Dumb as they come: Scholz and Pistorius on procurement of new missile defense systems

For well over a year, we have known that Germany’s Minister of Foreign Affairs Annalena Baerbock is a disgrace to the government she serves. The lady is not smart enough to flip hamburgers at McDonalds let alone sit in the federal cabinet and make pronouncements bearing on war and peace. She will never live down her remark that Vladimir Putin must change his course by 360 degrees.

However, I had always thought of Chancellor Olaf Scholz as a wily fox. Of course, I believed that he is an out and out coward, a sell-out to American interests at the expense of his own nation. His silence on the sabotage of the Nord Stream I pipeline was proof positive. But stupid?

What he and his Defense Minister Boris Pistorius were saying these past two days on the sidelines of the Ramstein gathering of donors to the Ukrainian war effort leave little doubt that he is also a damned fool.

I have in mind Scholz’s announcement that Germany will now budget for new procurement of air defense capabilities for itself and will join other European countries in their plans to build what might be called an iron dome, if we may borrow from the Israeli lexicon, to describe an impenetrable screen against incoming airborne attack.

If such an announcement might have appeared to be patriotic and an investment in the security of his nation, say, a week ago, the events of the past week have trashed all such thoughts.  Following the successful Russian missile attacks on Poltava, on Lviv, on Krivoy Rog and on several other towns in Ukraine where there were large concentrations of NATO officers, high level advisers and instructors, the notion that there is any defense whatsoever against Russian hypersonic missiles was disproved beyond any doubt.

The Russians say that their attack on the communications institute in Poltava, which may have killed 200 and sent to hospital with grievous wounds another 500, was executed with a variant of the Iskander missile, which has a maximum speed of Mach 6.  

If we concede that Poltava may not have enjoyed very good protection from anti-missile defense, the situation was precisely the opposite in Lviv, which was protected by an American Patriot system plus additional systems manufactured in Germany, Italy and elsewhere within NATO.  For this hardened target, the Russians used their Kinzhal missile which travels at Mach 10.    If this were not enough, they also have the Avangard family of missiles which reach Mach 20.  There is absolutely no known air defense which can protect against these missiles now in the Russian arsenal, and we may well assume that by the time the Germans will actually acquire and set up what they now are thinking of buying, the Russians will have still more advanced attack missiles that remain invincible.

As for the long range nuclear armed missiles that the United States is planning to deliver to Germany in 2026 with the consent of Mr. Scholz, that only has the effect of painting a very big bulls-eye on his country. Moreover, it is a provocation that could prompt a preemptive strike from Russia.

Would it not make more sense for the German leadership to face up to the facts: namely that Russia’s ability to destroy their country is for the foreseeable future beyond their own ability to protect themselves, with or without American help.  That admission should lead them to do the obvious: sit down with the Russians and come to terms over a new security architecture for Europe that everyone, EVERYONE can live with.

I close with a couple of further observations about what the Russians were doing this week. In Lviv, they not only killed numerous NATO personnel but destroyed a newly arrived train from Poland carrying a large amount of advanced weaponry for Ukraine. By choosing as targets installations in various cities where NATO officers are living, the Kremlin was delivering an unmistakable message to the Alliance, to its main decision maker, the United States, that it has the will and the wherewithal to take on NATO directly wherever and whenever it believes that its ‘red lines’ are being crossed.  It may well be that even in Washington this message was received …and understood.  To my knowledge, Zelensky’s bleating at Ramstein for permission to use long-range NATO supplied missiles to attack the Russian heartland fell on deaf ears.

©Gilbert Doctorow, 2024

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

So dumm wie sie sind: Scholz und Pistorius bei der Beschaffung von neuen Raketenabwehrsystemen

Seit weit über einem Jahr wissen wir, dass die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock eine Schande für die Regierung ist, der sie dient. Die Dame ist nicht klug genug, um bei McDonalds Hamburger zu braten, geschweige denn im Bundeskabinett zu sitzen und sich zu Krieg und Frieden zu äußern. Ihre Bemerkung, dass Wladimir Putin seinen Kurs um 360 Grad ändern müsse, wird sie nie wieder loswerden.

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte ich dagegen immer für einen schlauen Fuchs gehalten. Natürlich habe ich geglaubt, dass er ein ausgesprochener Feigling ist, ein Verräter zugunsten von amerikanischen Interessen auf Kosten seines eigenen Landes. Sein Schweigen zur Sabotage der Nord Stream I-Pipeline war der beste Beweis dafür. Aber dumm?

Was er und sein Verteidigungsminister Boris Pistorius in den letzten beiden Tagen am Rande des Treffens der Geber für die ukrainischen Kriegsanstrengungen in Ramstein sagten, lässt wenig Zweifel daran, dass auch er ein verdammter Narr ist.

Ich denke dabei an die Ankündigung von Scholz, dass Deutschland nun neue Mittel für die Beschaffung von Luftverteidigungskapazitäten einplanen und sich den Plänen anderer europäischer Länder anschließen wird, etwas zu bauen, das man als „eiserne Kuppel“ bezeichnen könnte, um einen undurchdringlichen Schutzschild gegen ankommende Angriffe aus der Luft zu beschreiben, wenn man das israelische Lexikon verwenden darf.

Hätte eine solche Ankündigung noch vor einer Woche als patriotisch und als Investition in die Sicherheit seines Landes erscheinen können, so haben die Ereignisse der letzten Woche alle derartigen Gedanken zunichte gemacht. Nach den erfolgreichen russischen Raketenangriffen auf Poltawa, Lemberg, Kriwoj Rog und mehrere andere Städte in der Ukraine, in denen sich zahlreiche NATO-Offiziere, hochrangige Berater und Ausbilder aufhielten, wurde die Vorstellung, dass es überhaupt eine Verteidigung gegen russische Hyperschallraketen gibt, zweifelsfrei widerlegt.

Die Russen geben an, dass ihr Angriff auf das Kommunikationsinstitut in Poltawa, bei dem möglicherweise 200 Menschen getötet und weitere 500 mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, mit einer Variante der Iskander-Rakete durchgeführt wurde, die eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 6 hat.

Wenn wir zugeben, dass Poltawa vielleicht keinen sehr guten Schutz durch die Raketenabwehr genossen hat, so war die Situation in Lemberg genau umgekehrt, das durch ein amerikanisches Patriot-System und zusätzliche, in Deutschland, Italien und anderen NATO-Ländern hergestellte Systeme geschützt war. Für dieses gehärtete Ziel setzten die Russen ihre Kinzhal-Rakete ein, die sich mit Mach 10 fortbewegt. Als wäre das nicht genug, verfügen sie auch über die Avangard-Raketenfamilie, die eine Geschwindigkeit von Mach 20 erreicht. Es gibt absolut keine bekannte Luftverteidigung, die gegen diese Raketen im russischen Arsenal schützen kann, und wir können davon ausgehen, dass die Russen bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Deutschen das, was sie jetzt zu kaufen gedenken, tatsächlich erwerben und einrichten werden, über noch fortschrittlichere Angriffsraketen verfügen werden, die unbesiegbar bleiben.

Was die nuklear bewaffneten Langstreckenraketen betrifft, die die Vereinigten Staaten mit Zustimmung von Herrn Scholz im Jahr 2026 an Deutschland liefern wollen, so hat dies nur den Effekt, eine sehr große Zielscheibe auf sein Land zu malen. Außerdem ist es eine Provokation, die einen Präventivschlag Russlands auslösen könnte.

Wäre es nicht sinnvoller, wenn die deutsche Führung den Tatsachen ins Auge sehen würde, nämlich dass Russland in der Lage ist, ihr Land auf absehbare Zeit zu zerstören, und dass sie nicht in der Lage ist, sich selbst zu schützen, mit oder ohne amerikanische Hilfe. Dieses Eingeständnis sollte sie dazu veranlassen, das Offensichtliche zu tun: sich mit den Russen zusammenzusetzen und sich auf eine neue Sicherheitsarchitektur für Europa zu einigen, mit der jeder, wirklich JEDER, leben kann.

Ich schließe mit ein paar weiteren Beobachtungen zu dem, was die Russen diese Woche getan haben. In Lemberg töteten sie nicht nur zahlreiche NATO-Mitarbeiter, sondern zerstörten auch einen gerade eingetroffenen Zug aus Polen, der eine große Menge an modernen Waffen für die Ukraine geladen hatte. Indem der Kreml Einrichtungen in verschiedenen Städten, in denen NATO-Offiziere leben, als Ziele auswählte, übermittelte er dem Bündnis und seinem wichtigsten Entscheidungsträger, den Vereinigten Staaten, die unmissverständliche Botschaft, dass er den Willen und die Mittel hat, die NATO direkt anzugreifen, wo immer und wann immer er glaubt, dass ihre „roten Linien“ überschritten werden. Es ist gut möglich, dass diese Botschaft sogar in Washington angekommen ist und verstanden wurde. Meines Wissens stieß Zelenskys Flehen in Ramstein um die Erlaubnis, von der NATO gelieferte Langstreckenraketen zum Angriff auf das russische Kernland einzusetzen, auf taube Ohren.

Far Eastern Economic Forum: perhaps the least covered international event by Western major media this week

Vladimir Putin’s state visit to Mongolia at the start of this week drew the attention of U.S. and European media. The BBC and, I assume, other broadcasters put on screen video clips of the honor guard reception for the Russian President. However, nearly all coverage was directed at one very specific aspect of the visit: that it was Vladimir Putin’s first visit to a member state of the International Criminal Court (ICC), which had issued a year ago an international arrest warrant following the Court’s determination of his responsibility for what Ukrainian authorities called a deportation of Ukrainian children to children from their homes in occupied Ukraine to the Russian interior.

I won’t go into the details of the allegations against Putin other than to say that the charges were false and defamatory, since the children involved, whether orphans or otherwise, were left without parental supervision in areas of combat. They were temporarily moved away for their own safety. The entire proceedings of the ICC were a textbook case of manipulation and abuse of international organizations by the United States and could only serve to discredit such institutions and limit their effectiveness in pursuing justice in other cases that fall within their remit.

What happened in Mongolia, which is a member of the ICC and has a judge in its ranks, is that Ulan Bator refused to execute the arrest warrant and proceeded to give Mr. Putin a very warm welcome indeed, to the dismay of the United States which, with France and other allies (see the visit of Emmanuel Macron not long ago), had in advance applied all possible pressure on the Mongol leadership, shall we say by the usual extortionate methods, to prevent the visit of the Russian president.

From the Russian perspective, Putin’s visit to Ulan Bator was timed to coincide with the September 2-3 observance of the end of WWII in the Pacific, thereby providing an opportunity to recall the time when Mongolia and Soviet Russia worked very closely together to combat Japanese occupiers of nearby Chinese Manchuria. The visit featured wide-ranging discussions of possible new joint Russian-Mongolian infrastructure projects, including the long-delayed construction of a Power of Siberia-2 gas pipeline across Mongolia to facilitate deliveries of natural gas to China’s western regions.

For Mongolia, Putin’s visit provided an opportunity to assert its sovereignty and independence of Western meddling after a long period as a would-be American protectorate that began in the early 1990s when the Russian Federation slashed ties with Soviet dependencies like Mongolia and Cuba for which it no longer had the personnel or money to continue. Indeed, today Mongolia is both economically and diplomatically walking a tightrope between East and West very much in the same way as India. Commercial ties with Russia in particular are going strong, inasmuch as Russia provides one third or more of the country’s refined oil and other hydrocarbon imports.

None of these consequential elements of Mr. Putin’s visit to Mongolia were reflected in Western media accounts. No matter! What followed, when the Russian president proceeded on his way to the final destination of his trip, Vladivostok for the just opening Far Eastern Economic Forum was a still more complete news blackout by the West.

Well, not quite complete.  I understand that the online editions of several British newspapers did serve up to their subscribers live coverage of Mr. Putin’s keynote address to the plenary session of the Forum yesterday.

Nonetheless, you likely have very little inkling of what has been going on in Vladivostok, and in the brief remarks that follow I will try to fill in the gaps.

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This was the 9th edition of the Far Eastern Forum in Vladivostok which is a counterpoint to the annual St Petersburg International Economic Forum that takes place in the spring. As in Petersburg, the Vladivostok event brings in commercial and diplomatic missions from all over the world and it also has very important foreign statesmen who appear on the dais with Vladimir Putin during the plenary session. They deliver speeches and participate in a Q&A. This time there were more than 70 countries represented at the Forum and the VIP foreign guests were the Prime Minister of Malaysia, Anwar Ibrahim, and the Chinese Vice President, Han Zheng.

The presence of Mr. Ibrahim was particularly relevant and also shocking for the Collective West, which is one reason you did not see his face on the BBC this week. Just a reminder that Britain was the former colonial overlord in what is now Malaysia.

 Malaysia has formally requested to join BRICS and Russia will be the sponsor of their candidacy. They will participate in the BRICS summit that will be held in Kazan on 26 October and their admittance to the club as full members is a foregone conclusion.

Malaysia will be the first member of the Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) to join BRICS, but we may well expect others to join soon after, starting perhaps with Vietnam. Their joining BRICS represents a significant departure from Malaysia’s hitherto close ties with the United States. There may be many explanations for this change of direction, but one standout is the country’s religious orientation. Malaysia’s population of 35 million is predominantly Muslim and they have watched with horror the Israeli genocide in Gaza which is enabled by Washington.

Russian commentators on Mr. Ibrahim’s address to the plenary session last night directed attention to his remarks on what sets Russia apart from other nations. Yes, he said, it is a major military power and economic power, but it is also a country with significant Soft Power attractiveness thanks to its cultural heritage. Ibrahim said that he was first drawn to the power of Russian literature through the books of Dostoevsky and Tolstoy, but then moved on to Chekhov and even the poetess Akhmatova.  No doubt he said this with sincerity, but if he had been looking for a key to win over the sympathies of Russians for his country apart from the fine beaches which each year bring in 150,000 Russian tourists, then he could do no better than by highlighting Russian culture. We do not yet know what commercial deals were signed off between Malaysian and Russian companies during the Forum, but surely there were some successes at the level of mutual investments in manufacturing and software among other domains.

PRC Vice President Han Zheng was smiling and satisfied with the proceedings even when the moderator posed a rather provocative question about why the Chinese government seemed to be holding back Chinese companies from setting up shop across the border in Russia. Mr. Putin jumped in to soften the blow, explaining that Russia is doing everything possible now to make such moves more attractive to their prospective Chinese partners.

As regards China, Orientalist experts appearing on the Russian talk shows in the evening explained that there are ever closer relations being established between the northeast region of China and the Russian Far East region. Indeed, while the South of China is oriented to doing business with the United States and Europe, the Northeast is integrating with Russia. To add momentum to this trend, a number of the key infrastructure projects that President Putin mentioned in his address to the plenary session are precisely directed at improving logistics of trade across the Amur River, meaning additional bridges and improved customs posts so that waiting time for trucks can be reduced to 10 minutes or less.

What little reporting on Putin’s remarks at the Forum that we see in Western media have cherry picked his answers to some questions following his speech, so as to produce the impression that he spoke about the Ukraine conflict and was in one way or another threatening the West with nuclear attack. Nothing could be further from the truth.

This year’s Economic Forum was dedicated to the theme of the Far Eastern region in 2030.  Accordingly, Mr. Putin’s speech dealt exclusively with Russia’s plans for accelerated development of the region through two parallel sets of initiatives: building infrastructure to attract companies to the region and ensuring living conditions for the local population that are highly attractive. The idea is to offer career growth to Russians under the age of 35 who will settle there for a good long time, raise families and provide a pool of skilled manpower to drive economic expansion that far outstrips that of other Russian regions.

The infrastructure investments by the government will focus first on logistics and transportation. This means doubling or more the freight capacity of the mainline railroads serving the region, namely the Trans-Siberian and the Baikal-Amur railway (BAM in Russian). In the time period under discussion, Russia will complete construction of a major highway extending from Petersburg in the West to Vladivostok in the East. It means expanding airports, expanding seaports and the like in the Maritime region and in the adjacent Far Eastern regions as far west as Eastern Siberia and as far north as the arctic coast where further investment is needed to accommodate growing use of the Northern Sea Route and to serve the centers of extractive industries. Some of the regional infrastructure will be done in joint government-private business ventures, with which Russia has many years of fruitful experience now.

With regard to incentives to encourage migration to the Far East, the existing preferential 2% mortgage rate for settlers under the age of 35, for veterans of the SMO, for doctors, school teachers and other professions in great demand will be continued and expanded to take in still more categories of applicants. New housing developments will be endowed with medical clinics, high quality schools and other essentials of comfortable family life. The days of dormitory accommodations for workers attached to factories built in vast empty lands typical of the Soviet days are recognized as having inhibited long term settlement of the region, and will not be repeated.

Particular efforts will be made to improve higher education with establishment of additional university centers and expansion of existing ones, as in Vladivostok itself. Where possible, commercial research centers will be attached to these universities.

In fact, the guiding principles of the master plan for the period to 2030 have been in place for nearly a decade, though they were financed much more modestly. Nonetheless, they achieved results that Vladimir Putin could read off to the audience: namely positive demographic trends, especially as regards young settlers aged 20-22 and the higher rate of economic growth. As Putin said in the conclusion of his speech, the Far Eastern region is the leader in Russia’s outreach to the world, being situated among the world’s most dynamic countries that outpace the West by more than 2:1.

To be sure, Vladimir Putin allowed himself to be drawn into discussion of world events outside the framework of the Forum. It is in this context that he spoke of the dire situation of the Ukrainian military in the Donbas, who have exhausted their human reserves and lost their armor. He also allowed himself to reply to a question about whom Russia favors as winner of the November presidential elections in the USA. With a wry smile, he acknowledged that Russia’s choice is Kamala because of her ‘contagious smile.’ He said he does not believe that a person with such a smile could be truly hostile.  To this, I will quote from Verdi’s Rigoletto: ‘le prince s’amuse.’

©Gilbert Doctorow, 2024

Translated below into German (Andreas Mylaeus)

Fernöstliches Wirtschaftsforum: das internationale Ereignis, über das die westlichen Medien in dieser Woche vielleicht am wenigsten berichtet haben

Der Staatsbesuch von Wladimir Putin in der Mongolei zu Beginn dieser Woche hat die Aufmerksamkeit der amerikanischen und europäischen Medien auf sich gezogen. Die BBC und, wie ich annehme, auch andere Sender zeigten Videoclips vom Empfang der Ehrengarde für den russischen Präsidenten. Fast die gesamte Berichterstattung konzentrierte sich jedoch auf einen ganz bestimmten Aspekt des Besuchs: den ersten Besuch Wladimir Putins in einem Mitgliedstaat des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), der vor einem Jahr einen internationalen Haftbefehl ausgestellt hatte, nachdem der Gerichtshof seine Verantwortung für die von den ukrainischen Behörden so bezeichnete Deportation ukrainischer Kinder aus ihren Häusern in der besetzten Ukraine ins russische Hinterland festgestellt hatte.

Ich werde nicht auf die Einzelheiten der Anschuldigungen gegen Putin eingehen, sondern nur sagen, dass die Anschuldigungen falsch und diffamierend waren, da die betroffenen Kinder, ob Waisen oder nicht, ohne elterliche Aufsicht in Kampfgebieten zurückgelassen wurden. Sie wurden zu ihrer eigenen Sicherheit vorübergehend weggebracht. Das gesamte Verfahren des IStGH war ein Lehrbuchfall der Manipulation und des Missbrauchs internationaler Organisationen durch die Vereinigten Staaten und konnte nur dazu dienen, diese Institutionen zu diskreditieren und ihre Wirksamkeit bei der Verfolgung von Gerechtigkeit in anderen Fällen, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen, einzuschränken.

In der Mongolei, die Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs ist und einen Richter in ihren Reihen hat, weigerte sich Ulan Bator, den Haftbefehl zu vollstrecken, und bereitete Herrn Putin einen sehr herzlichen Empfang, sehr zum Missfallen der Vereinigten Staaten, die zusammen mit Frankreich und anderen Verbündeten (siehe den Besuch von Emmanuel Macron vor kurzem) im Vorfeld mit den üblichen erpresserischen Methoden Druck auf die mongolische Führung ausgeübt hatten, um den Besuch des russischen Präsidenten zu verhindern.

Aus russischer Sicht fiel Putins Besuch in Ulan Bator zeitlich mit den Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Pazifik am 2. und 3. September zusammen und bot damit die Gelegenheit, an die Zeit zu erinnern, als die Mongolei und Sowjetrussland im Kampf gegen die japanischen Besatzer in der nahe gelegenen chinesischen Mandschurei sehr eng zusammengearbeitet haben. Im Rahmen des Besuchs wurden umfassende Gespräche über mögliche neue gemeinsame russisch-mongolische Infrastrukturprojekte geführt, darunter auch über den lange verzögerten Bau einer Power of Siberia-2-Gaspipeline durch die Mongolei, die die Lieferung von Erdgas in die westlichen Regionen Chinas erleichtern soll.

Für die Mongolei bot Putins Besuch eine Gelegenheit, ihre Souveränität und Unabhängigkeit von westlichen Einmischungen zu behaupten, nachdem sie lange Zeit ein Möchtegern-Protektorat der USA war, das Anfang der 1990er Jahre begann, als die Russische Föderation die Beziehungen zu von der Sowjetunion abhängigen Ländern wie der Mongolei und Kuba abbrach, für die sie nicht mehr das Personal oder das Geld hatte, um die ehemalige Politik fortzusetzen. Tatsächlich befindet sich die Mongolei heute sowohl wirtschaftlich als auch diplomatisch auf einer Gratwanderung zwischen Ost und West, ähnlich wie Indien. Vor allem die Handelsbeziehungen zu Russland werden intensiviert, da Russland ein Drittel oder mehr des raffinierten Öls und anderer Kohlenwasserstoffeinfuhren des Landes liefert.

Keines dieser folgenreichen Elemente des Besuchs von Herrn Putin in der Mongolei wurde in den westlichen Medien erwähnt. Das macht nichts! Was folgte, als der russische Präsident sich auf den Weg zum Endziel seiner Reise, Wladiwostok, zum gerade eröffneten Fernöstlichen Wirtschaftsforum machte, war eine noch vollständigere Nachrichtensperre des Westens.

Nun, nicht ganz. Soweit ich weiß, haben die Online-Ausgaben mehrerer britischer Zeitungen ihren Abonnenten eine Live-Berichterstattung über die Grundsatzrede von Herrn Putin auf der gestrigen Plenarsitzung des Forums angeboten.

Nichtsdestotrotz haben Sie wahrscheinlich kaum eine Ahnung davon, was in Wladiwostok vor sich ging, und in den folgenden kurzen Ausführungen werde ich versuchen, die Lücken zu füllen.

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Dies war die 9. Ausgabe des Fernost-Forums in Wladiwostok, das einen Gegenpol zum jährlich im Frühjahr stattfindenden Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg bildet. Wie in Petersburg kommen auch in Wladiwostok Handels- und diplomatische Vertretungen aus der ganzen Welt zusammen, und es sind auch sehr wichtige ausländische Staatsmänner anwesend, die während der Plenarsitzung mit Wladimir Putin auf dem Podium sitzen. Sie halten Reden und nehmen an einer Fragerunde teil. Diesmal waren mehr als 70 Länder auf dem Forum vertreten, und die ausländischen Ehrengäste waren der Premierminister von Malaysia, Anwar Ibrahim, und der chinesische Vizepräsident Han Zheng.

Die Anwesenheit von Herrn Ibrahim war besonders wichtig und für den kollektiven Westen auch schockierend, was ein Grund dafür ist, dass Sie sein Gesicht diese Woche nicht in der BBC gesehen haben. Nur zur Erinnerung: Großbritannien war der ehemalige Kolonialherr im heutigen Malaysia.

Malaysia hat offiziell beantragt, den BRICS beizutreten, und Russland wird die Kandidatur unterstützen. Sie werden am BRICS-Gipfel teilnehmen, der am 26. Oktober in Kasan stattfinden wird, und ihre Aufnahme in den Club als Vollmitglieder ist eine ausgemachte Sache.

Malaysia wird das erste Mitglied des Verbandes Südostasiatischer Nationen (ASEAN) sein, das den BRICS beitritt, aber wir können davon ausgehen, dass andere Länder bald folgen werden, angefangen vielleicht mit Vietnam. Ihr Beitritt zu den BRICS bedeutet eine deutliche Abkehr von den bisher engen Beziehungen Malaysias zu den Vereinigten Staaten. Es mag viele Erklärungen für diesen Richtungswechsel geben, aber eine davon ist die religiöse Ausrichtung des Landes. Die 35 Millionen Einwohner Malaysias sind überwiegend Muslime und haben mit Entsetzen den israelischen Völkermord im Gazastreifen beobachtet, der von Washington unterstützt wird.

Russische Kommentatoren lenkten die Aufmerksamkeit bei Herrn Ibrahims Rede vor der Plenarsitzung gestern Abend auf seine Ausführungen darüber, was Russland von anderen Nationen unterscheidet. Ja, sagte er, es sei eine große Militärmacht und Wirtschaftsmacht, aber es sei auch ein Land, das dank seines kulturellen Erbes eine große Anziehungskraft für Soft Power habe. Ibrahim sagte, dass er zunächst durch die Bücher von Dostojewski und Tolstoi von der Kraft der russischen Literatur angezogen wurde, dann aber zu Tschechow und sogar zur Dichterin Achmatowa überging. Zweifellos sagte er dies mit Aufrichtigkeit, aber wenn er nach einem Schlüssel suchte, um die Sympathien der Russen für sein Land zu gewinnen, abgesehen von den schönen Stränden, die jedes Jahr 150.000 russische Touristen anlocken, dann konnte er nichts Besseres tun, als die russische Kultur hervorzuheben. Wir wissen noch nicht, welche Handelsverträge zwischen malaysischen und russischen Unternehmen während des Forums unterzeichnet wurden, aber sicherlich gab es einige Erfolge auf der Ebene gegenseitiger Investitionen, unter anderem in den Bereichen Fertigung und Software.

Der Vizepräsident der VR China, Han Zheng, lächelte und war mit dem Verlauf des Gesprächs zufrieden, selbst als der Moderator eine recht provokante Frage stellte, warum die chinesische Regierung chinesische Unternehmen offenbar davon abhält, sich jenseits der Grenze in Russland anzusiedeln. Putin schaltete sich ein, um die Situation zu entschärfen, und erklärte, dass Russland jetzt alles tut, um solche Schritte für potenzielle chinesische Partner attraktiver zu machen.

Was China betrifft, so erklärten Orientalisten, die am Abend in russischen Talkshows auftraten, dass sich die Beziehungen zwischen dem Nordosten Chinas und dem Fernen Osten Russlands immer enger gestalten. Während nämlich der Süden Chinas auf Geschäfte mit den Vereinigten Staaten und Europa ausgerichtet ist, integriert sich der Nordosten mit Russland. Um diesen Trend zu verstärken, zielen einige der wichtigsten Infrastrukturprojekte, die Präsident Putin in seiner Rede vor dem Plenum erwähnte, genau auf die Verbesserung der Logistik des Handels über den Amur ab, d.h. zusätzliche Brücken und verbesserte Zollstellen, so dass die Wartezeit für Lastwagen auf 10 Minuten oder weniger reduziert werden kann.

Die wenigen Berichte über Putins Äußerungen auf dem Forum, die in den westlichen Medien zu finden sind, haben seine Antworten auf einige Fragen im Anschluss an seine Rede herausgepickt, um den Eindruck zu erwecken, er habe über den Ukraine-Konflikt gesprochen und dem Westen auf die eine oder andere Weise mit einem Atomangriff gedroht. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Das diesjährige Wirtschaftsforum war dem Thema der Region Fernost im Jahr 2030 gewidmet. Dementsprechend befasste sich Putin in seiner Rede ausschließlich mit den Plänen Russlands für eine beschleunigte Entwicklung der Region durch zwei parallele Initiativen: Aufbau von Infrastrukturen, um Unternehmen in die Region zu locken, und Gewährleistung äußerst attraktiver Lebensbedingungen für die örtliche Bevölkerung. Die Idee ist, Russen unter 35 Jahren eine berufliche Entwicklung zu bieten, die sich dort für eine lange Zeit niederlassen, Familien gründen und ein Reservoir an qualifizierten Arbeitskräften zur Verfügung stellen, um das Wirtschaftswachstum voranzutreiben, das das anderer russischer Regionen weit übertrifft.

Die Infrastrukturinvestitionen der Regierung werden sich zunächst auf Logistik und Transport konzentrieren. Dies bedeutet eine Verdoppelung oder mehr der Frachtkapazität der Haupteisenbahnlinien, die die Region bedienen, nämlich der Transsibirischen und der Baikal-Amur-Eisenbahn (BAM auf Russisch). Im fraglichen Zeitraum wird Russland den Bau einer großen Autobahn abschließen, die von Petersburg im Westen bis Wladiwostok im Osten reicht. Dies bedeutet den Ausbau von Flughäfen, Seehäfen und dergleichen in der maritimen Region und in den angrenzenden fernöstlichen Regionen bis nach Ostsibirien und bis zur arktischen Küste, wo weitere Investitionen erforderlich sind, um der zunehmenden Nutzung des Nördlichen Seewegs Rechnung zu tragen und die Zentren der mineralgewinnenden Industrie zu bedienen. Ein Teil der regionalen Infrastruktur wird im Rahmen gemeinsamer staatlich-privater Unternehmen realisiert werden, mit denen Russland bereits seit vielen Jahren gute Erfahrungen gemacht hat.

Was die Anreize für die Zuwanderung in den Fernen Osten anbelangt, so wird der bestehende Vorzugshypothekensatz von 2 % für Siedler unter 35 Jahren, für Veteranen der SMO, für Ärzte, Lehrer und andere gefragte Berufe fortgesetzt und auf noch mehr Kategorien von Bewerbern ausgedehnt. Neue Wohnsiedlungen werden mit medizinischen Kliniken, hochwertigen Schulen und anderen wichtigen Einrichtungen für ein komfortables Familienleben ausgestattet. Die für die Sowjetzeit typischen Wohnheime für Arbeiter, die an Fabriken angeschlossen sind, die auf riesigen leeren Flächen errichtet wurden, haben sich als Hemmschuh für die langfristige Besiedlung der Region erwiesen und werden sich nicht wiederholen.

Besondere Anstrengungen werden unternommen, um die Hochschulbildung durch die Einrichtung zusätzlicher Universitätszentren und den Ausbau bestehender Zentren, wie in Wladiwostok selbst, zu verbessern. Soweit möglich, werden diesen Universitäten kommerzielle Forschungszentren angegliedert.

Die Leitprinzipien des Masterplans für den Zeitraum bis 2030 gelten bereits seit fast einem Jahrzehnt, wenn auch mit wesentlich bescheideneren Mitteln. Dennoch haben sie Ergebnisse erzielt, die Wladimir Putin den Zuhörern vorlesen konnte: nämlich eine positive demografische Entwicklung, insbesondere bei den jungen Siedlern im Alter von 20-22 Jahren, und ein höheres Wirtschaftswachstum. Wie Putin zum Abschluss seiner Rede sagte, ist die Region im Fernen Osten führend bei der Annäherung Russlands an die Welt, da sie zu den dynamischsten Ländern der Welt gehört, die den Westen im Verhältnis 2:1 übertreffen.

Natürlich ließ sich Wladimir Putin auch außerhalb des Forums in die Diskussion über das Weltgeschehen einbinden. In diesem Zusammenhang sprach er über die katastrophale Lage des ukrainischen Militärs im Donbass, das seine menschlichen Reserven erschöpft und seine Rüstung verloren hat. Er erlaubte sich auch, auf die Frage zu antworten, wen Russland als Sieger der Präsidentschaftswahlen in den USA im November favorisiert. Mit einem schiefen Lächeln räumte er ein, dass Russland Kamala wegen ihres „ansteckenden Lächelns“ favorisiere. Er sagte, er glaube nicht, dass eine Person mit einem solchen Lächeln wirklich feindselig sein könne. Dazu möchte ich aus Verdis Rigoletto zitieren: ‘le prince s’amuse’.

‘Judging Freedom’: edition of 5 September

Today’s discussion of the grim situation surrounding Kiev’s misadventure in the Kursk region of the Russian Federation that it invaded nearly a month ago was leavened by video clips from the latest surreal Congressional hearings into alleged misbehavior by the Russian global broadcaster RT. Indictments of Americans said to be in the pay of RT are now awaited, as they are charged with seeking to influence the coming presidential elections at the bidding of a foreign power.  In fact, this is a McCarthyite style witch hunt that violates both spirit and legal protections of free speech in the U.S. constitution, as Judge Andrew Napolitano states at the conclusion of our chat.

As I said in the interview, if Congress wants to bring to justice disseminators of Russian propaganda, then they are going to have to arrest the lead reporters of The New York Times, The Financial Times and other mainstream which, since the first indications that the Zelensky gambit in Kursk was failing, have been bringing to their readers all the dismal news for Ukraine from the front lines that you will find to be indistinguishable from what is carried in Russian media.

Otherwise, the interview also dealt with the big cabinet changes in Kiev that yesterday removed from power the country’s very militant Foreign Minister, who was rumored to be a favorite of Washington to succeed Zelensky when Washington decides that his time is up.

The devastating Russian missile attack on the military communications institute in Poltava was another topic today. As I noted, the reported deaths in the attack have risen from an initial count of 41 or 50 to the latest estimate by Russian news of 200 killed and hundreds more wounded. By all accounts this was the most successful Russian attack on key military personnel, both Ukrainian and foreign instructors, since the start of the SMO. Notable, too, is the loss borne by Sweden.  That there were Swedish ‘volunteers’ in Poltava was clear very quickly after the attack when their friends in Sweden confirmed their deaths.  Obviously, the numbers were considerable, because earlier today Sweden’s Foreign Minister tendered his resignation.

As I mentioned online, the Swedes seem to have an unfortunate attachment to Poltava. This is where in 1709 the armies of their king Charles XII were decimated by the armies of Peter the Great in what was the decisive battle of the Northern War that put an end to Swedish imperial pretensions in East Central Europe.  Now with the missile strike on the institute, Swedes lost round two.

