The Freeman Report:  substantial radio interview on TNT global radio, 19 October 2023

My half hour interview with James Freeman on 19 October covered a broad array of issues surrounding the ongoing Israeli-Hamas war but with focus on the Russian perspective, on Russian interests in a region that is geographically, economically, politically close to the Russian Federation.

This link is freely accessible worldwide:

https://player.fm/series/tnt-radio/gilbert-doctorow-on-the-freeman-report-with-james-freeman-19-october-2023

The first 17 minutes or so of this podcast are introductory material by the host, who is calling upon his audience to step back from the intense emotions we feel looking at video images of the atrocities committed by both Hamas and Israel so far in the conflict raging since 7 October and to avoid taking sides on the basis of the partial information conveyed by mainstream media or the public pronouncements of our politicians. This is a recommendation that I heartily support: herd behavior will not take us anywhere good.

For those who are not familiar with him, Freeman is a former Member of the European Parliament from the U.K.

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Der Freeman-Bericht: ausführliches Radiointerview auf TNT Global Radio, 19. Oktober 2023

In meinem halbstündigen Interview mit James Freeman am 19. Oktober ging es um eine breite Palette von Themen im Zusammenhang mit dem laufenden Krieg zwischen Israel und Hamas, wobei der Schwerpunkt auf der russischen Perspektive und den russischen Interessen in einer Region lag, die der Russischen Föderation geografisch, wirtschaftlich und politisch nahesteht.

Dieser Link ist weltweit frei zugänglich:

https://player.fm/series/tnt-radio/gilbert-doctorow-on-the-freeman-report-with-james-freeman-19-october-2023

Die ersten 17 Minuten dieser MP3-Aufnahme sind einleitende Worte des Moderators, der seine Zuhörer auffordert, sich von den starken Emotionen, die wir beim Betrachten der Videobilder von den Grausamkeiten, die sowohl von der Hamas als auch von Israel in dem seit dem 7. Oktober tobenden Konflikt begangen wurden, verspüren, zurückzuziehen und es zu vermeiden, auf der Grundlage der von den Mainstream-Medien vermittelten Teilinformationen oder der öffentlichen Äußerungen unserer Politiker Partei zu ergreifen. Dies ist eine Empfehlung, die ich von ganzem Herzen unterstütze: Herdenverhalten wird uns nicht weiterbringen.

Für diejenigen, die ihn nicht kennen: Freeman ist ein ehemaliger Abgeordneter des Europäischen Parlaments aus dem Vereinigten Königreich.

Translation of “Israel prepares for a new war…”

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

 

Israel bereitet sich auf einen neuen Krieg vor. “Gravitas” im indischen Weltfernsehen WION

Ich freue mich, diese Sendung, die gestern Nachmittag live ausgestrahlt und kurz danach ins Internet gestellt wurde, empfehlen zu können, und zwar nicht nur, weil mir die Zeit gegeben wurde, die Risiken einer Eskalation des aktuellen Konflikts zwischen Israel und Hamas zu einem globalen Flächenbrand darzulegen – ein Risiko, das die Mainstream-Medien noch nicht in Betracht gezogen haben –, sondern auch, weil meine Gastgeber vor dem eigentlichen Interview eine sehr ausgewogene und informative Einführung gaben.

Sie werden meine Behauptung sehen, dass sich in diesem anhaltenden Konflikt nicht nur die Nachbarn Israels auf eine Eskalation auf ihrer eigenen regionalen Ebene vorbereiten, sondern auch die Weltmächte, d.h. die Vereinigten Staaten und Russland, ihre Aktivposten ins Spiel gebracht haben und bereit sind, jederzeit einzugreifen.

Mein unvollendeter Satz über die russischen Flugzeuge, die jetzt ständig im Schwarzen Meer patrouillieren und Russlands Hyperschallraketen vom Typ Kinzhal an Bord haben, hätte folgendermaßen geendet: Die russischen Raketen können die US-Flugzeugträger-Taskforce vor der israelischen Küste treffen, und zwei davon reichen aus, um die Gerald Ford auf den Meeresgrund zu schicken.

Dieser letzte Punkt ist nicht meine eigene Interpretation: Er wurde vor zwei Tagen in einer Live-Sendung der wichtigsten russischen Talkshow, die von Wladimir Solowjow moderiert wurde, deutlich gemacht. Dazu füge ich hier eine sehr wichtige zusätzliche Anmerkung hinzu, die verdeutlicht, wie nahe wir dem Krieg kommen, der alle Kriege beenden soll: Putin gab seine Erklärung über die Kinzhals nicht von seinem Kreml-Büro aus ab, sondern von seinem Gästehaus in Peking, wo er diese Woche zwei Tage verbrachte und sich mehrere Stunden lang mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping traf. Als erfahrener Kremlinologe kann ich mit Sicherheit sagen, dass Putins Bereitschaft, die amerikanische Flugzeugträger-Task-Force im Mittelmeer notfalls zu erledigen, mit Xi besprochen und von ihm gebilligt wurde, der sicherlich seine eigenen Bedenken gegenüber der äußerst provokativ im Südchinesischen Meer operierenden US-Marine hat. Das passt auch zu der Drohung des nordkoreanischen Führers Kim vor einer Woche, er sei bereit, den US-Flugzeugträger zu versenken, der sich in der Nähe der koreanischen Halbinsel aufhält. Was wir vor uns haben, ist die Aussicht auf eine Wiederholung von Pearl Harbor, aber in drei Meeren gleichzeitig.

Diese einzelnen Fakten sind allgemein bekannt. Ich bin immer noch überrascht, dass niemand diese Punkte zu der offensichtlichen Schlussfolgerung zusammenfügt: dass wir an der Schwelle zu einem sehr großen Krieg stehen, für den die Nahostkrise nur der Zünder ist.

Dennoch muss es nicht so enden. Solange der Iran nicht angegriffen wird, ist es unwahrscheinlich, dass er direkt in den Konflikt eingreift. Die Hisbollah kann den Israelis auch ohne das Eingreifen ihrer Freunde in Teheran die Nase blutig schlagen. Und die Russen werden sich mit Sicherheit zurückhalten, solange der Iran und/oder Syrien nicht von den in der Flotte stationierten US-Kampfflugzeugen angegriffen werden.

Dies ist nicht das große Schachbrett, das Zbigniew Brzezinski vor Augen hatte, als er 1997 sein Buch über die globalen Machtperspektiven veröffentlichte. Er rechnete auch nicht damit, dass das amtierende US-Strategen-Team nicht über Stern-Halma hinauskommen würde.

