The notion that the British Broadcasting Company is an independent news source was proven yet again yesterday morning to be totally false. The top of the hour news bulletin informed viewers that at 10.00 am local time Russian and Ukrainian negotiators would meet in Istanbul “for the first time since the war began.” They then put the accent on the decision of Russian President Vladimir Putin not to come to Istanbul, quoting Volodymyr Zelensky that this was proof positive of the Russians’ unwillingness to make peace.
As anyone with a functioning memory knows, Russian and Ukrainian negotiating teams met face to face in Istanbul in March 2022, less than a month into the war, and reached agreement on a peace treaty that both sides initialed. All that remained to do was for the heads of state to meet and agree on several open questions that required decisions at the top. This did not happen precisely because of the intervention of Britain’s Prime Minister Boris Johnson who came down to Kiev and persuaded the Ukrainian leader to toss the document into the waste basket and to proceed with the war in confidence that his country would get full military and financial support from the West.
Put simply, yesterday’s utterly false BBC narrative was handed down to them by Prime Minister Keir Starmer’s propaganda team, as is the case in every substantive position taken by the broadcaster. This is not free journalism, this is not even state propaganda. It is the line assigned to the broadcaster by one man who happens to be the country’s top politician of the day.
Happily, not all British media take their lines from the PM. Yesterday’s Financial Times, no fan of Putin that they are, nonetheless, did do a better job setting out the facts even if they were sloppy in places.
They took the time to quote Vladimir Putin on the reasons for his proposing a meeting in Istanbul in the first place, namely “to remove the root causes of the conflict and move towards creating a long-term, durable peace in a historical perspective.” Bravo!
They also quote Zelensky, but his words make him look like an idiot: “Zelensky said he was prepared to attend, but only if Putin also showed up, because ‘everything in Russia depends’ on the Russian leader.” Everything?
Of course, these days, when the American President, head of a country that has been fully engaged in this war on the Ukrainian side for three years, claims to be a peace broker and tells reporters, as he did yesterday, that there will be no peace until he meets with Putin, we can be more generous in grading the claptrap coming from the Kievan dictator.
To their credit, the FT is fairly serious in evaluating the negotiating team that Vladimir Putin is sending to Istanbul. Many media outlets in the West say it is a low-level delegation. Some, are more kind, calling it a medium level delegation. The FT does better.
The FT quotes Putin on his decision to dispatch ‘a delegation led by his adviser, former culture minister Vladimir Medinsky.’ And they bestir themselves to identify Medinsky and the reasons why Putin now selected precisely him: “The move signals that Russia is keen for the talks to pick up where they left off in the spring of 2022, just weeks after Moscow launched its full-scale invasion of its neighbour. Medinsky took the lead in those talks…”
After that, FT heads off into disinformation, telling us that ‘the talks broke down in acrimony and fighting continued.” Well, there were two rounds of negotiations. The second round a week or two after the first ended in the initialed full draft peace treaty as I mentioned above. It was sabotaged by Boris Johnson acting on behalf of Washington.
By the way, Putin’s remark about ‘a durable peace in a historical perspective’ can also be seen as a reference to his selection of Medinsky, who is a professional historian and brings precisely that perspective to the negotiations on an outcome to the war.
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We are today, Friday, 16 May. There was no meeting between Russians and Ukrainians yesterday. Instead the Ukrainian delegation met with U.S. and Turkish officials. The Russian-Ukrainian meeting is now set for today. If the sides agree that these first talks are constructive, then we may assume that there will be many more in the days and weeks ahead. They will necessarily draw in Donald Trump for photo opportunities and claims to his Nobel Prize for Peace.
©Gilbert Doctorow, 2025
Translation below into German (Andreas Mylaeus)
BBC-Morgennachrichten: „Russische und ukrainische Seite treffen sich zum ersten Mal seit Kriegsbeginn zu direkten Gesprächen …“
Die Vorstellung, dass die British Broadcasting Company eine unabhängige Nachrichtenquelle ist, wurde gestern Morgen erneut als völlig falsch erwiesen. In den Top-Nachrichten wurde den Zuschauern mitgeteilt, dass sich russische und ukrainische Unterhändler um 10.00 Uhr Ortszeit in Istanbul „zum ersten Mal seit Kriegsbeginn“ treffen würden. Anschließend wurde die Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, nicht nach Istanbul zu kommen, besonders hervorgehoben und Wolodymyr Selensky mit den Worten zitiert, dies sei ein eindeutiger Beweis für die mangelnde Friedensbereitschaft der Russen.
Wie jeder mit einem funktionierenden Gedächtnis weiß, trafen sich die Verhandlungsteams Russlands und der Ukraine im März 2022, weniger als einen Monat nach Kriegsbeginn, in Istanbul zu direkten Gesprächen und einigten sich auf einen Friedensvertrag, den beide Seiten paraphierten. Es blieb nur noch, dass sich die Staatschefs trafen und sich über einige offene Fragen einigten, die Entscheidungen auf höchster Ebene erforderten. Dies geschah jedoch nicht, gerade wegen der Intervention des britischen Premierministers Boris Johnson, der nach Kiew reiste und den ukrainischen Präsidenten davon überzeugte, das Dokument in den Papierkorb zu werfen und den Krieg fortzusetzen, in der Gewissheit, dass sein Land volle militärische und finanzielle Unterstützung vom Westen erhalten würde.