I also used my time at the microphone to emphasize that the imminent collapse of the Ukrainian armies, the ‘crumbling of NATO before our eyes’ and other ‘breaking news’ statements these past several days of some of my peers on the leading video channels that we call alternative media are greatly exaggerated.  I see in this the general human inclination to project as facts what is no more than our personal wishes. And I do not by any means exclude myself from occasionally falling into this trap.

To be more precise, I do not now see the war ‘ending on the battlefield,’ as Professor John Mearsheimer was saying in an interview on another channel yesterday. I assume he meant the Russians would be overrunning the last Ukrainian trenches and putting their flag atop the building of the Ukrainian parliament (Rada) just before what is left of the Ukrainian leadership signs papers of capitulation.

No, I cannot believe that Russians will cross the Dniepr river after liberating Donbas in the coming month or two to chase down and encircle what is left of the Ukrainian armed forces.  That is a very big logistical challenge and it would be far more costly in Russian lives than Vladimir Putin is likely to risk. Instead, I think it is conceivable that the Russians will accelerate their bombing of Lvov/Lviv/Lemberg and Western Ukraine until they sue for peace or until their cities are flattened and most people flee to the EU as refugees.

©Gilbert Doctorow, 2024

See https://www.youtube.com/watch?v=p4Wh4F7mZHc&t=617s

Transcription below from a reader, followed by translation into German (Andreas Mylaeus)

Judge Andrew Napolitano: 0:31
Hi everyone, Judge Andrew Napolitano here for "Judging Freedom". Today is Thursday, September 5th, 2024. Professor Gilbert Doctorow joins us now. Professor Doctorow, always, always a pleasure. Here is what--

Gilbert Doctorow, PhD:
[Thank you for inviting me.]

Napolitano:
Of course. Here is what Americans woke up to this morning. Chris, cuts 9 and 10. 

US AG Merrick Garland: 0:56
The subject matter and content of many of the videos published by the company are often consistent with Russia's interest in amplifying US domestic divisions, in order to weaken US opposition to core Russian interests, particularly its ongoing war in Ukraine. 

The company never disclosed to the influencers or to their millions of followers its ties to RT and the Russian government. Instead, the defendants and the company claimed that the company was sponsored by a private investor. But that private investor was a fictitious persona. The charges unsealed this morning do not represent the end of the investigation. It remains active and ongoing. 

Napolitano: 1:45
That, of course, was the Attorney General of the United States, Merrick Garland; seated to his left was the Director of the FBI, Chris Wray. The government announced that a grand jury indicted an American corporation for accepting money from RT and duping influencers, I not among them, duping influencers into saying things. And through a circuitous route, the influencers were paid by Russian money. All of this, of course, is supposedly a horrible thing, and the government never cares about the First Amendment. But ... what is your take on this, and is this even a blip on the radar screen in Moscow this morning? 

Doctorow: 2:31
I can't say how they received it in Moscow this morning. I'm sure that they will come to the defense of Margarita Simonyan, the director-general of Varty, and it would be, within Russia that would be kicking a sacred cow to say what I'm about to say. Ever since the Russian transmissions were removed from the satellites-- which had been carrying them as commercial carriers, under instructions from the United States and its allies-- ever since the cable networks stopped carrying RT in the States, the possibilities for RT exerting a big influence in the States were reduced to close to nil. 

But that is simply a statement of fact. Now I will add to that statement that is subjective, my own opinion of RT and its possibilities for influence in the United States. I think they also are nil. Margarita Simonyan is a very intelligent lady, and she has appeared regularly on the most-- one of the principal talk shows of Russia, Vladimir Solovyov's "Evening" shows. And she has presented herself in a way that you have to have respect for the woman's intelligence and her ability to mix culture and politics. 

3:59
However, from the beginning, although I appeared once upon a time on some of the programs like "Crosstalk", I lost my respect for RT because they were doing in a rather amateurish way what Russian state television news does in the most professional way. And it would have been illuminating if from the beginning, the programs on Russian state television, which are broadcast for the Russian domestic audience, were rebroadcast with, ideally with voiceover or with subtitles in English, so that they would be accessible to the world. 

That information, Russia's views of the day's events, would be a very big help to all those in the West and in the world at large, who want to know the Russian take on what is going on in the world and where Russia is headed. RT was not that. RT was supposed to be a mirror to the United States. But a mirror that's held up by an adversary is not a very good mirror. 

Napolitano: 5:05
So when you said you're about to kick a sacred cow, you meant you're about to criticize the professionalism of RT, such as it was before they shut it down over here. 

Doctorow:
Exactly. There were too many over-aged and/or incompetent journalists who found a nest on the payroll of RT. I don't mean to criticize everyone, that would be foolish, but my predominant takeaway was that in promoting RT, the Russians demonstrated yet again that they are very poor at engaging in the information wars in the world at large. I don't mean to say they have no capabilities at home. At home they do a wonderful job in selling their views to their domestic audience. And not by propaganda, but by very-- dealing with their population in a very respectful way and and exposing their population to what is going on in the "Wall Street Journal", in the "Financial Times", "New York Times", on CNN and so forth; and letting their population decide for themselves. That is high-level journalism. RT was always low-level journalism. 

Napolitano: 6:22
Here's a clip from my former employer Fox News. It's on Fox News. It's actually a non-Fox journalist questioning the Attorney General about a statement sent to Fox News by RT. Watch this, please. Cut number 19. 

Reporter's question: 6:42
Russia today sent a statement to Fox News and some other outlets here mocking the situation. They had five bullet points or six bullet points. The first said, "Ha, ha, ha, ha, ha, 2016 wants its cliches back." In all seriousness, there is a subsection of the country that when they hear Russian interference, they may believe that it's not true. It's not a real thing. How do you assure people this is a real situation? 

AG Garlaand:
I'm sure that was much funnier in the original Russian. But for us, it's not funny. This is deadly serious, and we are going to treat it accordingly. 

Napolitano: 07:17
So RT attempted to respond. I didn't see the statement that was sent to Fox News. I only know of this reporter's summary of it. Does RT really care what the American Justice Department thinks of it? This is a mockery of a core American value called the freedom of speech. 

Doctorow:
This is an exercise in McCarthyism. 

Napolitano:
An exercise in what? 

Doctorow:
McCarthyism. It is a witch hunt. And it has to be called out for that. It is also run by people who really don't understand very much about Russia, or about RT, or about the American public. It is foolhardy, to say the least, to deprive the American public of the RT programs. But that's happened, and now they're going into a witch hunt for anyone with connections. 

I have to make a little remark here. A couple of days ago, you had Scott Ritter on, and he had a barking dog. I am in an apartment, which is adjacent to an apartment two floors away, where they're doing a renovation. And so you're going to hear some background noise, which is regrettable. 

Napolitano: 8:32
Oh, you know, that's very kind of you, Professor. And we're used to it. My own dog, Chris, who happens to be curled up at my feet right now, every once in a while senses a squirrel outside and is thinking about a second breakfast. But thank you very much. Let's go to Kursk, Professor Doctorow. What is the latest situation there? President Zelensky has boasted, and I'm going to use the American nomenclature, he said it in kilometers. Not kilometers, he said it in however you measure the geographic areas in Europe. He has boasted that his troops now control 500 square miles of Kursk and he claims that's a benefit. He also claims that as a result of his invasion in Kursk, he has captured Russian soldiers whom he has traded for exchange for Ukrainian soldiers previously captured, he views that as a plus. What is your view of the current situation in Kursk? 

Doctorow: 09:44
Well, the situation in Kursk has been covered extensively in major media. And this is a stunning change in how the "Financial Times" and "New York Times" and their peers have dealt with developments in the Ukrainian war, which were always very disparaging of anything Russia was doing, and which were only re-broadcasting, re-disseminating the kind of delusional remarks that you have just taken from Mr. Zelensky. 

Now they're telling it as it is. They have interviewed soldiers in the Ukrainian forces who have talked about how it was on ground and how they were unprepared when they were sent to Kursk. And we're getting in these major media, genuine information that shows and repeats what you and I know, or what we have understood, that this war, that this incursion or invasion of Kursk has been a disaster militarily. The Ukrainians have lost at least 9,000 of their original 12 to 20,000 deployment in Kursk, to death and mutilation. And they've lost 76-- this was two days ago, 76 tanks, probably a few more have been added, a lot of hardware, much of what they received from the States and allies has been destroyed on the ground. 

11:06
And the Russians have used this attack on their homeland to justify an escalation in their bombardments of military targets in Ukraine, the most significant of which was two days ago in the missile attack on a communications institute in the city of Poltava. This, from a standpoint of Kursk itself, is untenable. He can speak, Mr. Zelensky can speak of holding it, but that's unrealistic. He cannot sufficiently increase the manpower there, because it's already depleted the best reserves that were otherwise based on the Donbas front line, where the Russians continue to advance. 

11:54
The situation on the ground for the Ukrainians is dire, but at the same time, Judge, I would like to distance myself a little bit from the expressions, from the conclusions that some of my peers have given to you and given otherwise on major YouTube outlets in the last few days. I do not see the Kursk misadventure as leading to the total collapse of Ukrainian forces in the immediate future, nor do I see that this bad result, the destruction of NATO equipment as leading to an imminent crumbling of NATO. All of us who are following these events are subject to the same laws of human nature, where we'd like to project our wishes and present them as facts. 

12:50
I'm subject to this, too. A few days ago, I was saying that in a month's time, Mr. Zelensky will be leaving Ukraine either on a plane to Miami or in a casket to his burial ground. I think that was also an exaggeration and projecting a wished-for fact that is not likely in retrospect to be realized in the coming days. 

Napolitano: 13:20
Are the-- two questions-- you mentioned 9,000 dead. Are any of them Americans? Second question, are the troops in Kursk surrounded, or are they still receiving fuel and food and supplies from Ukraine? 

Doctorow:
Surely something is getting in, but not much. Are they surrounded? Well, the front is rather long. It's not so much the Kursk front where they are surrounded. By entering into Russian territory, they inevitably are surrounded on three sides anyway by Russian forces. The big issue of surrounding the entrapment, the closing of pincers is now discussed with respect to the much bigger one that was the main area of conflict in the Donbass between Russian forces and Ukrainian forces. And in some parts of that 1,000- kilometer-long line of confrontation, the Russians have indeed closed off or almost closed off some brigades of Ukraine. Some of them have as quickly as possible retreated, and this has been picked up on videos of them throwing away their weapons, they're running for their lives. 

14:38
However, it would be a big mistake to consider these isolated cases as typical of the whole front, or to say the front is crumbling. I follow every day on the Russian news, the maps that they present of each of the major parts, major part fronts, and along that thousand kilometers. And you don't see a sweeping move, a steamroller as Professor Mearsheimer described it a day ago, of the Russians sweeping to the Dnieper. No, it's just a slow progression. Maybe it's bigger than it was before the incursion into Kursk. Sure it is bigger. So it's not a few yards a day. Maybe it's several dozen yards a day. Maybe it's a kilometer or two a day. I don't see a 30 kilometer move, which I'd heard on Russian television several days ago. I don't see that. Otherwise the map would change. It doesn't. 

Napolitano: 15:37
How about American deaths of the 9,000? Are you aware of any? 

Doctorow:
No, that hasn't been reported separately. The only deaths that have been called out in the last couple of days pertain to the Poltava event, and I'd like to bring that up to date. The initial report in the Poltava missile attack was 41 people killed. That was raised to 51 last night on Russian television, that 200 were killed and several hundred more were wounded. If that is indeed the case, then I completely agree with the appreciation that Scott Ritter gave a day ago that this is a devastating blow to the Ukrainian general positions with operating drones and electronic warfare. And here's why I mention it, because of the question deaths that you asked about. 

16:35
Yes, there have been a number of Swedes who were instructors there and whose friends in Sweden have said they were killed. This connection between Sweden and Poltava was something for the gods to appreciate. As you may be aware, in 1709 there was a battle in Poltava between Peter the Great's armies and Charles XII's armies of Sweden, since then, Sweden was an imperial power with great ambitions in Central and Eastern Europe. The Swedes were battered at Poltava, but for some reason there is a romantic attachment, perhaps, between Sweden and Poltava, and there they are again. And in the attack on that communications institute, the Swedes were battered again. 

Napolitano: 17:29
We have also heard that some of the instructors at the communications institute who were killed were Polish, either academics or Polish military officers. I'm going to guess military officers. I think this was more West Point than it was Princeton in terms of the students and the professors and the subject matter, agreed? 

Doctorow:
Yes. 

Napolitano:
OK. Your take on President Zelensky's cabinet shake-up this past week, the most significant of which was, I don't know if he jumped or pushed, I'll ask you-- or was pushed-- the departure of his very bellicose foreign minister. 

Doctorow: 18:17
I had a take a few days ago, which was this was the beginning of the end of the Zelensky regime. I won't walk away from that entirely, but I take note of the spin or interpretation given to this development in major Western media. That is, it is a consolidation of his power by Zelensky. But it is very hard to say who's right. Is this indeed a consolidation? Is this a less desperate act to remove those who might in the slightest way resist his power or might be available to blandishments and promotions offered by the United States and its allies to dump Mr. Zelensky and to replace him? It's hard to say. None of us can say with any certitude. But the situation is unstable. That, no one, I think, can challenge as a conclusion. And an unstable situation at the center of power is not a healthy situation for Ukraine at this dire moment on the battlefield. 

19:25
But speaking of dire moments on the battlefield, again, I'd like to come back to remarks of some of my peers, including Professor Mearsheimer, who has said ... that the world will be solved on the battlefield. Here I'd like to add an important qualification. It'll be solved on the ground, but not with boots on the ground. The Russians are not likely to cross the Dnieper River. 

Napolitano: 19:52
Very interesting. The rumors in the Beltway, you know, that area around Washington, D.C., was that the State Department wanted to replace Zelensky with his foreign minister. They may still wish that, even though he's been kicked out. I mean, do you have a feeling for whether he jumped or was pushed? 

Doctorow:
Well, the last report said he was pushed, and this was shown on Russian television. They showed pictures of Kuleba at one moment, in which he's speaking as if he's going to be in his office forever. And then they showed his handwritten note to the Rada, to the Parliament of Ukraine, tendering his resignation, which was just shortly afterwards. The indication there is that he was pushed, didn't jump. 

Napolitano: 20:45
How near to the end of the military conflagration are we? 

Doctorow:
It's impossible to say. Anyone who says that they know is, I'd say, looking for fans, looking for enthusiasts, but not looking for truth. As I mentioned a moment ago, it is-- to think that the difficulties that the Ukrainians have and made for themselves on the most important frontline in Donbass by opening an additional 160 kilometers of frontline in Kursk, they made that problem for themselves. And now they're suffering both in Kursk, where they can't afford to send more reinforcements, and on the frontlines of Donbass, where they are pulling back, retreating to avoid being surrounded and annihilated. They're moving back. 

21:44
And let's say that in the next month or two, they are forced to abandon positions on the east side of the Dnieper River. That is conceivable. But to say that that is the end of the Ukrainian state or Ukrainian army, I think is a mistake. It's exaggerated. For the reason I was just getting into, the Russians have little interest, and maybe even not much possibility, to move across the Dnieper River and to attack the Ukrainians on what is really Ukrainian soil, soil that has a decisive majority of native Ukrainian speakers without an admixture of Russian speakers. That's the right bank of the Dnieper or the West Bank of the Dnieper going to Lvov. So what happens? The Russians would hope that the Ukrainians would see the light, would sue for peace, and they could accept some of the terms that Mr. Putin outlined in June. However, that is very questionable, given the position of the United States, which would find this very, very difficult to accept. 

22:59
So, what happens? They reach the Dnieper, and then what? Well, as I said, I can't see the Russians putting boots on the ground on the other side of the Dnieper. They don't want to rule that area. They know this hostile-- will be forever hostile. But I can see them destroying it. I can see them extending the bombing of Lvov, which just started seriously a few days ago, and substantially leveling Lvov. Lvov is the center of the Ukrainian arch-nationalist movement. They can do a lot of damage to what is left of the Ukrainian economy. 

Napolitano: 23:34
When you say the center of the Ukrainian arch-nationalist movement, you mean military or civilian? 

Doctorow:
Civilian, ideological. This is not a new thing. It goes back to the late 19th century. Lvov was part of the Austro-Hungarian Empire. It was the Austro-Hungarians that were on very unfriendly relations with Russia. These were, they had imperial ambitions, both of them were land empires, and the Austrians were promoting the use of the Ukrainian language in print and in schooling as a method of undermining Russia's control of the Eastern Ukrainian lands. So the nationalist spirit, the anti-Russian spirit of the west part of Ukraine-- west means west of the Dnieper River-- is something that goes back to the 19th century, when it was officially encouraged by the ruling empire of Austria-Hungary. 

24:45
It stayed the same throughout the period since. So the Lvov was pretty much spared by Russian attacks through most of this special military operation. But the latest attacks indicate that it will no longer be spared. And if the Russians want to destroy the economy and the political economy, the political life of rump Ukraine, they will flatten the Lvov. 

Napolitano: 25:13
Okay. Can you spell the Lvov, please? 

Doctorow;
Well, spelled variously. L-W-O-W. The Russians have always spelled it L-V-I-V. I'm sorry, L-V-O-V. And for the Poles, it was L-W-I-W. So, it depends on your perspective, which country you're sitting in, and the lines of the countries that moved. 

Napolitano:
But generally pronounced Lvov. I want to go back-- 

Doctorow:
Except in Germany, where they pronounce it Lemburg.

Napolitano:
OK. I want to go back for a minute to the American fixation on Russian speech. Here is Christopher Wray, who's the Director of the FBI, speaking with a little bit more tenacity than Attorney General Garland. He's right next to the Attorney General. It's from the same press conference as yesterday, cut number 18. 

Wray:
Our investigation revealed that since at least last year, RT has used people living and working inside the U.S. to facilitate contracts with American media figures to create and disseminate Russian propaganda here. The content was pitched as legitimate independent news, when in fact much of it was created in Russia by RT employees who work for the Russian government. 

Napolitano: 26:43
I submit that everything he just described is absolutely protected by the First Amendment, but this administration is determined to create this kerfuffle right now in the middle of a presidential election campaign. 

Doctorow:
The least thing he should do is start investigating and issuing indictments against the journalists of the "Financial Times" and the "New York Times", because the so-called Russian propaganda has now become mainstream, and it's become mainstream because it was the facts, not a propaganda. This, what they're saying, is complete rubbish. 

Napolitano: 27:20
Professor Doktorow, it's a pleasure, my dear friend. Thank you for the history lesson and the linguistic explanation of Lvov, but especially thank you for your insight into Russia versus Ukraine, as usual. We'll look forward to seeing you again back here next week, my dear friend. 

Doctorow:
Thanks so much for the invitation. 

Napolitano:
Of course. Coming up later today at 2 o'clock Eastern, Professor Larry Wilkerson. At 3 o'clock Eastern, the aforementioned by Professor Doctorow, the aforementioned Professor John Mearsheimer. And at 4 o'clock Eastern, Max Blumenthal. 

27:58
Judge Napolitano for "Judging Freedom".

‘Judging Freedom’: Ausgabe vom 5. September

Die heutige Diskussion über die düstere Lage im Zusammenhang mit dem Missgeschick Kiews in der Region Kursk in der Russischen Föderation, in die es vor fast einem Monat einmarschiert ist, wurde durch Videoclips aus den jüngsten surrealen Anhörungen des US-Kongresses über angebliches Fehlverhalten des russischen Rundfunksenders RT aufgelockert. Es werden nun Anklagen gegen Amerikaner erwartet, die angeblich von RT bezahlt werden und denen vorgeworfen wird, im Auftrag einer ausländischen Macht versucht zu haben, die kommenden Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Hexenjagd im McCarthy’schen Stil, die sowohl gegen den Geist als auch gegen den rechtlichen Schutz der Meinungsfreiheit in der US-Verfassung verstößt, wie Judge Andrew Napolitano am Ende unseres Gesprächs erklärt.

Wie ich in dem Interview sagte, muss der Kongress, wenn er die Verbreiter russischer Propaganda vor Gericht bringen will, die führenden Reporter der New York Times, der Financial Times und anderer Mainstream-Medien verhaften, die ihren Lesern seit den ersten Anzeichen für das Scheitern des Zelenski-Gambits in Kursk all die düsteren Nachrichten für die Ukraine von der Front bringen, die sich nicht von denen in den russischen Medien unterscheiden lassen.

Ansonsten ging es in dem Interview auch um die große Kabinettsumbildung in Kiew, bei der gestern der sehr militante Außenminister des Landes abgesetzt wurde, der Gerüchten zufolge ein Favorit Washingtons für die Nachfolge Zelenskys ist, wenn dessen Zeit abgelaufen ist.

Der verheerende russische Raketenangriff auf das militärische Kommunikationsinstitut in Poltawa war heute ein weiteres Thema. Wie ich bereits erwähnte, ist die Zahl der Todesopfer bei diesem Angriff von ursprünglich 41 oder 50 auf die jüngste Schätzung russischer Nachrichten von 200 Toten und Hunderten von Verletzten gestiegen. Nach allem, was man hört, war dies der erfolgreichste russische Angriff auf wichtige Militärangehörige, sowohl ukrainische als auch ausländische Ausbilder, seit Beginn der SMO. Bemerkenswert ist auch der Verlust, den Schweden erlitten hat. Dass sich schwedische „Freiwillige“ in Poltawa befanden, wurde sehr schnell nach dem Angriff klar, als ihre Freunde in Schweden ihren Tod bestätigten. Offensichtlich war die Zahl der Toten beträchtlich, denn heute früh hat der schwedische Außenminister seinen Rücktritt eingereicht.

Wie ich bereits online erwähnt habe, scheinen die Schweden eine unglückliche Beziehung zu Poltawa zu haben. Hier wurden 1709 die Armeen ihres Königs Karl XII. von den Armeen Peters des Großen in der entscheidenden Schlacht des Nordischen Krieges dezimiert, die den schwedischen kaiserlichen Ambitionen in Ostmitteleuropa ein Ende setzte. Mit dem Raketenangriff auf das Institut haben die Schweden nun die zweite Runde verloren.

Ich habe meine Zeit am Mikrofon auch genutzt, um zu betonen, dass der bevorstehende Zusammenbruch der ukrainischen Armeen, der „Zerfall der NATO vor unseren Augen“ und andere „Eilmeldungen“, die in den letzten Tagen von einigen meiner Kollegen in den führenden Videokanälen, die wir als alternative Medien bezeichnen, verbreitet wurden, stark übertrieben sind. Ich sehe darin die allgemeine menschliche Neigung, etwas als Tatsachen darzustellen, was nichts anderes sind als unsere persönlichen Wünsche. Und ich schließe keineswegs aus, dass auch ich gelegentlich in diese Falle tappe.

Um genauer zu sein, sehe ich nicht, dass der Krieg jetzt „auf dem Schlachtfeld endet“, wie Professor John Mearsheimer gestern in einem Interview auf einem anderen Kanal sagte. Ich nehme an, er meinte damit, dass die Russen die letzten ukrainischen Schützengräben überrennen und ihre Fahne auf dem Gebäude des ukrainischen Parlaments (Rada) aufstellen werden, kurz bevor das, was von der ukrainischen Führung übrig ist, die Kapitulationspapiere unterzeichnet.

Nein, ich kann nicht glauben, dass die Russen nach der Befreiung des Donbass in den nächsten ein oder zwei Monaten den Dnjepr überqueren werden, um die Reste der ukrainischen Streitkräfte zu verfolgen und einzukesseln. Das wäre eine sehr große logistische Herausforderung und würde die Russen weit mehr Menschenleben kosten, als Wladimir Putin wahrscheinlich riskieren würde. Stattdessen halte ich es für denkbar, dass die Russen ihre Bombardierung von Lwow/Lwiw/Lemberg und der Westukraine so lange fortsetzen, bis die Ukraine um Frieden bittet oder bis ihre Städte dem Erdboden gleichgemacht sind und die meisten Menschen als Flüchtlinge in die EU fliehen.

Das Transkript eines Lesers: Übersetzung ins Deutsche (Andreas Mylaeus)

Judge Andrew Napolitano: 0:31
Hallo zusammen, Judge Andrew Napolitano hier für „Judging Freedom“. Heute ist Donnerstag, der 5. September 2024. Professor Gilbert Doctorow ist jetzt bei uns. Professor Doctorow, immer wieder ein Vergnügen. Hier ist etwas…

Gilbert Doctorow, PhD:
[Danke für die Einladung.]

Napolitano:
Gerne. So sind die Amerikaner heute Morgen aufgewacht. Chris, Schnitte 9 und 10.

US Generalstaatsanwalt Merrick Garland: 0:56
Thema und Inhalt vieler der von dem Unternehmen veröffentlichten Videos entsprechen häufig dem Interesse Russlands an der Verstärkung inneramerikanischer Spaltungen, um den Widerstand der USA gegen zentrale russische Interessen, insbesondere den anhaltenden Krieg in der Ukraine, zu schwächen.

Das Unternehmen hat weder den Influencern noch ihren Millionen von Anhängern seine Verbindungen zu RT und der russischen Regierung offengelegt. Stattdessen behaupteten die Angeklagten und das Unternehmen, werde von einem privaten Investor gesponsert. Doch dieser private Investor war eine fiktive Person. Die heute Morgen erhobenen Anklagen stellen nicht das Ende der Ermittlungen dar. Sie sind weiterhin aktiv und laufen weiter.

Napolitano: 1:45
Das war natürlich der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Staaten, Merrick Garland; zu seiner Linken saß der Direktor des FBI, Chris Wray. Die Regierung gab bekannt, dass eine Grand Jury ein amerikanisches Unternehmen angeklagt hat, weil es Geld von RT angenommen und Influencer – ich gehöre nicht dazu – dazu gebracht hat, Dinge zu sagen. Und über einen Umweg wurden die Influencer mit russischem Geld bezahlt. All das ist natürlich angeblich eine schreckliche Sache, und die Regierung kümmert sich nie um den ersten Verfassungszusatz (Meinungsfreiheit, freie Rede). Aber … was halten Sie davon, und ist das heute Morgen in Moskau überhaupt ein Thema auf dem Radarschirm?

Doctorow: 2:31
Ich kann nicht sagen, wie sie das heute Morgen in Moskau aufgenommen wurde. Ich bin sicher, dass sie Margarita Simonyan, die Generaldirektorin von Varty, in Schutz nehmen werden, und es wäre in Russland ein Tritt gegen eine heilige Kuh, wenn ich das sagen würde, was ich jetzt sage. Seitdem die russischen Sendungen von den Satelliten entfernt wurden – die sie als kommerzielle Träger auf Anweisung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten übertragen hatten –, seit die Kabelnetze RT in den USA nicht mehr übertragen, sind die Möglichkeiten für RT, in den USA großen Einfluss auszuüben, gegen Null gegangen.

Aber das ist einfach eine Tatsache. Nun möchte ich dieser subjektiven Aussage meine eigene Meinung über RT und seine Einflussmöglichkeiten in den Vereinigten Staaten hinzufügen. Ich denke, dass sie ebenfalls gleich null sind. Margarita Simonyan ist eine sehr intelligente Frau, und sie ist regelmäßig in einer der wichtigsten Talkshows Russlands aufgetreten, in Wladimir Solowjows „Abend“-Sendung. Und sie hat sich in einer Weise präsentiert, dass man Respekt vor der Intelligenz dieser Frau und ihrer Fähigkeit, Kultur und Politik zu verbinden, haben muss.

3:59

Aber von Anfang an habe ich, obwohl ich einmal in einigen Sendungen wie „Crosstalk“ aufgetreten bin, meinen Respekt vor RT verloren, weil sie auf ziemlich dilettantische Weise das tun, was die Nachrichten des russischen Staatsfernsehens auf die professionellste Weise tun. Und es wäre erhellend gewesen, wenn die Sendungen des russischen Staatsfernsehens, die für das russische Inlandspublikum ausgestrahlt werden, von Anfang an auf Englisch gesendet worden wären, idealerweise mit Voiceover oder Untertiteln, so dass sie für die Welt zugänglich wären.

Diese Informationen, die russische Sicht auf die Tagesereignisse, wären eine große Hilfe für alle im Westen und in der ganzen Welt, die wissen wollen, wie Russland die Weltlage einschätzt und wohin es sich bewegt. Aber das war RT nicht. RT sollte ein Spiegel für die Vereinigten Staaten sein. Aber ein Spiegel, der von einem Gegner gehalten wird, ist kein sehr guter Spiegel.

Napolitano: 5:05
Als Sie also sagten, Sie wollten eine heilige Kuh treten, meinten Sie damit, dass Sie die Professionalität von RT kritisieren wollten, so wie sie war, bevor sie hierzulande abgeschaltet wurde.

Doctorow:
Ganz genau. Es gab zu viele überalterte und/oder inkompetente Journalisten, die ein Nest auf der Gehaltsliste von RT gefunden haben. Ich will nicht alle kritisieren, das wäre töricht, aber ich habe vor allem festgestellt, dass die Russen mit der Förderung von RT einmal mehr bewiesen haben, dass sie in den Informationskriegen auf der ganzen Welt sehr schlecht dastehen. Ich will damit nicht sagen, dass sie zu Hause keine Fähigkeiten haben. Zu Hause leisten sie hervorragende Arbeit, um ihre Ansichten an ihr heimisches Publikum zu verkaufen. Und zwar nicht durch Propaganda, sondern durch einen sehr respektvollen Umgang mit ihrer Bevölkerung und indem sie ihre Bevölkerung dem aussetzen, was im Wall Street Journal, in der Financial Times, der New York Times, auf CNN und so weiter vor sich geht, und ihre Bevölkerung selbst entscheiden lassen. Das ist Journalismus auf hohem Niveau. RT war immer Journalismus auf niedrigem Niveau.

Napolitano: 6:22
Hier ist ein Clip von meinem ehemaligen Arbeitgeber Fox News. Er ist auf Fox News zu sehen. Es ist eigentlich ein Nicht-Fox-Journalist, der den Generalstaatsanwalt zu einer Erklärung befragt, die von RT an Fox News gesendet wurde. Sehen Sie sich das bitte an. Schnitt Nummer 19.

Frage des Reporters: 6:42
Russland hat heute eine Erklärung an Fox News und einige andere Sender geschickt, die sich über die Situation lustig machen. Sie hatte fünf oder sechs Aufzählungspunkte. Der erste lautete: „Ha, ha, ha, ha, ha, 2016 will seine Klischees zurück.“ Ganz im Ernst: Es gibt einen Teil des Landes, der, wenn er von russischer Einmischung hört, vielleicht glaubt, dass das nicht stimmt. Es ist keine echte Sache. Wie können Sie den Menschen versichern, dass es sich um eine reale Situation handelt?

Generalstaatsanwalt Garlaand:
Ich bin sicher, dass das im russischen Original viel lustiger war. Aber für uns ist es nicht lustig. Die Sache ist todernst, und wir werden sie entsprechend behandeln.

Napolitano: 07:17
RT hat also versucht zu antworten. Ich habe die Erklärung, die an Fox News geschickt wurde, nicht gesehen. Ich weiß nur von der Zusammenfassung dieses Reporters. Interessiert es RT wirklich, was das amerikanische Justizministerium darüber denkt? Dies ist eine Verhöhnung eines zentralen amerikanischen Wertes, der Redefreiheit.

Doctorow:
Dies ist eine Übung in McCarthyismus.

Napolitano:
Eine Übung in was?

Doctorow:
McCarthyismus. Es ist eine Hexenjagd. Und dafür muss man sie anprangern. Sie wird außerdem von Leuten geleitet, die wirklich nicht viel von Russland, von RT oder von der amerikanischen Öffentlichkeit verstehen. Es ist, gelinde gesagt, leichtsinnig, der amerikanischen Öffentlichkeit die RT-Programme vorzuenthalten. Aber das ist geschehen, und jetzt beginnt eine Hexenjagd auf alle, die Verbindungen haben.

Ich muss hier eine kleine Bemerkung machen. Vor ein paar Tagen hatten Sie Scott Ritter zu Gast, und er hatte einen bellenden Hund. Ich wohne in einer Wohnung, die an eine Wohnung zwei Stockwerke weiter grenzt, in der gerade renoviert wird. Sie werden also einige Hintergrundgeräusche hören, was bedauerlich ist.

Napolitano: 8:32
Oh, wissen Sie, das ist sehr nett von Ihnen, Professor. Und wir sind daran gewöhnt. Mein eigener Hund, Chris, der sich gerade zu meinen Füßen zusammengerollt hat, wittert ab und zu ein Eichhörnchen draußen und denkt über ein zweites Frühstück nach. Aber ich danke Ihnen vielmals. Lassen Sie uns zu Kursk übergehen, Professor Doctorow. Wie ist die aktuelle Lage dort? Präsident Zelensky hat geprahlt, und ich werde die amerikanische Nomenklatur verwenden, er hat es in Kilometern gesagt. Er hat es nicht in Kilometern gesagt, sondern in der Art, wie Sie die geographischen Gebiete in Europa messen. Er hat sich damit gebrüstet, dass seine Truppen jetzt 500 Quadratmeilen von Kursk kontrollieren, und er behauptet, das sei ein Vorteil. Er behauptet auch, dass er infolge seiner Invasion in Kursk russische Soldaten gefangen genommen habe, die er gegen zuvor gefangen genommene ukrainische Soldaten eingetauscht habe, was er als Vorteil betrachtet. Wie beurteilen Sie die derzeitige Lage in Kursk?

Doctorow: 09:44
Nun, über die Situation in Kursk wurde in den großen Medien ausführlich berichtet. Und das ist eine erstaunliche Veränderung in der Art und Weise, wie die Financial Times und die New York Times und deren Kollegen mit den Entwicklungen im Ukraine-Krieg umgegangen sind, die immer sehr abfällig über alles, was Russland tat, berichtet haben und die nur die Art von wahnhaften Bemerkungen, die Sie gerade von Herrn Zelensky übernommen haben, weiterverbreitet haben.