Translation of Russia’s ‘Sputnik’

Translation below into German including the full text of the article in the link (Andreas Mylaeus)

Russlands “Sputnik” über die Reihe westlicher Staatsoberhäupter, die Israel für Fototermine besuchen

Ich habe gerne schriftlich auf Fragen der russischen Nachrichtenagentur Sputnik geantwortet, die einen Bericht über die Besuche von Scholz, Biden und jetzt Sunak in Tel Aviv in der vergangenen Woche vorbereitet hat. Siehe

https://sputnikglobe.com/20231019/western-leaders-posturing-shuttle-visits-to-israel-an-effort-to-buoy-hold-on-power-at-home–1114325687.html

Da bei der westlichen Zensur kann es natürlich sein, dass dieser Link in bestimmten Ländern nicht zugänglich ist. Ich bitte dies zu entschuldigen. Beachten Sie auch, dass die in dem Artikel angesprochenen Punkte in einem Live-Interview auf WION, dem indischen englischsprachigen globalen Sender, der eine weitaus objektivere und kritischere Haltung gegenüber Israel einzunehmen scheint als die Modi-Regierung, eingehender erörtert wurden. Wenn der Link im Laufe des Tages verfügbar ist, werde ich ihn separat veröffentlichen.

19. Oktober 2023

Svetlana Ekimenko

Die Shuttle-Besuche westlicher Staatsführer in Israel sind ein Versuch, die Macht im eigenen Land zu festigen

Der britische Premierminister Rishi Sunak folgte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag nach Tel Aviv und erklärte seinem Amtskollegen Benjamin Netanjahu, dass er Israels Recht auf Selbstverteidigung “absolut” unterstütze. Unterdessen wurden im Gazastreifen mehr als 3.300 Menschen getötet, seit Israel mit Vergeltungsangriffen auf die Enklave begonnen hat.

Mit ihren zahlreichen Besuchen in Tel Aviv inmitten des jüngsten Aufflammens des palästinensisch-israelischen Konflikts zeigen die europäischen Staats- und Regierungschefs “einmal mehr, dass es ihnen nur darum geht, ihre Macht im eigenen Land durch Fototermine in Israel zu stärken” und an der Seite des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu “posieren“, so Gilbert Doctorow, Analyst für internationale Beziehungen und russische Angelegenheiten, gegenüber Sputnik.

Diese Besuche sind wichtig, um öffentlich zu demonstrieren, dass die Staats- und Regierungschefs eine Seite des Konflikts voll unterstützen und sich damit als Friedensstifter disqualifizieren. Sie ziehen auch die Aufmerksamkeit des globalen Südens auf sich und verstärken deren Verachtung für Europa“, betonte Doctorow.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz, US-Präsident Joe Biden und nun auch der britische Premierminister Rishi Sunak haben Tel Aviv inmitten der jüngsten gewaltsamen Eskalation des palästinensisch-israelischen Konflikts besucht. Gleichzeitig gibt es keine Anzeichen für ein Nachlassen der Feindseligkeiten im Gazastreifen, wo die israelischen Verteidigungskräfte (Israel Defense Forces – IDF) Ziele der Hamas in der palästinensischen Enklave beschießen.

Am 7. Oktober startete die Palästinensergruppe Hamas vom Gazastreifen aus einen überraschenden Großangriff auf Israel. Nachdem sie die Grenze durchbrochen und Menschen in benachbarten israelischen Gemeinden getötet und entführt hatte, startete Tel Aviv Vergeltungsschläge und ordnete eine vollständige Blockade des Gazastreifens an, in dem mehr als zwei Millionen Menschen leben, und unterbrach die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff. Die Eskalation hat auf beiden Seiten Tausende von Toten und Verletzten gefordert.

Die Zahl der Todesopfer im Gazastreifen hat nach Angaben der palästinensischen Behörden bereits 3.300 überschritten. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden innerhalb von 10 Tagen eine Million Menschen vertrieben. Darüber hinaus warnte das palästinensische Gesundheitsministerium seit Beginn der vollständigen Blockade des Gazastreifens durch Israel vor einem gravierenden Mangel an Medikamenten und Wasser sowie vor der wachsenden Gefahr des Ausbruchs von Krankheiten in der belagerten Enklave. Am Dienstag räumte sogar der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, ein, dass die Belagerung des Gazastreifens durch Israel gegen das humanitäre Völkerrecht verstößt.

Wenn man die grundlegende Infrastruktur kappt, wenn man den Zugang zu Wasser und Strom kappt, wenn man die Lieferung von Lebensmitteln nicht zulässt, ist das nicht mit dem Völkerrecht vereinbar“, sagte Michel vor Reportern in Brüssel nach einer außerordentlichen Videokonferenz des Europäischen Rates zur Lage im Nahen Osten.

Außerdem starben am Dienstagabend über 500 Menschen bei einer Explosion im Al-Ahli Baptist Hospital im nördlichen Gazastreifen, wo die Bewohner vor israelischen Luftangriffen Schutz suchten. Die israelischen und palästinensischen Behörden haben sich gegenseitig für den tödlichen Vorfall verantwortlich gemacht. Die Hamas erklärte, die Rakete sei von den israelischen Streitkräften abgefeuert worden, während die israelischen Behörden der palästinensischen Bewegung Islamischer Dschihad die Schuld gaben, was diese in einer Erklärung zurückwies. US-Präsident Joe Biden machte bei einem Treffen mit Benjamin Netanjahu am Mittwoch nicht Israel, sondern die “andere Mannschaft” (the other team) für die Explosion des Krankenhauses in Gaza verantwortlich.

‘Politik der Gesten’

Was die europäischen Staats- und Regierungschefs betrifft, so “haben sie den Konfliktparteien nichts zu bieten außer ein paar kleinen Spenden, die angesichts der totalen Zerstörung, die Israel im Gazastreifen anrichtet, bedeutungslos sind“, betonte Gilbert Doctorow.

Ich bin mir nicht sicher, ob Europa oder die europäischen Politiker etwas tun können. Es ist nur Gesten-Politik, wenn es um ihre Besuche in Israel und Gespräche mit Benjamin Netanjahu geht. Indem sie dies tun und nach Israel reisen und sich mit israelischen Politikern treffen, bekräftigen sie ihre Unterstützung und schwören Israel und dem israelischen Kurs ihre Treue“, sagte Adriel Kasonta, ein in London ansässiger Analyst für Außenpolitik und ehemaliger Vorsitzender des Ausschusses für internationale Angelegenheiten beim Think Tank Bow Group, gegenüber Sputnik.

Dieser Wirbel um die Pendeldiplomatie erinnert an den Eifer, mit dem all diese westlichen Politiker nach Kiew gereist sind. Auf ihrem Weg zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelensky haben die genannten Politiker ihm immer wieder umfangreiche Waffenpakete angeboten, die jedoch keine Auswirkungen auf die stotternde Gegenoffensive hatten, sondern den laufenden Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland nur weiter anheizten. Dieselben westlichen Politiker haben keinen Hehl daraus gemacht, dass sie bereit sind, Kiew “bis zum letzten Ukrainer” zu stützen.

