping on tariffs that followed their chaotic introduction has undermined his credibility. And in the case of Russia, we must ask why is it taking so long to reach an agreement on the end game in the Ukraine war and on the cease-fire?
Trump set 20 April as the final date for the Russians to sign up to a cease fire. That date is fast approaching and there are no results to show for Trump’s efforts. While the war mongers in Western Europe blame Vladimir Putin for the foot-dragging and say that Putin does not want peace, I believe the reality is that responsibility is with Donald Trump: he so far has not shown his readiness to put the Europeans in their place, to threaten them with cut-off of all U.S. security guaranties if they do not support the peace treaty that he is about to impose on Kiev.
The notion that Trump is pulling the U.S. out of NATO was undermined by the announcement yesterday that, after all, the U.S. will be sending 5,000 troops to Europe to participate in the next NATO war games.
Trump’s idea of keeping everyone guessing about his next move to keep his hands-free during negotiations is reaching the end of its usefulness. He must throw in his fate with one side or the other, or he will fail in everything.
The Russians are prepared for his failure and will proceed to prosecute the war till the objectives of the Special Military Operation are fully achieved.
©Gilbert Doctorow, 2025
Translation below into German (Andreas Mylaeus)
Ausgabe „Judging Freedom“ vom 17. April
Die heutige Sendung, die unter der Überschrift „Deutschland und der 9. Mai“ angekündigt war, widmete sich tatsächlich Deutschland und der völlig unverantwortlichen kriegerischen Haltung des designierten Bundeskanzlers Friedrich Merz gegenüber Russland.
Wie Judge Napolitano bemerkte, habe ich Merz in einem kürzlich erschienenen Essay als „den gefährlichsten deutschen Politiker seit Hitler“ bezeichnet. Auf die Frage, warum ich das tue, habe ich darauf hingewiesen, dass Merz in dieser Hinsicht kaum Konkurrenz hat. Seine Vorgänger waren fast ausnahmslos den Amerikanern unterwürfig und in der Außen- und Verteidigungspolitik sehr zurückhaltend. Nicht so Merz, der in den letzten Tagen erklärt hat, er sei bereit, die luftgestützten Langstrecken-Marschflugkörper vom Typ Taurus an die Ukraine zu liefern, und der ihnen geraten hat, diese einzusetzen, um durch einen Schlag gegen die Kertsch-Brücke (Krim) und andere wichtige russische Logistikinfrastrukturen einen strategischen Vorteil im Krieg zurückzugewinnen. Eine solche Lieferung würde eine enge Unterstützung der Taurus-Systeme durch den deutschen Hersteller und deren Zielerfassung durch deutsche Militärs bedeuten, wodurch Deutschland definitiv zur Kriegspartei würde.
Sicherlich sind die Vereinigten Staaten in diesem Sinne seit langem Kriegspartei, aber Russlands Bereitschaft, gegen die Vereinigten Staaten in den Krieg zu ziehen, ist nicht vergleichbar mit seiner Bereitschaft und Fähigkeit, Deutschland mit konventionellen Waffen zu zerstören. Und wenn ich das hier noch einmal klarstellen darf: Präsident Putin würde entweder auf einen Angriff, beispielsweise auf die Kertsch-Brücke, mit Raketen zurückschlagen, die die deutsche Produktionsstätte von Taurus oder andere wichtige deutsche Militäreinrichtungen zerstören würden. Wenn er nicht reagieren würde, würde Putin von seinen energischeren und weniger vorsichtigen Kollegen aus dem Amt gefegt werden. Ja, unter diesen Umständen halte ich einen Palastputsch im Kreml für möglich, sogar für wahrscheinlich.
Ich hatte keine Zeit zu erwähnen, dass die jüngsten Spekulationen in Deutschland über die Verteilung der Ministerposten zwischen den Koalitionspartnern, den Christdemokraten von Merz und den Sozialdemokraten, darauf hindeuten, dass Letztere das Verteidigungsministerium behalten werden. Dies bedeutet wahrscheinlich, dass Boris Pistorius, das kriegerischste Mitglied der scheidenden Regierung von Olaf Scholz, im Amt bleiben wird. Das einzige positive Zeichen ist, dass die russlandfeindliche Annalena Baerbock, die sich als unfähig erwiesen hat, aus dem Amt geschickt wird, da das Außenministerium von den Christdemokraten übernommen wird.
Ansonsten haben der Judge und ich mehr Zeit mit Trump als mit Merz verbracht. Ich habe darauf hingewiesen, dass Trump in Moskau Zweifel an seiner Entschlossenheit geweckt hat, seine verschiedenen außenpolitischen Initiativen durchzusetzen. Das Hin und Her bei den Zöllen nach ihrer chaotischen Einführung hat seine Glaubwürdigkeit untergraben. Und im Falle Russlands müssen wir uns fragen, warum es so lange dauert, bis eine Einigung über das Ende des Krieges in der Ukraine und über einen Waffenstillstand erzielt wird.
Trump hat den 20. April als endgültigen Termin für die Unterzeichnung eines Waffenstillstands durch die Russen gesetzt. Dieser Termin rückt immer näher, und Trumps Bemühungen haben bisher keine Ergebnisse gebracht. Während die Kriegstreiber in Westeuropa Wladimir Putin für die Verzögerungen verantwortlich machen und behaupten, Putin wolle keinen Frieden, liegt meiner Meinung nach die Verantwortung bei Donald Trump: Er hat bisher nicht seine Bereitschaft gezeigt, die Europäer in ihre Schranken zu weisen und ihnen mit der Aufhebung aller Sicherheitsgarantien der USA zu drohen, sollten sie den Friedensvertrag, den er Kiew aufzwingen will, nicht unterstützen.
Die Vorstellung, dass Trump die USA aus der NATO herausziehen will, wurde durch die gestrige Ankündigung untergraben, dass die USA doch 5.000 Soldaten nach Europa entsenden werden, um an den nächsten NATO-Kriegsspielen teilzunehmen.
Trumps Strategie, alle über seinen nächsten Schritt im Unklaren zu lassen, um sich während der Verhandlungen alle Optionen offen zu halten, hat sich weitgehend erschöpft. Er muss sich für eine Seite entscheiden, sonst wird er in allen Bereichen scheitern.
Die Russen sind auf sein Scheitern vorbereitet und werden weitermachen wie bisher.