Jetzt sagen sie, wie es ist. Sie haben Soldaten der ukrainischen Streitkräfte interviewt, die darüber gesprochen haben, wie es vor Ort war und wie unvorbereitet sie waren, als sie nach Kursk geschickt wurden. Und wir erhalten in diesen großen Medien echte Informationen, die zeigen und wiederholen, was Sie und ich wissen oder was wir verstanden haben, dass dieser Krieg, dass dieser Einfall oder die Invasion von Kursk militärisch eine Katastrophe war. Die Ukrainer haben mindestens 9.000 ihrer ursprünglich 12 bis 20.000 Soldaten in Kursk verloren, durch Tod und Verstümmelung. Und sie haben 76 – das war vor zwei Tagen – 76 Panzer verloren, wahrscheinlich sind noch ein paar dazugekommen, eine Menge Hardware, viel von dem, was sie von den Staaten und den Verbündeten erhalten haben, ist vor Ort zerstört worden.

11:06

Und die Russen haben diesen Angriff auf ihr Heimatland benutzt, um eine Eskalation ihrer Bombardierungen militärischer Ziele in der Ukraine zu rechtfertigen, deren bedeutendster vor zwei Tagen der Raketenangriff auf ein Kommunikationsinstitut in der Stadt Poltawa war. Dies ist aus Sicht von Kursk selbst unhaltbar. Er kann davon sprechen, Herr Zelensky kann davon sprechen, es zu halten, aber das ist unrealistisch. Er kann das Personal dort nicht ausreichend aufstocken, denn die besten Reserven, die ansonsten an der Front im Donbas stationiert waren, wo die Russen weiter vorrücken, sind bereits aufgebraucht.

11:54

Die Lage vor Ort ist für die Ukrainer katastrophal, aber gleichzeitig, Judge, möchte ich mich ein wenig von den Äußerungen und den Schlussfolgerungen distanzieren, die einige meiner Kollegen in den letzten Tagen in den großen YouTube-Kanälen gezogen haben. Ich glaube nicht, dass das Unglück von Kursk in unmittelbarer Zukunft zum völligen Zusammenbruch der ukrainischen Streitkräfte führt, und ich glaube auch nicht, dass dieses schlechte Ergebnis, die Zerstörung von NATO-Ausrüstung, zu einem baldigen Zerfall der NATO führt. Wir alle, die wir diese Ereignisse verfolgen, unterliegen denselben Gesetzen der menschlichen Natur: Wir möchten unsere Wünsche projizieren und sie als Tatsachen darstellen.

12:50

Das gilt auch für mich. Vor ein paar Tagen habe ich gesagt, dass Herr Zelensky in einem Monat die Ukraine entweder in einem Flugzeug nach Miami oder in einem Sarg zu seinem Begräbnis verlassen wird. Ich denke, auch das war eine Übertreibung und die Projektion einer gewünschten Tatsache, die im Nachhinein betrachtet in den nächsten Tagen wahrscheinlich nicht eintreten wird.

Napolitano: 13:20
Sind die – zwei Fragen – Sie erwähnten 9.000 Tote. Sind darunter auch Amerikaner? Zweite Frage: Sind die Truppen in Kursk umzingelt, oder erhalten sie weiterhin Treibstoff, Lebensmittel und Nachschub aus der Ukraine?

Doctorow:
Sicherlich kommt etwas an, aber nicht viel. Sind sie umzingelt? Nun, die Front ist ziemlich lang. Es ist nicht so sehr die Kursker Front, wo sie umzingelt sind. Wenn sie russisches Territorium betreten, sind sie zwangsläufig auf drei Seiten von russischen Truppen umgeben. Die große Frage der Umzingelung, der Schließung der Zangen wird jetzt im Hinblick auf das viel größere Thema diskutiert, das das Hauptkonfliktgebiet im Donbass zwischen russischen und ukrainischen Streitkräften war. Und in einigen Teilen dieser 1.000 Kilometer langen Konfrontationslinie haben die Russen tatsächlich einige ukrainische Brigaden abgeriegelt oder fast abgeriegelt. Einige von ihnen haben sich so schnell wie möglich zurückgezogen, und das wurde auf Videos aufgenommen, auf denen sie ihre Waffen wegwerfen und um ihr Leben rennen.

14:38

Es wäre jedoch ein großer Fehler, diese Einzelfälle als typisch für die gesamte Front zu betrachten oder zu sagen, dass die Front bröckelt. Ich verfolge jeden Tag in den russischen Nachrichten die Karten, die sie von jedem der Hauptteile, der Hauptteilfronten, und entlang dieser tausend Kilometer präsentieren. Und man sieht keine durchschlagende Bewegung, keine Dampfwalze, wie Professor Mearsheimer sie vor einem Tag beschrieben hat, dass die Russen zum Dnjepr vorstoßen. Nein, es ist nur ein langsames Voranschreiten. Vielleicht ist er größer als vor dem Einmarsch in Kursk. Sicher ist er größer. Also sind es nicht nur ein paar Meter pro Tag. Vielleicht sind es mehrere Dutzend Meter am Tag. Vielleicht sind es ein oder zwei Kilometer pro Tag. Ich sehe keine 30-Kilometer-Bewegung, wie ich sie vor einigen Tagen im russischen Fernsehen gehört habe. Das kann ich nicht erkennen. Sonst würde sich die Karte ändern. Das tut sie aber nicht.

Napolitano: 15:37
Wie sieht es mit den 9.000 amerikanischen Todesopfern aus? Sind Ihnen welche bekannt?

Doctorow:

Nein, das wurde nicht gesondert gemeldet. Die einzigen Todesopfer, die in den letzten Tagen genannt wurden, beziehen sich auf das Ereignis in Poltawa, und ich möchte das auf den neuesten Stand bringen. Die ursprüngliche Meldung über den Raketenangriff in Poltawa lautete 41 Tote. Diese Zahl wurde gestern Abend im russischen Fernsehen auf 51 erhöht, und es hieß, dass 200 Menschen getötet und mehrere hundert verwundet wurden. Wenn das tatsächlich der Fall ist, dann stimme ich mit der Einschätzung, die Scott Ritter vor einem Tag gab, völlig überein, dass dies ein verheerender Schlag für die allgemeinen ukrainischen Positionen ist, die mit Drohnen und elektronischer Kriegsführung arbeiten. Und hier ist der Grund, warum ich es erwähne, wegen der Frage nach den Todesfällen, nach denen Sie gefragt haben.

16:35

Ja, es gab eine Reihe von Schweden, die dort als Ausbilder waren und deren Freunde in Schweden sagten, sie seien getötet worden. Diese Verbindung zwischen Schweden und Poltawa war etwas, das die Götter zu schätzen wussten. Wie Sie vielleicht wissen, kam es 1709 in Poltawa zu einer Schlacht zwischen den Armeen Peters des Großen und den schwedischen Armeen von Karl XII, einer imperialen Macht mit großen Ambitionen in Mittel- und Osteuropa. Die Schweden wurden in Poltawa vernichtend geschlagen, aber aus irgendeinem Grund gibt es vielleicht eine romantische Verbindung zwischen Schweden und Poltawa, und da sind sie wieder. Und bei dem Angriff auf dieses Kommunikationsinstitut wurden die Schweden erneut geschlagen.

Napolitano: 17:29

Wir haben auch gehört, dass einige der getöteten Dozenten des Kommunikationsinstituts Polen waren, entweder Akademiker oder polnische Militäroffiziere. Ich tippe auf Militäroffiziere. Ich denke, das war mehr West Point als Princeton, was die Studenten, die Professoren und den Lehrstoff angeht, einverstanden?

Doctorow:
Ja.

Napolitano:
OK. Was halten Sie von Präsident Zelenskys Kabinettsumbildung in der vergangenen Woche, deren bedeutendste Maßnahme – ich weiß nicht, ob er von sich aus zurückgetreten ist oder dazu gedrängt wurde, ich frage Sie – der Rücktritt seines sehr kriegerischen Außenministers war.

Doctorow: 18:17
Vor ein paar Tagen hatte ich die Ansicht vertreten, dass dies der Anfang vom Ende des Zelensky-Regimes sei. Davon möchte ich nicht ganz abrücken, aber ich nehme zur Kenntnis, wie diese Entwicklung in den großen westlichen Medien interpretiert wird. Das heißt, es handelt sich um eine Konsolidierung der Macht von Zelensky. Aber es ist sehr schwer zu sagen, wer Recht hat. Handelt es sich tatsächlich um eine Konsolidierung? Ist dies ein weniger verzweifelter Akt, um diejenigen zu beseitigen, die sich seiner Macht auch nur im Geringsten widersetzen könnten oder den Schmeicheleien und Beförderungen der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten zugänglich sind, um Herrn Zelensky loszuwerden und ihn zu ersetzen? Das ist schwer zu sagen. Keiner von uns kann das mit Sicherheit sagen. Aber die Situation ist instabil. Ich denke, diese Schlussfolgerung kann niemand anzweifeln. Und eine instabile Situation im Zentrum der Macht ist keine gesunde Situation für die Ukraine in diesem schrecklichen Moment auf dem Schlachtfeld.

19:25

Aber da wir gerade von den schlimmen Momenten auf dem Schlachtfeld sprechen, möchte ich noch einmal auf die Bemerkungen einiger meiner Kollegen zurückkommen, darunter Professor Mearsheimer, der gesagt hat, … dass die Welt auf dem Schlachtfeld gelöst werden wird. Hier möchte ich eine wichtige Einschränkung hinzufügen. Sie wird auf dem Boden gelöst werden, aber nicht mit Stiefeln auf dem Boden. Die Russen werden den Dnjepr wahrscheinlich nicht überqueren.

Napolitano: 19:52
Sehr interessant. Die Gerüchte im Beltway, Sie wissen schon, in der Gegend um Washington, D.C., lauteten, dass das Außenministerium Zelensky durch seinen Außenminister ersetzen wollte. Vielleicht wollen sie das immer noch, auch wenn er jetzt rausgeschmissen wurde. Ich meine, haben Sie ein Gefühl dafür, ob er gesprungen ist oder gedrängt wurde?

Doctorow:
Nun, der letzte Bericht besagt, dass er gedrängt wurde, und das wurde im russischen Fernsehen gezeigt. Sie zeigten Bilder von Kuleba in einem Moment, in dem er spricht, als ob er für immer in seinem Büro bleiben würde. Und dann wurde sein handschriftliches Schreiben an die Rada, das ukrainische Parlament, gezeigt, in dem er seinen Rücktritt einreichte, der kurz darauf erfolgte. Das deutet darauf hin, dass er gedrängt wurde und nicht gesprungen ist.

Napolitano: 20:45
Wie nahe sind wir dem Ende des militärischen Flächenbrandes?

Doctorow:
Das ist unmöglich zu sagen. Jeder, der sagt, dass er es weiß, so würde ich sagen, ist auf der Suche nach Fans, auf der Suche nach Enthusiasten, aber nicht auf der Suche nach der Wahrheit. Wie ich vorhin schon sagte, ist es – wenn man bedenkt, dass die Ukrainer sich die Schwierigkeiten an der wichtigsten Frontlinie im Donbass selbst geschaffen haben, indem sie eine zusätzliche 160 Kilometer lange Frontlinie in Kursk eröffneten, haben sie sich dieses Problem selbst geschaffen. Und jetzt leiden sie sowohl in Kursk, wo sie es sich nicht leisten können, mehr Verstärkung zu schicken, als auch an den Frontlinien im Donbass, wo sie sich zurückziehen, um nicht umzingelt und vernichtet zu werden. Sie ziehen sich zurück.

21:44

Und nehmen wir an, dass sie in den nächsten ein oder zwei Monaten gezwungen sind, ihre Stellungen auf der Ostseite des Dnjepr aufzugeben. Das ist denkbar. Aber zu sagen, das sei das Ende des ukrainischen Staates oder der ukrainischen Armee, halte ich für einen Fehler. Das ist übertrieben. Aus dem Grund, auf den ich gerade eingegangen bin, haben die Russen wenig Interesse und vielleicht nicht einmal die Möglichkeit, den Dnjepr zu überqueren und die Ukrainer auf wirklich ukrainischem Boden anzugreifen, auf einem Boden, der mehrheitlich von ukrainischen Muttersprachlern bewohnt wird, ohne dass es eine Beimischung von Russischsprachigen gibt. Das ist das rechte Ufer des Dnjepr oder das Westufer des Dnjepr in Richtung Lemberg. Was passiert also? Die Russen hoffen, dass die Ukrainer ein Einsehen haben, um Frieden bitten und einige der Bedingungen akzeptieren, die Herr Putin im Juni skizziert hat. Das ist jedoch sehr fraglich, wenn man die Position der Vereinigten Staaten bedenkt, für die es sehr, sehr schwierig wäre, dies zu akzeptieren.

22:59

Und was passiert? Sie erreichen den Dnjepr, und was dann? Nun, wie gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Russen auf der anderen Seite des Dnjepr Stiefel auf den Boden stellen. Sie wollen dieses Gebiet nicht beherrschen. Sie wissen, dass dieses feindliche Gebiet für immer feindlich sein wird. Aber ich kann mir vorstellen, dass sie es zerstören. Ich kann mir vorstellen, dass sie die Bombardierung von Lemberg, die erst vor ein paar Tagen ernsthaft begonnen hat, ausweiten und Lemberg weitgehend dem Erdboden gleichmachen. Lemberg ist das Zentrum der ukrainischen erznationalistischen Bewegung. Sie können dem, was von der ukrainischen Wirtschaft übrig geblieben ist, großen Schaden zufügen.

Napolitano: 23:34
Wenn Sie sagen, das Zentrum der ukrainischen arch-nationalistischen Bewegung, meinen Sie dann das Militär oder die Zivilbevölkerung?

Doctorow:
Zivil, ideologisch. Dies ist keine neue Sache. Es geht auf das späte 19. Jahrhundert zurück. Lemberg war Teil des österreichisch-ungarischen Reiches. Es waren die Österreich-Ungarn, die sehr unfreundliche Beziehungen zu Russland unterhielten. Die Österreicher förderten die Verwendung der ukrainischen Sprache im Druck und im Schulunterricht, um die Kontrolle Russlands über die ostukrainischen Gebiete zu untergraben. Der nationalistische Geist, der antirussische Geist des westlichen Teils der Ukraine – westlich bedeutet westlich des Flusses Dnjepr – geht also auf das 19. Jahrhundert zurück, als er offiziell vom herrschenden Kaiserreich Österreich-Ungarn gefördert wurde.

24:45

Daran änderte sich auch in der Folgezeit nichts. Lemberg blieb also während der meisten Zeit dieser militärischen Sonderoperation von russischen Angriffen weitgehend verschont. Aber die jüngsten Angriffe deuten darauf hin, dass es nicht länger verschont bleiben wird. Und wenn die Russen die Wirtschaft und die politische Wirtschaft, das politische Leben der Rumpfukraine zerstören wollen, werden sie Lemberg platt machen.

Napolitano: 25:13
Ja, gut. Können Sie Lvov bitte buchstabieren?

Doctorow:
Nun, das wird unterschiedlich geschrieben. L-W-O-W. Die Russen haben es immer L-V-I-V buchstabiert. Tut mir leid, L-V-O-V. Und für die Polen war es L-W-I-W. Es kommt also auf die Perspektive an, in welchem Land man sitzt, und auf die Linien der Länder, die sich bewegt haben.

Napolitano:
Aber im Allgemeinen wird es „Lvov“ ausgesprochen. Ich möchte zurückkommen –

Doctorow:
Außer in Deutschland, wo man es Lemberg nennt.

Napolitano:
OK. Ich möchte noch einmal kurz auf die amerikanische Fixierung auf den russischen Einfluss zurückkommen. Hier ist Christopher Wray, der Direktor des FBI, der mit etwas mehr Hartnäckigkeit spricht als Generalstaatsanwalt Garland. Er steht direkt neben dem Generalstaatsanwalt. Dies ist ein Ausschnitt aus derselben Pressekonferenz wie gestern, Nummer 18.

Wray:
Unsere Untersuchung hat ergeben, dass RT mindestens seit letztem Jahr Personen einsetzt, die in den USA leben und arbeiten, um Verträge mit amerikanischen Medienvertretern abzuschließen, damit diese hier russische Propaganda erstellen und verbreiten. Die Inhalte wurden als legitime, unabhängige Nachrichten angepriesen, obwohl ein Großteil davon in Russland von RT-Mitarbeitern erstellt wurde, die für die russische Regierung arbeiten.

Napolitano: 26:43
Ich behaupte, dass alles, was er gerade beschrieben hat, durch den Ersten Verfassungszusatz absolut geschützt ist, aber diese Regierung ist entschlossen, diesen Aufruhr gerade jetzt, mitten im Präsidentschaftswahlkampf, zu verursachen.

Doctorow:
Das Mindeste, was er tun sollte, ist, gegen die Journalisten der Financial Times und der New York Times zu ermitteln und Anklage zu erheben, denn die so genannte russische Propaganda ist inzwischen Mainstream geworden, und sie ist Mainstream geworden, weil sie den Tatsachen entspricht und keine Propaganda ist. Das, was die sagen, ist völliger Unsinn.

Napolitano: 27:20
Professor Doktorow, es ist mir ein Vergnügen, mein lieber Freund. Vielen Dank für die Geschichtsstunde und die sprachliche Erläuterung von Lemberg, aber vor allem danke ich Ihnen für Ihren Einblick in das Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine, wie immer. Wir freuen uns darauf, Sie nächste Woche wieder hier zu sehen, mein lieber Freund.

Doctorow:
Vielen Dank für die Einladung.

Napolitano:
Ja, gerne. Im weiteren Verlauf des Tages, um 2 Uhr Ostküste, Professor Larry Wilkerson. Um 3 Uhr Ostküste, der von Professor Doctorow bereits erwähnte Professor John Mearsheimer. Und um 4 Uhr Ostküste, Max Blumenthal.

27:58

Judge Napolitano für “Judging Freedom”.

Iran’s Press TV:  was the communications training institute in Poltava a legitimate military target for Russian attack?

This past summer was atypical.  Perhaps the stock brokers could enjoy vacation time on the beaches, but journalists remained on the job to cover the never-ending flow of ‘breaking news’ from the Russia-Ukraine war and from West Asia, where latest reports on Israeli genocide in Gaza were intermixed with news suggesting an imminent outbreak of regional war.

The worse the international situation becomes, the more we in the ‘expert’ community of commentators are called before the microphones.  Therefore, please accept my apologies for posting here so many interviews day by day. I do my best to avoid repetition in each.

This morning, I offer the link to last night’s discussion on Press TV, which opened with news of Russia’s attack on a communications institute in Poltava (Ukraine) that killed more than 50 and injured several hundred. Immediately after the attack, both Russian and Ukrainian sides traded accusations of indiscriminate killing of civilians by the other side.

For those unfamiliar with Russian-Ukrainian history, I note that Poltava is well known to Russians as the site of an historic battle in 1709 between the army of Peter the Great and Sweden’s king Charles XII. The Swedish defeat there was a decisive event in the long Northern War that ended Swedish imperial ambitions in Central Europe. The Poltava region was also the setting for Tchaikowsky’s opera Mazeppa, which deals with the same period and events, wherein the heroes and heroines in a love drama embody the national interests of the warring parties. This story holds all the more interest for me since a direct descendant of one protagonist, Kotchubey, the father of the heroine at the center of the opera, and the embodiment of Ukraine such as it was in 1709, happens to be a neighbor and friend of ours in Brussels.

 As they often do, the Press TV team put me together with one other panelist. In this case it was their correspondent in Moscow.  Accordingly, those of you who want an additional perspective may find particular value in what she has to say.

https://www.urmedium.net/c/presstv/130664

Postscript: Apparently Poltava retains its fascination for the Swedes. I am told that several Swedish advisers were among those killed in the Russian missile strike on the communications training institute there.

Transcript below, followed by translation into German (Andreas Mylaeus)

Transcript below by a reader

PressTV: 0:03
Time now for the News Review, stay tuned to PressTV. There is no end in sight to the deadly conflict between Russia and Ukraine. Kiev says more than 50 people have been killed in the latest Russian missile attack targeting its central eastern region. President Volodymyr Zelensky says the two Russian ballistic missiles hit the Institute of Communications in the city of Poltava that also left some 180 people injured. It’s about to retaliate, but Moscow has yet to comment.

This is a day after Ukraine conducted a large-scale attack on Russian soil near its border. The two neighbors have been engaged in tit-for-tat cross-border attacks since Ukrainian forces and a surprise move crossed into Russia’s Kursk region on the 6th of August. That prompted Moscow to evacuate its civilians from the border regions. The Kremlin also reported that the country’s military forced Ukrainian troops to retreat.

1:01
Now, two guests are joining me. Our correspondent, Julia Kassem, is with us from Moscow. And we have Gilbert Doctorow, independent international affairs analyst out of Brussels. Good to see you both. So let’s go to Julia in Moscow. Let’s see what’s been going on on the ground in this war between the two neighbors.

Julia Kassem, PressTV:
So, this latest attack on Poltava was a military communications facility. It wasn’t as Kiev is emphasizing and advertising. It’s not like a civilian facility. And even the Poltava city council chief, you know, in a report where he’s kind of just talking about the chaos coming into the hospitals, he’s saying that it’s overcrowded with Ukrainian soldiers. He himself admitted it. Current death toll count is 49 troops killed, 219 wounded.

So this was a military target, despite, of course, the Western media wanting to frame it as a civilian target. When it is actually Kiev that has been striking, even before the first attack by Ukraine, has been consistently striking the civilian locations in the border towns, Russian border towns, such as Belgorod, killing civilians, you know, taking place before the first invasion.

But right now, of course, there’s the objective to intensify and escalate in order to force the U.S. to escalate its backing to the global West, to more aggressively backing Kyiv, to win more unhinged attacks on Russian territory, and use more long-range weapons on more deep into Russian territory. This is their objective, essentially.

3:03
So, as to the objective of escalation, Kiev has got it, but of course, just as they couldn’t really hold out in Kursk, they’ve lost so much, they haven’t been able to sustain in their territory there, as well as in Donetsk, of course they’re going to want to kind of intensify the cross-border attacks, and basically do what they can to push the West into unconditionally backing them as they want, so… There’s also reports that Swedish instructors are among those soldiers killed in the Russian attack, who were there to train Kiev’s fighter pilots onto the Swedish-provided aircraft.

3:52
Because Kiev soldiers are trained in all the western weapons, and unfortunately bringing in all of the soldiers and trainers from western countries doesn’t really help much. But, yeah, essentially all the proof is there that this was the military target.

PressTV: 4:15
All right. Now, Gilbert, three years passed since this war, and given the circumstances and what’s been going on, and all the Western support, despite all the problems they have on the home turf, and you see that Zelensky never says it’s enough. He wants more and more fighter jets. Just last week, he was bragging about receiving these F-35s, if I’m not mistaken, and then he said, we just want more. So in your opinion, where is this heading for?

Doctorow: 4:45
It is at a critical point, and it is certainly worth paying attention. I want to make a brief comment on these accusations that are going on both sides, the Ukrainians speaking about the latest losses, the Russians showing every evening on the television the damage to civilian housing, to apartment buildings, to people’s homes from the day’s barrage that the Ukrainians are sending over the border to villages and to cities that are in the oblasts or provinces of Russian Federation that happen to have a common border with Ukraine.

5:27
These accusations going back and forth but to– something more important that is going on at the same time, and that is the coverage of the general position of the parties, the warring parties in Kursk and on the front lines of Donbass. And here there is a sea change in Western reporting on this war. Until the Ukrainian invasion of Kursk, Western reporting of the war was almost always disparaging the Russians, speaking about their incremental gains of a few meters here and there, day by day on the front of the Donbass. What has happened since the invasion, which has turned out to be rather unsuccessful for the Ukrainians, having lost perhaps 8,500 of their soldiers and officers to death and severe maiming, having lost 76 tanks and so forth, losing several hundred additional soldiers and officers every day.

6:35
That is now being reported in great detail in the “Financial Times”, in the “New York Times”, in a factual way, which does not differ significantly from what is being said in alternative media in the West or on broadcasters like yourselves. And that change has to be highlighted, because it indicates one thing to me: that the Ukrainian leadership is about to be changed by the Western backers. That in the next month or so, Mr. Zelensky will either be on a plane to Miami or he, in his coffin, will be on the road to a cemetery, because he’s going to be ousted.

7:15
There would not be such full coverage in detail and an accurate coverage in the “Financial Times” and others if this were not the case. So I would put to the side these recriminations in mutual accusations on the ground of Russian and Ukrainian parties to the war and look at what the West is saying. And there you see in the big picture: Ukraine is about to undergo a regime change, and perhaps we’re coming to the end of the war.

PressTV: 7:46
I was just going to ask what’s going to be the result of that regime change, and you just answered. And how much longer will the West stick up for Kiev? Because Zelensky is asking for permission to hit even deeper into Russian territory.

Doctorow:
Russia has made it very plain in statements by Foreign Minister Lavrov and by President Putin in the last 10 days, that it is now prepared to attack the United States if it believes that it is undergoing an existential challenge. Firing such missiles to the heartland of Russia to destroy Russian factories, to create havoc and terror in the Russian population is such an existential threat. And, therefore, I think Washington has been put on notice that this is not a phony red line, that Washington will be struck before any cities in Europe are struck. And that is a big change in Russian policy, which is now shifting, as we understand, from no first strike to a preemptive strike. In that case, I think that the further escalation of this war can be excluded and that there will be some end game.

9:04
I also would like to put something that nobody’s talking about.

PressTV:
Thirty seconds only.

Doctorow:
Yesterday, in his trip to Mongolia, Putin said, “we’re ready for negotiations.” That means the Russians understand a turning point is coming that will favor an end to the war.

PressTV: 9:22
Right. All right, thank you so much, Julia Kassem, our correspondent in Moscow; Gilbert Doctorow, independent international affairs analysts in Brussels.

Thank you for watching this edition of The News Review.

Iran’s Press TV: War das Kommunikationsausbildungsinstitut in Poltawa ein legitimes militärisches Ziel für einen russischen Angriff?

Der vergangene Sommer war untypisch. Vielleicht konnten die Börsenmakler ihren Urlaub an den Stränden genießen, aber die Journalisten blieben bei der Arbeit, um über den nicht enden wollenden Strom von „Eilmeldungen“ aus dem Russland-Ukraine-Krieg und aus Westasien zu berichten, wo sich die neuesten Berichte über den israelischen Völkermord im Gazastreifen mit Nachrichten vermischten, die auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch eines regionalen Krieges hindeuteten.

Je schlechter die internationale Lage wird, desto mehr werden wir „Experten“ vor die Mikrofone gerufen. Ich bitte daher um Entschuldigung, dass ich hier täglich so viele Interviews poste. Ich tue mein Bestes, um Wiederholungen zu vermeiden.

Heute Morgen biete ich den Link zur gestrigen Diskussion auf Press TV an, die mit der Nachricht über den russischen Angriff auf ein Kommunikationsinstitut in Poltawa (Ukraine) begann, bei dem mehr als 50 Menschen getötet und mehrere hundert verletzt wurden. Unmittelbar nach dem Angriff beschuldigten sowohl die russische als auch die ukrainische Seite die jeweils andere Seite der wahllosen Tötung von Zivilisten.

Für diejenigen, die mit der russisch-ukrainischen Geschichte nicht vertraut sind, möchte ich anmerken, dass Poltawa den Russen als Schauplatz einer historischen Schlacht im Jahr 1709 zwischen der Armee Peters des Großen und Schwedens König Karl XII. bekannt ist. Die schwedische Niederlage dort war ein entscheidendes Ereignis im langen Nordischen Krieg, der die schwedischen imperialen Ambitionen in Mitteleuropa beendete. Die Region Poltawa war auch der Schauplatz von Tschaikowskys Oper Mazeppa, die sich mit derselben Zeit und denselben Ereignissen befasst und in der die Helden und Heldinnen in einem Liebesdrama die nationalen Interessen der Kriegsparteien verkörpern. Diese Geschichte ist für mich umso interessanter, als ein direkter Nachfahre einer der Hauptfiguren, Kotchubey, der Vater der Heldin im Zentrum der Oper und die Verkörperung der Ukraine im Jahre 1709, zufällig ein Nachbar und Freund von uns in Brüssel ist.

Wie so oft hat mich das Team von Press TV mit einem anderen Diskussionsteilnehmer zusammengebracht. In diesem Fall war es ihre Korrespondentin in Moskau. Diejenigen unter Ihnen, die einen zusätzlichen Blickwinkel wünschen, werden daher vielleicht besonders interessant finden, was sie zu sagen hat.

https://www.urmedium.net/c/presstv/130664

A radio interview this morning with WABC, New York

In introductory remarks to readers of his 2018 book War With Russia? Professor Stephen Cohen explained that unlike his previous publications the given volume was not written but spoken. What he meant was that nearly the entire book consisted of transcripts of his weekly radio broadcasts on ‘The John Butler Show’ on New York’s WABC. The show went on once a week at 10pm and had a nationwide audience.

Knowing this, I was particularly receptive to the suggestion of Frank Morano to appear on his “The Other Side of Midnight” program, which he does on what trade union workers used to call “the lobster shift,” starting at 1am and running till 5am.  I was invited to come on at the 3.30 am time slot.  That was 9.30 am Brussels time, and I had no problems accommodating Mr. Morano.

Curiously there must be a goodly number of insomniacs and other late to bed folks on the Eastern seaboard, because no sooner did the interview air than I got an email from someone in the States who said he had just listened to it and found it interesting notwithstanding the obvious problems with sound quality.

That technical issue, which is totally unrelated to the quality of my microphone, will be resolved before any future appearances on this show since its source has been identified.

Hopefully, readers of these pages will find the discussion is novel in its own way and does not cover the same ground as my other recent interviews.  I call special attention to my explanation of why I consider Mr Putin to have been ‘democratically’ elected when would be opposition candidates like Alexei Navalny were excluded from the ballot. I suggested that the answer could be found by asking Jill Stein and Robert F. Kennedy, Jr. in the States how well their country practices democratic norms of free and fair elections.

But I will stop here. Wishing you enjoyable listening

https://wabcradio.com/episode/gilbert-doctorow-09-03-24/

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Ein Radiointerview heute Morgen mit WABC, New York

In den einleitenden Bemerkungen für die Leser seines 2018 erschienenen Buches War With Russia? erklärte Professor Stephen Cohen, dass der vorliegende Band im Gegensatz zu seinen früheren Veröffentlichungen nicht geschrieben, sondern gesprochen wurde. Damit meinte er, dass fast das gesamte Buch aus Abschriften seiner wöchentlichen Radiosendungen in der „The John Butler Show“ des New Yorker Senders WABC besteht. Die Sendung lief einmal pro Woche um 22 Uhr und hatte ein landesweites Publikum.

Da ich dies wusste, war ich besonders empfänglich für den Vorschlag von Frank Morano, in seiner Sendung „The Other Side of Midnight“ aufzutreten, die er in der so genannten „Hummerschicht“ macht, die um 1 Uhr morgens beginnt und bis 5 Uhr morgens dauert. Ich wurde für die Zeit um 3.30 Uhr eingeladen. Das war um 9.30 Uhr Brüsseler Zeit, und ich hatte keine Probleme, Herrn Morano unterzubringen.

Seltsamerweise muss es an der Ostküste viele Schlaflose und andere Spätaufsteher geben, denn kaum war das Interview ausgestrahlt, erhielt ich eine E-Mail von jemandem aus den USA, der sagte, er habe es sich gerade angehört und fände es interessant, trotz der offensichtlichen Probleme mit der Tonqualität.

Dieses technische Problem, das nichts mit der Qualität meines Mikrofons zu tun hat, wird vor künftigen Auftritten in dieser Sendung behoben werden, da die Ursache dafür gefunden wurde.

Ich hoffe, die Leser dieser Seiten werden feststellen, dass die Diskussion auf ihre eigene Weise neu ist und nicht dasselbe Thema behandelt wie meine anderen Interviews der letzten Zeit. Ich weise besonders auf meine Erklärung hin, warum ich der Meinung bin, dass Herr Putin „demokratisch“ gewählt wurde, während Kandidaten der Opposition wie Alexej Nawalny von der Wahl ausgeschlossen wurden. Ich schlug vor, dass die Antwort gefunden werden könnte, indem man Jill Stein und Robert F. Kennedy, Jr. in den USA fragt, wie gut ihr Land die demokratischen Normen freier und fairer Wahlen praktiziert.

Aber ich werde hier aufhören. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören

https://wabcradio.com/episode/gilbert-doctorow-09-03-24/

Dialogue Works’:   edition of 3 September

In forty-five minutes of conversation, earlier this evening, host Nima Alkhorshid and I covered a lot of ground, and it would be unreasonable to go into detail here when a full transcript will likely become available for posting within the coming 24 hours.

Of course, the Kursk invasion was a major part of our chat – where it is headed and how long before we see the consequences of this misadventure of Mr. Zelensky’s team, namely the conquest of the Donbas straight to the Dniepr river and the very likely removal of Zelensky from power.  A month from now or less, he may well be either on a plane to Miami or in a casket on its way to a cemetery.

As I explain in this interview, I see the removal of Zelensky foretold by the radical change in mainstream Western coverage of the war ever since the incursion into Kursk.  We now get in The Financial Times, The New York Times, the BBC and similar media very detailed, correct and damning information about the desperate situation of the Ukrainians on the Donbas front lines now that their very best, most war hardened and NATO trained brigades were sent off to Kursk to fight and die.  The Russian estimates of Ukrainian casualties in Kursk running at 8,500 men, with losses of 76 tanks and hundreds of armored personnel carriers and the like – all this is being carried now by Western media. I believe they have been given license by Washington to pin the military disaster on Zelensky’s chest so as to make it more understandable and acceptable when the puppet masters get rid of him.

As I also say in this interview, I do not believe that the imminent loss of Donbas by Ukraine by itself spells the end of the war.  Kiev still has large numbers of troops, good defenses on the other side of the Dniepr. And the Russians have no appetite for engaging in the conquest of Western Ukraine, which is predominantly populated by Ukrainian speakers who will hate the Russians to their dying day and will be very difficult to govern.