Die Optik einer weiteren Runde solcher so genannter “friedensstiftender” Besuche mit dem Versprechen, Israels Recht auf Selbstverteidigung “absolut” zu unterstützen, während die Zahl der Todesopfer in der Enklave zunimmt, nährt Spekulationen, dass das Hin und Her der Besuche, ähnlich wie in der Ukraine, die Spannungen nicht entschärfen wird.

Zu den Spekulationen, ob es Instrumente gibt, um Israel in Bezug auf seine geplante Bodenoperation in Gaza zu beeinflussen, sagte Doctorow:

Auf der einen Seite der Gleichung haben die USA solche Instrumente, wenn sie sie jemals einsetzen wollten, was sie bisher offenbar nicht tun. Wenn Washington Israel 10 Milliarden Dollar an Hilfe anbietet, muss es nur noch Bedingungen stellen. Wenn es den USA mit der Verteidigung Israels ernst wäre, wäre die erste Bedingung die sofortige Ablösung des gesamten Netanjahu-Kabinetts und seine Neubesetzung durch die Oppositionsparteien. Netanjahu und Co. sind persönlich für die aus Hybris resultierende Fahrlässigkeit verantwortlich, die den Hamas-Angriff am 7. Oktober ermöglichte. Netanjahu ist persönlich dafür verantwortlich, dass er die Kontrolle der Hamas über den Gazastreifen als Gegengewicht zur Palästinensischen Autonomiebehörde von [Präsident Mahmoud] Abbas unterstützt und gefördert hat.

Adriel Kasonta vertrat die Ansicht, dass das einzige Land, das “im israelisch-palästinensischen Konflikt die Karten in der Hand hält, die Vereinigten Staaten sind“. Er betonte, dass Washington der größte Unterstützer des israelischen Staates sei, “vor allem, wenn es um den Verkauf von Rüstungsgütern und die Bereitstellung von Geld für Israel geht“, verwies jedoch auf den jüngsten Schritt der USA, sich dem Antrag der Vereinten Nationen zur Einrichtung eines humanitären Korridors nach Gaza zu widersetzen.

Ich denke, dass die Vereinigten Staaten bereits ihre Entscheidung getroffen haben, Israel zu erlauben, mit dem palästinensischen Volk und dem Gazastreifen selbst zu machen, was es will“, sagte der außenpolitische Analyst.

Adriel Kasonta spekulierte, dass sich Russland und China als zwei Länder herauskristallisieren, die “gegen das sind, was mit dem palästinensischen Volk und in Gaza geschieht“. Er vertrat die Ansicht, dass diese beiden Länder “den Ausgang dieses Konflikts unterstützen könnten, indem sie ihre Macht, ihre sanfte Macht, einsetzen“.

Ich denke, dass diese beiden… Großmächte, wie ich schon sagte, China und Russland, die weltweite Meinung beeinflussen können und sollten und irgendwie auch Israel selbst beeinflussen. Wir wissen, dass viele Auswanderer aus Russland in Israel leben. Wir wissen, dass Israel sehr daran interessiert ist, gute wirtschaftliche Beziehungen zu China zu unterhalten. Ich denke also, dass diese beiden Länder gewisse Hebel in Bewegung setzen und Israel beeinflussen können, um das Leben des palästinensischen Volkes zu schonen. Wie wir im Moment sehen können, sieht das nicht sehr gut aus. Und ich bin mir nicht sicher, ob die Zweistaatenlösung noch auf dem Tisch ist. Im Moment sieht es jedenfalls nicht so aus“, betonte Kasonta.

Nach Ansicht des ehemaligen Vorsitzenden des Ausschusses für internationale Angelegenheiten der Denkfabrik Bow Group gibt es derzeit wenig “Willen der israelischen Regierung, das Leben des palästinensischen Volkes zu schonen, weil sie ihre Scheinargumente benutzt, um den Gazastreifen dem Erdboden gleichzumachen, um die Hamas zu vernichten“. Adriel Kasonta bedauerte die enorme humanitäre Krise, die sich bereits abzeichnet, und warnte davor, dass die Aktionen Israels “das Projekt der Zweistaatenlösung vollständig zerstören” würden.

Wenn die Vereinigten Staaten das Vorgehen der israelischen Regierung nicht unterstützen würden, würde Israel die Vernichtung der palästinensischen Bevölkerung sicherlich nicht durchführen“, so Kasonta.

Die USA haben die Eskalation der Feindseligkeiten genutzt, um in der Region Stärke zu zeigen, indem sie zwei Flugzeugträger der US-Marine unter der Führung der USS Gerald Ford und der USS Dwight D Eisenhower in das östliche Mittelmeer in der Nähe von Israel entsandt haben. Darüber hinaus wurde ein weiteres Marineschiff – die USS Mount Whitney LCC 20 der Blue Ridge-Klasse der 6. Flotte – von ihrem Heimathafen in der mittelitalienischen Küstenstadt Gaeta aus zur Unterstützung der US-Operationen in dem genannten Gebiet entsandt. Präsident Bidens Vorgehen trage nicht zur Deeskalation bei, argumentierte Gilbert Doctorow:

Biden glaubt fälschlicherweise, dass die Präsenz der US-Flugzeugträger-Einsatzkräfte vor der israelischen Küste eine Deeskalation gewährleistet, weil sie den Iran und Syrien davon abhält, in einer zweiten Front gegen Israel in den Konflikt einzutreten. Im Gegenteil, die US-Marinepräsenz verschärft die regionalen Spannungen und schafft die Voraussetzungen für einen regionalen, wenn nicht gar globalen Krieg.”

Israel prepares for a new war. “Gravitas” on WION Indian global television

Israel prepares for a new war. “Gravitas” on WION Indian global television

I am pleased to recommend this show that was broadcast live yesterday afternoon and was posted on the internet shortly thereafter, not merely because I was given the time to set out the risks of the current Israeli-Hamas conflict escalating into a global conflagration, which is not a risk that mainstream media have yet begun to consider, but because my hosts presented a very balanced and informative introduction before the interview proper.

You will note my assertion that in this ongoing conflict not only are the neighbors of Israel preparing for an escalation at their own regional level but the global powers, meaning the United States and Russia, also have put their assets on the line and are ready to jump in at any time.  

My unfinished sentence about the Russian aircraft now on permanent patrol of the Black Sea and carrying Russia’s hypersonic Kinzhal missiles would have ended in the following: the Russian missiles can strike the U.S. aircraft carrier task force off Israeli shores and two of them are sufficient to send the Gerald Ford to the bottom of the sea.