Einfach ausgedrückt: Die völlig falsche Darstellung der BBC von gestern wurde ihnen vom Propagandateam von Premierminister Keir Starmer vorgegeben, wie es bei jeder wesentlichen Position des Senders der Fall ist. Das ist kein freier Journalismus, das ist nicht einmal staatliche Propaganda. Es ist die Linie, die dem Sender von einem Mann vorgegeben wird, der zufällig der derzeitige Spitzenpolitiker des Landes ist.
Glücklicherweise übernehmen nicht alle britischen Medien die Linie des Premierministers. Die gestrige Ausgabe der Financial Times, die zwar kein Fan von Putin ist, hat dennoch eine bessere Arbeit geleistet und die Fakten dargelegt, auch wenn sie an einigen Stellen schlampig war.
Sie nahm sich die Zeit, Wladimir Putin zu den Gründen für seinen Vorschlag eines Treffens in Istanbul zu zitieren, nämlich „die Ursachen des Konflikts zu beseitigen und auf eine langfristige, dauerhafte Frieden in einer historischen Perspektive hinzuarbeiten“. Bravo!
Sie zitieren auch Selensky, aber seine Worte lassen ihn wie einen Idioten dastehen: „Selensky sagte, er sei bereit, daran teilzunehmen, aber nur, wenn Putin auch erscheint, weil ‚alles in Russland‘ vom russischen Präsidenten abhänge.“ Alles?
Natürlich können wir heutzutage, wo der amerikanische Präsident, der seit drei Jahren an der Seite der Ukraine in diesen Krieg verwickelt ist, sich als Friedensstifter ausgibt und Reportern wie gestern erklärt, dass es keinen Frieden geben werde, bevor er sich mit Putin getroffen habe, großzügiger sein, wenn wir die Phrasen des Kiewer Diktators bewerten.
Zu ihrer Ehre muss man sagen, dass die FT das Verhandlungsteam, das Wladimir Putin nach Istanbul entsendet, recht ernst nimmt. Viele westliche Medien bezeichnen es als Delegation auf niedriger Ebene. Einige sind freundlicher und sprechen von einer Delegation auf mittlerer Ebene. Die FT ist da besser.
Die FT zitiert Putin zu seiner Entscheidung, „eine Delegation unter der Leitung seines Beraters, des ehemaligen Kulturministers Wladimir Medinski“, zu entsenden. Und sie bemüht sich, Medinski zu identifizieren und die Gründe zu nennen, warum Putin gerade ihn ausgewählt hat: „Dieser Schritt signalisiert, dass Russland daran interessiert ist, die Gespräche dort wieder aufzunehmen, wo sie im Frühjahr 2022, nur wenige Wochen nach dem Beginn der groß angelegten Invasion Moskaus in seinem Nachbarland, unterbrochen wurden. Medinski hatte bei diesen Gesprächen die Führung übernommen …“
Danach gleitet die FT in Desinformation ab und behauptet, dass „die Gespräche in erbitterten Auseinandersetzungen scheiterten und die Kämpfe weitergingen“. Nun, es gab zwei Verhandlungsrunden. Die zweite Runde, die ein oder zwei Wochen nach der ersten endete, führte zu dem oben erwähnten paraphierten vollständigen Friedensvertragsentwurf. Dieser wurde von Boris Johnson im Auftrag Washingtons sabotiert.
Übrigens kann Putins Bemerkung über „einen dauerhaften Frieden in historischer Perspektive“ auch als Hinweis auf seine Wahl von Medinsky gesehen werden, der ein professioneller Historiker ist und genau diese Perspektive in die Verhandlungen über einen Ausgang des Krieges einbringt.
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Heute ist Freitag, der 16. Mai. Gestern gab es kein Treffen zwischen Russen und Ukrainern. Stattdessen traf sich die ukrainische Delegation mit Vertretern der USA und der Türkei. Das russisch-ukrainische Treffen ist nun für heute angesetzt. Wenn beide Seiten diese ersten Gespräche als konstruktiv bewerten, können wir davon ausgehen, dass in den kommenden Tagen und Wochen viele weitere folgen werden. Donald Trump wird dabei sicherlich für Fototermine und Ansprüche auf den Friedensnobelpreis herhalten müssen.
Dear professor, here is an alternative view on the reumption of the Istanbul rigmarole:
https://medium.com/@jirisevera/russias-unnecessarily-long-war-in-ukraine-c9912d5982bd
With compliments.
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I assume Russia knows that they are in an existential war for their survival. If that’s true, they’d be crazy to let Europe arm themselves back up to WWII levels.
the European leadership and others are insane and or evil for bringing this on the world
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I am very happy Putin appointed Medinsky for this task: he is very educated, professional and in the same time down-to-earth man, who has very deep understanding of history and clearly pro-Russia stance, while being able to be patient and make compromises.
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