Because the conquest of Donbas will not automatically result in the war’s end, the risks of its still escalating to a nuclear exchange between Russia and the European states most implicated in the war, between Russia and the United States remain with us. 

For these reasons, it is imperative that the warring parties be encouraged by global powers like China, Brazil and South Africa to sit down and negotiate a cease fire and hopefully a permanent resolution of the conflict without delay. I found it interesting to note that whereas Mr. Putin a week ago was insisting that the Ukrainian invasion of Kursk made it impossible to negotiate with Kiev, yesterday, during his stay in Mongolia, he seemed to backtrack from this and to express an interest in negotiations.

Meanwhile, the changing political landscape in Germany coming out of this past Sunday’s elections in the former GDR lands of Saxony and Thuringia, where antiwar parties of the right and left did very well indeed and relegated the ‘legacy parties’ of Mr. Scholz’s cabinet to minority positions, holds out the hope that European support for the Ukrainians will be disrupted. On the left in particular, Sahra Wagenknecht is calling for an end to German contributions to the war effort, and hers may be the only party acceptable to the legacy parties to form a governing coalition.. It may well be the cut-off of such European will compel Kiev to sue for peace regardless of what happens in the November U.S. elections.

See https://www.youtube.com/watch?v=O26qGHckBcY  

Of course, in wide-ranging on-air discussions like this it is inevitable to err here or there.  As some listeners correctly commented, the 15 million ruble reward which the Russian government promised to any of its soldiers who brought down the first Ukrainian F-16 comes to 150,000 euros equivalent, not 15,000.

©Gilbert Doctorow

Transcript below, followed by a translation into German (Andreas Mylaeus)

Transcription below by a reader

Nima R. Alkhorshid: 0:05
So nice to have you back, Gilbert, on this podcast.

Gilbert Doctorow, PhD:
Well, thanks so much for having me.

Alkhorshid:
Let’s get started with the current phase of the policy of NATO right now. They’re talking about shooting Russian missiles, and do you think at the end of the day they would do that? Because we’ve seen the same type of manner on their part when it comes to the tanks, to fighter jets, cluster bombs, and each and everything. Firstly they denied to do that; then they went after that plan and sent all of these weapons to Ukraine. Do you think [NATO is]getting to the point that they’re going to shoot Russian missiles? And if so, what would be the consequences of such an attitude on the part of NATO?

Doctorow: 0:59
Well, this proposal was made by the Polish foreign minister Sikorski, and to my knowledge it was dismissed by Jens Stoltenberg. And the consensus, at least as reported in, for example, in the “Financial Times”. is that this does not have a backing. The NATO member states are now deeply divided about whether they want to fight a war with Russia, whether they want to risk a war with Russia, whether they believe in Russia’s red lines, or whether they like to accept Mr Zelinsky’s idea that the red lines count for nothing, and just go for it, boys.

So it is difficult to predict exactly how each country will line up. They need to have 100 percent consensus, and there’s nothing like that at the present stage. So such a move, which would be highly provocative, I think, would not presently pass a vote in NATO.

Alkhorshid: 1:57
Yeah. How do you find– right now, we’ve learned that the Minister of Economy of Ukraine is asking for 800 million, if I’m not mistaken, US dollars to just reconstruct their infrastructure of energy. And with the same type of manner that they’re having, do you think they, the United States, is going to just keep, just continue sending more weapons, more money to Ukraine? Because [there] has to be some sort of limit for this type of attitude on the part of Ukrainians. But it doesn’t seem that they feel it right now. But on the other hand, we have the reality of the political parties in the United States. And how do they feel about the conflict in Ukraine? How do you see– do you think at the end of the day the Zelensky administration is still hoping that they’re going to get more help from the United States in the future?

Doctorow: 3:01
I’m very doubtful if there will be a Zelensky administration in the next few weeks. I follow the the newspapers, not just in Russia but in the west, very closely. And one of my leading papers that I follow is the “Fnancial Times”, also the “New York Times”. And there’s been a sea change in the coverage of the Ukraine war ever since the start of the invasion. Well, first the raid and invasion of Kursk oblast. And what do I mean by a sea change? In the preceding period, going back before the first week of August, what you saw was a general discounting of any possibilities of Russia advancing. We only see them move a few yards a day in their, on the main line of confrontation, demarcation, between the Ukrainian forces and Russian forces in Donbas. There was disparagement of Russia’s war-making capabilities and encouragement to the Ukrainians.

4:07
What we have seen since the start of this very unfortunate invasion of Kursk, unfortunate for the Ukrainian military forces, is very open coverage in major mainstream media of the nature of the disaster. I mean, they are explaining what the Ukrainians did wrong by doing this, how they counted, but mistakenly, that the Russians would divert resources from the Donbas front to the Kursk front, and how as a result, the Russians have been escalating day by day the number of kilometers, not inches, not meters, but square kilometers of Ukrainian territory, going as much as– this is the Russian news was saying this past Sunday– gaining as much as 30 kilometers a day, after having considered a good piece of business to gain a few meters a day before August 7th, or whatever the date was of the start of the invasion.

5:10
This is all covered precisely in Western media. Now why are they doing that? Are they doing that because suddenly they got religion, suddenly their side the truth counts? Nothing of the sort. They are preparing the way for the removal of Zelensky. This whole catastrophe is going to be pinned on his chest, and I would suspect either we will find him in a month on a plane to Miami, or we will find him in a coffin on the way to the cemetery. But the possibility that this man will stay in power after the devastating news reporting on him in mainstream– I’m not talking about ourselves, about the alternative media, but in mainstream– this cannot go on that way. So the– whatever his ministers are doing or asking for, maybe they need a few hundred million to cover some real estate transactions that they personally are engaged in at this moment, feathering their nests before the end. But I don’t believe that anyone in the west is going to put up that kind of money. Germany is the weather vane on this matter. And coming out of Germany– even before the devastating elections in Thuringia and Saxony this past weekend, even before Mr Scholz was slapped on the face by the electorate and his future as leader has been put in jeopardy– even before all that, he was making sounds, because of the insistence of his Finance Minister, that there isn’t any money in the kitty. So making sounds that they, that the Germans would be winding down all manner of assistance to Ukraine.

6:52
Therefore, all the speculation that may go on in the States or elsewhere that this aid will go on indefinitely, that we will help the Ukrainians to the end — it’s turning out to be a very bitter end. And it’s in front of our eyes. At the same time, I want to take a step back from what many of my colleagues are saying on air in very widely viewed YouTube interviews. I do not for a minute believe that the conquest of Donbas, which is imminent– by “conquest” I mean going straight to the Dnieper– it won’t happen next two days, it won’t happen the next week. Even a crumbling front line in Ukraine has some resistance to it, and the Russians particularly are very careful not to expend their own lives of their own soldiers just to rush what they otherwise will have a little bit later.

7:54
So I imagine that in the next month, we will see that the Ukrainians lose the Donbas. But my colleagues are speaking of this as if they’ve lost the war and as if Ukraine will disappear from the map or some sort of great change in human history is going to occur. I don’t subscribe to that. And I’m not the only one does, who feels this way. I had a very interesting exchange with a voice in these matters that many of your audience will know. That’s Paul Craig Roberts, and we’re both in complete agreement that the war won’t end with conquest of Donbas up to the Dnieper. The Russians– there are number of reasons for this. The Russians don’t want to [do it]. It would be extremely difficult. The bridges aren’t there, and crossing the Dnieper is a major logistical challenge. But that’s the least of the reasons. The real reason is: they don’t want to move into what is Ukrainian territory. This takes us back to the whole story of the Donbas in 2014. There are those who say, “Oh yes, the Russians could have taken Donbas in 2014. The Ukrainian army Army wasn’t worth anything.”

9:14
I agree completely. In terms of military capabilities, the same Russian army that took Crimea without firing a shot, or maybe one shot, could have taken the whole Donbas away from Ukraine with very little loss of life on the Russian side, or even on the Ukrainian side. The Ukrainians just would have raised a white flag, because they were totally unprepared for a military conflict with Russia in 2014. However, in 2014 Russia would have been brought to its knees by the United States sanctions, and it knew that perfectly. And so they would have had a Pyrrhic victory. They would have conquered the territory and lost the war.

Therefore, they did not take Donbas in 2014. To the “why”, there’s another reason: they knew, they were not sure, that they would win a vote in these oblasts if a vote ever were taken for joining Russia. In 2014, it was really debatable. Looking at 2024 like it’s “Ah yes, hands down.” 2023 these territories had lost substantial Ukrainian population fled. And those Russian speakers who were left, many of them warmly welcomed the incoming Russian troops. So the victory at election at the Electoral box in, of the Russian cause in the Donbas oblast was in 2023, 2024 nearly a certainty. Formerly, 2014, it was by no means a certainty. These are complex issues, and they have to be faced with a certain sophistication, and not with a kind of cackling that we see on the face of the presidential nominee Harris.

11:24
Unfortunately, too many of my colleagues are also cackling, and it’s not appropriate. The Russians have spent an enormous amount of blood and– as well as treasure to get where they are. And they are very prudent that any further expenditures of both blood and treasure to gain more, particularly when gaining more means taking possession of territory which will forever be hostile to them– they don’t want it.

Alkhorshid: 11:56
If we were to draw the Russian objectives right now, do you think that their objectives are mostly political right now, or military?

Doctorow:
I think they have been political from the beginning. The nature of the political motives were never fully, well, never fully disclosed to the Russian nation, because they are realpolitik considerations, and realpolitik does not go down well with ordinary people. Mothers don’t send their sons to die or their husbands to die for the sake of realpolitik. They may do that for the sake of national self-preservation. So the arguments that were made to the Russian people were always in this cliche, in this notes of national preservation.

12:57
The Kursk misadventure of Zilensky was partly such a misadventure because he failed to appreciate what being invaded meant to the Russian nation. The information from the Russian Ministry of Defense over the past weekend has shown that the level of daily signups for kontrakti, for the voluntary entry into the Russian army to fight in the war in Ukraine has jumped by 50 percent since the start of the invasion of Kursk. It was before the start of August 1,100 per day; it is now 1,700 per day. That tells you the story about the upsurge in patriotism and national self-defense. It’s one thing to carry out a military operation on somebody else’s territory. That again does not warm hearts anyway. But to defend your own country when it is invaded — that is a different story. And both the Ukrainians and the American backers for this insane Invasion failed to appreciate that difference.

14:35
I’d like to go, to switch to something a little lighter than these facts and go back to literature and the literature of “War and Peace” of Tolstoi. The war didn’t end, Napoleon’s war on Russia didn’t end in 1812. The Napoleonic wars weren’t over until 1815, but once the the tsarist forces and with the help of partisans, of the citizens in arms, peasants mainly, expelled the invading forces of Napoleon beyond the borders of, frontiers of Russia. Frankly, the Russian people lost interest in these wars. They became something similar to the old dynastic wars. The liberation of Russian territory in 1812 was a national cause, and when that national cause was realized successfully, well the war ended for the Russians, for the Russian people, not for the Russian armies but for the Russian people.

And so it is today, that this is again a nation-making event. The Ukrainian or NATO invasion of Kursk is a nation-building event for Russia.

Alkhorshid: 15:59
How did you find this jet’s crash, the F-16 in the Russian media? Are they talking about it? Because there are some rumors that it was a Russian jet that hit this F-16.

Doctorow:
They are very interested in that question, who did it. And I’ll give you a reason: because the Russian military– the president announced when it was clear that F-16s were coming to Ukraine, that the first jet shot down, those who did it would be awarded 15 million rubles, or about [150,000] euros. And now they– how did Russian media cover the shootdown or the destruction of that plane? They said, “Well, what are we going to do? Are we supposed to give the 15 million to the Americans, who are operating that Patriot system, or to the Ukrainian military commander in the field when it went down?” That’s the level of seriousness. It’s not really serious for the Russians. They don’t believe they had anything to do with it. The question is really, the question is: how it could be that there was such friendly fire that brought down the plane.

17:15
And what I heard on Russian television is that the responsibility lies in the failure of the Americans to ensure that there were on board that plane the [transponders], the devices that NATO planes carry into a war zone to ensure that they are not shot down by– that they identified on a friend-or-foe test that precedes any missile firing. Apparently that was not the case here, and so the blame would lie with the Americans, who did not provide the equipment necessary to ensure the safety of that plane. The Russians are saying again– what I heard on Russian television is that this was undoubtedly a Patriot which brought down the plane, because of the nature by which the Patriot missile explodes. It explodes over the plane, and it makes the catapulting which normally would save the pilot impossible. Therefore the unique nature of this accident, what proved to Russian onlookers that it was a Patriot and the reason for the delay of three, four days before revealing the loss of the plane was probably the Ukrainian top command and Mr Zelensky’s team trying to figure out how to get around the fact that the American Patriot had shot down an American plane which happened to have Ukraine’s top pilot.

Alkhorshid: 19:02
Yeah. Here is an article, and it was published today and they’re talking about that Ukraine is winning, still can win this conflict. The problem– it seems to me that when it comes to the mindset of the European Union together with the United States as we call it NATO it seems in their view the situation on the battlefield is totally different from what we’re witnessing right now and from what Russians are perceiving from the battlefield. And do you think that we are witnessing a battle between two types of rhetoric, that they don’t want to understand each other? Or– because this type of mutual understanding is so important for the future of any sort of political settlement. It doesn’t seem that we are getting to the point that we are having any sort of understanding between these two parts which are totally ideologically, militarily, when it comes to their strategy on the battlefield, when it comes to their ideology, what’s going on, the reason behind this conflict– it doesn’t seem that they do understand each other’s rhetoric.

Doctorow: 20:23
WelI, think that looking at quotations in that article, what they were saying, people who were being interviewed are delusional. The possibilities of educating them, I think, are nil. And I say they don’t have to read us, they [don’t] have to listen to Nima’s program. [All they] have to do is pick up the “Financial Times” to see that everything that they were saying to the journalists at that meeting was complete rubbish. The question is then: how will things get better?

20:56
Well, I think we saw all that in the elections in Germany this past Sunday. The legacy parties got slammed. There’s another election coming next week in the, just on the east of Berlin, and most likely the same results can be expected. Both France and Germany are in serious political trouble, and in both– in Germany, those who are making trouble for Scholz’s cabinet are definitely calling for an end to the war, and/or they are calling for immediate end to German support for the war. In France, the travails of Macron are more diverse and not– you can’t relate them to the Ukraine war. But the fact that his government is now only a caretaker government and that it is unlikely that any time soon he will be able to form a proper government means that France is very weak politically.

22:11
And so if Germany succumbs to democracy and starts to listen to people and their votes– in what was in East Germany two states, two laender the highest turnout they’ve had since since the reunification of Germany– if this happens, and I think there’s reason to believe it will, when Mr Scholz has been caught out, I think that Europe will collapse. That is, the leaders or the followers or the servile followers of Washington who now are the head of the major governments in Europe, they will go.

22:54
And I think the EU institutions headed by Van der Leyen will be drained of their power by forces like the one that Orban has been organizing in the European Parliament. So I think this is the way there will be a change, not because the chaps who were quoted in that article will be, will see the light and will understand that they are delusional. I don’t think that’s likely, but they will be replaced and not in the distant future.

Alkhorshid 23:28
Yeah. The problem with this type of mindset that if we think that they’re not believing in what they’re saying but they’re just pursuing some sort of other objectives, like weakening the Russian economy, like isolating Putin, like all of these objectives which is in their mind is the outcome, would be the outcome of this conflict in Ukraine — they’re not achieving any of the objectives. The Russian– we have no sign that that the Russian economy is growing weaker, and we have no sign that Putin [is] isolated. And he was in Mongolia, and the way that they had– and we we’ve heard that the Ukrainian government is asking the government in Mongolia to arrest Putin for– it’s unbelievable, the level of ignorance right now.

Doctorow: 24:26
Yeah, the level of political stupidity also. I think Mongolia as a state would exist for about 10 minutes if they were– if anyone there were so foolish as to try to arrest Mr Putin. But that’s neither here nor there. But I think what’s– there is a– there’s been no coverage of Putin’s visit to Mongolia other than to show what you now have up on the screen. The splendid reception that he received when he arrived and the issue of the International Criminal Court — these are the two things that have said in major media in the West about his visit to Mongolia. But what they have not said, nothing about the content of visit. The content of the visit is — this may be quite interesting — they may make some progress on logistical solutions for Russian gas to China by way of Mongolia, so-called Power Siberia 2 that may be under will be under discussion. But other joint projects will be surely the subject of Mr Putin and his delegation’s talks with the Mongolian leadership.

25:35
Mongolia is very carefully maintaining a balance between East and West. Its policy lines, as the Russian orientalists have explained on their own television in the past two days, that Mongolia is acting very much like India, trying to walk this narrow line, not to give offense to either the United States or to the Russians, to maintain its independence and its own sovereignty.

26:06
So nonetheless, the fact is that Russia supplies one-hird of all the hydrocarbon fuels that Mongolia imports, that Russia is a very, is a major trade partner. And yet, of course, Mongolia has not joined the Shanghai Cooperation Organization. Mongolia has kept a certain distance from what could look like alliances, but they have been very useful. They also– the Western media have said absolutely nothing about the timing of the visit.

26:42
Yes, we know that he stopped in Mongolia on his way to Vladivostok to participate in the Eastern International Economic Forum that is now going to get under way. But the timing of this — he arrived on the 2nd of September, which is the anniversary day of the end of World War II, that is to say, the unconditional surrender of Japan. And Mongolia was very helpful to the Russian Great Army in their fight against the Japanese in the closing months of, well, closing year of World War II.

27:27
So they are celebrating their role as comrade in arms, so to speak. Although Mongolia did not fight directly in the war, it did provide substantial assistance to the Russians who did fight in the war against Japan.

Alkhorshid: 27:43
The other thing that we’ve learned that Putin invited Erdogan for BRICS and he, Erdogan, accepted the invitation. And on the other hand, we have– the other thing that has happened in Turkey is this sense of they’re against the Americans, the presence of Americans in Turkey, because of this conflict in the Middle East it seems to me that– here comes the question: when it comes to Turkey that we know how important Turkey is within NATO and how their army is important. [Both] politically and militarily they’re important. What Putin is trying to– what is Putin, what’s in the mind of Putin right now when he goes after this plan of inviting Erdogan? It seems to me that Russia and China is trying to drag Turkey into BRICS, and that would be hugely consequential for the United States.

Doctorow: 28:52
Well, I think the Russians have no Illusions about Turkey, about Mr Erdogon in particular, that he is not an enemy and he’s not a friend he’s– Mr Eragon looks after Turkey’s interests as best he understands them. And that he has been very helpful to Russia during the course of this whole conflict with Ukraine. But nonetheless he has shown very little courage in a number of areas that could have been very helpful to the Russians. I mean, for example, the way Turkish banks all folded, collapsed and obeyed American instructions to break ties with their Russian counterparts and to make life rather difficult for Russia, where the Americans were heavily invested and were making great, and making strongest demands.

29:56
Nonetheless, Turkey has cooperated fully took energy matters and both in nuclear and hydrocarbons and Turkey remains the Turkish stream an important bridge between Russian pipeline gas and certain countries in Europe, in Western Europe. So all of this is true. Mr– I think the most interesting changes have been with respect to Syria, where Turkey was one of the biggest enemies of of the regime in Damascus, and gave a lot of support to the Syrians’ enemies among the the radical islamists. At the same time, Turkey found itself very aggrieved by American support for the Kurds in Syria and its refusal to recognize the Kurds as terrorists, which the Turks maintain.

31:06
So there’s been a very narrow balance here between this love-hate between Turkey and the United States and a disposition towards the Russians, which has been very helpful, but not full commitment. There are things I said that the Turks could have done which they refused to do, and by making concessions to American demands. How this will play out, whether Turkey will actually join BRICS. So long as Turkey is a NATO member, it is hard to see that these are reconcilable. The American position in the Middle East has put the Turks in a very difficult position. After all, Mr Erdogon is entirely aligned with Hamas; they are the same blood brothers in terms of the religious charitable work and religious civil society, they are blood brothers.

32:11
The United States is helping Israel to destroy the Palestine people, and Hamas. That is unacceptable to the Turks, despite all the talk about how wonderful NATO is, has rallied thanks to the Ukrainian war and its consolidation, its ever-greater strength, there is really the possibility of Turkey dropping out. And as you said, Turkey has the second-largest army in NATO after the United States. The loss of Turkey to NATO would be very consequential, and in no way could be compensated for by the tiny accretive benefits for security that Sweden and Finland gave to NATO. So these issues are very important. I agree with you entirely.

Alkhorshid: 33:05
Getting back to the situation in Ukraine, it seems to me that this Kursk incursion was a very important moment in the Russian strategy toward the conflict in Ukraine. Do you feel that Russia is drawing a line for their strategy — before this incursion and after this incursion?

Doctorow:
I think we have to watch this very closely and not draw premature conclusions. A week ago, Mr Putin said no agreements, no negotiations with the Ukrainians under any conditions, because of their invasion of Kursk. All right. Yesterday Mr Putin was saying, “Well actually, we can talk.” And I think there are reasons for that change. He is following daily, maybe hourly, what’s going on in Ukraine. And what’s going on, I say, is the likelihood that Mr Zelensky will be swept out of power very, very soon. But they will– the United States and the allies will pin on his chest this disaster, military disaster in Kursk. And so yes, the Russians want to be ready to negotiate with somebody, and so they, so Putin yesterday very clearly stepped back from the categorical refusal to deal with Ukrainians. The Russians are playing this in a very cagey manner.

Alkhorshid: 34:44
Yeah. And do you feel right now that the European Union is getting prepared for that, or they’re not just in that kind of mindset that to consider it?

Doctorow:
Well, I think their rather weak minds are fully concentrated on what happens if Trump comes to power, and everything else is kind of secondary. So I’m not sure how much attention they’re devoting to to these issues. They really are following the United States here, and the United States is not giving very clear signals. Will it do what Zelensky has been begging for? Will they allow him to use his ATACMSs and his Storm Shadow and the Scalp missiles to strike at the heartland of Russia? I don’t know. That really depends on whether Mr Sullivan and Mr Blinken and whoever is minding Mr Biden are beginning to appreciate that that is risking all-out war.

35:59
If they paid attention to Mr Lavrov’s statements about 10 days ago, which were perfectly clear, that America is playing with matches and will get its fingers burned — that was putting it kindly — then they will understand that they should not escalate. And that there are red lines with the Russians, they definitely defend.

Alkhorshid: 36:24
Because right now we’ve learned that Germany is telling Ukrainians that all of the weapons that they’re sending to Ukraine they can use it the way they want to use. It seemed which means they can head deep in the Russians’ territory which is– we haven’t seen this before on the part of Germans.

Doctorow: 36:45
Well, the Germans are not sending their long-range missiles. That has to be said. So if they– you’re speaking about artillery shells, and– but that’s not going to Moscow. The Germans have, were standing around dancing from foot to foot. They never shipped any of those missiles that the, again, a year ago, the Ukrainians were begging for. So the, what the Germans have done– which really got under the skin of the Russians– was to send the Leopards and allow the Leopards to operate in Kursk. That revived too many foul memories on the Russian side of “Here we are again. The Nazis are back, and they’re back in their own tanks.” Well, that has been a disastrous mistake by the Germans, not only because those tanks got shot to pieces, blown up almost upon arrival in Kursk, but because they even dared to try that.

37:47
It was really– that was crossing kind of red line that it wasn’t, isn’t obvious to outsiders, but to the average Russian was perfectly clear. They had memories of the Kursk battles, and they have, certainly have memories of the Germans on their territory and what they did then and what they hear that the UkrNazis, they call them, the troops of Mr Zelensky, particularly the Polish mercenaries, have been doing to civilians, that they’ve come across in Kursk [encounters]. All of these are very bad memories. But they’re not what you’re talking about. It’s not long-range missiles that can do damage to the Russian heartland.

Alkhorshid: 38:35
Yeah. Do you think that the latest changes in Germany, political changes, would influence their policy in Ukraine? I’m talking about the rise of AfD, the Alternative for Germany. What do you say?

Doctorow:
Well, I would look the other way. I would look at Sahra Wagenknecht, the cordon sanitaire, the exclusion of the AfD, from any coalition government, which the legacy parties seem to maintain. It means that the only people that can deal with to form a majority in these laender parliaments is Sahra Wagenknecht, and she is from the Linke originally. She has a lot of the Socialist mindset and policies, and she is the most open person for ending the war in Ukraine, ending all German support for the war in Ukraine. That is going to be a tough one for any of the legacy parties to accept, but if they want to have a workable government in each of these Laender, they’ll have to accept it.

Alkhorshid: 40:01
Yeah. And just to wrap up this session, do you think that– right after this Kursk incursion, Russians were talking about that without the United States, the Zelinsky administration didn’t have the, didn’t have the power to do this, because they have to be, they have been provided with intelligence, with the military mercenaries, all of this. But on the other hand, we’re hearing that maybe London is behind it, the mastermind of this incursion was London. And right now, do you feel that they’re going to put the blame on Ukrainians, or London going to take responsibility, or even the United States. If you were to mention the main, the mastermind of this incursion, which it seems that ultimately going to– it’s huge and damaging. It’s hugely, is not in the benefit of the Ukrainian army xxxxx today.

Doctorow: 41:09
In the days immediately following the entry of Ukrainian forces into Kursk, Russian media was saying that London had designed this attack, and that London was behind it. And Mr Starmer, the Prime Minister of England, was very accommodating. He went public, boasting about how the Challenger 2 tanks from Britain were now on Russian soil fighting for the Ukrainian cause.

41:41
So if he wanted to paint a target on London, he couldn’t have done a better job. Nonetheless, in the days since, I see a migration away from the vilification of the United Kingdom for this adventure in Kursk, to direct finger pointing at the United States. I mean, I’m talking about the Russians pointing the finger. And this falls into line with what I just said a few minutes ago from Mr Lavrov’s latest position statements, that if– they were directed to the United States, and they were saying that “You guys are not going to get off scott free. Your oceans don’t have any value to you in protecting you from us, and we’re going to come after you.”

42:33
Therefore, in this new, latest Kremlin line, I think the Brits have been pushed back a little bit. Maybe they’ll be second, but the Russians want to make it clear that they will not allow the Americans to generate an intra-European war that would be devastating for Europe, when America gets to emerge from this conflict without any harm or damage. The Russians are saying, “We will damage you first.”

Alkhorshid: 43:10
And when you look at the level of relationship between London and Russia, do you understand why London is so radical when it comes to the conflict in Ukraine? Because we’ve seen this attitude on the part of Polish government. Right now, it seems that London is much more radical than the government in Poland. Is that something historical in their mind, or it’s something new?

Doctorow: 43:45
Well, there was a Crimean War after all in the middle of 19th century. The competition between London when London was THE empire of the world and the Russian Empire, which was a substantial empire but a land empire and the Britons had a sea Empire, that is to say their colonies were all abroad and reachable by sea. The Russians had an empire that was under their noses. It was just extended land. These two empires met in Central Asia, and in their ambitions for Afghanistan and also Russian ambitions on India in the middle of 19th century.

44:25
And of course Russia had its ambitions in the Dardanelles in its hope to take possession of Istanbul, which was anathema to the British and to the French, and was what was behind the Crimean War. Of course you can trace this back in history, the rivalry of these competing colonial, then imperial powers from the 16th century on, 17th century on.

But I think it’s more reasonable to take it back no further than the Crimean War to see what are the rivalries and the mutual dislike of of certain stata of English society and certain stata of Russian society. Having said that, there also, always was, a substantial group of anglophiles in high Russian society in the 19th century. So things are never clean breaks, white and black. They’re always some kind of shades of gray. And that pertains also to my answer to your question.

Alkhorshid: 45:40
Yeah. Thank you so much, Gilbert, for being with us today. Great pleasure, as always.

Doctorow:
Well, I’m very appreciative of you’re allowing these sometimes unconventional views to reach your audience.

Dialogue Works: Ausgabe vom 3. September

In einem fünfundvierzigminütigen Gespräch haben der Gastgeber Nima Alkhorshid und ich heute Abend viel besprochen, und es wäre unangemessen, hier ins Detail zu gehen, da eine vollständige Mitschrift wahrscheinlich in den nächsten 24 Stunden veröffentlicht werden wird.

Natürlich war der Einmarsch in Kursk ein wichtiger Teil unseres Gesprächs – wohin er führt und wie lange es dauert, bis wir die Folgen dieses Missgeschicks von Herrn Zelenskys Team sehen, nämlich die Eroberung des Donbass bis zum Fluss Dnjepr und die sehr wahrscheinliche Entmachtung Zelenskys. In einem Monat oder weniger könnte er entweder in einem Flugzeug nach Miami oder in einem Sarg auf dem Weg zu einem Friedhof liegen.

Wie ich in diesem Interview erkläre, sehe ich die Absetzung Zelenskys durch den radikalen Wandel in der westlichen Mainstream-Berichterstattung über den Krieg seit dem Einmarsch in Kursk vorweggenommen. In der Financial Times, der New York Times, der BBC und ähnlichen Medien erhalten wir jetzt sehr detaillierte, korrekte und vernichtende Informationen über die verzweifelte Lage der Ukrainer an der Front im Donbass, nachdem ihre besten, kriegserfahrensten und von der NATO ausgebildeten Brigaden nach Kursk geschickt wurden, um dort zu kämpfen und zu sterben. Die russischen Schätzungen der ukrainischen Verluste in Kursk belaufen sich auf 8.500 Mann, mit Verlusten von 76 Panzern und Hunderten von gepanzerten Mannschaftstransportern und ähnlichem – all dies wird jetzt von den westlichen Medien verbreitet. Ich glaube, sie haben von Washington die Erlaubnis erhalten, Zelenski die militärische Katastrophe an die Brust zu heften, um es verständlicher und akzeptabler zu machen, wenn sich die Marionettenmeister seiner entledigen.

Wie ich auch in diesem Interview sage, glaube ich nicht, dass der bevorstehende Verlust des Donbas durch die Ukraine allein das Ende des Krieges bedeutet. Kiew hat immer noch eine große Anzahl von Truppen und gute Verteidigungsanlagen auf der anderen Seite des Dnjepr. Und die Russen haben keine Lust, sich auf die Eroberung der Westukraine einzulassen, die überwiegend von ukrainischsprachigen Menschen bewohnt wird, die die Russen bis zu ihrem Tod hassen und sehr schwer zu regieren sein werden.

Da die Eroberung des Donbass nicht automatisch zum Ende des Krieges führen wird, besteht weiterhin die Gefahr, dass es zu einem nuklearen Schlagabtausch zwischen Russland und den am meisten in den Krieg verwickelten europäischen Staaten, zwischen Russland und den Vereinigten Staaten kommt.

Aus diesen Gründen müssen die Kriegsparteien unbedingt von globalen Mächten wie China, Brasilien und Südafrika ermutigt werden, sich zusammenzusetzen und über einen Waffenstillstand und hoffentlich eine dauerhafte Lösung des Konflikts zu verhandeln. Ich fand es interessant festzustellen, dass Herr Putin, der vor einer Woche noch darauf bestand, dass die ukrainische Invasion in Kursk Verhandlungen mit Kiew unmöglich mache, gestern während seines Aufenthalts in der Mongolei davon abzurücken schien und sein Interesse an Verhandlungen bekundete.

In der Zwischenzeit gibt die sich verändernde politische Landschaft in Deutschland nach den Wahlen vom vergangenen Sonntag in den ehemaligen DDR-Ländern Sachsen und Thüringen, bei denen Antikriegsparteien der Rechten und der Linken sehr gut abgeschnitten haben und die „Altparteien“ des Kabinetts von Herrn Scholz auf Minderheitenpositionen verwiesen haben, Anlass zur Hoffnung, dass die europäische Unterstützung für die Ukrainer gestört wird. Auf der Linken fordert vor allem Sahra Wagenknecht ein Ende der deutschen Kriegsbeteiligung, und ihre Partei könnte die einzige sein, die für die Altparteien akzeptabel ist, um eine Regierungskoalition zu bilden. Es kann gut sein, dass die Abschaffung dieser europäischen Beiträge Kiew dazu zwingen wird, um Frieden zu bitten, unabhängig davon, was bei den US-Wahlen im November passiert.

Siehe https://www.youtube.com/watch?v=O26qGHckBcY  

Natürlich ist es unvermeidlich, dass man sich bei solchen umfassenden Diskussionen im Fernsehen hier und da irrt. Wie einige Zuhörer richtig bemerkten, entspricht die Belohnung von 15 Millionen Rubel, die die russische Regierung jedem ihrer Soldaten versprochen hat, der die erste ukrainische F-16 zum Absturz bringt, umgerechnet 150.000 Euro, nicht 15.000.

Nachstehend das Transkript eines Lesers

Nima R. Alkhorshid: 0:05
Schön, dass Sie wieder dabei sind, Gilbert, in diesem Podcast.

Gilbert Doctorow, PhD:
Vielen Dank, dass ich dabei sein darf.

Alkhorshid:
Lassen Sie uns mit der aktuellen Phase der NATO-Politik beginnen. Die reden davon, Raketen auf Russland zu schießen, und glauben Sie, dass die das am Ende des Tages auch tun würden? Denn wir haben die gleiche Art von Verhalten dererseits gesehen, als es um Panzer, Kampfjets, Streubomben und alles Mögliche ging. Zuerst lehnten sie dies ab, dann folgten sie diesem Plan und schickten all diese Waffen in die Ukraine. Glauben Sie, dass [die NATO] an den Punkt gelangt, an dem sie Raketen auf Russland abschießen wird? Und wenn ja, was wären die Konsequenzen einer solchen Haltung der NATO?