That last point is not my own interpretation: it was stated clearly on a live broadcast of Russia’s premier talk show hosted by Vladimir Solovyov two days ago.  To that I add here a very important additional note that highlights how close we are coming to the war to end all wars:  Putin made his statement about the Kinzhals not from his Kremlin offices but from the guest house in Beijing where he spent two days this week and met for several hours with Chinese president Xi Jinping.  As a veteran Kremlinologist, I can say with confidence that Putin’s readiness to finish off the American aircraft carrier task force in the Mediterranean if necessary had been discussed with and approved by Xi, who surely has his own concerns about the U.S. navy operating most provocatively in the South China Sea.  It also aligns with the threat by North Korean leader Kim one week ago that he is ready to sink the U.S. aircraft carrier that loiters in the vicinity of the Korean peninsula.  What we have before us is the prospect of Pearl Harbor all over again, but in three seas.

These separate facts are in the public domain.  I remain surprised that no one is drawing the dots to the obvious conclusion: that we are on the cusp of a very great war for which the Mideast crisis is just the detonator.

Nonetheless, it does not have to end this way. Unless attacked, it is unlikely that Iran will enter the conflict directly. Hezbollah can do a good enough job of bloodying the Israelis’ nose without the intervention of their friends in Teheran.  And the Russians are certain to hold their fire unless Iran and/or Syria are attacked by the U.S. warplanes based on the fleet.

This is not the Grand Chessboard that Zbigniew Brzezinski had in mind when he published his book on the global power outlook in 1997. Nor did he reckon that the U.S. team of strategists in office would not have progressed beyond Chinese checkers.

©Gilbert Doctorow, 2023

Russia’s ‘Sputnik’ on the succession of Western leaders visiting Israel for photo ops

I was pleased to respond in writing to questions posed by the Russian news agency Sputnik as it prepared a report on the past week’s visits to Tel Aviv by Scholz, Biden and now Sunak.   See

https://sputnikglobe.com/20231019/western-leaders-posturing-shuttle-visits-to-israel-an-effort-to-buoy-hold-on-power-at-home–1114325687.html

Of course, Western censorship being what it is, this link may not be accessible in certain countries. Please accept my apologies. Also note that the points raised in the article were explored in greater depth during a live interview on WION, the Indian English language global broadcaster, which seems to be taking a far more objective and critical stance on Israel than the Modi government. When the link becomes available later today, I will post it separately.

G.D.

Full transcript of the Sputnik text in the link for those who do not have accesw (Andreas Mylaeus)

Svetlana Ekimenko

Western Leaders’ ‘Posturing’ Shuttle Visits to Israel an Effort to Buoy ‘Hold on Power at Home’

UK Prime Minister Rishi Sunak followed in the heels of US President Joe Biden to descend upon Tel Aviv on Thursday, telling his counterpart Benjamin Netanyahu that he “absolutely” supported Israel’s right to defend itself. Meanwhile, over 3,300 people have been killed in the Gaza Strip since Israel began retaliatory air strikes on the enclave.

As they embark upon a flurry of visits to Tel Aviv amid the latest flare-up of the Palestinian-Israeli conflict, European leaders are “demonstrating once again that their only concern is to strengthen their hold on power at home by photo ops in Israel,” and “posturing” alongside Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu, Gilbert Doctorow, an international relations and Russian affairs analyst, told Sputnik.

“These visits are meaningful for demonstrating publicly that the leaders are backing fully one side to the conflict and so disqualify themselves as peacemakers. They also attract the attention of the Global South, heightening their contempt for Europe,” Doctorow underscored.

European Commission President Ursula von der Leyen, German Chancellor Olaf ScholzUS President Joe Biden, and now UK Prime Minister Rishi Sunak have all made successive visits to Tel Aviv amid the latest violent escalation of the Palestinian-Israeli conflict. At the same time, ongoing hostilities in the Gaza Strip region show no signs of abating, with the Israel Defense Forces (IDF) pounding what they claim are Hamas targets inside the Palestinian enclave.

On October 7, the Palestinian group Hamas launched a surprise large-scale attack against Israel from the Gaza Strip. After it breached the border, killing and seizing people in neighboring Israeli communities, Tel Aviv launched retaliatory strikes and ordered a complete blockade of the Gaza Strip, home to more than two million people, cutting off supplies of food, water, and fuel. Thousands of dead and injured have been reported on both sides as a result of the escalation.

The Gaza death toll has already exceeded 3,300, according to Palestinian authorities. One million people have been displaced in the span of 10 days, according to the United Nations. Furthermore, since the start of the complete blockage of the Gaza Strip by Israel, the Palestinian Ministry of Health warned of a severe shortage of medicines, water, and growing risk of an outbreak of disease in the besieged enclave. On Tuesday, even European Council President Charles Michel admitted that the siege of the Gaza Strip by Israel violates international humanitarian law.

When you cut the basic infrastructure, when you cut access to water, when you cut electricity, if you do not allow food to be delivered, this is not in line with the international law,” Michel told reporters in Brussels after an extraordinary video conference of the European Council on the situation in the Middle East.

Furthermore, over 500 perished in a blast at the Al-Ahli Baptist Hospital in northern Gaza on Tuesday night, where locals were sheltering from Israeli airstrikes. The Israeli and Palestinian authorities have blamed each other for the fatal incident. Hamas said that a missile was launched by the IDF, while Israeli officials put the blame on the Palestinian Islamic Jihad movement – something the latter denied in a statement. US President Joe Biden, during a meeting with Benjamin Netanyahu on Wednesday, laid the responsibility for the Gaza hospital blast on the “other team,” and not on Israel.

‘Gesture Politics’

As for European leaders, they “have nothing to offer to the parties to the conflict except some small donations that are meaningless in the face of the total devastation that Israel is now dealing out to Gaza,” Gilbert Doctorow emphasized.

I’m not sure whether Europe or European leaders can do anything. It is just gesture politics when it comes to their visits to Israel and having discussions and talks with Benjamin Netanyahu. So by doing this and traveling to Israel and meeting with the Israeli politicians, they reaffirm and show their support and they pledge allegiance to Israel and to the Israeli course,” Adriel Kasonta, a London-based foreign affairs analyst and former chairman of the International Affairs Committee at the Bow Group think tank, told Sputnik.

This flurry of shuttle diplomacy cannot but call to mind the eagerness with which all these Western leaders have been making forays to Kiev. As they made a bee-line for Ukraine’s President Volodymyr Zelensky, the aforementioned politicians have offered him successive vast weapons packages that have failed to impact the stuttering counteroffensive, while only further fanning the flames of the ongoing NATO proxy war against Russia. The same Western leaders have made no bones about being ready to prop up Kiev “to the last Ukrainian.”

So the optics of another round of such so-called “peacemaking” shuttling, with vows to “absolutely” support Israel’s right to defend itself, while the death toll accumulates in the enclave, feed into speculation that, similar to Ukraine, the back-and-forth visits will fail to defuse tensions.

Weighing in on speculation whether there are tools to influence Israel with regard to its mulled ground operation in Gaza, Doctorow said:

“On one side of the equation, the USA has such tools if it ever wished to use them, which so far it seems they do not. By offering $10 billion in aid to Israel, Washington just has to add conditions. If it were at all serious in defending Israel, the first condition would be the immediate replacement of the entire Netanyahu Cabinet and its replacement from among the opposition parties. Netanyahu and company are personally responsible for negligence arising from hubris that enabled the Hamas attack on October 7. Netanyahu personally is responsible for having aided and abetted the Hamas control of Gaza as a counterbalance to the Palestinian Authority of [President Mahmoud] Abbas.”

Adriel Kasonta voiced the opinion that the only country that “holds cards as far as the Israel and Palestine conflict is concerned is the United States.” Underscoring that Washington was the greatest supporter of the Israeli state, “especially when the sale of armaments is concerned and also providing money for Israel,” Kasonta, however, pointed to the recent move by the US to oppose the United Nations motion to establish a humanitarian corridor to Gaza.

“So I think that the United States have already made their decision to allow Israel to do whatever they want with regards to the Palestinian people and Gaza itself,” said the foreign affairs analyst.

Adriel Kasonta speculated that Russia and China were emerging as two countries that “oppose what is happening with the Palestinian people and what is happening in Gaza.” He voiced the opinion that these two countries could “support the outcome of this conflict by using their powers, their soft power.”

I think that these two… great powers, as I said, China and Russia, can influence and should influence global opinion and somehow influence Israel itself. We know that many expats from Russia are living in Israel. We know that Israel is very much interested in having good economic relations with China. So I think that these two countries have certain leverages to use and to influence Israel to spare the lives of the Palestinian people. As we can see at the moment, this doesn’t look very well. And I’m not sure whether the two-state solution is still on the table. It certainly doesn’t look this way at the moment,” Kasonta underscored.

According to the ex-chairman of the International Affairs Committee at the Bow Group think tank, there is currently little “will on the side of the Israeli government to spare lives of the Palestinian people, because they are using its bogus arguments of trying to raze Gaza to the ground in order to destroy Hamas.” Adriel Kasonta deplored the huge humanitarian crisis which is already unfolding, and warned that the actions of Israel would “destroy the two-state solution project completely.”

“Certainly, if the United State would not greenlight the actions of the Israeli government, Israel would not conduct this annihilation of the Palestinian population,” Kasonta believed.

The US has readily used the escalation of hostilities to assemble a show of force in the region, sending to the eastern Mediterranean near Israel two US Navy carrier strike groups led by the USS Gerald Ford and the USS Dwight D Eisenhower. Furthermore, another navy ship – US 6th Fleet Blue Ridge-class command and control ship the USS Mount Whitney LCC 20 – was deployed from its homeport in the central Italian coastal city of Gaeta to support US operations in the aforementioned area. President Biden’s moves do nothing for de-escalation, Gilbert Doctorow arguedsaying:

“Biden wrongfully believes that the presence of the US aircraft carrier task forces off of Israeli shores ensures de-escalation, because it deters Iran and Syria from entering the conflict in a second front against Israel. On the contrary, the US naval presence heightens regional tensions and sets the stage for a regional, if not global war.”

Translation of “How the Putin talks with Xi have been reported…”

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Wie das russische Staatsfernsehen über die Gespräche zwischen Putin und Xi berichtet hat

Die Gespräche am zweiten und letzten Tag des Besuchs von Wladimir Putin in Peking führten zu keiner großen gemeinsamen Erklärung, weder zum anhaltenden heißen Konflikt zwischen der Hamas und Israel noch zum Ukraine-Krieg. In der Tat gab es heute keine gemeinsame Pressekonferenz. Zweifellos war der chinesische Präsident mit Gesprächen mit den anderen mehr als zwanzig Teilnehmern des feierlichen Forums zum 10-jährigen Bestehen der Belt and Road Initiative beschäftigt.

Stattdessen gab Wladimir Putin eine eigene Pressekonferenz, die auf dem Rasen vor seinem Anwesen stattfand. Es gab zahlreiche Fragen und einige sehr wichtige Antworten, darunter eine, mit der ich beginnen möchte: seine Bestätigung, dass Russland jetzt ständig in den neutralen Gewässern des Schwarzen Meeres mit Jets patrouilliert, die seine Kinzhal-Hyperschallraketen tragen. Diese haben angeblich eine Reichweite von 1.500 km und fliegen mit einer Geschwindigkeit von 9 Mach. Wenn ich richtig gerechnet habe, bedeutet dies, dass sie von der Südküste des Schwarzen Meeres aus jeden Teil der US-Trägerflotte erreichen und zerstören könnten, die nach der amerikanischen Regierung zum Schutz Israels im östlichen Mittelmeer geparkt ist. Diese Patrouillen wurden zwar nur beiläufig erwähnt, aber man kann wohl davon ausgehen, dass das Pentagon genau zugehört hat.

Hintergrund dieser Äußerungen war die Frage, wie Russland auf die ATACMS reagieren wird, die Washington an Kiew geliefert hat und die laut Zelensky gestern gegen Stützpunkte der russischen Luftwaffene eingesetzt wurden. Putins direkte Antwort darauf lautet, dass die ATACMS den Krieg nur verlängern und gleichzeitig die Vereinigten Staaten tiefer in den Ukraine-Konflikt hineinziehen würden.

Man fragt sich, ob diese Art von Antwort auch für Deutschland gelten wird, sollte es die TAURUS-Marschflugkörper an Kiew liefern und, wie der deutsche Politiker Roderich Kiesewetter gestern gegenüber Reportern sagte, den Ukrainern helfen, die Krim-Brücke zu zerstören.

In seiner Erklärung zu Beginn der Pressekonferenz sagte Wladimir Putin, dass er und Xi ihre Aufforderung an alle Seiten im Hamas-Israel-Krieg bekräftigten, einen sofortigen Waffenstillstand zu schließen und direkte Gespräche aufzunehmen. In seinen Telefongesprächen mit Benjamin Netanjahu und den Staats- und Regierungschefs der Golfstaaten vor zwei Tagen sei er sich sicher gewesen, dass niemand wolle, dass sich der Konflikt in der Region weiter ausbreite.

Putin sagte, dass er früher am Tag ein fast zweistündiges Einzelgespräch mit Xi geführt habe. Er bezeichnete es als produktiv und inhaltsreich, aber auch als vertraulich, so dass nicht mehr darüber gesagt werden kann. Anschließend fand eine längere Sitzung statt, bei der die Delegationen beider Seiten anwesend waren. Putin hatte alle wichtigen Minister der russischen Regierung sowie hochrangige Wirtschaftsvertreter aus den für die Entwicklung des russisch-chinesischen Handels wichtigsten Bereichen bei sich.