Doctorow: 0:59
Nun, dieser Vorschlag wurde vom polnischen Außenminister Sikorski gemacht, und meines Wissens wurde der von Jens Stoltenberg abgelehnt. Und der Konsens, zumindest wie zum Beispiel in der Financial Times berichtet, ist, dass dies keine Unterstützung findet. Die NATO-Mitgliedsstaaten sind nun tief gespalten in der Frage, ob sie einen Krieg mit Russland führen wollen, ob sie einen Krieg mit Russland riskieren wollen, ob sie an Russlands rote Linien glauben oder ob sie die Idee von Herrn Zelinsky akzeptieren wollen, dass die roten Linien nichts zählen, und einfach sagen: „Auf geht‘s, Jungs.“

Es ist also schwierig, genau vorherzusagen, wie sich die einzelnen Länder aufstellen werden. Sie brauchen einen 100-prozentigen Konsens, und den gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Ein solcher Schritt, der meines Erachtens höchst provokativ wäre, würde also derzeit in der NATO bei deren Abstimmung nicht akzeptiert werden.

Alkhorshid: 1:57
Ja. Wie finden Sie – wir haben gerade erfahren, dass der ukrainische Wirtschaftsminister 800 Millionen, wenn ich mich nicht irre, US-Dollar für den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur fordert. Und glauben Sie, dass die Vereinigten Staaten, wenn sie so weitermachen wie bisher, einfach noch mehr Waffen und noch mehr Geld in die Ukraine schicken werden? Denn es muss eine Art Grenze für diese Art von Haltung der Ukrainer geben. Aber es scheint nicht so, als ob die das im Moment spüren. Auf der anderen Seite haben wir die Realität der politischen Parteien in den Vereinigten Staaten. Was denken die über den Konflikt in der Ukraine? Wie sehen Sie das – glauben Sie, dass die Zelensky-Regierung am Ende des Tages immer noch hofft, dass sie in Zukunft mehr Hilfe von den Vereinigten Staaten bekommen wird?

Doctorow: 3:01
Ich bin sehr skeptisch, dass es in den nächsten Wochen noch eine Zelenski-Regierung geben wird. Ich verfolge die Zeitungen, nicht nur in Russland, sondern auch im Westen, sehr genau. Eine der führenden Zeitungen, die ich verfolge, ist die Financial Times und auch die New York Times. Seit dem Beginn der Invasion hat sich die Berichterstattung über den Ukraine-Krieg grundlegend geändert. Nun, zunächst der Überfall und die Invasion der Oblast Kursk. Und was meine ich mit einem Umbruch? In der Zeit davor, also vor der ersten Augustwoche, wurden die Möglichkeiten eines russischen Vormarsches generell negiert. Die Russen würden sich nur ein paar Meter pro Tag auf der Hauptkonfrontationslinie bewegen, der Demarkationslinie zwischen den ukrainischen und den russischen Streitkräften im Donbass. Russlands kriegerische Fähigkeiten wurden verunglimpft und die Ukrainer ermutigt.

4:07
Was wir seit dem Beginn dieser für die ukrainischen Streitkräfte sehr unglücklichen Invasion in Kursk beobachten konnten, ist eine sehr offene Berichterstattung in den großen Mainstream-Medien über die Natur des Desasters. Ich meine, sie erklären, was die Ukrainer dabei falsch gemacht haben, wie sie fälschlicherweise damit gerechnet haben, dass die Russen Ressourcen von der Donbass-Front an die Kursk-Front umleiten würden, und wie die Russen infolgedessen Tag für Tag die Anzahl der Kilometer, nicht Zentimeter, nicht Meter, sondern Quadratkilometer ukrainischen Territoriums, und zwar – so hieß es in den russischen Nachrichten am vergangenen Sonntag – bis zu 30 Kilometer pro Tag, nachdem sie es vor dem 7. August, oder was auch immer der Beginn der Invasion war, für sehr vorteilhaft gehalten hatten, ein paar Meter pro Tag zu gewinnen.

5:10
All dies wird in den westlichen Medien genauestens berichtet. Aber warum tun die das? Tun die das, weil sie plötzlich religiös geworden sind, weil plötzlich die richtige Seite der Wahrheit zählt? Nichts dergleichen. Sie bereiten den Weg für die Beseitigung von Zelensky vor. Diese ganze Katastrophe wird ihm an die Brust geheftet werden, und ich würde vermuten, dass wir ihn in einem Monat entweder in einem Flugzeug nach Miami oder in einem Sarg auf dem Weg zum Friedhof finden werden. Aber die Möglichkeit, dass dieser Mann nach der verheerenden Berichterstattung über ihn in den Mainstream-Medien – ich spreche nicht von uns, von den alternativen Medien, sondern von den Mainstream-Medien – an der Macht bleibt, das kann so nicht weitergehen. Was auch immer seine Minister tun oder verlangen, vielleicht brauchen sie ein paar hundert Millionen, um ein paar Immobiliengeschäfte zu tätigen, mit denen sie sich vor dem Ende noch ein wenig schmücken wollen. Aber ich glaube nicht, dass irgendjemand im Westen so viel Geld zur Verfügung stellen wird. Deutschland ist die Wetterfahne in dieser Angelegenheit. Und aus Deutschland – noch vor den verheerenden Wahlen in Thüringen und Sachsen am vergangenen Wochenende, noch bevor Herr Scholz von den Wählern geohrfeigt wurde und seine Zukunft als Regierungschef in Frage gestellt ist – noch vor all dem hat er aufgrund des Beharrens seines Finanzministers Töne angeschlagen, dass kein Geld in der Kasse sei. Er ließ also verlauten, dass die Deutschen alle Arten von Hilfe für die Ukraine einstellen würden.

6:52
Daher sind alle Spekulationen, die in den USA oder anderswo darüber angestellt werden, dass diese Hilfe auf unbestimmte Zeit fortgesetzt wird, dass wir den Ukrainern bis zum Ende helfen werden – es stellt sich als ein sehr bitteres Ende heraus. Und wir sehen es direkt vor unseren Augen. Gleichzeitig möchte ich einen Schritt zurücktreten von dem, was viele meiner Kollegen in sehr weit verbreiteten YouTube-Interviews sagen. Ich glaube nicht eine Minute lang, dass die Eroberung des Donbass, die unmittelbar bevorsteht – mit „Eroberung“ meine ich, dass die Russen direkt bis zum Dnjepr gehen – nicht in den nächsten zwei Tagen, nicht in der nächsten Woche stattfinden wird. Selbst eine bröckelnde Frontlinie in der Ukraine hat einen gewissen Widerstand, und vor allem die Russen sind sehr darauf bedacht, nicht das Leben ihrer eigenen Soldaten zu opfern, nur um das zu überstürzen, was sie sonst etwas später haben werden.

7:54
Ich kann mir also vorstellen, dass die Ukrainer im nächsten Monat den Donbas verlieren werden. Aber meine Kollegen sprechen davon, als ob die den Krieg schon verloren hätten und als ob die Ukraine von der Landkarte verschwinden oder eine Art großer Wandel in der Menschheitsgeschichte eintreten würde. Dem stimme ich nicht zu. Und ich bin nicht der Einzige, der das so sieht. Ich hatte einen sehr interessanten Austausch mit einer Stimme in diesen Fragen, die viele Ihrer Zuhörer kennen werden. Das ist Paul Craig Roberts, und wir sind uns beide völlig einig, dass der Krieg nicht mit der Eroberung des Donbas bis zum Dnjepr enden wird. Die Russen – dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Die Russen wollen das nicht. Es wäre extrem schwierig. Die Brücken sind nicht vorhanden, und die Überquerung des Dnjepr ist eine große logistische Herausforderung. Aber das ist der geringste der Gründe. Der eigentliche Grund ist: Sie wollen nicht in ukrainisches Gebiet vordringen. Damit sind wir wieder bei der ganzen Geschichte des Donbass im Jahr 2014. Es gibt Leute, die sagen: „Oh ja, die Russen hätten den Donbas 2014 einnehmen können. Die ukrainische Armee war nichts wert.“

9:14
Ich stimme dem völlig zu. Was die militärischen Fähigkeiten anbelangt, so hätte dieselbe russische Armee, die die Krim ohne einen Schuss, vielleicht sogar ohne einen einzigen Schuss, eingenommen hat, der Ukraine den gesamten Donbass abnehmen können, und zwar mit nur sehr geringen Verlusten an Menschenleben auf russischer oder sogar ukrainischer Seite. Die Ukrainer hätten einfach die weiße Fahne gehisst, weil sie auf eine militärische Auseinandersetzung mit Russland im Jahr 2014 völlig unvorbereitet waren. Allerdings wäre Russland 2014 durch die Sanktionen der Vereinigten Staaten in die Knie gezwungen worden, und das wussten die Russen genau. Und so hätten sie einen Pyrrhussieg errungen. Sie hätten das Gebiet erobert und den Krieg verloren.

Deshalb haben sie den Donbass 2014 nicht eingenommen. Für das „Warum“ gibt es noch einen weiteren Grund: Sie wussten, dass sie nicht sicher waren, dass sie die Abstimmung in diesen Oblasten gewinnen würden, wenn jemals über den Beitritt zu Russland abgestimmt würde. Im Jahr 2014 war das wirklich fraglich. Im Jahr 2024 hieß es: „Ah ja, auf jeden Fall.“ 2023 hatten diese Gebiete erhebliche ukrainische Bevölkerungsanteile verloren, die geflohen waren. Und die verbliebenen russischsprachigen Menschen begrüßten die anrückenden russischen Truppen herzlich. So war der Sieg der russischen Sache bei der Wahl an der Wahlurne in der Oblast Donbas im Jahr 2023, 2024 fast eine Gewissheit. Früher, im Jahr 2014, war das keineswegs eine Gewissheit. Das sind komplexe Fragen, denen man mit einer gewissen Raffinesse begegnen muss, und nicht mit einer Art Gackern, wie wir es bei der Präsidentschaftskandidatin Harris sehen.

11:24
Leider gackern auch zu viele meiner Kollegen, und das ist nicht angemessen. Die Russen haben eine enorme Menge an Blut und Geld aufgewendet, um dorthin zu gelangen, wo sie jetzt sind. Und sie sind sehr vorsichtig, wenn es darum geht, noch mehr Blut und Geld aufzuwenden, um mehr zu gewinnen, vor allem, wenn dies bedeutet, dass sie ein Gebiet in Besitz nehmen, das ihnen für immer feindlich gesinnt sein wird – das wollen sie nicht.

Alkhorshid: 11:56
Wenn wir jetzt die Ziele der Russen aufzeichnen würden, denken Sie, dass ihre Ziele im Moment eher politisch oder militärisch sind?

Doctorow:
Ich denke, sie waren von Anfang an politischer Natur. Die Art der politischen Motive wurde dem russischen Volk nie ganz, nun ja, nie ganz offengelegt, denn es handelt sich um realpolitische Überlegungen, und Realpolitik kommt bei den einfachen Menschen nicht gut an. Mütter schicken ihre Söhne nicht in den Tod oder ihre Ehemänner nicht in den Tod, um der Realpolitik willen. Sie tun das vielleicht um der nationalen Selbsterhaltung willen. Die Argumente, die dem russischen Volk vorgetragen wurden, waren also immer in diesem Klischee, in diesem Hinweis auf die Erhaltung der Nation.

12:57
Das Kursker Missgeschick von Zilensky war teilweise ein solches Missgeschick, weil er nicht erkannt hat, was eine solche Invasion für die russische Nation bedeutet. Aus den Informationen des russischen Verteidigungsministeriums vom vergangenen Wochenende geht hervor, dass die Zahl der täglichen Anmeldungen für Kontrakte, d.h. für den freiwilligen Eintritt in die russische Armee zur Teilnahme am Krieg in der Ukraine, seit Beginn der Invasion in Kursk um 50 Prozent gestiegen ist. Vor Anfang August waren es 1.100 pro Tag, jetzt sind es 1.700 pro Tag. Das zeigt, wie sehr Patriotismus und nationale Selbstverteidigung zunehmen. Es ist eine Sache, eine Militäroperation auf fremdem Territorium durchzuführen. Das erwärmt die Herzen nicht besonders. Aber sein eigenes Land zu verteidigen, wenn es überfallen wird – das ist eine andere Geschichte. Und sowohl die Ukrainer als auch die amerikanischen Befürworter dieser wahnsinnigen Invasion haben diesen Unterschied nicht erkannt.

14:35
Ich möchte zu etwas Leichterem als diesen Fakten übergehen und auf die Literatur und die Literatur von „Krieg und Frieden“ von Tolstoi zurückkommen. Der Krieg endete nicht, Napoleons Krieg gegen Russland endete nicht im Jahr 1812. Die napoleonischen Kriege waren erst 1815 zu Ende, als die zaristischen Streitkräfte mit Hilfe von Partisanen, bewaffneten Bürgern, vor allem Bauern, die Invasionstruppen Napoleons über die Grenzen Russlands hinaus vertrieben hatten. Offen gesagt, verlor das russische Volk das Interesse an diesen Kriegen. Sie wurden zu etwas Ähnlichem wie die alten dynastischen Kriege. Die Befreiung des russischen Territoriums im Jahre 1812 war eine nationale Sache, und als diese nationale Sache erfolgreich verwirklicht war, endete der Krieg für die Russen, für das russische Volk, nicht für die russischen Armeen, sondern für das russische Volk.

Und so ist es auch heute, wo es sich wieder um ein nationales Ereignis handelt. Der ukrainische oder NATO-Einmarsch in Kursk ist für Russland ein Ereignis der Nationenbildung.

Alkhorshid: 15:59
Wie haben Sie den Absturz dieses Jets, der F-16, in den russischen Medien gefunden? Sprechen die darüber? Es gibt nämlich einige Gerüchte, dass ein russischer Jet diese F-16 getroffen habe.

Doctorow:
Sie sind sehr an der Frage interessiert, wer das getan hat. Und ich werde Ihnen einen Grund nennen: weil das russische Militär – der Präsident kündigte an, als klar war, dass F-16 in die Ukraine kommen würden, dass der erste abgeschossene Jet mit 15 Millionen Rubel belohnt werden würde, was etwa [150.000] Euro entspricht. Und nun – wie haben die russischen Medien über den Abschuss oder die Zerstörung des Flugzeugs berichtet? Sie sagten: „Nun, was sollen wir tun? Sollen wir die 15 Millionen den Amerikanern geben, die das Patriot-System betreiben, oder dem ukrainischen Militärkommandanten, der vor Ort war, als es abgestürzt ist?“ Das ist der Grad der Ernsthaftigkeit. Für die Russen ist es nicht wirklich ernst. Sie glauben nicht, dass sie etwas damit zu tun haben. Die Frage ist wirklich, die Frage ist: Wie kann es sein, dass es ein solches friendly fire gab, das das Flugzeug zum Absturz brachte.

17:15
Und ich habe im russischen Fernsehen gehört, dass die Amerikaner es versäumt haben, dafür zu sorgen, dass an Bord des Flugzeugs die Einrichtungen waren, die Geräte, die NATO-Flugzeuge in einem Kriegsgebiet mit sich führen, um sicherzustellen, dass sie nicht abgeschossen werden, indem sie bei einem Freund-Feind-Test, der jedem Raketenabschuss vorausgeht, identifiziert werden. Offensichtlich war das hier nicht der Fall, so dass die Schuld bei den Amerikanern liegt, die nicht die notwendige Ausrüstung zur Verfügung gestellt haben, um die Sicherheit des Flugzeugs zu gewährleisten. Die Russen sagen wiederum – ich habe es im russischen Fernsehen gehört –, dass es zweifellos eine Patriot-Rakete war, die das Flugzeug zum Absturz gebracht hat, weil die Patriot-Rakete in einer bestimmten Weise explodiert. Sie explodiert über dem Flugzeug und macht das Katapultieren, das normalerweise den Piloten retten würde, unmöglich. Die Einzigartigkeit dieses Unfalls, der den russischen Zuschauern bewies, dass es sich um eine Patriot handelte, und der Grund für die Verzögerung von drei, vier Tagen, bevor der Verlust des Flugzeugs bekannt gegeben wurde, war daher wahrscheinlich, dass das ukrainische Oberkommando und das Team von Herrn Zelensky versucht haben, herauszufinden, wie man die Tatsache umgehen könnte, dass die amerikanische Patriot ein amerikanisches Flugzeug abgeschossen hat, in dem sich zufällig der ukrainische Spitzenpilot befand.

Alkhorshid: 19:02
Ja. Hier ist ein Artikel, der heute veröffentlicht wurde und in dem davon die Rede ist, dass die Ukraine gewinnt und diesen Konflikt noch gewinnen kann. Das Problem – ich habe den Eindruck, dass die Europäische Union und die Vereinigten Staaten, die wir als NATO bezeichnen, die Situation auf dem Schlachtfeld völlig anders sehen als das, was wir gerade erleben, und als das, was die Russen auf dem Schlachtfeld wahrnehmen. Und glauben Sie, dass wir Zeugen eines Kampfes zwischen zwei Arten von Rhetorik sind, dass sie einander nicht verstehen wollen? Oder – weil diese Art von gegenseitigem Verständnis so wichtig für die Zukunft jeder Art von politischer Lösung ist. Es sieht nicht so aus, als ob wir zu einem Punkt kommen, an dem wir irgendeine Art von Verständnis zwischen diesen beiden Seiten haben, die ideologisch und militärisch völlig verschieden sind, wenn es um ihre Strategie auf dem Schlachtfeld geht, wenn es um ihre Ideologie geht, um das, was vor sich geht, um den Grund für diesen Konflikt – es sieht nicht so aus, als ob sie die Rhetorik des jeweils anderen verstehen würden.

Doctorow: 20:23
Wenn ich mir die Zitate in diesem Artikel ansehe, denke ich, dass die Leute, die interviewt wurden, Wahnvorstellungen haben. Die Möglichkeiten, sie aufzuklären, sind meiner Meinung nach gleich null. Und ich sage, sie müssen ja nicht uns lesen, sie [müssen] Nimas Programm nicht anhören. Sie müssen nur die Financial Times zur Hand nehmen, um zu sehen, dass alles, was sie den Journalisten bei diesem Treffen gesagt haben, völliger Unsinn war. Die Frage ist also: Wie wird es besser werden?

20:56
Nun, ich denke, all das haben wir bei den Wahlen in Deutschland am vergangenen Sonntag gesehen. Die etablierten Parteien wurden vernichtend geschlagen. Nächste Woche steht eine weitere Wahl in der Region östlich von Berlin an, und höchstwahrscheinlich sind die gleichen Ergebnisse zu erwarten. Sowohl Frankreich als auch Deutschland befinden sich in ernsthaften politischen Schwierigkeiten, und in beiden Ländern fordern diejenigen, die das Kabinett Scholz in Schwierigkeiten bringen, definitiv ein Ende des Krieges und/oder ein sofortiges Ende der deutschen Unterstützung des Krieges. In Frankreich sind die Probleme von Macron vielfältiger und nicht – man kann sie nicht mit dem Ukraine-Krieg in Verbindung bringen. Aber die Tatsache, dass seine Regierung nur noch eine geschäftsführende Regierung ist und es unwahrscheinlich ist, dass er in nächster Zeit eine richtige Regierung bilden kann, bedeutet, dass Frankreich politisch sehr schwach ist.

22:11
Wenn also Deutschland sich der Demokratie beugt und anfängt, auf die Menschen und ihre Stimmen zu hören – in zwei ostdeutschen Bundesländern war die Wahlbeteiligung so hoch wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr –, wenn dies geschieht, und ich denke, es gibt Grund zu der Annahme, dass dies geschieht, wenn Herr Scholz rausgeworfen wird, dann wird Europa meiner Meinung nach zusammenbrechen. Das heißt, die Führer oder die Mitläufer oder die unterwürfigen Gefolgsleute Washingtons, die jetzt an der Spitze der wichtigsten Regierungen in Europa stehen, werden gehen.

22:54
Und ich denke, dass die von van der Leyen geführten EU-Institutionen durch Kräfte wie die, die Orban im Europäischen Parlament organisiert hat, entmachtet werden. Ich denke also, dass es auf diese Weise zu einer Veränderung kommen wird, nicht weil die in diesem Artikel zitierten Personen das Licht sehen und verstehen werden, dass sie wahnhaft sind. Das halte ich für unwahrscheinlich, aber sie werden ersetzt werden, und das nicht erst in ferner Zukunft.

Alkhorshid 23:28
Ja. Das Problem mit dieser Art von Denkweise ist, dass sie, wenn wir glauben, dass sie nicht an das glauben, was sie sagen, sondern nur andere Ziele verfolgen, wie die Schwächung der russischen Wirtschaft, wie die Isolierung Putins, wie all diese Ziele, die ihrer Meinung nach das Ergebnis sind, das Ergebnis dieses Konflikts in der Ukraine sein würden – sie erreichen keines der Ziele. Wir haben keine Anzeichen dafür, dass die russische Wirtschaft schwächer wird, und wir haben keine Anzeichen dafür, dass Putin isoliert ist. Und er war in der Mongolei, und die Art und Weise, wie sie – und wir haben gehört, dass die ukrainische Regierung die Regierung in der Mongolei aufgefordert hat, Putin zu verhaften – es ist unglaublich, das Niveau der Ignoranz im Moment.

Doctorow: 24:26
Ja, auch das Niveau der politischen Dummheit. Ich glaube, die Mongolei würde als Staat etwa 10 Minuten lang existieren, wenn sie – wenn jemand dort so dumm wäre, zu versuchen, Herrn Putin zu verhaften. Aber das passiert weder hier noch dort. Aber ich denke, dass über Putins Besuch in der Mongolei nichts anderes berichtet wurde, als das, was Sie jetzt auf dem Bildschirm sehen. Der großartige Empfang, den er bei seiner Ankunft erhalten hat, und die Frage des Internationalen Strafgerichtshofs – das sind die beiden Dinge, die in den großen westlichen Medien über seinen Besuch in der Mongolei berichtet wurden. Aber sie haben nichts über den Inhalt des Besuchs gesagt. Der Inhalt des Besuchs ist – und das könnte recht interessant sein –, dass sie vielleicht einige Fortschritte bei den logistischen Lösungen für russisches Gas nach China über die Mongolei machen, das so genannte Power Siberia 2, das möglicherweise zur Diskussion steht. Aber auch andere gemeinsame Projekte werden sicherlich Gegenstand der Gespräche von Herrn Putin und seiner Delegation mit der mongolischen Führung sein.

25:35
Die Mongolei ist sehr darauf bedacht, ein Gleichgewicht zwischen Ost und West zu wahren. Wie die russischen Orientalisten in den letzten zwei Tagen in ihrem eigenen Fernsehen erklärt haben, verhält sich die Mongolei ähnlich wie Indien und versucht, auf diesem schmalen Grat zu wandeln, um weder die Vereinigten Staaten noch die Russen zu verärgern und ihre Unabhängigkeit und Souveränität zu wahren.

26:06
Tatsache ist, dass Russland ein Drittel aller Kohlenwasserstoff-Brennstoffe liefert, die die Mongolei importiert, und dass Russland ein sehr wichtiger Handelspartner ist. Und dennoch ist die Mongolei natürlich nicht der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit beigetreten. Die Mongolei hat einen gewissen Abstand zu Bündnissen gehalten, die wie solche aussehen könnten, aber sie waren sehr nützlich. Sie haben auch – die westlichen Medien haben absolut nichts über den Zeitpunkt des Besuchs gesagt.

26:42
Ja, wir wissen, dass er auf dem Weg nach Wladiwostok einen Zwischenstopp in der Mongolei eingelegt hat, um an dem Internationalen Wirtschaftsforum Ost teilzunehmen, das jetzt beginnt. Aber das Timing dieser Reise – er kam am 2. September an, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, d.h. der bedingungslosen Kapitulation Japans. Und die Mongolei war der Großen Russischen Armee im Kampf gegen die Japaner in den letzten Monaten und im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs eine große Hilfe.

27:27
Sie feiern also sozusagen ihre Rolle als Mitstreiter. Obwohl die Mongolei nicht direkt im Krieg gekämpft hat, leistete sie den Russen, die im Krieg gegen Japan kämpften, erhebliche Unterstützung.

Alkhorshid: 27:43
Außerdem haben wir erfahren, dass Putin Erdogan zu den BRICS eingeladen hat, und er, Erdogan, hat die Einladung angenommen. Und auf der anderen Seite haben wir – die andere Sache, die in der Türkei passiert ist, ist dieses Gefühl, dass sie gegen die Amerikaner sind, die Anwesenheit der Amerikaner in der Türkei, wegen dieses Konflikts im Nahen Osten scheint es mir, dass – hier kommt die Frage: wenn es um die Türkei geht, wissen wir, wie wichtig die Türkei innerhalb der NATO ist und wie wichtig ihre Armee ist. [Sowohl] politisch als auch militärisch ist sie wichtig. Was versucht Putin, was denkt Putin im Moment, wenn er diesen Plan verfolgt, Erdogan einzuladen? Ich habe den Eindruck, dass Russland und China versuchen, die Türkei in die BRICS einzubinden, und das hätte enorme Konsequenzen für die Vereinigten Staaten.

Doctorow: 28:52
Nun, ich denke, die Russen machen sich keine Illusionen über die Türkei, insbesondere über Herrn Erdogan, dass er weder ein Feind noch ein Freund ist, sondern dass er – Herr Erdogan – die Interessen der Türkei so gut wie möglich wahrnimmt. Und dass er Russland im Laufe dieses ganzen Konflikts mit der Ukraine sehr geholfen hat. Dennoch hat er in einer Reihe von Bereichen, die für die Russen sehr hilfreich hätten sein können, sehr wenig Mut gezeigt. Ich meine zum Beispiel die Art und Weise, wie die türkischen Banken alle eingeknickt sind und den amerikanischen Anweisungen gehorcht haben, die Beziehungen zu ihren russischen Partnern abzubrechen und Russland das Leben ziemlich schwer zu machen, wo die Amerikaner stark investiert waren und hohe und höchste Forderungen gestellt haben.

29:56
Nichtsdestotrotz hat die Türkei in Energiefragen voll und ganz kooperiert, sowohl im Bereich der Kernenergie als auch der Kohlenwasserstoffe, und die Türkei bleibt mit Turkish-Stream eine wichtige Brücke zwischen den russischen Gaspipelines und bestimmten Ländern in Europa, in Westeuropa. All dies ist also wahr. Ich denke, die interessantesten Veränderungen gab es in Bezug auf Syrien, wo die Türkei einer der größten Feinde des Regimes in Damaskus war und die Feinde der Syrer unter den radikalen Islamisten stark unterstützt hat. Gleichzeitig fühlte sich die Türkei durch die amerikanische Unterstützung für die Kurden in Syrien und ihre Weigerung, die Kurden als Terroristen anzuerkennen, was die Türken wollten, sehr angegriffen.

31:06
Es gab hier also ein sehr schwieriges Gleichgewicht zwischen dieser Hassliebe zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten und einer Bereitschaft gegenüber den Russen, die sehr hilfreich war, aber nicht volles Engagement. Es gibt Dinge, die ich gesagt habe, die die Türken hätten tun können, die sie aber abgelehnt haben, indem sie Zugeständnisse an amerikanische Forderungen gemacht haben. Wie sich das entwickeln wird, ob die Türkei tatsächlich den BRICS beitreten wird? Solange die Türkei Mitglied der NATO ist, ist es schwer vorstellbar, dass dies miteinander zu vereinbaren ist. Die amerikanische Position im Nahen Osten hat die Türken in eine sehr schwierige Lage gebracht. Schließlich ist Herr Erdogon ganz auf einer Linie mit der Hamas; sie sind Blutsbrüder, was die religiöse Wohltätigkeitsarbeit und die religiöse Zivilgesellschaft angeht, sie sind Blutsbrüder.

32:11
Die Vereinigten Staaten helfen Israel bei der Zerstörung des palästinensischen Volkes und der Hamas. Das ist für die Türken inakzeptabel. Trotz all des Geredes darüber, wie wunderbar die NATO ist, die sich dank des Ukraine-Krieges und ihrer Konsolidierung, ihrer immer größeren Stärke, zusammengefunden habe, besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass die Türkei aussteigt. Und wie Sie sagten, hat die Türkei nach den Vereinigten Staaten die zweitgrößte Armee in der NATO. Der Verlust der Türkei wäre sehr folgenreich für die NATO und könnte in keiner Weise durch die winzigen sicherheitsfördernden Vorteile ausgeglichen werden, die Schweden und Finnland der NATO gegeben haben. Diese Fragen sind also sehr wichtig. Ich stimme mit Ihnen völlig überein.

Alkhorshid: 33:05
Um auf die Situation in der Ukraine zurückzukommen: Ich habe den Eindruck, dass der Einmarsch in Kursk ein sehr wichtiger Moment in der russischen Strategie in Bezug auf den Konflikt in der Ukraine war. Haben Sie das Gefühl, dass Russland einen Schlussstrich unter seine Strategie zieht – vor diesem Überfall und nach diesem Überfall?

Doctorow:
Ich denke, wir müssen das sehr genau beobachten und sollten keine voreiligen Schlüsse ziehen. Vor einer Woche sagte Herr Putin, dass es wegen des Einmarsches in Kursk unter keinen Umständen Vereinbarungen oder Verhandlungen mit den Ukrainern geben werde. Nun gut. Gestern sagte Herr Putin: „Nun, eigentlich können wir reden.“ Und ich denke, es gibt Gründe für diesen Wandel. Er verfolgt täglich, vielleicht stündlich, was in der Ukraine vor sich geht. Und was sich dort abspielt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Herr Zelensky sehr, sehr bald von der Macht verdrängt werden wird. Aber sie werden – die Vereinigten Staaten und die Verbündeten werden ihm dieses Desaster, dieses militärische Desaster in Kursk, anhängen. Und ja, die Russen wollen bereit sein, mit jemandem zu verhandeln, und so sind sie, so ist Putin gestern ganz klar von der kategorischen Weigerung, mit den Ukrainern zu verhandeln, abgerückt. Die Russen sind in dieser Angelegenheit sehr vorsichtig.

Alkhorshid: 34:44
Ja. Und haben Sie das Gefühl, dass sich die Europäische Union derzeit darauf vorbereitet, oder sind sie noch nicht so weit, dass sie das in Betracht ziehen?

Doctorow:
Nun, ich denke, ihr eher schwacher Verstand ist voll und ganz darauf konzentriert, was passiert, wenn Trump an die Macht kommt, und alles andere ist irgendwie zweitrangig. Ich bin mir also nicht sicher, wie viel Aufmerksamkeit sie diesen Fragen widmen. Sie folgen hier wirklich den Vereinigten Staaten, und die Vereinigten Staaten geben keine sehr klaren Signale. Werden sie das tun, worum Zelensky gebettelt hat? Werden sie ihm erlauben, seine ATACMS, Storm Shadow und Scalp-Raketen einzusetzen, um das russische Kernland anzugreifen? Ich weiß es nicht. Das hängt wirklich davon ab, ob Herr Sullivan und Herr Blinken und wer auch immer sich um Herrn Biden kümmert, allmählich begreifen, dass dies das Risiko eines totalen Krieges bedeutet.

35:59
Wenn sie die Äußerungen von Herrn Lawrow vor etwa 10 Tagen beachtet hätten, die ganz klar waren, dass Amerika mit Streichhölzern spielt und sich die Finger verbrennen wird – das war noch freundlich ausgedrückt –, dann würden sie verstehen, dass sie nicht eskalieren sollten, und dass es bei den Russen rote Linien gibt, die sie definitiv verteidigen.

Alkhorshid: 36:24
Denn jetzt haben wir erfahren, dass Deutschland den Ukrainern sagt, dass sie alle Waffen, die sie in die Ukraine schicken, so einsetzen können, wie sie es wollen. Das scheint zu bedeuten, dass sie tief in das russische Territorium vordringen können, was wir von deutscher Seite noch nie gesehen haben.

Doctorow: 36:45
Nun, die Deutschen schicken ihre Langstreckenraketen nicht. Das muss gesagt werden. Also wenn sie – Sie sprechen von Artilleriegeschossen – aber die können Moskau nicht erreichen. Die Deutschen sind herumgestanden und von einem Fuß auf den anderen getanzt. Sie haben nie eine dieser Raketen geliefert, um die die Ukrainer noch vor einem Jahr gebettelt haben. Was die Deutschen also getan haben – was den Russen wirklich unter die Haut geht, war, die Leopard-Panzer zu schicken und zu erlauben, dass die Leopard-Panzer in Kursk operieren. Das hat auf russischer Seite zu viele böse Erinnerungen geweckt an „Da sind wir wieder. Die Nazis sind zurück, und zwar in ihren eigenen Panzern.“ Nun, das war ein katastrophaler Fehler der Deutschen, nicht nur, weil diese Panzer fast bei der Ankunft in Kursk in Stücke geschossen und gesprengt wurden, sondern weil sie es überhaupt gewagt haben, das zu versuchen.

37:47
Das war wirklich – das war das Überschreiten einer Art roter Linie, die für Außenstehende nicht offensichtlich war, aber für den durchschnittlichen Russen war das völlig klar. Sie hatten Erinnerungen an die Kämpfe bei Kursk, und sie haben sicherlich Erinnerungen an die Deutschen auf ihrem Territorium und an das, was die damals getan haben, und an das, was sie gehört haben, was die Ukro-Nazis, wie sie sie nennen, die Truppen von Herrn Zelensky, insbesondere die polnischen Söldner, Zivilisten angetan haben, die sie in Kursk [Begegnungen] angetroffen haben. All das sind sehr schlechte Erinnerungen. Aber das ist nicht das, worüber Sie sprechen. Das [was die Deutschen gemacht haben] sind keine Langstreckenraketen, die dem russischen Kernland Schaden zufügen könnten.

Alkhorshid: 38:35
Ja. Glauben Sie, dass die jüngsten Veränderungen in Deutschland, die politischen Veränderungen, die Politik in der Ukraine beeinflussen werden? Ich spreche über den Aufstieg der AfD, der Alternative für Deutschland. Was sagen Sie dazu?

Doctorow:
Nun, ich würde in die andere Richtung schauen. Ich würde Sahra Wagenknecht und den Cordon Sanitaire [die „Brandmauer“], den Ausschluss der AfD von jeder Regierungskoalition betrachten, den die Altparteien aufrecht zu erhalten scheinen. Das bedeutet, dass die einzige Person, mit der man eine Mehrheit in diesen Länderparlamenten bilden kann, Sahra Wagenknecht ist, und sie kommt ursprünglich von der Linken. Sie hat viel von der sozialistischen Denkweise und Politik, und sie ist die offenste Person für die Beendigung des Krieges in der Ukraine, die Beendigung aller deutschen Unterstützung für den Krieg in der Ukraine. Das wird für die Altparteien schwer zu akzeptieren sein, aber wenn sie eine arbeitsfähige Regierung in jedem dieser Bundesländer haben wollen, müssen sie das akzeptieren.