Die Nachmittagsausgabe von Sechzig Minuten interviewte mehrere dieser wichtigen russischen Teilnehmer und berichtete über mehrere Punkte, die es wert sind, hier wiederholt zu werden. Einer davon, von Finanzminister Siluanow, ist, dass 90 % des russisch-chinesischen Handels jetzt in den nationalen Währungen abgewickelt werden, natürlich zum größten Teil in Yuan. Die Abschaffung des Dollars an den Börsen bedeutet, dass Washington keine verwertbaren Informationen mehr darüber hat, wer was kauft und an wen verkauft. Wie wir von Putin selbst wissen, wird der Wert des bilateralen Handels bis zum Jahresende voraussichtlich 200 Milliarden Dollar übersteigen.

Eine weitere wertvolle Information, die in Sechzig Minuten ausgestrahlt wurde, war, dass die Getreideverkäufe nach China voraussichtlich 70 Millionen Tonnen erreichen werden, was fast 50 % der gesamten russischen Ernte in diesem Jahr ausmachen würde. Und Alexej Miller, Chef von Gazprom, sagte, dass China auf dem besten Wege sei, jährlich so viel Erdgas zu kaufen, wie Russland bisher nach Europa exportiert hat.

                                                                     *****

Abgesehen von der Fernsehberichterstattung über Putins Besuch in China hat Sechzig MInuten auch einige Kommentare zu anderen Ereignissen abgegeben, die für die Leser in Europa und insbesondere in Deutschland von Interesse sein könnten. Die pikantesten Kommentare beziehen sich auf den gestrigen Kurzbesuch von Bundeskanzler Scholz in Tel Aviv. Er soll seinen israelischen Gastgebern gesagt haben, dass er gekommen sei, um die Solidarität Deutschlands mit Israel in dieser kritischen Zeit und seine Sorge um die Sicherheit Israels zu bekräftigen. Dies, so erklärte er weiter, sei eine natürliche Folge des deutschen Verantwortungsgefühls für den Holocaust.

Moderator Jewgeni Popow fragte rhetorisch: “Und erinnern sich die Deutschen nicht an ihre Verantwortung für die Ermordung von 27 Millionen Sowjetbürgern im Zweiten Weltkrieg? Fühlen sie sich nicht dafür verantwortlich, die Sicherheit Russlands heute zu gewährleisten?”

Die andere Bemerkung in Bezug auf Scholz war der Schock, dass er in einem Flugzeug mit der Aufschrift “Luftwaffe” und dem Symbol des Eisernen Kreuzes in Israel ankam. Dies schien unter den gegebenen Umständen taktlos zu sein.

Zu Bidens Ankunft in Israel und seiner öffentlichen Erklärung gegenüber Netanjahu, dass er gekommen sei, um Amerikas Unterstützung für Israel zu zeigen, sagte der Sechzig Minuten-Moderator, dass Washington durch seine Ausrichtung auf eine Seite in dem Konflikt mit einem Schlag jede Rolle als möglicher Friedensstifter in der Region verwirkt habe. Dies steht in krassem Gegensatz zu Russland, das die Kommunikationslinien mit allen Seiten offengehalten hat.

How the Putin talks with Xi have been reported on Russian state television

The talks on the second and final day of Vladimir Putin’s visit to Beijing did not result in a big joint declaration with respect to either the ongoing hot conflict between Hamas and Israel nor with respect to the Ukraine war.  Indeed, there was no joint press conference today. No doubt the Chinese President was busy in talks with the other twenty or more participants in the celebratory Forum dedicated to the 10th anniversary of the Belt and Road Initiative.

Instead, Vladimir Putin had a press conference of his own, held outdoors on the lawn before his compound. There were numerous questions and some very important answers, including one with which I will begin: his confirmation that Russia is now permanently patrolling the neutral waters of the Black Sea with jets that are carrying its Kinzhal hypersonic missiles. They reportedly have a range of 1,500 km and fly at a speed of 9 Mach. If my arithmetic is correct, this means that from the southern coast of the Black Sea they could reach and destroy any part of the U.S carrier fleet parked in the Eastern Mediterranean for the protection of Israel, per the American administration.  Mention of these patrols was given in an offhand manner, but one may well suppose that the Pentagon was listening closely.

The context for these remarks was a question about what response Russia will give to the ATACMS which Washington has delivered to Kiev and which Zelensky said were used against Russian air bases yesterday. Putin’s direct answer to that is that ATACMS will only prolong the war while at the same time drawing the United States deeper into the Ukrainian conflict.

One wonders whether this kind of response will be applied to Germany should it deliver the TAURUS cruise missiles to Kiev and, as German politician Roderich Kiesewetter said yesterday to reporters, help the Ukrainians to destroy the Crimean bridge.

In his statement at the start of the press conference, Vladimir Putin said that he and Xi reiterated their call for all sides in the Hamas-Israeli war to enter into an immediate cease-fire and open direct talks. He noted that in his telephone calls with Benjamin Netanyahu and with leaders across the Gulf States two days ago he was certain that no one wants the conflict to spread further in the region.

Putin said that earlier in the day he had one-on-one talks with Xi that lasted almost two hours. He called them productive and substantive, but also confidential so that there was no more to be said about them. Then came a longer session when they were joined by their respective delegations. Putin had with him all of the key ministers in the Russian government as well as top business executives in the fields of greatest importance in Russian-Chinese trade development.

The early afternoon edition of Sixty Minutes interviewed several of these key Russian participants and reported on several points worth repeating here. One, by Finance Minister Siluanov, is that 90% of Russian-Chinese trade is now conducted in national currencies, of course with the greater part in yuan. Removal of the dollar from the exchanges means that Washington no longer has any usable intelligence on who is buying and selling what to whom.  As we know otherwise from Putin himself, the bilateral trade is expected to exceed 200 billion dollars in value by year’s end.

Another valuable data point aired on Sixty Minutes was that grain sales to China are expected to reach 70 million tons, which would represent almost 50% of the entire Russian harvest this year. And Alexei Miller, head of Gazprom, said that China is on course to buy as much natural gas annually as Russia was previously exporting to Europe.

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Quite apart from the television coverage of Putin’s visit to China, Sixty Minutes had some commentary on other events that readers in Europe, and in Germany in particular, may be interested to hear. The most piquant pertain to Chancellor Scholz’s brief trip to Tel Aviv yesterday.  He was reported to say to his Israeli hosts that he came to reaffirm Germany’s solidarity with Israel at this critical time and its concern to ensure Israeli security. This, he went on to explain, is a natural consequence of Germany’s feelings of responsibility for the Holocaust. 

As program host Yevgeny Popov asked rhetorically:  and do the Germans not remember their responsibility for killing 27 million Soviet citizens in WWII? Do they not feel a responsibility to ensure Russia’s security today?

The other remark pertaining to Scholz was shock that he arrived in Israel in a plane bearing the legend “Luftwaffe” and the iron cross symbol.  This seemed to be tactless under the circumstances.

As for Biden’s arrival in Israel and public statement to Netanyahu that he came to show America’s support for Israel, the Sixty Minutes presenter said that Washington in one stroke, by its alignment with one side in the conflict, forfeited any role as a possible peacemaker in the region. This is in stark contrast with Russia, which has kept lines of communication open with all sides.

©Gilbert Doctorow, 2023

Postscript, 19 October:  on his show last night, Vladimir Solovyov decrypted   for his audience Vladimir Putin’s announcement about the Kinzhal-equipped air patrols that Russia now has established over the Black Sea: the intent is a clear warning to Washington that any attack on Syria or Iran from these vessels in the Eastern Mediterranean will result in a Russian attack on the fleet. For those unfamiliar with the technical characteristics of the Kinzhal, suffice it to say that it does have the force to sink an aircraft carrier. Brinksmanship, anyone?

Translations of “Putin in Beijing”

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Putin in Peking

Die Hauptnachrichten im russischen Staatsfernsehen waren heute Abend der Empfang Wladimir Putins durch den chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking und eine Reihe von Treffen mit anderen Staatschefs, die an den Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen der chinesischen “Belt and Road Initiative” teilnehmen.

In der Online-Ausgabe der New York Times von heute Abend findet sich kein Wort über den Besuch des russischen Präsidenten in Peking, aber die Redaktion der Zeitung hält sich mit Nachrichten über Putin zurück, wahrscheinlich weil sie darauf wartet, dass das Außenministerium den richtigen “Spin” vorschlägt. Die Financial Times online berichtet jedoch in zwei Artikeln über Putin auf der Titelseite: der eine gibt einen Überblick über seine geplanten Treffen, der andere konzentriert sich auf seine Gespräche mit einem bestimmten Staatsoberhaupt, dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban.

Lassen Sie uns einen Moment innehalten und überlegen, was die FT uns über Putin in Peking wissen lassen will. Und danach können wir auf die russische Berichterstattung zurückkommen, die nicht nur ein anderes Licht auf das wirft, was man in der FT liest, sondern auch eine ganze Reihe von sachlichen Informationen liefert, die man aufnehmen kann.

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Wie in ihrem üblichen propagandistischen Journalismus kann die FT keinen Artikel über Putin drucken, ohne ihre Leser daran zu erinnern, was für ein Paria er ist, ein Mann, der von internationalen Gerichten verfolgt wird, ein Mann, der isoliert und schwach ist. Der Titel selbst gibt bereits den Ton an: “Wladimir Putin besucht Peking zum ersten Mal seit Russlands Invasion in der Ukraine.”

Ja, sie räumen im ersten Absatz ein, dass er “zu einem hochrangigen Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping” in China eingetroffen ist, nehmen dem aber die Luft, indem sie sagen, dass es der Kreml war, der Putin als den “Hauptgast” der Veranstaltung bezeichnete, und nicht ihr eigener Reporter vor Ort in Peking.

Zwei Zeilen weiter lesen wir: “Der russische Staatschef schränkte seine Auslandsreisen nach Beginn des Krieges in der Ukraine ein und hatte das Land bis letzte Woche nicht verlassen, nachdem der Internationale Strafgerichtshof im März Anklage wegen Kriegsverbrechen erhoben hatte.” Wir werden daran erinnert, dass Putin die G20-Treffen in Indonesien und in Indien im September ausgelassen hat.

So wird fast die Hälfte des Artikels damit verbracht, uns zu erzählen, wohin Putin nicht gereist ist, und nichts über diesen Besuch in Peking.

Im weiteren Verlauf sprechen die Autoren davon, dass “Russland seit der Einleitung seiner militärischen Sonderoperation und der Verhängung von Sanktionen durch den Westen zunehmend von China als wirtschaftlichem Rettungsanker abhängig geworden ist”. Dies ist ein Zitat eines ehemaligen politischen Beraters des Europäischen Parlaments, der jetzt an einer Universität in Taiwan tätig ist. Derselbe Experte vervollständigt die Herabstufung Russlands, indem er erklärt, es sei der “Juniorpartner” in den Beziehungen zu China.

Nachdem die “Belt and Road”-Initiative im Allgemeinen dafür gerügt wurde, dass sie 79 Milliarden Dollar an faulen Krediten neu verhandeln oder abschreiben musste, geben uns die Autoren am Ende vier Zeilen, die tatsächlich etwas Neues enthalten, von denen ich im Folgenden zwei zitiere:

“Putin traf am Dienstag den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und den vietnamesischen Präsidenten Vo Van Thuong, bevor er sich mit den Führern Thailands, der Mongolei und Laos’ traf.

Der Platz für die Nahaufnahme von Putin und Xi, die sich selbstzufrieden anlächeln, ist sechsmal größer als die eigentliche Nachricht im Text des Artikels.

Der separate Artikel “Orban trifft Putin, ‘um alles Mögliche’ in den bilateralen Beziehungen ‘zu retten'” könnte als geringfügig besserer Journalismus bezeichnet werden, obwohl derselbe Max Seddon in Riga ein Mitautor beider Artikel ist. Die Redakteure haben ihr Bestes getan, um alles zu verderben, indem sie dem Artikel den Untertitel “Europäischer Regierungschef trifft als erster westlicher Staatschef den russischen Präsidenten seit Ausstellung eines Haftbefehls wegen Kriegsverbrechen” gaben. Einmal mehr sagt das große Foto von Orban und Putin, die sich bei ihrem Treffen die Hände reichen, mehr aus als der Text.

Es gibt hier einige der gleichen allgemeinen Hinweise auf Putins angebliche Isolation und seinen Paria-Status, aber sie erhalten mehr Nachdruck durch ein Zitat des US-Botschafters in Ungarn, der das Treffen verurteilt: “…Orban entscheidet sich, mit einem Mann zusammenzuarbeiten, dessen Streitkräfte für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Ukraine verantwortlich sind…”.

Die einzigen neutralen Bemerkungen in dem Artikel betreffen die gemeinsamen Geschäftsinteressen Russlands und Ungarns, darunter die Erdgasversorgung und ein von Rosatom gebautes Kernkraftwerk.

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Russische Fernsehnachrichten unterstützen die Ansicht, dass Putin der Hauptgast des BRI-Treffens in Peking ist, durch Videos, die den Einzug der Teilnehmer zum Staatsbankett heute Abend zeigen: Die Prozession wird von Putin und Xi Seite an Seite angeführt. Gleich dahinter befinden sich Xis Frau und Kasachstans Präsident Tokajew. Dahinter folgen mehrere Dutzend weitere Personen. Auch in dem Video, in dem sich alle Staatsoberhäupter zum Gruppenfoto aufstellen, stehen Putin und Xi gemeinsam in der Mitte und unterhalten sich miteinander. Sonst noch Fragen dazu, wer wer ist und was was ist?