Alkhorshid: 40:01
Ja, das stimmt. Und um diese Sitzung abzuschließen: Glauben Sie, dass – direkt nach dem Einmarsch in Kursk – die Russen davon sprachen, dass die Zelinski-Regierung ohne die Vereinigten Staaten nicht die Macht hatte, dies zu tun, weil sie mit Geheimdienstinformationen, militärischen Söldnern und all dem versorgt werden mussten. Aber auf der anderen Seite hören wir, dass vielleicht London dahintersteckt, dass der Drahtzieher dieses Einfalls London war. Und haben Sie das Gefühl, dass die Ukrainer dafür verantwortlich gemacht werden, oder dass London die Verantwortung übernimmt, oder sogar die Vereinigten Staaten? Wenn Sie den Hauptverantwortlichen, den Drahtzieher dieses Einbruchs nennen würden, der, wie es scheint, letztlich zu einem großen Schaden führen wird. Es ist riesig, ist nicht im Nutzen der ukrainischen Armee heute.

Doctorow: 41:09
In den Tagen unmittelbar nach dem Einmarsch der ukrainischen Streitkräfte in Kursk hieß es in den russischen Medien, dass London diesen Angriff geplant habe und dass London dahinter stecke. Und Herr Starmer, der englische Premierminister, war sehr entgegenkommend. Er ging an die Öffentlichkeit und prahlte damit, dass die britischen Challenger-2-Panzer nun auf russischem Boden für die ukrainische Sache kämpfen würden.

41:41
Wenn er also London zur Zielscheibe machen wollte, hätte er es nicht besser machen können. Nichtsdestotrotz sehe ich in den letzten Tagen eine Entwicklung weg von der Verunglimpfung des Vereinigten Königreichs für dieses Abenteuer in Kursk hin zum direkten Fingerzeig auf die Vereinigten Staaten. Ich meine, ich spreche von den Russen, die mit dem Finger zeigen. Und das deckt sich mit dem, was ich vor ein paar Minuten über die jüngsten Stellungnahmen von Herrn Lawrow gesagt habe, nämlich dass sie an die Vereinigten Staaten gerichtet waren und sagten: „Ihr werdet nicht ungeschoren davonkommen. Eure Ozeane haben keinen Wert für euch, wenn es darum geht, euch vor uns zu schützen, und wir werden euch drannehmen.“

42:33
Daher denke ich, dass die Briten in dieser neuen, jüngsten Linie des Kremls ein wenig zurückgesetzt wurden. Vielleicht werden sie an zweiter Stelle stehen, aber die Russen wollen deutlich machen, dass sie nicht zulassen werden, dass die Amerikaner einen innereuropäischen Krieg heraufbeschwören, der für Europa verheerend wäre, wenn Amerika ohne Schaden aus diesem Konflikt hervorgehen könnte. Die Russen sagen: „Wir werden euch zuerst schaden.“

Alkhorshid: 43:10
Und wenn Sie sich das Niveau der Beziehungen zwischen London und Russland ansehen, verstehen Sie dann, warum London so radikal ist, wenn es um den Konflikt in der Ukraine geht? Denn wir haben diese Haltung bei der polnischen Regierung gesehen. Im Moment scheint es, dass London viel radikaler ist als die Regierung in Polen. Ist das etwas Historisches, oder etwas Neues?

Doctorow: 43:45
Nun, in der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es immerhin einen Krimkrieg. Die Konkurrenz zwischen London, als London DAS Weltreich war, und dem Russischen Reich, das zwar ein großes Reich war, aber ein Landreich, und die Briten hatten ein Seeimperium, d.h. ihre Kolonien waren alle im Ausland und auf dem Seeweg erreichbar. Die Russen hatten ein Reich, das ihnen vor der Nase lag. Es war nur ein ausgedehntes Landreich. Diese beiden Reiche trafen in Zentralasien aufeinander, und zwar in ihren Ambitionen auf Afghanistan und auch in den russischen Ambitionen auf Indien in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

44:25
Und natürlich hatte Russland seine Ambitionen an den Dardanellen, in der Hoffnung, Istanbul in Besitz zu nehmen, was den Briten und Franzosen ein Dorn im Auge war und was der Grund für den Krimkrieg war. Natürlich kann man das in der Geschichte zurückverfolgen, die Rivalität dieser konkurrierenden kolonialen, dann imperialen Mächte ab dem 16. und 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Aber ich denke, es ist sinnvoller, nicht weiter als bis zum Krimkrieg zurückzugehen, um die Rivalitäten und die gegenseitige Abneigung zwischen bestimmten Teilen der englischen Gesellschaft und bestimmten Teilen der russischen Gesellschaft zu erkennen. Allerdings gab es im 19. Jahrhundert auch immer eine beträchtliche Gruppe von Anglophilen in der hohen russischen Gesellschaft. Die Dinge sind also nie ganz klar, weiß und schwarz. Es gibt immer eine Art von Grautönen. Und das bezieht sich auch auf meine Antwort auf Ihre Frage.

Alkhorshid: 45:40
Ja, genau. Vielen Dank, Gilbert, dass Sie heute bei uns waren. Es ist mir wie immer ein großes Vergnügen.

Doctorow:
Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Sie es ermöglichen, dass diese manchmal unkonventionellen Ansichten Ihr Publikum erreichen.

Moscow: Three villages seized in eastern Ukraine // Iran’s Press TV last night

I offer below the link to a two-man panel discussion on Press TV of Iran which I shared with John Bosnitch, a Canadian who seems to be undeterred by the authoritarian, heavy handed government in Ottawa and speaks his mind in a refreshing manner against the Washington narrative.

https://www.urmedium.net/c/presstv/130630

Transcript below by a reader, followed by full translation into German (Andreas Mylaeus)

PressTV: 00:02
And now it’s time for the News Review section, where we delve deeper into one of the day’s top stories. So, stay with us.

Ukraine says it has made more advances in its incursion into Russia’s western region of Kursk.

Oleksandr Syrskyi (English voice over):
The operation in the Kursk region continues. Our forces have advanced up to two kilometers in the past day. They took control of five square kilometers of territory.

PressTV:
The top Ukrainian commander said on Friday that in other areas the situation was difficult but under control. Russia has yet to comment on Ukraine’s claims of further gains. Meanwhile, Russia’s army said its forces had captured three more villages in eastern Ukraine. Russia’s defence ministry noted its forces had seized the settlements in Ukraine’s Donetsk, Luhansk or Lugansk and Kharkiv regions. The war has seen further escalation ever since the Kursk invasion when Ukraine crashed through Russia’s western border in a surprise offensive on August 6th. And in response, Russia has intensified its military operations in Ukraine over the past weeks.

01:22
Now to talk more on this, we are joined by Mr Gilbert Doctorow, independent international affairs analyst from Brussels. Mr Doctorow, welcome to the News Review session. Mr Doctorow, in terms of plans and tactics, what are we looking at right now? And why [has] the Kursk region been the focal point at this time and juncture?

Gilbert Doctorow, PhD:
Everyone was quite surprised when the– it’s about two weeks ago when Ukrainian forces made an incursion into Kursk. Kursk is one of the Russian Federation provinces, or oblasts, which has a common border with Ukraine. In the– going back several months, a similar incursion, or what seemed to be a similar incursion, was made in a province just adjacent to Kursk, to the south of it, called Belgorod. The difference this time is that it was a very well-prepared invasion, not merely a raid. And that became apparent after a day or two. There were first 1,000 elite Ukrainian forces that entered Kursk province, and then a day or two later we understood there were 10,000. And as of today, there is uncertainty of how many troops have been deployed to Kursk by the Ukrainians. It may be as many as 20,000.

02:49
The point, though, is that from the very beginning, this was an unusual event. Ukraine had concentrated its best-trained NATO-trained troops. They were equipped with most advanced NATO gear, and they were being given real-time assistance for satellite reconnaissance and command and control by NATO officers. This was, as the Russians quickly saw it, a NATO invasion of their own country. It was described in general Western media as the first invasion, foreign invasion of Russia since World War II. And so the Kursk operation stands by itself, apart from the overall war in Ukraine, as an event that marks an escalation and a further change in the nature of the war.

03:48
From the Russian standpoint, the Kursk operation is particularly dangerous, because the territory is being used by the Ukrainians to bring still closer to the Russian heartland their Western-supplied artillery, Western-supplied missiles of one kind or another. The status now is that, as you’ve just described, there has been, the Ukrainians are claiming some continuing advances. But let’s be frank about this. If, according to your report, they claimed that a day ago they had five square kilometers of territory gained, that represents nil. The original territory captured by the Ukrainian forces amounted to 100 square kilometers, sorry, 1,000 square kilometers plus 200 added shortly thereafter. And what kind of territory is this? And how did they succeed, and what was the meaning beyond tactics?

05:00
There was, we believe, a strategic objective, which they did not achieve. The strategic objective was to seize a nuclear power plant that’s perhaps 70 kilometers inland from the border. Had they done that, then the Ukrainians would have made a very significant achievement to bring the war to a more balanced state and to have something to talk to the Russians about, that is to say, exchanging that nuclear power plant for territory that the Russians had conquered in the Ukrainian lands, west of the line of confrontation. Indeed, this failed. And so the Ukrainians have a lot of territory, 1,200 square kilometers plus five square kilometers if they got that today. But this is farmland. This is low population density. From this area, 200,000 Russians were evacuated by their government. And the logic of that was to avoid their becoming casualties of the Ukrainian forces passing through their towns and their hamlets, and also to clear the area, so that it could be a free-fire zone for Russian forces seeking to recover it.

PressTV: 06:29
That’s right, Mr. Doctorow. We also have Mr. John Bosnich, journalist, activist and political analyst from Fredericton, Canada, joining us as well. Mr. Bosnich, glad you could make it to the program now. Mr. Bosnich, I wanted to talk about this as well. With the cold weather just around the corner, don’t you think Europe would be in trouble by hampering any chance of a truce deal with the invasion in the Kursk region? And do you think Russia would cut off its gas to Europe? Mr. Bosnich, can you hear us?

John Bosnich: 07:09
The possibility of a truce in the battle, in the conflict in Ukraine is highly unlikely from the Russian point of view. Russia now is in a situation to complete its conquest of the ethnic Russian regions of Ukraine, the former Ukraine, which are now officially, according to Russia, official integral parts of Russia. And there is no likelihood that Russia is going to retreat from those territories. There may be a cessation of hostilities, but it is unlikely that Russia will give up any of the territory that it currently holds, and it is more than likely that Russia plans to envelop and encircle and destroy the Ukrainian armed forces that have made the incursion into Russia proper near Kursk.

PressTV: 08:05
That’s right. Mr. Doctorow, I asked Mr. Bosnisch last time around, if you could answer in short, please. We wanted to know your thoughts as well. Why in this case we see the collective West supporting Ukraine, but it’s the opposite with the Palestinians? Why the double standards?

Doctorow:
The whole mission in Ukraine on behalf of the West has not had as its genuine purpose to recover Ukrainian land, to restore the territorial integrity, and all these high-sounding principles that we see in the mainstream media in the West. The actual motivation has been to weaken Russia; if possible, to impose a strategic defeat on Russia. Unfortunately, for the theorists behind this principle, you cannot impose a strategic defeat on a nuclear power. The nuclear weapons were devised or were developed during the last 30, 40 years by the West, by Russia, formerly the Soviet Union, as the intent to protect themselves against strategic defeat and against overwhelming forces of the other side. We can call the nuclear weapons tactical or otherwise. They are the equalizer of our age. They are what the Remington revolver was in the Wild West in the 19th century. The point is that the side that fears a loss will resort to nuclear weapons to ensure there is no loss. And so the basic principle underlying the Western mission is suicidal.

PressTV: 09:59
That’s right. And Mr. Bosnisch, to wrap this up, do you think, all in all, the war is a broader plan by the U.S., not just to weaken Russia but also Europe as well?

Bosnich: 10:16
US support is actually just an impediment to Ukraine, because the United States has made it clear from the very beginning that they are prepared to fight Russia to the very last Ukrainian. The United States is not sending its forces there. They might be sending some dual citizens in who have both Ukrainian and US citizenship. They’re ready to sacrifice those people. But what this is is a multi-headed hydra. The Ukrainian armed forces are considered to be expendable by the United States and by the EU. The EU is pushing the Ukrainians to fight for them as well.

We don’t see the Germans there. We don’t see the English there, except with their Special Forces. We don’t see the French there. So they’re prepared to kill as many Ukrainians and Russians as they can at the same time, because for them, it’s a net plus result, because they’re killing Slavs, and they’re getting Slavs to kill each other, while at the same time, they drive their military industrial complexes to produce another quarter of a trillion dollars worth of weapons. So it pumps up their economies. It kills Russians. It is intended to destabilize Russia, which of course has failed [to do]. Russia is now stronger economically than it has ever been. They have driven Russia into the arms of China, and China and Russia have linked arms and will never surrender in this conflict. That’s the key point. They will never surrender. They will outlast the Biden administration. They will outlast the administrations in Europe, in the EU, and they will outlast the sacrificial lamb of the Ukrainians.

12:15
And what we’re seeing here is the biggest example of a repetition of the Battle of Cannae. Cannae was a battle in which Carthage destroyed the Roman army by allowing them to attack into the center of their territory and then enveloped them on both sides and completely massacred the Roman armed forces during the time of the Roman Empire in 216 BC. So this is a battle that we will not have seen such a massacre since 2240 years ago. And I think that [when] we have this kind of a victory of Russian defenders over Ukrainian neo-Nazis and Ukrainian puppet military, financed and sent to their deaths by the West, we will see the general population of Ukraine turning against their own leaders who are filling their pockets with their percentage of the cut.

Zelensky is already a billionaire. His monies have been found in hidden bank accounts around the world. His people know that it’s a ripoff, and I do not think that the Ukrainian people can be fooled forever. We are looking at a probability of another several months of fighting before the Russian forces crush the Ukrainians completely, before the Russian forces make several new incursions in towards Kharkiv, and before they come to the final move, which will be the takeover of Kiev, together with troops from Belarus. What a disaster for the Slavic nations of both Russia and Ukraine, but an even bigger disaster for the warmongers in the West.

PressTV 14:15
On that note, I would like to thank both of our guests, Mr. John Bosnich, journalist, activist and political analyst from Fredericton, Canada, and also Mr. Gilbert Doctorow, independent international affairs analyst from Brussels. Gentlemen, thank you.

14:29
And thank you, dear viewers, for being with us. Take care.

Moskau: Drei Dörfer in der Ostukraine eingenommen // Iran’s Press TV gestern abend

Im Folgenden biete ich den Link zu einer Podiumsdiskussion auf Press TV des Iran an, an der auch John Bosnitch teilnahm, ein Kanadier, der sich von der autoritären, schwerfälligen Regierung in Ottawa nicht einschüchtern zu lassen scheint und seine Meinung gegen das Washingtoner Narrativ auf erfrischende Weise äußert.

https://www.urmedium.net/c/presstv/130630

Nachstehend des Transkript eines Lesers

PressTV: 00:02
Und jetzt ist es Zeit für den Nachrichtenrückblick, in dem wir eine der Top-Storys des Tages genauer unter die Lupe nehmen. Bleiben Sie also bei uns.

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben weitere Fortschritte bei ihrem Vorstoß in die russische Region Kursk im Westen gemacht.

Oleksandr Syrskyi (englische Synchonisation):
Die Operation in der Region Kursk geht weiter. Unsere Streitkräfte sind am vergangenen Tag bis zu zwei Kilometer vorgerückt. Sie haben die Kontrolle über fünf Quadratkilometer Gebiet übernommen.

PressTV:
Der oberste ukrainische Befehlshaber sagte am Freitag, in anderen Gebieten sei die Lage schwierig, aber unter Kontrolle. Russland hat sich noch nicht zu den Behauptungen der Ukraine über weitere Fortschritte geäußert. Unterdessen teilte die russische Armee mit, dass ihre Streitkräfte drei weitere Dörfer in der Ostukraine eingenommen hätten. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Streitkräfte hätten die Siedlungen in den ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk oder Lugansk und Charkiw eingenommen. Seit der Invasion in Kursk, als die Ukraine am 6. August in einer Überraschungsoffensive die russische Westgrenze durchbrach, ist der Krieg weiter eskaliert. Als Reaktion darauf hat Russland seine Militäroperationen in der Ukraine in den letzten Wochen intensiviert.

01:22
Um mehr darüber zu erfahren, haben wir jetzt Gilbert Doctorow, einen unabhängigen Analysten für internationale Angelegenheiten aus Brüssel, zu Gast. Herr Doctorow, willkommen bei der News Review-Sitzung. Herr Doctorow, was sind die Pläne und Taktiken, die wir derzeit verfolgen? Und warum steht die Region Kursk zum jetzigen Zeitpunkt im Mittelpunkt?

Gilbert Doctorow, PhD:
Alle waren ziemlich überrascht, als die ukrainischen Streitkräfte vor etwa zwei Wochen in Kursk einmarschiert sind. Kursk ist eine der Provinzen bzw. Oblaste der Russischen Föderation, die eine gemeinsame Grenze mit der Ukraine haben. Vor einigen Monaten gab es einen ähnlichen Einmarsch oder etwas, das wie ein ähnlicher Einmarsch aussah, in einer südlich von Kursk gelegenen Provinz namens Belgorod. Der Unterschied ist, dass es sich diesmal um eine sehr gut vorbereitete Invasion handelte und nicht nur um einen Überfall. Und das wurde nach ein oder zwei Tagen deutlich. Zuerst waren es 1.000 ukrainische Elitetruppen, die in die Provinz Kursk eindrangen, und ein oder zwei Tage später erfuhren wir, dass es 10.000 waren. Und bis heute ist unklar, wie viele Soldaten die Ukrainer nach Kursk verlegt haben. Es könnten bis zu 20.000 sein.

02:49
Der Punkt ist jedoch, dass dies von Anfang an ein ungewöhnliches Ereignis war. Die Ukraine hatte ihre bestausgebildeten, von der NATO ausgebildeten Truppen konzentriert. Sie waren mit der modernsten NATO-Ausrüstung ausgestattet und wurden von NATO-Offizieren in Echtzeit bei der Satellitenaufklärung und der Führung unterstützt. Dies war, wie die Russen schnell erkannten, eine NATO-Invasion in ihrem eigenen Land. In den westlichen Medien wurde sie allgemein als die erste Invasion, eine ausländische Invasion in Russland seit dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Und so steht die Kursk-Operation für sich allein, abgesehen vom Krieg in der Ukraine insgesamt, als ein Ereignis, das eine Eskalation und eine weitere Veränderung des Charakters des Krieges markiert.

03:48
Aus russischer Sicht ist die Kursk-Operation besonders gefährlich, weil das Gebiet von den Ukrainern genutzt wird, um ihre vom Westen gelieferte Artillerie und die eine oder andere vom Westen gelieferte Rakete noch näher an das russische Kernland heranzubringen. Der Stand der Dinge ist, dass es, wie Sie soeben beschrieben haben, nach ukrainischen Angaben einige weitere Fortschritte gegeben hat. Aber lassen Sie uns offen darüber reden. Wenn sie nach Ihrem Bericht behaupten, dass sie vor einem Tag fünf Quadratkilometer Territorium gewonnen haben, dann ist das gleich null. Das ursprünglich von den ukrainischen Streitkräften eroberte Gebiet belief sich auf 100 Quadratkilometer, pardon, 1.000 Quadratkilometer plus 200, die kurz darauf hinzukamen. Und was für ein Gebiet ist das? Und wie haben sie das geschafft, und was bedeutet das über die Taktik hinaus?

05:00
Wir glauben, dass es ein strategisches Ziel gab, das sie nicht erreicht haben. Das strategische Ziel bestand darin, ein Kernkraftwerk einzunehmen, das vielleicht 70 Kilometer landeinwärts von der Grenze liegt. Hätten sie das geschafft, dann hätten die Ukrainer einen sehr bedeutenden Erfolg erzielt, um den Krieg in einen ausgeglicheneren Zustand zu bringen und etwas zu haben, worüber sie mit den Russen sprechen könnten, nämlich den Austausch dieses Kernkraftwerks gegen Territorium, das die Russen in den ukrainischen Gebieten, westlich der Konfrontationslinie, erobert hatten. Das ist in der Tat gescheitert. Und so haben die Ukrainer eine Menge Territorium, 1.200 Quadratkilometer plus fünf Quadratkilometer, wenn sie das heute bekommen würden. Aber das ist Ackerland. Die Bevölkerungsdichte ist gering. Aus diesem Gebiet wurden 200.000 Russen von ihrer Regierung evakuiert. Die Logik dahinter war, zu verhindern, dass sie Opfer der ukrainischen Streitkräfte werden, die durch ihre Städte und Dörfer ziehen, und das Gebiet zu räumen, damit es für die russischen Streitkräfte, die es zurückerobern wollen, eine freie Feuerzone sein kann.

PressTV: 06:29
Das ist richtig, Herr Doctorow. Wir haben auch Herrn John Bosnich, Journalist, Aktivist und politischer Analyst aus Fredericton, Kanada, bei uns. Herr Bosnich, schön, dass Sie es jetzt in die Sendung geschafft haben. Herr Bosnich, ich wollte auch über dieses Thema sprechen. Glauben Sie nicht, dass Europa angesichts der bevorstehenden kalten Jahreszeit in Schwierigkeiten geraten würde, wenn es die Chance auf einen Waffenstillstand mit der Invasion in der Region Kursk vereitelt? Und glauben Sie, dass Russland sein Gas nach Europa abstellen würde? Herr Bosnich, können Sie uns hören?

John Bosnich: 07:09
Die Möglichkeit eines Waffenstillstands im Konflikt in der Ukraine ist aus russischer Sicht höchst unwahrscheinlich. Russland ist jetzt in der Lage, seine Eroberung der ethnisch russischen Regionen der Ukraine, der ehemaligen Ukraine, abzuschließen, die nun offiziell, nach russischer Auffassung, integraler Bestandteil Russlands sind. Und es ist unwahrscheinlich, dass Russland sich aus diesen Gebieten zurückziehen wird. Es mag eine Einstellung der Feindseligkeiten geben, aber es ist unwahrscheinlich, dass Russland irgendeines der Gebiete, die es derzeit hält, aufgeben wird, und es ist mehr als wahrscheinlich, dass Russland plant, die ukrainischen Streitkräfte, die in der Nähe von Kursk in Russland eingedrungen sind, einzukesseln und zu vernichten.

PressTV: 08:05
Ja, das ist richtig. Herr Doctorow, ich habe Herrn Bosnisch beim letzten Mal gefragt, ob Sie bitte kurz antworten könnten. Wir wollten auch Ihre Gedanken dazu wissen. Warum unterstützt in diesem Fall der kollektive Westen die Ukraine, aber bei den Palästinensern ist es genau umgekehrt? Warum diese Doppelmoral?

Doctorow:
Die gesamte Mission in der Ukraine im Namen des Westens hatte nicht zum Ziel, ukrainisches Land zurückzugewinnen, die territoriale Integrität wiederherzustellen und all diese hochtrabenden Prinzipien, die wir in den westlichen Mainstream-Medien sehen. Die eigentliche Motivation bestand darin, Russland zu schwächen; wenn möglich, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen. Aber sie können – aus der Sicht der die Theoretiker dieses Prinzips „leider“ – einer Atommacht keine strategische Niederlage beibringen. Die Atomwaffen wurden in den letzten 30, 40 Jahren vom Westen, von Russland, der früheren Sowjetunion, mit der Absicht entwickelt, sich gegen eine strategische Niederlage und gegen die Übermacht der anderen Seite zu schützen. Wir können die Atomwaffen taktisch oder anders nennen. Sie sind der Gleichmacher unserer Zeit. Sie sind das, was der Remington-Revolver im Wilden Westen des 19. Jahrhunderts war. Der Punkt ist, dass die Seite, die einen Verlust befürchtet, zu Atomwaffen greift, um sicherzustellen, dass es keinen Verlust gibt. Und so ist das Grundprinzip der Western-Mission selbstmörderisch.

PressTV: 09:59
Ja, das ist richtig. Und Herr Bosnisch, um das Ganze abzuschließen: Glauben Sie, dass der Krieg insgesamt ein umfassenderer Plan der USA ist, nicht nur um Russland zu schwächen, sondern auch Europa?

Bosnich: 10:16
Die Unterstützung der USA ist eigentlich nur ein Hindernis für die Ukraine, denn die Vereinigten Staaten haben von Anfang an deutlich gemacht, dass sie bereit sind, Russland bis zum letzten Ukrainer zu bekämpfen. Die Vereinigten Staaten entsenden keine eigenen Truppen dorthin. Sie schicken vielleicht einige Doppelbürger dorthin, die sowohl die ukrainische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen. Sie sind bereit, diese Menschen zu opfern. Aber es handelt sich um eine mehrköpfige Hydra. Die ukrainischen Streitkräfte werden von den Vereinigten Staaten und der EU als entbehrlich angesehen. Die EU drängt die Ukrainer dazu, auch für sie zu kämpfen.

Wir sehen die Deutschen dort nicht. Wir sehen die Engländer dort nicht, außer mit ihren Spezialeinheiten. Wir sehen die Franzosen dort nicht. Sie sind also bereit, so viele Ukrainer und Russen wie möglich gleichzeitig zu töten, denn für sie ist das ein positives Ergebnis, weil sie Slawen töten und die Slawen dazu bringen, sich gegenseitig zu töten, während sie gleichzeitig ihre militärisch-industriellen Komplexe dazu bringen, weitere Waffen im Wert von einer Viertel Billion Dollar zu produzieren. So pumpen sie ihre Wirtschaft auf. Es tötet Russen. Damit soll Russland destabilisiert werden, was natürlich nicht gelungen ist. Russland ist jetzt wirtschaftlich stärker als je zuvor. Sie haben Russland in die Arme Chinas getrieben, und China und Russland haben ihre Waffen verbunden und werden in diesem Konflikt niemals aufgeben. Das ist der entscheidende Punkt. Sie werden niemals kapitulieren. Sie werden die Biden-Regierung überdauern. Sie werden die Regierungen in Europa, in der EU, überdauern, und sie werden das Opferlamm der Ukrainer überdauern.

12:15
Und was wir hier sehen, ist das beste Beispiel für eine Wiederholung der Schlacht von Cannae. Cannae war eine Schlacht, in der Karthago die römische Armee zerstörte, indem es ihnen erlaubte, in das Zentrum ihres Territoriums einzudringen, und sie dann auf beiden Seiten einkesselte und die römischen Streitkräfte während der Zeit des Römischen Reiches 216 v. Chr. vollständig massakrierte. Dies ist also eine Schlacht, wie wir sie seit 2240 Jahren nicht mehr gesehen haben. Und ich denke, dass [wenn] wir einen Sieg der russischen Verteidiger über die ukrainischen Neonazis und das ukrainische Marionettenmilitär haben, das vom Westen finanziert und in den Tod geschickt wurde, werden wir erleben, dass sich die allgemeine Bevölkerung der Ukraine gegen ihre eigenen Führer wendet, die sich mit ihrem Anteil am Gewinn die Taschen füllen.

Zelensky ist bereits Milliardär. Seine Gelder wurden auf versteckten Bankkonten in der ganzen Welt gefunden. Seine Leute wissen, dass es sich um eine Abzocke handelt, und ich glaube nicht, dass das ukrainische Volk ewig getäuscht werden kann. Es ist wahrscheinlich, dass die Kämpfe noch mehrere Monate andauern werden, bevor die russischen Streitkräfte die Ukrainer vollständig zerschlagen, bevor die russischen Streitkräfte mehrere neue Vorstöße in Richtung Charkiw unternehmen und bevor sie zum letzten Schritt kommen, der die Übernahme Kiews zusammen mit weißrussischen Truppen sein wird. Was für eine Katastrophe für die slawischen Völker sowohl Russlands als auch der Ukraine, aber eine noch größere Katastrophe für die Kriegstreiber im Westen.

PressTV 14:15
In diesem Sinne möchte ich unseren beiden Gästen danken, Herrn John Bosnich, Journalist, Aktivist und politischer Analyst aus Fredericton, Kanada, und Herrn Gilbert Doctorow, unabhängiger Analyst für internationale Angelegenheiten aus Brüssel. Meine Herren, ich danke Ihnen.

14:29
Und ich danke Ihnen, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, dass Sie bei uns waren. Machen Sie es gut.




Россия не белая и пушистая: Russia is not white and furry

Several times I have said on the Judging Freedom program that “Russians are not bunny rabbits.”  By this I was reminding my peers and the audience at large that Russia is not a country of chumps, as for example Paul Craig Roberts has been saying for some time in his critiques of what he considers Mr. Putin’s excessive caution and turning the cheek when slapped by Washington. No, I insist that Mr. Putin and his government can bring to bear the mailed fist when so required. And while the Kremlin is not very capable of fighting the Information War externally, as for example via RT, they do pretty well at home with their own citizenry via state television.

If the Kremlin does well combating U.S. State Department propaganda and tendentious reporting by Western mainstream in its home ‘market,’ Russia is doing so without applying censorship. No, I insist that Russian media are freer than our own in Europe. I note parenthetically that the USA is a separate case precisely because of the Trump phenomenon and the split of voters into two roughly equal opposing camps which makes attempts at censorship unworkable or very difficult, however much the McCarthyites in power would wish for it.

Unlike France, Germany, Belgium, etc., the Russian government has much more confidence in the common sense and patriotism of its countrymen and what you find in Russian media, both official television and privately run news portals, is very extensive exposure of what major media in the West are saying. The most authoritative talk shows, the best news programs will daily give long citations from The Financial Times, Forbes, The Wall Street Journal, Politico, Foreign Affairs magazine for their viewers to digest. Video will be re-posted from CNN or Fox News, among others. What I see is not one-liners taken out of context, but a couple of pages of articles or several minutes of video that are a fair presentation of what the enemies of Russia are saying.

Now, to be sure, disproportionately high Russian news coverage of media and events in the USA and Europe compared to what the USA and European media have to say about Russia is purely in line with the balance of news coverage in the USA, foreign and domestic, versus the same balance in countries of the Rest of the World. The USA is, by definition, the center of the universe and has far less interest in the ROW than vice versa.

But Russia is in an Information War with the USA, so the rather fair-handed coverage of our major media is worth remarking here.

So much for Russian state coverage of Western major media.  But what about Western alternative media?  What I say here is based on the coverage of the two interview programs with large U.S. and global audiences in which I have been taking part for the past several months:  Judging Freedom and Dialogue Works.

The best known of their interviewees, for example Scott Ritter and Larry Johnson, have long been shown in video clips from these and other Western interview programs posted on Sixty Minutes or Evening with Vladimir Solovyov, for example. Not on a daily basis, but from time to time.

As a newcomer to this media game, I have not been shown on Russian state television in any coverage of the Western interview shows. But I have received short newspaper and news portal coverage for isolated statements I have made on these shows which the media bosses in Russia found useful to reconfirm the Kremlin’s positions on things like U.S. direction of the Kursk invasions as a casus belli. Here we have a kind of closed loop:  foreigner hears a position on Russian state news, foreigner repeats that position in a Western televised interview, foreigner is then featured in an article appearing in Russian media as proof of the validity of the Kremlin position.

With respect to my saying that the American close direction and supply of the Kursk invasion is a casus belli available to the Kremlin, this was picked up and presented as a self-standing article in the past two days by not one but by a dozen Russian major newspapers and portals, including that of the main carrier of all Russian state television programs on the internet, smotrim.ru  

I am not being judgmental, just describing what is going on. Does this conform to the ‘useful idiot’ slander that Neocons have always applied to us, the Opposition? Of course, it does. HOWEVER, what those slanderers would miss in this case is that the closed loop was being used to make a programmatic statement or warning to Washington, which Messrs Blinken and Austin and Sullivan would do well to remark: “we Russians are ready to declare war on you.” To which side is this ‘useful idiot’ being more useful?

There is more to the story, and that is what I present to you now.

A Russian news portal has just posted a summary of my remarks on my latest chat with Nima Alkhorshid on Dialogue Works under the title given above, which is an appropriate translation into Russian of my remark that ‘Russians are not bunny rabbits.’

I post this article below in the Russian original for those readers with a command of the language, or to those who want to run the text through Google. You will find that they are repeating everything I said about American experts on Russia in universities keeping quiet lest they be fired, so that their expertise is not being brought to bear on the very important policy questions being decided now in Washington behind closed doors. Still more interesting, they repeat what I said about the Kremlin using my peers who are on youtube daily to disseminate false or deceptive information given them by their backchannel buddies in Russia.  That last point is not at all flattering to the Kremlin, yet it is in internet portals there.

Moreover, complete broadcasts of Judging Freedom and of Dialogue Works are now being re-posted on rutube.ru and on dzen.ru, the Russian counterpart to Google, with Russian language voice over in what is often a very professional translation.  This means that Russian internet users can access a very good sampling of what the Opposition to the Washington narrative is saying, regardless of whether compliments or brickbats are being sent to the doors of the Kremlin. I invite you to give this a try: both interviews from the last three days are up on the Russian internet.

With this I end my case that whatever Iron Curtain exists today between Russia and the West has been lowered on the Western side, not on the Russian side.

©Gilbert Doctorow, 2024

Website: https://www.9111.ru/questions/77777777724130983/

Гилберт Доктороу о вторжении Украины в Курск Первый истребитель F-16 Украины уничтожен

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Россия не белая и пушистая: Russland ist nicht weiß und hat kein Fell

In der Sendung Judging Freedom habe ich mehrmals gesagt, dass „Russen keine Kaninchen sind“. Damit wollte ich meine Kollegen und das Publikum insgesamt daran erinnern, dass Russland kein Land von Dummköpfen ist, wie zum Beispiel Paul Craig Roberts seit einiger Zeit in seiner Kritik an der seiner Meinung nach übertriebenen Vorsicht und dem Hinhalten der Wange von Herrn Putin, wenn er von Washington geohrfeigt wird, sagt. Nein, ich bestehe darauf, dass Putin und seine Regierung die geballte Faust einsetzen können, wenn dies erforderlich ist. Und während der Kreml nicht sehr gut in der Lage ist, den Informationskrieg nach außen hin zu führen, zum Beispiel über RT, ist er zu Hause bei seinen eigenen Bürgern über das staatliche Fernsehen ziemlich gut.

Wenn der Kreml gut gegen die Propaganda des US-Außenministeriums und die tendenziöse Berichterstattung des westlichen Mainstreams auf seinem heimischen „Markt“ vorgeht, so tut Russland dies, ohne Zensur anzuwenden. Nein, ich behaupte, dass die russischen Medien freier sind als unsere in Europa. In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass die USA gerade wegen des Phänomens Trump und der Spaltung der Wähler in zwei etwa gleich große, gegensätzliche Lager einen Sonderfall darstellen, der Zensurversuche unmöglich oder sehr schwierig macht, so sehr sich die McCarthyianer an der Macht dies auch wünschen würden.

Im Gegensatz zu Frankreich, Deutschland, Belgien usw. hat die russische Regierung viel mehr Vertrauen in den gesunden Menschenverstand und den Patriotismus ihrer Landsleute, und in den russischen Medien, sowohl im offiziellen Fernsehen als auch in den privat betriebenen Nachrichtenportalen, werden die Aussagen der großen westlichen Medien sehr ausführlich wiedergegeben. Die seriösesten Talkshows und die besten Nachrichtensendungen bringen täglich lange Zitate aus der Financial Times, Forbes, dem Wall Street Journal, Politico und demMagazin Foreign Affairs, damit die Zuschauer sie verdauen können. Videos u.a. von CNN oder Fox News werden wiedergegeben. Was ich sehe, sind das keine aus dem Zusammenhang gerissenen Einzeiler, sondern ein paar Seiten der Artikel oder mehrere Minuten Video, die eine faire Darstellung dessen sind, was die Feinde Russlands sagen.

Die überproportionale russische Berichterstattung über Medien und Ereignisse in den USA und Europa im Vergleich zu dem, was die Medien in den USA und Europa über Russland zu sagen haben, entspricht natürlich dem Gleichgewicht der Nachrichtenberichterstattung in den USA, sowohl im Ausland als auch im Inland, im Vergleich zu demselben Gleichgewicht in den Ländern der übrigen Welt. Die USA sind per definitionem das Zentrum des Universums und haben weit weniger Interesse an der übrigen Welt als umgekehrt.

Aber Russland befindet sich in einem Informationskrieg mit den USA, und deshalb ist die recht unparteiische Berichterstattung über unsere großen Medien hier erwähnenswert.

So viel zur russischen Staatsberichterstattung über westliche Großmedien. Aber was ist mit den westlichen Alternativmedien? Was ich hier sage, basiert auf der Berichterstattung über die beiden Interview-Sendungen mit großem US-amerikanischem und weltweitem Publikum, an denen ich in den letzten Monaten teilgenommen habe: Judging Freedom und Dialogue Works.

Die bekanntesten Interviewpartner, z.B. Scott Ritter und Larry Johnson, werden seit langem in Videoclips dieser und anderer westlicher Interviewprogramme gezeigt, die z.B. auf Sechzig Minuten oder Abend mit Vladimir Solovyov zu sehen sind. Nicht täglich, aber von Zeit zu Zeit.

Als Neuling in diesem Medienspiel bin ich im russischen Staatsfernsehen in keiner Berichterstattung über die westlichen Interviewshows gezeigt worden. Aber ich habe kurze Berichte in Zeitungen und Nachrichtenportalen über einzelne Äußerungen erhalten, die ich in diesen Sendungen gemacht habe und die von den Medienbossen in Russland als nützlich empfunden wurden, um die Positionen des Kremls zu Dingen wie der Steuerung der Kursk-Invasionen durch die USA als casus belli zu bestätigen. Hier haben wir eine Art geschlossenen Kreislauf: Ein Ausländer hört einen Standpunkt in den russischen Staatsnachrichten, ein Ausländer wiederholt diesen Standpunkt in einem westlichen Fernsehinterview, ein Ausländer wird dann in einem Artikel in den russischen Medien als Beweis für die Gültigkeit des Kreml-Standpunkts angeführt.

Was meine Behauptung betrifft, dass die enge Führung und Versorgung der Kursk-Invasion durch die Amerikaner ein casus belli für den Kreml ist, so wurde dies in den vergangenen zwei Tagen nicht nur von einer, sondern von einem Dutzend großer russischer Zeitungen und Portale aufgegriffen und als eigenständiger Artikel präsentiert, darunter auch von dem Hauptträger aller russischen staatlichen Fernsehprogramme im Internet, smotrim.ru.

Ich bin nicht wertend, ich beschreibe nur, was vor sich geht. Entspricht dies der Verleumdung des „nützlichen Idioten“, die die Neocons schon immer auf uns, die Opposition, angewendet haben? Natürlich, das tut es. JEDOCH, was diese Verleumder in diesem Fall übersehen ist, dass der geschlossene Kreislauf genutzt wurde, um eine programmatische Erklärung oder Warnung an Washington abzugeben, die die Herren Blinken und Austin und Sullivan gut daran täten, zu bemerken: „Wir Russen sind bereit, euch den Krieg zu erklären.“ Für welche Seite ist dieser „nützliche Idiot“ nützlicher?

Die Geschichte hat noch mehr zu bieten, und das möchte ich Ihnen jetzt präsentieren.

Ein russisches Nachrichtenportal hat soeben eine Zusammenfassung meiner Bemerkungen zu meinem letzten Chat mit Nima Alkhorshid auf Dialogue Works unter dem oben genannten Titel veröffentlicht, der eine angemessene Übersetzung meiner Bemerkung ins Russische ist, dass „Russen keine Kaninchen sind“.

Ich stelle diesen Artikel nachstehend im russischen Original für diejenigen Leser zur Verfügung, die der Sprache mächtig sind, oder für diejenigen, die den Text über Google abrufen möchten. Sie werden feststellen, dass sie alles wiederholen, was ich über amerikanische Russlandexperten an den Universitäten gesagt habe, die schweigen, um nicht gefeuert zu werden, so dass ihr Fachwissen nicht in die sehr wichtigen politischen Fragen einfließt, die jetzt in Washington hinter verschlossenen Türen entschieden werden. Noch interessanter ist, dass sie wiederholen, was ich über den Kreml gesagt habe, der meine Kollegen, die täglich auf youtube zu sehen sind, dazu benutzt, falsche oder irreführende Informationen zu verbreiten, die ihnen von ihren Hintermännern in Russland gegeben werden. Dieser letzte Punkt ist keineswegs schmeichelhaft für den Kreml, steht aber in den dortigen Internetportalen.

Darüber hinaus werden vollständige Sendungen von Judging Freedom und von Dialogue Works jetzt auf rutube.ru und dzen.ru, dem russischen Pendant zu Google, mit russischer Sprachausgabe in einer oft sehr professionellen Übersetzung veröffentlicht. Das bedeutet, dass russische Internetnutzer einen sehr guten Überblick über die Äußerungen der Opposition zum Washingtoner Narrativ erhalten können, unabhängig davon, ob Komplimente oder Ziegelsteine an die Türen des Kremls geschickt werden. Ich lade Sie ein, dies auszuprobieren: beide Interviews der letzten drei Tage sind im russischen Internet abrufbar.

Damit schließe ich mein Plädoyer dafür, dass der Eiserne Vorhang, der heute zwischen Russland und dem Westen besteht, von der westlichen Seite aufgestellt wurde, nicht von der russischen Seite.

Website: https://www.9111.ru/questions/77777777724130983/

Гилберт Доктороу о вторжении Украины в Курск Первый истребитель F-16 Украины уничтожен

Zelensky’s silence on F-16 crash raises eyebrows | WION Fineprint

Zelensky’s silence on F-16 crash raises eyebrows | WION Fineprint

Responding to requests for comment on breaking news from major broadcasters is fast becoming a 24/7 task.  I do not complain, because preparing for each of these chats is stimulating and takes me into ever wider concentric rings of the Russian-Ukrainian war.

A couple of hours ago, I joined the Indian broadcaster WION for a discussion that lasted a few minutes but was heavy on content. The subject was the crash of an F-16 that had just entered service in Ukraine. The event took place three days ago but was announced by Kiev only now. It cost the life of Ukraine’s most experienced and celebrated pilot. And it raised many questions, foremost among them whether the plane had been downed by the Russians or by ‘friendly fire’ while it was chasing cruise missiles launched by Russia and heading towards targets in Ukraine.

A scandal erupted in Kiev over the past several hours when a Rada member went public with her allegation that the jet had been downed by an American supplied Patriot air-defense missile.  This immediately brought a harsh response from the head of the Ukrainian air force who denounced the lady parliamentarian for besmirching the honor of his fighting units, saying she may be brought to justice for this. Meanwhile, the Russians have been silent, neither denying nor confirming their responsibility for the incident. And Ukrainian official sources say that the F-16 was not hit by enemy fire. Their investigation has given tentative findings which they as yet are not disclosing.

See  https://www.youtube.com/watch?v=Y3hOrEVuMh8

Transcript below by a reader, followed by translation into German (Andreas Mylaeus)

Mohammed Saleh, WION: 0:00
The Ukraine’s much-vaunted F-16 program has suffered a critical setback. The loss of both an advanced fighter jet and one of its few trained pilots deals a pretty significant blow to Kiev’s air defense capabilities, raising some serious questions about the future of its aerial warfare strategy using the F-16 fighter jets supplied by American allies to take on the Russian onslaught. And also, did Volodymyr Zelensky try to hide the tragic loss of the jet and the pilot? Our next report gives more details.

1:01
Russia on Monday launched a large-scale assault on Ukraine, firing over a hundred missiles and nearly as many drones. Half of Ukraine was under attack. Fending off the biggest Russian forces in an assault, Ukrainian air defense systems were stretched to their maximum. It now appears that the events took a stunning turn that day. A Ukrainian F-16 fighter jet crashed, killing its pilot during a mission to fend off the Russian missile barrage.

The tragic event marks the first reported destruction of an F-16 in Ukraine, a mere week after the country received its initial batch of advanced fighters. The timing couldn’t be more critical, as Ukraine had only recently integrated six of these American-made aircraft into its defense arsenal, with a limited number of pilots trained to operate them. Interestingly, on Tuesday, a day after the tragedy, President Zelensky publicly praised the Ukrainian Air Force for using the F-16s to destroy Russian missiles and drones, but did not mention the fatal crash.

Zelensky: 2:26
You said about F-16, very good result, very good. Nobody talked about it, but we destroyed already– in this huge attack of Russians, we destroyed already some missiles and drones using the F-16. I will not share how many, but we did it, thanks to partners that they gave us F-16s, provided to us.

WION Euroreport: 2:50
This omission has sparked speculation about whether Zelensky was withholding information to maintain morale or downplaying the loss of such a valuable asset. The F-16s delivered just weeks ago are crucial to Ukraine’s efforts to counter Russia’s superior air power. With only a handful of these jets and even fewer trained pilots, the loss of one so early in their deployment could be a significant blow to Ukraine’s strategic plans.

Zelenskyy claims that Kiev needs 120 to 130 F-16 tactical fighters or other advanced warplanes to take on the much superior Russian air force. The big question is: will the crash of the American-made jet make its western allies think twice before sending them to Ukraine? Euroreport, WION, World Is One.

WION (studio): 3:55
All right. Here to discuss more of this, we’re being joined by Dr. Gilbert Doctorow, an international affairs analyst, author and historian, who joins us live from Brussels.

Dr. Doctorow, thank you very much indeed for joining us here on WION. And let me start off by asking you this: the fact that an F-16 fighter jet, about which there’s been a huge amount of debate — Ukraine has been asking for it; the Western allies have been delaying it. Eventually, the Ukrainian pilots were trained. But now Ukraine has ended up losing one of these planes in some pretty controversial circumstances. It’s being said that it crashed on its own, but there are reports which also say that perhaps it could have been shot down as well. What’s your take on this?

Doctorow: 4:39
Well, the discussion, as I’ve seen, is that at present state, that a member of the Raja, the Parliament of Ukraine, Madame Gezugla, has made claims that the F-16 was shot down by a US Patriot anti-aircraft missile. And that was denounced by the head of the Ukrainian Air Force, Mr. Aleshchuk, who said that she might be brought to justice for making these claims that besmirch the honor of the Ukrainian Air Force. That is, to my knowledge, the latest state of play.

5:10
Of course, the interesting thing here is if indeed it was friendly fire– and I can say that the Ukrainians unanimously are denying that it was hostile fire that brought down the plane– if it was friendly fire, that is very perplexing, because to the information I’ve received, so much of the battlefield activity, operations, is being directed by the United States remotely and partly in place, and that the United States has a superior command and control infrastructure operating what is going on in Ukraine. Therefore, that a Patriot missile would intercept a Ukrainian F-16 shows, if it happens, a real breakdown in that system.

WION: 6:09
I think that’s an important point that you’ve brought up. And also the fact that the Russians are being very quiet about this, the fact that an F-16 fighter jet, the news of this came much later, almost three days since the incident happened, and it came via a report in the “Wall Street Journal”. Why do you think the Russians have been silent about an F-16 fighter jet going down?

Doctorow: 6:31
Well, by their silence, they allow one to suppose that they were responsible for bringing it down, which is very much in their interests, since Mr. Belousov, the Minister of Defense, and others in the Russian government have said that they would dispatch, they would eliminate, liquidate the F-16s within a few weeks. So if one went down within the first week of its operation, that’s already 17 percent of the Ukrainian F-16 air force that’s just been knocked out. And so the Russians can be coy, they can just sit back and let the Ukrainians bicker among themselves.

WION: 7:10
All right, and my final quick question to you is this: what do you think will happen to the strategy where Ukraine had been asking for F-16 fighter jets? Will the Western nations now be willing to send more F-16 fighter jets to Ukraine?

Doctorow:
Well, they probably will. The issue is not the F-16s as such. They’re very nice flying machines. The question is what they are equipped with. This plane, if it went down as described, was equipped in a way that the Russians could not take exception to. It was being used to bring down cruise missiles, and the Ukrainians said that it shot down, in fact, three Russian cruise missiles on Ukrainian territory, or the missiles approaching Ukrainian territory. The Russians have no objection to that.

7:56
The problem is how else these F-16s would be used. And the most likely way they’d be used is to equip them with Storm Shadow or the French Scalp medium- to long-range missiles, or most objectionable, to the Russians, if they are equipped with the American JASSM missles, which … stealth series that is they’re very difficult to detect, therefore very difficult to down. All of these missiles have the potential of 500 kilometers or more and could cause great damage to civilian and military infrastructure in Russia which is a casus belli that would–

WION: 8:41
Okay. all right, thank you very much indeed, Dr. Doctorow, for joining us and getting us all those details. Thank you very much.

Doctorow:
Now thanks for having me.

WION: 8:49
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Zelenskys Schweigen zum F-16-Absturz wirft Fragen auf | WION Fineprint

Die Beantwortung von Anfragen nach Kommentaren zu aktuellen Nachrichten von großen Sendern wird schnell zu einer 24/7-Aufgabe. Ich beschwere mich nicht, denn die Vorbereitung auf jeden dieser Chats ist anregend und führt mich in immer weitere konzentrische Ringe des russisch-ukrainischen Krieges.

Vor ein paar Stunden nahm ich an einer Diskussion des indischen Senders WION teil, die nur wenige Minuten dauerte, aber sehr inhaltsreich war. Es ging um den Absturz einer F-16, die gerade in der Ukraine in Dienst gestellt worden war. Das Ereignis ereignete sich vor drei Tagen, wurde aber erst jetzt von Kiew bekannt gegeben. Er kostete den erfahrensten und bekanntesten Piloten der Ukraine das Leben. Und es warf viele Fragen auf, vor allem die, ob das Flugzeug von den Russen oder durch „friendly fire“ abgeschossen wurde, während es von Russland abgeschossene Marschflugkörper verfolgte, die auf Ziele in der Ukraine gerichtet waren.

In den letzten Stunden kam es in Kiew zu einem Skandal, als ein Mitglied der Rada mit der Behauptung an die Öffentlichkeit ging, der Jet sei von einer amerikanischen Patriot-Luftabwehrrakete abgeschossen worden. Daraufhin reagierte der Chef der ukrainischen Luftwaffe mit scharfen Worten: Die Parlamentarierin habe die Ehre seiner Kampfeinheiten beschmutzt und könne dafür vor Gericht gestellt werden. In der Zwischenzeit haben die Russen geschwiegen und ihre Verantwortung für den Vorfall weder geleugnet noch bestätigt. Und aus offiziellen ukrainischen Quellen verlautet, dass die F-16 nicht von feindlichem Feuer getroffen wurde. Ihre Untersuchung hat zu vorläufigen Ergebnissen geführt, die sie jedoch noch nicht bekannt geben.

Siehe  https://www.youtube.com/watch?v=Y3hOrEVuMh8

Nachstehend das Transkript eines Lesers

Mohammed Saleh, WION: 0:00
Das vielgepriesene F-16-Programm der Ukraine hat einen schweren Rückschlag erlitten. Der Verlust eines hochmodernen Kampfjets und eines seiner wenigen ausgebildeten Piloten ist ein schwerer Schlag für die Luftverteidigungskapazitäten Kiews und wirft ernsthafte Fragen über die Zukunft der Luftkriegsstrategie auf, bei der die von amerikanischen Verbündeten gelieferten F-16-Kampfjets eingesetzt werden, um den russischen Angriffen zu begegnen. Und hat Volodymyr Zelensky versucht, den tragischen Verlust des Jets und des Piloten zu vertuschen? Unser nächster Bericht enthält weitere Einzelheiten.

1:01
Russland hat am Montag einen groß angelegten Angriff auf die Ukraine gestartet und über hundert Raketen und fast ebenso viele Drohnen abgefeuert. Die Hälfte der Ukraine war unter Beschuss. Die ukrainischen Luftabwehrsysteme wurden bis an ihre Grenzen belastet, um die größten russischen Streitkräfte abzuwehren, die an einem Angriff beteiligt waren. Wie sich nun herausstellte, nahmen die Ereignisse an diesem Tag eine verblüffende Wendung. Ein ukrainischer F-16-Kampfjet stürzte ab und tötete seinen Piloten während eines Einsatzes zur Abwehr des russischen Raketenbeschusses.

Dieser tragische Vorfall ist der erste gemeldete Abschuss einer F-16 in der Ukraine, nur eine Woche, nachdem das Land seine erste Ladung moderner Kampfflugzeuge erhalten hat. Der Zeitpunkt könnte nicht kritischer sein, da die Ukraine erst vor kurzem sechs dieser in den USA hergestellten Flugzeuge in ihr Verteidigungsarsenal integriert hat und nur eine begrenzte Anzahl von Piloten für den Einsatz dieser Flugzeuge ausgebildet wurde. Interessanterweise lobte Präsident Zelensky am Dienstag, einen Tag nach der Tragödie, öffentlich die ukrainische Luftwaffe für den Einsatz der F-16 zur Zerstörung russischer Raketen und Drohnen, erwähnte aber nicht den tödlichen Absturz.

Zelensky: 2:26
Sie sagten über die F-16, sehr gutes Ergebnis, sehr gut. Niemand hat darüber gesprochen, aber wir haben bereits – bei diesem großen Angriff der Russen – einige Raketen und Drohnen mit der F-16 zerstört. Ich werde nicht sagen, wie viele, aber wir haben es geschafft, dank der Partner, dass sie uns F-16 gegeben haben, die uns zur Verfügung gestellt wurden.

WION Euroreport: 2:50
Dieses Versäumnis hat Spekulationen darüber ausgelöst, ob Zelensky Informationen zurückhält, um die Moral aufrechtzuerhalten, oder ob er den Verlust eines so wertvollen Objekts herunterspielt. Die erst vor wenigen Wochen gelieferten F-16 sind von entscheidender Bedeutung für die Bemühungen der Ukraine, Russlands überlegene Luftstreitkräfte zu bekämpfen. Da es nur eine Handvoll dieser Jets und noch weniger ausgebildete Piloten gibt, könnte der Verlust eines dieser Jets zu einem so frühen Zeitpunkt des Einsatzes einen schweren Schlag für die strategischen Pläne der Ukraine bedeuten.

Zelenskyy behauptet, dass Kiew 120 bis 130 taktische F-16-Kampfflugzeuge oder andere moderne Kampfflugzeuge benötigt, um es mit der weit überlegenen russischen Luftwaffe aufnehmen zu können. Die große Frage ist: Wird der Absturz des amerikanischen Jets die westlichen Verbündeten dazu veranlassen, zweimal darüber nachzudenken, ob sie diese Flugzeuge in die Ukraine schicken? Euroreport, WION, World Is One.

WION (studio): 3:55
Nun gut. Um mehr darüber zu erfahren, haben wir Dr. Gilbert Doctorow, einen Analysten für internationale Angelegenheiten, Autor und Historiker, der live aus Brüssel zugeschaltet ist.

Dr. Doctorow, vielen Dank, dass Sie hier bei uns auf WION sind. Lassen Sie mich mit einer Frage beginnen: Die Tatsache, dass ein F-16-Kampfjet, über den es eine riesige Debatte gegeben hat, von der Ukraine angefordert wurde, wurde von den westlichen Verbündeten verzögert. Letztlich wurden die ukrainischen Piloten ausgebildet. Doch nun hat die Ukraine eines dieser Flugzeuge unter ziemlich umstrittenen Umständen verloren. Es heißt, es sei von selbst abgestürzt, aber es gibt auch Berichte, die besagen, dass es vielleicht auch abgeschossen worden sein könnte. Was ist Ihre Meinung dazu?

Doctorow: 4:39
Nun, die Diskussion, wie ich gesehen habe, ist, dass derzeit ein Mitglied des Raja, des Parlaments der Ukraine, Frau Gezugla, behauptet hat, dass die F-16 von einer US-Patriot-Flugabwehrrakete abgeschossen wurde. Und das wurde vom Chef der ukrainischen Luftwaffe, Herrn Aleshchuk, angeprangert, der sagte, dass sie für diese Behauptungen, die die Ehre der ukrainischen Luftwaffe beschmutzen, vor Gericht gestellt werden könnte. Das ist, soweit ich weiß, der letzte Stand der Dinge.

5:10
Das Interessante dabei ist natürlich, dass, wenn es tatsächlich Friendly Fire war – und ich kann sagen, dass die Ukrainer einhellig bestreiten, dass es feindliches Feuer war, das das Flugzeug zum Absturz gebracht hat –, wenn es friendly fire war, das sehr verwirrend ist, denn nach den Informationen, die ich erhalten habe, wird ein so großer Teil der Aktivitäten auf dem Schlachtfeld, der Operationen, von den Vereinigten Staaten aus der Ferne und teilweise vor Ort gesteuert, und die Vereinigten Staaten verfügen über eine überlegene Kommando- und Kontrollinfrastruktur, die das Geschehen in der Ukraine steuert. Daher zeigt die Tatsache, dass eine Patriot-Rakete eine ukrainische F-16 abfängt, wenn es dazu kommt, eine echte Panne in diesem System.

WION: 6:09
Ich denke, das ist ein wichtiger Punkt, den Sie angesprochen haben. Und auch die Tatsache, dass die Russen sehr ruhig darüber sind, die Tatsache, dass ein F-16-Kampfjet, die Nachricht davon kam viel später, fast drei Tage nach dem Vorfall, und es kam über einen Bericht im „Wall Street Journal“. Was glauben Sie, warum die Russen zum Absturz eines F-16-Kampfjets geschwiegen haben?

Doctorow: 6:31
Nun, durch ihr Schweigen lassen sie die Vermutung zu, dass sie für den Abschuss verantwortlich waren, was sehr in ihrem Interesse liegt, da Herr Belousov, der Verteidigungsminister, und andere in der russischen Regierung gesagt haben, dass sie die F-16 innerhalb weniger Wochen entsenden, eliminieren, liquidieren würden. Wenn also eine in der ersten Woche ihres Einsatzes abgeschossen wird, sind das bereits 17 Prozent der ukrainischen F-16-Luftwaffe, die gerade ausgeschaltet wurden. Die Russen können sich also zurückhalten, sie können sich einfach zurücklehnen und die Ukrainer untereinander zanken lassen.

WION: 7:10
Gut, und meine letzte kurze Frage an Sie lautet: Was glauben Sie, wird mit der Strategie geschehen, bei der die Ukraine um F-16-Kampfjets gebeten hatte? Werden die westlichen Staaten jetzt bereit sein, mehr F-16-Kampfjets in die Ukraine zu schicken?

Doctorow:
Nun, das werden sie wahrscheinlich. Das Problem sind nicht die F-16 als solche. Es sind sehr schöne Flugmaschinen. Die Frage ist, womit sie ausgerüstet sind. Wenn dieses Flugzeug wie beschrieben abgestürzt ist, war es so ausgerüstet, dass die Russen keine Einwände dagegen erheben konnten. Es wurde eingesetzt, um Marschflugkörper abzuschießen, und die Ukrainer sagen, dass es tatsächlich drei russische Marschflugkörper auf ukrainischem Gebiet abgeschossen hat, oder die Raketen, die sich ukrainischem Gebiet näherten. Die Russen haben keine Einwände dagegen.

7:56
Das Problem ist, wie diese F-16 sonst eingesetzt werden sollen. Am wahrscheinlichsten ist es, sie mit Storm Shadow oder den französischen Scalp Mittel- und Langstreckenraketen auszurüsten, oder, was die Russen am meisten stört, sie mit den amerikanischen JASSM-Raketen auszurüsten, die … Stealth-Serie, d.h. sie sind sehr schwer zu entdecken und daher sehr schwer abzuschießen. Alle diese Raketen haben das Potenzial von 500 Kilometern oder mehr und könnten großen Schaden an der zivilen und militärischen Infrastruktur in Russland verursachen, was ein casus belli wäre.

WION: 8:41
Okay. Vielen Dank, Dr. Doctorow, dass Sie sich uns angeschlossen haben und uns all diese Details mitteilen. Ich danke Ihnen vielmals.

Doctorow:
Danke für die Einladung.

WION: 8:49
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Judging Freedom, 29 August edition: Lavrov means business! What is the bee presently in the Russian bonnet?

Today’s discussion with Judge Andrew Napolitano was far-ranging, though with U.S. responsibility for the Kursk invasion at its center.   If the Russians perceive the Kursk operation as a U.S. invasion of their country, then for what eventualities are they now preparing?  What does he mean when Sergei Lavrov suggests as he did a couple of days ago, that the U.S. is now playing with matches in a childish way, and may get its fingers burned? Are the Russians preparing for a direct nuclear strike on the Continental USA?

Transcript of interview below followed by translation into German (Andreas Mylaeus)

Transcript below by a reader

Judge Napolitano: 00:33
Hi, everyone, Judge Andrew Napolitano here for “Judging Freedom”. Today is Thursday, August 29th, 2024. Professor Gilbert Doctorow joins us now. Professor Doctorow, always a pleasure, my dear friend. I want to spend a fair amount of time with you analyzing the politics in Russia and the situation in Kursk. What is the attitude in Moscow, as you’re able to glean it, either among the movers and shakers or among the population in general, over the persistent invasion and occupation by Ukrainian and other forces of the area around Kursk in Russia?

Gilbert Doctorow, PhD: 01:24
Look, unlike Anatol, even, I wasn’t in Moscow last week sounding out notable personalities in academic life and in political life. So, what I’m about to say is based on my reading of television shows and not of, and a little bit of background contact with our family friends in St. Petersburg, who have just come back from Crimea and were very happy to get across the bridge. The mood among the people I know has never been pro-war enthusiasm, nothing of the sort. They were sadly persuaded that this war was unavoidable and that the West is out to do Russia in. So, nothing, I think, has changed in their outlook.

2:19
As for the mood that’s come out of the invasion of Kursk, I think the notable issue is a safety issue. I think that that rides parallel with the experience of cities in the heartland of Russia that have, in the past week or two, undergone attack by Ukrainian drones. The fact is that there is no city in European Russia that feels itself totally secure from this type of attack. I think the answer, a kind of answer to your question, is the high level of civic involvement in providing aid to those who have been evacuated in Kursk. And this aid is vast. Of course, the need is vast. You’re speaking about 200,000, possibly substantially more in the last few days since the other two neighboring oblasts or provinces of the Russian Federation adjoining to the north and to the south of Kursk, that is Bryansk and Belgorod, they have also been subject to breaches of the border by Ukrainian troops who would, if they had the opportunity, do in those provinces what they’re now doing in Kursk. That is my overall impression. I don’t say it is solidly based. I can’t, because i have not put my boots on the ground Russia.

Napolitano: 03:52
Do you know what’s going on in Kursk? I mean, you mentioned two hundred thousand displaced Russians. Are there Russians who have not left? And what is the military doing? Is it running a government? Is it cleaning the streets? Is it collecting the garbage? Or is it just fortifying itself defensively?

Doctorow:
What you’re describing is an urban environment. And the part of Kursk Oblast, which is occupied by the Ukrainians, is anything but an urban environment. These are farming communities. Collect garbage? Nobody collects garbage in a hamlet of a hundred people. So as far as it’s possible to understand, the Ukrainian troops and among whom there are a substantial number of mercenaries, foreign mercenaries, are running amok in these settlements and are shooting anything that moves. There are some Russians who disobeyed the orders to evacuate, and some of them have been roughed up by Ukrainian forces passing through, but there’s very little report of that. The main issue was simply people who were compelled to leave their homes for the sake of their own, for their safety, and who are now in tent cities in Kursk City, or who have been moved further afield into central Russia. Those people are featured every day on Russian television, which is a major part of the war coverage, how they’re being handled, and a lot of what they’re receiving is volunteer work, volunteer care and shipment of blankets and of foodstuffs from ordinary Russian citizens. That is the kind of answer to your question, do the Russians support or support their their own who are under attack, or do they turn on Mr. Putin? Certainly not the second.

Napolitano: 05:52
I’ve asked you this several times before, and I don’t know if it changes from week to week. By the way, I’m deeply grateful for you joining us every week. Can you discern from your scrutiny of Russian media if there is notable pressure on President Putin to do something more aggressive in response to the invasion and occupation of Kursk?

Doctorow:
There is, in the public arena, in the public space, of course there are people who are calling for a more aggressive response by Russia to these provocations. Whether they have had any impact on Mr. Putin is most doubtful, and as I have written in the last week or so, a firm answer to that was given by a man who was very close to the Kremlin, who was one of the top journalists in the country and who interviewed Putin several times at length, that is, Vladimir Solovyov, who on the 18th of August said flat out that nobody can pressure Mr. Putin, nor does Mr. Putin succumb to his own emotions, that he acts was strictly in a rational way to what he perceives to be Russia’s national interest. And I think that rule remains. People talk a lot, but as i’ve said at times, and some of your listeners may be disbelieving, Russia’s a free country, and nobody shuts them up unless they are calling for forced sedition.

Napolitano: 07:34
The Deputy Director of the American CIA said yesterday that their satellite photographs showed the Ukrainian and other people with them, forces in Kursk, building defenses, defensive mechanisms to defend against what they anticipate will be the coming onslaught. In this respect, your observations of Kursk have proven to be quite accurate, whereas some other observations of what’s happening in Kursk thought it would be over with already, and the invaders would be slaughtered, and the villagers would be back to their homes.

Doctorow: 09:24
Well, in your opening remarks, you said, as I agree fully, that there are, among the commentators and certainly the invitees to your show, there are people who bring remarkable analytical skills and a great deal of relevant experience, primarily those in the military and intelligence. Among the intel people, people have different backgrounds, some of them, like Ray McGovern, were precisely Soviet specialists, and they practice today. So the arts of Kremlinology that they used 30-40 years ago with great effect and they’re using those same channels today with effect. By that I mean parsing the texts that are published of texts of speeches by Putin, Shoigu in the past, of Belousov today, certainly of Lavrov. These are issued in English translation and they are accessible to people who are not Russian speakers. In the case of Ray, he always was a student of Russian, so this is not so relevant with respect to him, but to others who are doing the same thing, using the speeches of leading figures. I would also like to point out that, as I’ve said in the past, Russians are not bunny rabbits, and their politicians are not truth-seekers, they’re politicians. And politicians tend to lie, for reasons of state, in Russia as they do everywhere else. Mr. Putin– and they speak with different sides of their mouth to different audiences, and I mean particularly their domestic audience. So Mr. Putin can be a real politician, which I believe he is, but he’ll speak in nationalist terms when he’s addressing his citizenry, because citizens don’t like to hear real politics.

Napolitano: 10:15
Is there a perception that this invasion was orchestrated, calculated and conducted by NATO? That is, that the West, led by the United States and Great Britain, actually invaded Russia? And if there is that perception in the Kremlin, Professor, are there larger, potentially nuclear implications to that impression?

Doctorow:
Well, it’s not an impression, it’s a certitude as far as the Russians are concerned. The facts speak for themselves. They have delivered the facts today in the session of the United Nations Security Council. Their deputy representative was setting out the arguments that they have. Mr. Lavrov has stated in the last couple of days, precisely why they believe that the United States is behind the incursion. And I’ll give you an additional reason that comes out of my following these experts on talk shows. And that is that the– not only– there’s not just the CIA, it’s the Pentagon. The troops have been trained in NATO practices. The Ukrainians engaged in this are the elite troops of Ukraine. They have all been trained extensively by NATO officers under, following, what is really U.S. practices. And they have been equipped with their weapons by the United States precisely to engage in this mission. That is the Russian, here I will say, perception. They’re saying openly that the weapons being used against them in Kursk were shipped by the United States to Kiev for the purpose of this mission. That’s about as close as you can get to casus belli.

Napolitano: 12:10
Right. Right. I mean, that is the reason why one of our regular guests, whose experience is both military and intelligence community, Larry Johnson, says outright the United States of America invaded Russia. That’s not an impression in Larry’s view, that is a fact. Do you agree? Is that statement safe to make? Is that statement made or understood to be so in Moscow?

Doctorow:
I think in Moscow it’s perceived to be true. But is that statement true? I think strictly speaking, no. The United States has done everything possible, including providing real-time satellite reconnaissance information directly to the Ukrainian forces on the ground in Kursk. It is deeply involved, but to say that it is a US invasion, I think is an exaggeration. There are some US troops there, but there are a lot more Poles and French there.

Napolitano: 13:18
You said troops, United States military in American military uniforms inside Russia, Professor?

Doctorow:
That hasn’t been proven. What the Russians are saying is that there are NATO and American– meaning American, Polish and French; those are nationalities that are named– who are wearing uniforms of one kind or another, but who are called mercenaries. But from the Russian standpoint, they include people in active service.

Napolitano: 13:54
Wow. I asked you a few minutes ago about the broader and potentially nuclear implications of all this. I want to get back to it and to lead off that part of our conversation– you may have seen this. It’s two minutes long, but it’s riveting. It is Sergei Lavrov, two days ago on August 27th, accusing the United States of being the moral equivalent of children playing with matches. Cut number 14.

Lavrov: [Russian with English voice over]
Americans have this direct association, these conversations, this talk of a world war. They think that if this happens, it would only concern Europe, which is a very showing thing that reflects the mentality of those geopolitical strategists in the US, because they are confident that they will just be safe across the ocean. And in this situation, one has to understand that we have our own doctrine, a doctrine of using nuclear weapons among other things, and we are now making adjustments to this doctrine, and the Americans are well aware of this doctrine. And you know, these are Freudian slip. World War III is a bad thing because we do not want Europe to suffer.

That’s the mentality of the Americans, mentality of masters that are sitting on the other bank across the ocean. They are certain of their safety and security, and they are confident that there will be someone else to die for them, to do their dirty job for them, not only Ukrainians, but now Europeans as well. So we heard these speculations regarding allowing to use not only Storm Shadows, but also American missiles, long-range missiles. And in Washington, an anonymous source said that there is an ongoing effort that they are looking into a request from Ukraine in a positive light. I do not want to add anything to that. The president has already spoken on this many occasions, and we reaffirmed this once again that playing with fire, and they are like little kids who are playing games with matches. It’s a dangerous thing for adults who were trusted with nuclear weapons.

Napolitano: 16:27
What do you make of that from the senior-most and respected- most diplomat in the world today?

Doctorow:
He is the dean of global diplomats. I agree with you. At the same time, let me just set the record straight, as I see it. Mr. Lavrov is Mr. Putin. He is Mr. Putin with gentle words, diplomatic words. Mr. Lavrov has been in office for 20 years. Four years of those, he served as the foreign minister to Dmitry Medvedev. Not the Medvedev who you see today, who was a hawk and who’s making up for the sins of the past. But Mr. Medvedev, when he was president was the smiling face of Russia. The country never had a senior, the top executive who was outgoing and friendly to the world as Mr. Medvedev was.

And Mr. Lavrov was a different Lavrov under Medvedev. He took all of his marching orders and tried faithfully to implement the very accommodating foreign policy of Medvedev. Now he has moved further and further to the right, shall we say, by right I mean hard line, as his president has moved to the hard line. The whole Russian diplomatic corps is one vertical unit, as the Russians like to say. The Russian ambassadors have almost no leeway, no freedom to say anything. They say what Mr. Lavrov allows them to say, and Mr. Lavrov says what Mr. Putin allows him to say. Let’s get that straight. So, it’s interesting to watch Mr. Lavrov, but you’re really watching Mr. Putin.

18:06
Now, to come to your big question, where does a nuclear threat come in and danger? Nuclear threat is very hinted at. It’s much more clearly stated with the hardliner who is Mr. Lavrov’s deputy, and that is Mr. Ryabkov. Larry Johnson has several times made allusion to Ryabkov, and I salute that observation that Ryabkov really is a man to watch, because he was the one who set the terms in December of 2021 for the United States and NATO to renegotiate the architecture of security in Europe. And he was a tough guy then. Well, he’s still around, and he made still tougher remarks than what we just heard from Mr. Lavrov in virtually the same time.

Now, what is this all about? There’s something that’s being missed in public discussion, what the Russians are thinking. And I’d like to fill those dots in. And they come to some events of the last months that seem to be confusing, if not inexplicable. Let’s go back to the destruction of those two radar stations, which you and I discussed when that happened.

Napolitano:
Right.

Doctorow:
These are radar stations in the south of Russia, which were early warning stations. And nobody could make much sense of it. Why in the devil would the Ukrainians with drones knock out these stations, when they had no relevance whatever to the war in Ukraine? Well, that’s what we thought then. As of this week, we should rethink it all. It has a lot of relevance to the presence of two aircraft carrier task forces now in the eastern Mediterranean, which the “Financial Times”, “New York Times” and everybody else will tell you are there to keep Iran under control and to use against Iran if they go out of control in their still not launched revenge attack on Israel.

20:01
Well, why do we believe that the Pentagon says what it means? Wouldn’t it be reasonable to look at the configuration? Those battleships– those aircraft carriers– can be used to send, what, a hundred jets, nuclear-armed, on a decapitating strike against Russia. This is not my observation. I’m repeating to you now what I heard on Russian television by a very authoritative person. I don’t want to fall into a trap of building a whole approach to the present global situation on the testimony of one man, that would be rather foolhardy, but that one man is rather an important man, with experience extremely relevant to everything we’re talking about. I’m talking about a certain Mr. Klintsevich, who served 20 years in the Soviet and the Russian armed forces in the heavy-duty parachute division, who then served a term in the Duma, several terms in the Duma, who is now in the upper house of the Russian bicameral legislature, and who is on the steering committee of Russia’s governing party, United Russia.

21:16
So this is not just a chap on the street. And he was giving a very pessimistic appraisal of the situation on the ground in Kursk. This was about three, four, five days ago, while helping to interpret the very diplomatic and rather cloudy language that has been given on Russian television by people who say, “Yes there is– the situation in Kursk is tense.” What they mean is there’s fierce fighting going on, and Russians are taking heavy casualties. They don’t say that. That is what Mr. Klintsevich was broadly hinting at. He also said something that people in Pentagon would like to hear so you can they can they can put a star next to my name: that the Russian perception of an expert like Klintsevich is that the Ukrainian forces, together with their advisors and and assistance from NATO, are better prepared for this battle than the Russian forces are.

Yes, this is a Russian military expert saying that his men are at a disadvantage in terms of equipment and particularly command and control. That would surprise Pentagon experts, but it is relevant to the discussion, and I don’t see any of my peers saying that.

Napolitano: 22:36
And what is President Putin going to do about this?

Doctorow:
Bomb us. This is why I put it all together.

Napolitano:
Well the implication in Foreign Minister Lavrov’s statement is that we have recalibrated our nuclear protocols, meaning what? That they might strike first and they might strike the mainland US?

Doctorow:
That was precisely his point. Your last statement was precisely his point. Do not think in the States that you’ll get off clean, that we’re just going to bomb Europe and Europe will bomb us and we’ll both disappear and you’ll be left to do what you want with China. No, no, we will go after you first. That was his message. Now, why did he say that? If you backtrack to what I just said a moment ago, it makes sense. If the Russians are thinking what Mr. Klintsevich said they are thinking, that those aircraft carriers are there to strike Russia in a first strike, decapitating strike, then Mr. Putin’s people are now preparing a preventive strike on the United States.

Napolitano: 23:48
Wow. We’ll leave it at that. I had a lot more questions for you, but time is moving on. These are fascinating conversations, Professor Doctorow. Your knowledge of the history, culture, and contemporary events is without peer, and we are deeply, deeply grateful for the time you spend with us, and already look forward to chatting with you next week.

Doctorow:
Thanks again for allowing me to share some of these observations.

Napolitano:
Of course. Coming up later today, at 2 o’clock Eastern, Dennis Kucinich, whatever happened to the party of anti-war? At 3 o’clock, Colonel Lawrence Wilkerson. At 3.45, the Intelligence Community Roundtable. And at 4.30, the always worth waiting for, Aaron Maté. Please remember to like and subscribe. When you like, that sends the right signal to the computers of the venues that run us. And when you subscribe, it sends the right signal as well. We’re up to about 432,000 subscriptions. Our goal, of course, is a half a million by Christmas. And you know you can always go to judgenap.com. You’ll see my columns there. You’ll see a lot of interesting information for you there. and should we ever have trouble getting on air, JudgeNap.com will always tell you how to find us.

25:18
Judge Napolitano for “Judging Freedom”.

Judging Freedom, Ausgabe vom 29. August: Lawrow meint es ernst! Was treibt die Russen derzeit um?

Die heutige Diskussion mit Judge Andrew Napolitano war weitreichend, wobei die Verantwortung der USA für die Kursk-Invasion im Mittelpunkt stand. Wenn die Russen die Kursk-Operation als eine US-Invasion in ihrem Land betrachten, auf welche Eventualitäten bereiten sie sich dann vor? Was hat Sergej Lawrow gemeint, als er vor einigen Tagen andeutete, dass die USA jetzt auf kindische Weise mit Streichhölzern spielen und sich die Finger verbrennen könnten? Bereiten sich die Russen auf einen direkten Atomschlag auf das Festland der USA vor?

Transkript des Interviews, gefolgt von einer Übersetzung ins Deutsche (Andreas Mylaeus)

Judge Napolitano: 00:33
Hallo zusammen, hier ist Judge Andrew Napolitano für „Judging Freedom“. Heute ist Donnerstag, der 29. August 2024. Professor Gilbert Doctorow ist jetzt bei uns. Professor Doctorow, immer wieder ein Vergnügen, mein lieber Freund. Ich möchte mit Ihnen einige Zeit verbringen, um die Politik in Russland und die Situation in Kursk zu analysieren. Wie ist die Haltung in Moskau, soweit Sie das beurteilen können, entweder bei den Machern oder in der Bevölkerung im Allgemeinen, gegenüber der anhaltenden Invasion und Besetzung des Gebiets um Kursk in Russland durch ukrainische und andere Streitkräfte?

Gilbert Doctorow, PhD: 01:24
Im Gegensatz zu Anatol Lieven war ich letzte Woche nicht in Moskau, um namhafte Persönlichkeiten aus dem akademischen und politischen Leben zu befragen. Was ich jetzt sage, basiert also auf meinem Betrachten von Fernsehsendungen und nicht auf ein wenig Hintergrundkontakt mit unseren Familienfreunden in St. Petersburg, die gerade von der Krim zurückgekommen sind und sehr froh waren, über die Brücke zu kommen. Die Stimmung unter den Menschen, die ich kenne, war nie kriegsbegeistert, nichts dergleichen. Sie waren traurig davon überzeugt, dass dieser Krieg unvermeidlich war und dass der Westen darauf aus ist, Russland zu vernichten. An ihrer Einstellung hat sich also, glaube ich, nichts geändert.

2:19
Was die Stimmung nach dem Einmarsch in Kursk angeht, so denke ich, dass es sich dabei vor allem um eine Sicherheitsfrage handelt. Ich denke, das deckt sich mit den Erfahrungen der Städte im Kernland Russlands, die in den letzten ein oder zwei Wochen von ukrainischen Drohnen angegriffen wurden. Tatsache ist, dass es keine Stadt im europäischen Russland gibt, die sich vor dieser Art von Angriffen völlig sicher fühlt. Ich denke, die Antwort, eine Art Antwort auf Ihre Frage, ist das große zivilgesellschaftliche Engagement bei der Versorgung der in Kursk evakuierten Menschen. Und diese Hilfe ist umfangreich. Natürlich ist der Bedarf riesig. Sie sprechen von 200.000 Menschen, möglicherweise sind es in den letzten Tagen noch wesentlich mehr geworden, denn die beiden anderen benachbarten Oblaste oder Provinzen der Russischen Föderation, die nördlich und südlich an Kursk angrenzen, nämlich Brjansk und Belgorod, sind ebenfalls von ukrainischen Truppen überrannt worden, die, wenn sie die Gelegenheit hätten, in diesen Provinzen das tun würden, was sie jetzt in Kursk tun. Das ist mein Gesamteindruck. Ich sage nicht, dass er fundiert ist. Das kann ich nicht, denn ich habe meine Stiefel nicht auf den Boden Russlands gestellt.

Napolitano: 03:52
Wissen Sie, was in Kursk vor sich geht? Ich meine, Sie erwähnten zweihunderttausend vertriebene Russen. Gibt es Russen, die nicht weggegangen sind? Und was macht das Militär? Führt es eine Regierung? Reinigt es die Straßen? Sammelt es den Müll ein? Oder verschanzt es sich nur in der Defensive?

Doctorow:
Was Sie da beschreiben, würde für ein städtisches Umfeld gelten. Und der Teil der Oblast Kursk, der von den Ukrainern besetzt ist, ist alles andere als ein städtisches Umfeld. Es handelt sich um landwirtschaftliche Gemeinden. Müllsammeln? Niemand sammelt in einem Weiler mit hundert Einwohnern Müll ein. Soweit man es also verstehen kann, laufen die ukrainischen Truppen, unter denen sich eine beträchtliche Anzahl von Söldnern, ausländischen Söldnern, befindet, in diesen Siedlungen Amok und schießen auf alles, was sich bewegt. Es gibt einige Russen, die sich dem Evakuierungsbefehl widersetzt haben, und einige von ihnen wurden von durchziehenden ukrainischen Truppen grob behandelt, aber darüber gibt es nur sehr wenige Berichte. Das Hauptproblem waren einfach die Menschen, die um ihrer selbst willen, um ihrer Sicherheit willen, gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen, und die jetzt in Zeltstädten in der Stadt Kursk leben oder die weiter nach Zentralrussland verlegt wurden. Über diese Menschen wird jeden Tag im russischen Fernsehen berichtet, was einen großen Teil der Kriegsberichterstattung ausmacht, wie mit ihnen umgegangen wird, und vieles von dem, was sie erhalten, ist freiwillige Arbeit, freiwillige Betreuung und die Lieferung von Decken und Lebensmitteln durch einfache russische Bürger. Das ist die Antwort auf Ihre Frage: Unterstützen die Russen ihre eigenen Leute, die angegriffen werden, oder wenden sie sich gegen Herrn Putin? Sicherlich nicht das zweite.

Napolitano: 05:52
Ich habe Sie das schon mehrmals gefragt, und ich weiß nicht, ob es sich von Woche zu Woche ändert. Übrigens bin ich Ihnen sehr dankbar, dass Sie uns jede Woche besuchen. Können Sie aus Ihrer Beobachtung der russischen Medien erkennen, ob es einen nennenswerten Druck auf Präsident Putin gibt, etwas Aggressiveres als Reaktion auf die Invasion und Besetzung von Kursk?

Doctorow:
In der Öffentlichkeit gibt es natürlich Leute, die eine aggressivere Reaktion Russlands auf diese Provokationen fordern. Wie ich in der letzten Woche geschrieben habe, hat ein Mann, der dem Kreml sehr nahe steht, einer der besten Journalisten des Landes, der Putin mehrmals ausführlich interviewt hat, nämlich Wladimir Solowjow, am 18. August ganz klar gesagt, dass niemand Putin unter Druck setzen kann, dass Putin auch nicht seinen eigenen Emotionen erliegt, dass er streng rational nach dem handelt, was er als nationales Interesse Russlands ansieht. Und ich denke, diese Regel bleibt bestehen. Es wird viel geredet, aber wie ich schon manchmal gesagt habe, und einige Ihrer Zuhörer werden vielleicht ungläubig sein, ist Russland ein freies Land, und niemand bringt sie zum Schweigen, es sei denn, sie rufen zum Aufruhr auf.

Napolitano: 07:34
Der stellvertretende Direktor der amerikanischen CIA sagte gestern, dass ihre Satellitenaufnahmen zeigen, dass die ukrainischen und andere Leute mit ihnen, Kräfte in Kursk, Verteidigungsanlagen, Verteidigungsmechanismen bauen, um sich gegen das zu verteidigen, was sie als kommenden Angriff erwarten. In dieser Hinsicht haben sich Ihre Beobachtungen von Kursk als recht zutreffend erwiesen, während einige andere Beobachter des Geschehens in Kursk davon ausgingen, dass es bereits vorbei wäre, die Angreifer abgeschlachtet würden und die Dorfbewohner in ihre Häuser zurückkehren könnten.

Doctorow: 09:24
Nun, in Ihren einleitenden Bemerkungen sagten Sie, und ich stimme Ihnen voll und ganz zu, dass es unter den Kommentatoren und sicherlich auch unter den Gästen Ihrer Sendung Leute gibt, die bemerkenswerte analytische Fähigkeiten und viel einschlägige Erfahrung mitbringen, in erster Linie solche aus dem Militär und den Geheimdiensten. Unter den Geheimdienstlern gibt es Leute mit unterschiedlichem Hintergrund, einige von ihnen, wie Ray McGovern, waren genau genommen Sowjetspezialisten, und sie praktizieren das auch heute. Sie nutzen also die Kunst der Kremlinologie, die sie vor 30-40 Jahren mit großem Erfolg angewandt haben, und sie nutzen dieselben Kanäle auch heute noch mit Erfolg. Damit meine ich das Analysieren der Texte, die veröffentlicht werden, von Reden von Putin, Schoigu in der Vergangenheit, von Belousov heute, sicherlich von Lawrow. Diese werden in englischer Übersetzung veröffentlicht und sind auch für Menschen zugänglich, die kein Russisch sprechen. Was Ray betrifft, so hat er immer Russisch studiert, so dass dies nicht so sehr für ihn relevant ist, aber für andere, die dasselbe tun, indem sie die Reden führender Persönlichkeiten verwenden. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass, wie ich bereits in der Vergangenheit gesagt habe, die Russen keine Kaninchen sind, und ihre Politiker sind keine Wahrheitssucher, sondern sie sind Politiker. Und Politiker neigen dazu, aus Gründen der Staatsräson zu lügen, in Russland so gut wie überall. Herr Putin – und sie sprechen mit verschiedenen Seiten ihres Mundes zu verschiedenen Zuhörern, und ich meine insbesondere ihr heimisches Publikum. Herr Putin kann also ein echter Politiker sein, was er meiner Meinung nach auch ist, aber wenn er sich an seine Bürger wendet, wird er in nationalistischen Begriffen sprechen, denn die Bürger wollen keine echte Politik hören.

Napolitano: 10:15
Besteht der Eindruck, dass diese Invasion von der NATO orchestriert, berechnet und durchgeführt wurde? Das heißt, dass der Westen, angeführt von den Vereinigten Staaten und Großbritannien, tatsächlich in Russland eingefallen ist? Und wenn dieser Eindruck im Kreml vorherrscht, Professor, hat er dann größere, möglicherweise nukleare Auswirkungen?

Doctorow:
Was die Russen betrifft, so ist das kein Eindruck, sondern eine Gewissheit. Die Fakten sprechen für sich selbst. Sie haben die Fakten heute in der Sitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen dargelegt. Ihr stellvertretender Vertreter hat die Argumente, die sie haben, dargelegt. Herr Lawrow hat in den letzten Tagen genau erklärt, warum sie glauben, dass die Vereinigten Staaten hinter dem Einmarsch stecken. Und ich werde Ihnen einen zusätzlichen Grund nennen, der sich daraus ergibt, dass ich diese Experten in Talkshows verfolge. Und das ist, dass nicht nur die CIA, sondern auch das Pentagon dahinter steckt. Die Truppen wurden in den Praktiken der NATO ausgebildet. Die Ukrainer, die an diesem Einsatz beteiligt sind, sind die Elitetruppen der Ukraine. Sie wurden alle umfassend von NATO-Offizieren nach den Praktiken der USA ausgebildet. Und sie wurden von den Vereinigten Staaten mit Waffen ausgestattet, um sich an dieser Mission zu beteiligen. Das ist die russische, ich möchte sagen, Wahrnehmung. Sie sagen ganz offen, dass die Waffen, die in Kursk gegen sie eingesetzt wurden, von den Vereinigten Staaten zum Zweck dieses Einsatzes nach Kiew geliefert wurden. Das kommt einem casus belli schon sehr nahe.

Napolitano: 12:10
Richtig. Richtig. Ich meine, das ist der Grund, warum einer unserer regelmäßigen Gäste, der sowohl über militärische als auch nachrichtendienstliche Erfahrung verfügt, Larry Johnson, sagt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika in Russland eingefallen sind. Das ist für Larry kein Eindruck, das ist eine Tatsache. Stimmen Sie ihm zu? Darf man diese Aussage machen? Wird diese Aussage in Moskau gemacht oder als solche verstanden?

Doctorow:
Ich glaube, in Moskau wird das als wahr empfunden. Aber ist diese Aussage wahr? Ich denke, streng genommen, nein. Die Vereinigten Staaten haben alles getan, was möglich war, einschließlich der Bereitstellung von Echtzeit-Satellitenaufklärungsdaten direkt an die ukrainischen Streitkräfte vor Ort in Kursk. Sie sind stark involviert, aber zu sagen, dass es sich um eine US-Invasion handelt, halte ich für übertrieben. Es gibt dort einige US-Soldaten, aber es sind viel mehr Polen und Franzosen dort.

Napolitano: 13:18
Sie haben gesagt Soldaten, US-Militär in amerikanischen Militäruniformen innerhalb Russlands, Professor?

Doctorow:
Das ist nicht bewiesen. Was die Russen sagen, ist, dass es NATO – und amerikanische – das heißt amerikanische, polnische und französische; das sind Nationalitäten, die genannt werden – gibt, die die eine oder andere Uniform tragen, aber als Söldner bezeichnet werden. Aus russischer Sicht handelt es sich jedoch um Personen, die im aktiven Dienst stehen.

Napolitano: 13:54
Wow! Ich habe Sie vor ein paar Minuten nach den umfassenderen und möglicherweise nuklearen Auswirkungen dieser ganzen Sache gefragt. Ich möchte darauf zurückkommen und diesen Teil unseres Gesprächs einleiten – Sie haben das vielleicht gesehen. Er ist zwei Minuten lang, aber es ist fesselnd. Es ist Sergej Lawrow, der vor zwei Tagen, am 27. August, die Vereinigten Staaten beschuldigte, das moralische Äquivalent von Kindern zu sein, die mit Streichhölzern spielen. Schnitt Nummer 14.

Lavrov: [Russisch mit englischer Synchronisation]
Die Amerikaner haben diese direkte Assoziation, diese Gespräche, dieses Gerede über einen Weltkrieg. Sie denken, dass, wenn dies geschieht, es nur Europa betreffen würde, was eine sehr auffällige Sache ist, die die Mentalität der geopolitischen Strategen in den USA widerspiegelt, denn sie sind zuversichtlich, dass sie auf der anderen Seite des Ozeans sicher sein werden. Und in dieser Situation muss man verstehen, dass wir unsere eigene Doktrin haben, eine Doktrin, die unter anderem den Einsatz von Atomwaffen vorsieht, und dass wir jetzt Anpassungen an dieser Doktrin vornehmen, und die Amerikaner sind sich dieser Doktrin wohl bewusst. Und Sie wissen, das sind Freudsche Versprecher. Der Dritte Weltkrieg ist eine schlechte Sache, denn wir wollen nicht, dass Europa leidet.

Das ist die Mentalität der Amerikaner, die Mentalität der Herren, die auf der anderen Seite des Ozeans sitzen. Sie sind sich ihrer Sicherheit sicher, und sie sind zuversichtlich, dass es jemanden geben wird, der für sie stirbt, der ihre Drecksarbeit für sie erledigt, nicht nur die Ukrainer, sondern jetzt auch die Europäer. Wir haben also diese Spekulationen gehört, dass nicht nur Storm Shadows, sondern auch amerikanische Raketen, Langstreckenraketen, eingesetzt werden dürfen. Und in Washington sagte eine anonyme Quelle, dass man derzeit bemüht sei, ein solches Ersuchen der Ukraine in einem positiven Licht zu sehen. Dem möchte ich nichts hinzufügen. Der Präsident hat sich bereits bei vielen Gelegenheiten dazu geäußert, und wir haben noch einmal bekräftigt, dass sie mit dem Feuer spielen, und sie sind wie kleine Kinder, die mit Streichhölzern spielen. Es ist eine gefährliche Sache für Erwachsene, denen man Atomwaffen anvertraut hat.

Napolitano: 16:27
Was halten Sie von dieser Aussage des ranghöchsten und angesehensten Diplomaten der Welt?

Doctorow:
Er ist der Dekan der globalen Diplomaten. Ich stimme mit Ihnen überein. Gleichzeitig möchte ich aber auch klarstellen, wie ich die Sache sehe. Herr Lawrow ist Herr Putin. Er ist Herr Putin mit sanften Worten, diplomatischen Worten. Herr Lawrow ist seit 20 Jahren im Amt. Vier Jahre davon diente er als Außenminister von Dmitri Medwedew. Nicht der Medwedew von heute, der ein Falke ist und der die Sünden der Vergangenheit wiedergutmacht. Aber Herr Medwedew war, als er Präsident war, das lächelnde Gesicht Russlands. Das Land hatte noch nie einen so aufgeschlossenen und weltoffenen Regierungschef wie Herrn Medwedew.

Und Herr Lawrow war unter Medwedew ein anderer Lawrow. Er befolgte alle seine Marschbefehle und versuchte treu, die sehr entgegenkommende Außenpolitik von Medwedew umzusetzen. Jetzt ist er immer weiter nach rechts gerückt, sagen wir, mit rechts meine ich die harte Linie, so wie sein Präsident die harte Linie eingeschlagen hat. Das gesamte russische diplomatische Korps ist eine vertikale Einheit, wie die Russen zu sagen pflegen. Die russischen Botschafter haben fast keinen Spielraum, keine Freiheit, etwas zu sagen. Sie sagen, was Herr Lawrow ihnen zu sagen erlaubt, und Herr Lawrow sagt, was Herr Putin ihm zu sagen erlaubt. Lassen Sie uns das klarstellen. Es ist also interessant, Herrn Lawrow zu beobachten, aber in Wirklichkeit beobachten Sie Herrn Putin.

18:06
Um nun zu Ihrer wichtigen Frage zu kommen: Woher kommt eine nukleare Bedrohung und Gefahr? Die nukleare Bedrohung ist klar angedeutet. Sie ist noch viel deutlicher bei dem Hardliner, der Lawrows Stellvertreter ist, und das ist Herr Rjabkow. Larry Johnson hat mehrmals auf Rjabkow angespielt, und ich begrüße diese Beobachtung, dass Rjabkow wirklich ein Mann ist, den man im Auge behalten sollte, denn er war derjenige, der im Dezember 2021 die Bedingungen für die Neuverhandlung der Sicherheitsarchitektur in Europa durch die Vereinigten Staaten und die NATO festgelegt hat. Und er war damals ein harter Kerl. Nun, er ist immer noch da, und er hat sich noch härter geäußert als das, was wir gerade von Herrn Lawrow gehört haben, und das praktisch zur gleichen Zeit.

Worum geht es hier eigentlich? Es gibt etwas, was in der öffentlichen Diskussion übersehen wird, nämlich was die Russen denken. Und ich möchte diese Punkte aufklären. Und sie kommen zu einigen Ereignissen der letzten Monate, die verwirrend, wenn nicht gar unerklärlich erscheinen. Lassen Sie uns auf die Zerstörung der beiden Radarstationen zurückkommen, über die Sie und ich gesprochen haben, als dies geschah.

Napolitano:
Richtig.

Doctorow:
Das sind Radarstationen im Süden Russlands, die als Frühwarnstationen dienten. Und niemand konnte sich einen Reim darauf machen. Warum zum Teufel sollten die Ukrainer mit Drohnen diese Stationen ausschalten, wenn sie für den Krieg in der Ukraine keinerlei Bedeutung haben? Nun, das dachten wir damals auch. Seit dieser Woche sollten wir das alles noch einmal überdenken. Es hat viel mit der Anwesenheit von zwei Flugzeugträger-Einsatzgruppen im östlichen Mittelmeer zu tun, von denen die „Financial Times“, die „New York Times“ und alle anderen behaupten, sie seien dazu da, den Iran unter Kontrolle zu halten und gegen den Iran einzusetzen, falls dieser bei seinem immer noch nicht begonnenen Racheangriff auf Israel außer Kontrolle gerät.

20:01
Warum aber glauben wir, dass das Pentagon sagt, was es meint? Wäre es nicht vernünftig, sich die Konfiguration anzuschauen? Diese Schlachtschiffe – diese Flugzeugträger – können benutzt werden, um hundert Jets, die nuklear bewaffnet sind, auf einen Enthauptungsschlag gegen Russland zu schicken. Das ist nicht meine Beobachtung. Ich wiederhole Ihnen jetzt, was ich im russischen Fernsehen von einer sehr maßgeblichen Person gehört habe. Ich möchte nicht in die Falle tappen, ein ganzes Konzept für die gegenwärtige globale Situation auf der Aussage eines einzigen Mannes aufzubauen, das wäre ziemlich tollkühn, aber dieser eine Mann ist ein ziemlich wichtiger Mann, mit Erfahrungen, die für alles, worüber wir sprechen, äußerst relevant sind. Ich spreche von einem gewissen Herrn Klintsevich, der 20 Jahre in den sowjetischen und russischen Streitkräften in der schweren Fallschirmdivision gedient hat, der dann eine Amtszeit in der Duma, mehrere Amtszeiten in der Duma, verbracht hat, der jetzt im Oberhaus der russischen Zweikammer-Legislative sitzt und der im Lenkungsausschuss der russischen Regierungspartei Einiges Russland ist.

21:16
Es handelt sich also nicht einfach um einen Mann von der Straße. Und er gab eine sehr pessimistische Einschätzung der Situation vor Ort in Kursk. Das war vor etwa drei, vier, fünf Tagen, als er dabei half, die sehr diplomatische und ziemlich wolkige Sprache zu interpretieren, die im russischen Fernsehen von Leuten verwendet wurde, die sagten: „Ja, die Lage in Kursk ist angespannt.“ Was sie meinen, ist, dass heftige Kämpfe im Gange sind und die Russen schwere Verluste hinnehmen müssen. Das sagen sie aber nicht. Genau das hat Herr Klintsevich angedeutet. Er hat auch etwas gesagt, was die Leute im Pentagon gerne hören werden, damit sie einen Stern neben meinen Namen setzen können: dass nach russischer Auffassung ein Experte wie Klintsevich der Meinung ist, dass die ukrainischen Streitkräfte zusammen mit ihren Beratern und der Unterstützung der NATO besser auf diese Schlacht vorbereitet sind als die russischen Streitkräfte.

Ja, das ist ein russischer Militärexperte, der sagt, dass seine Männer bei der Ausrüstung und insbesondere bei der Führung im Nachteil sind. Das würde die Pentagon-Experten überraschen, aber es ist für die Diskussion relevant, und ich sehe keinen meiner Kollegen, der das sagt.

Napolitano: 22:36
Und was wird Präsident Putin in dieser Angelegenheit unternehmen?

Doctorow:
Sie bombardieren uns. Deshalb habe ich das alles zusammengetragen.

Napolitano:
Nun, die Aussage von Außenminister Lawrow impliziert, dass wir unsere Nuklearprotokolle neu kalibriert haben, was bedeutet das? Dass sie zuerst zuschlagen und das Festland der USA angreifen könnten?

Doctorow:
Das war genau sein Punkt. Ihre letzte Aussage war genau das, was er meinte: Glauben Sie in den USA nicht, dass Sie ungeschoren davonkommen, dass wir Europa bombardieren und Europa uns bombardieren wird und wir beide verschwinden und Sie mit China machen können, was Sie wollen. Nein, nein, wir werden euch zuerst angreifen. Das war seine Botschaft. Und warum hat er das gesagt? Wenn Sie zu dem zurückgehen, was ich gerade gesagt habe, ergibt es einen Sinn. Wenn die Russen so denken, wie Herr Klintsevich sagte, nämlich dass diese Flugzeugträger dazu da sind, Russland in einem Erstschlag zu treffen, einem Enthauptungsschlag, dann bereiten Putins Leute jetzt einen Präventivschlag gegen die Vereinigten Staaten vor.

Napolitano: 23:48
Wow! Wir belassen es dabei. Ich hätte noch eine Menge Fragen an Sie, aber die Zeit läuft weiter. Dies sind faszinierende Gespräche, Professor Doctorow. Ihr Wissen über die Geschichte, die Kultur und das Zeitgeschehen ist unvergleichlich, und wir sind Ihnen sehr, sehr dankbar für die Zeit, die Sie mit uns verbringen, und freuen uns schon auf das Gespräch mit Ihnen in der nächsten Woche.

Doctorow:
Nochmals vielen Dank, dass ich einige dieser Beobachtungen mit Ihnen teilen durfte.

Napolitano:
Ja, natürlich. Später am Tag, um 2 Uhr Ostküste, Dennis Kucinich, was ist aus der Antikriegspartei geworden? Um 15.00 Uhr: Oberst Lawrence Wilkerson. Um 3.45 Uhr, der Runde Tisch der Geheimdienstgemeinschaft. Und um 4.30 Uhr: Aaron Maté, auf den es sich immer zu warten lohnt. Bitte denken Sie daran, uns zu liken und zu abonnieren. Wenn Ihnen die Seite gefällt, sendet das das richtige Signal an die Computer der Einrichtungen, die uns betreiben. Und wenn ihr abonniert, sendet ihr auch das richtige Signal. Wir haben jetzt etwa 432.000 Abonnementen. Unser Ziel ist natürlich, bis Weihnachten eine halbe Million zu erreichen. Und Sie wissen ja, Sie können jederzeit auf JudgeNap.com gehen. Dort sehen Sie meine Kolumnen. Dort finden Sie eine Menge interessanter Informationen. Und sollten wir jemals Probleme haben, auf Sendung zu gehen, erfahren Sie auf JudgeNap.com immer, wie Sie uns finden können.

25:18
Judge Napolitano für “Judging Freedom”.