Vielleicht übertreiben die Russen, wenn sie den großen Andrang der anderen Teilnehmer nach einem persönlichen Gespräch mit Putin in der großen Residenz hervorheben, die die Chinesen für diese Tête-à-têtes in diskretem Luxus zur Verfügung gestellt haben. Pavel Zarubin, der Moderator der Sonntagabend-Sendung “Moskwa, Kreml, Putin“, ist ein Meister darin, Details zu zeigen, wie z.B. die Schlange der Limousinen der Staatsoberhäupter, die draußen auf ihren Platz an der Sonne mit Putin warten.

Neben den Aufnahmen des Treffens mit Orban zeigte das russische Fernsehen den Zuschauern den öffentlichen Teil des Treffens zwischen Putin und dem Präsidenten von Laos, der zu Beginn des Gesprächs ein passables, wenn auch stark akzentuiertes Russisch sprach. Wie wir erfahren haben, hat er in denselben Jahren wie Putin an der Leningrader Universität studiert, allerdings in einer anderen Abteilung. Auch der vietnamesische Präsident verwies in seinen Eröffnungsworten vor den Kameras auf sein Studium in der Sowjetunion. Bei seinen Gesprächen mit Putin ging es wahrscheinlich in erster Linie um Energie, da Gazprom in dem Land recht aktiv ist. Der Vorsitzende von Gazprom, Alexej Miller, ist Mitglied der russischen Delegation. Von dem Treffen Putins mit dem Interimspräsidenten Pakistans, der Englisch spricht, wissen wir, dass sie über Energieprojekte und die Lieferung von mehr als einer Million Tonnen russischen Getreides nach Pakistan gesprochen haben, die vermutlich in Yuan bezahlt werden. Mit dem mongolischen Präsidenten wurde laut Vesti eine neue Gaspipeline besprochen, die offenbar die Mongolei selbst versorgen und nicht nur als Transitstrecke nach China dienen soll.

Aus russischer Sicht sind diese Nebengespräche mit anderen Teilnehmern des BRI-Forums jedoch eine Kleinigkeit. Was sie mit großer Spannung erwarten, sind die mehrstündigen Gespräche, die Putin und Xi morgen unter vier Augen führen werden und zu denen sich dann ihre jeweiligen Delegationen gesellen werden. Wir wissen, dass die Lage im Nahen Osten ganz oben auf der Tagesordnung steht, während der Ukraine-Krieg eine untergeordnete Rolle spielt und die verbleibende Zeit dem weiteren Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen gewidmet ist.

Die russische Nachrichtensendung (Sixty Minutes) hat den Zuschauern ein interessantes Detail verraten: Während Putin morgen Abend nach Moskau zurückkehrt, fliegt Außenminister Lawrow nach Nordkorea zu einem Treffen mit Kim.

Putin in Beijing

The principal news items on Russian state television this evening were the reception Vladimir Putin was given by Chinese President Xi Jinping in Beijing and the succession of meetings that he had with other heads of state who are participating in the 10th anniversary celebrations of China’s Belt and Road Initiative.

You won’t find a word about the Russian President’s visit to Beijing in this evening’s online New York Times, but the paper’s editorial board is slow to post news about Putin, probably waiting for the State Department to suggest the proper ‘spin.’ However, The Financial Times online gives Putin ‘front page’ coverage in two articles: one is an overview of his scheduled meetings and the other focuses on his talks with one leader in particular, prime minister Viktor Orban of Hungary.

Let us stop for a moment to consider what the FT wants us to know about Putin in Beijing.  And after that we can come back to the Russian coverage, which not only casts a different light on what you read in FT but provides a good deal more factual information to take in.

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In keeping with its regular propagandistic journalism, the FT cannot print an article about Putin without reminding its readers what a pariah he is, a man pursued by international courts, a man who is isolated and weak. The title itself already sets the tone: “Vladimir Putin visits Beijing for first time since Russia’s invasion of Ukraine.”

Yes, they concede in the first paragraph that he arrived in China “for a high-level meeting with Chinese leader Xi Jinping,” but then take the air out of that by saying it was the Kremlin which described Putin as the ‘main guest’ at the event, not their own reporter on the ground in Beijing.

Two lines down we read: “The Russian leader cut back his foreign travel after the war in Ukraine began and until last week had not left the country since a war crimes indictment from the International Criminal Court in March.”  We are reminded that Putin skipped the G20 meetings in Indonesia and in India in September.

Thus, almost half the article is spent telling us about where Putin has not traveled to and nothing about this visit to Beijing.

Moving on, the authors speak about how “Russia had become increasingly dependent on China as an economic lifeline” ever since the launch of its Special Military Operation and imposition of sanctions by the West. This is a quote from a former political adviser at the European parliament who is now with a university in Taiwan. The same expert completes the downgrading of Russia by explaining that it is the ‘junior partner’ in the relationship with China.

After kicking the tires of the Belt and Road Initiative in general for having to renegotiate or write off $79 billion in bad loans, the authors give us four lines at the end that actually contain some news, of which I quote two below:

“Putin met Hungary’s prime minister Viktor Orban and Vietnamese president Vo Van Thuong on Tuesday, ahead of further meetings with Thai, Mongolian and Laotian leaders.”

The space allotted to the close-up photo of Putin and Xi smiling complacently to one another at the head of the article is six times bigger than the actual news in the text of the article.

The separate article “Orban meets Putin in bid to ‘save everything possible’ in bilateral relations” might be said to be marginally better journalism though the same Max Seddon in Riga is a co-author of both. The editors have done their best to spoil everything by giving it the subtitle “European head is first western leader to meet Russian president since issue of war crimes warrant for his arrest.” Once again the big photo of Orban and Putin, clasping hands at their meeting, tells more than the text.

There are some of the same general reminders here of Putin’s alleged isolation and pariah status, but they are given more force by a quotation from the U.S. ambassador to Hungary condemning the meeting: “…Orban chooses to stand with a man whose forces are responsible for crimes against humanity in Ukraine…” 

The only neutral remarks in the article catalog the common business interests of Russia and Hungary, including natural gas supply and a nuclear power plant under construction by Rosatom.

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Russian television news support the view that Putin is the main guest at the BRI gathering in Beijing by videos showing the entry of the participants to the state banquet this evening:  the procession is led by Putin and Xi side by side. Just behind them is Xi’s wife and Kazakhstan president Tokaev. The several dozen others follow behind.  Similarly in the video of all the leaders lined up for their group photo, Putin and Xi are together in the very center chatting to one another.  Questions anyone about who is who, and what is what?

Perhaps the Russians go overboard in stressing the great demand of other participants for one-on-one time with Putin at the large residence which the Chinese made available for holding these tête-à-têtes in discrete luxury. Pavel Zarubin, the host of the Sunday evening program Moskva, Kremlin, Putin is a master at showing off details like the line of limousines of leaders waiting outside for their time in the sun with Putin.

Aside from footage from the meeting with Orban, Russian television presented to viewers the public part of Putin’s meeting with the president of Laos, who opened the conversation speaking passable if heavily accented Russian. As we learned, he was studying at Leningrad University during the same years as Putin, though in a different department.  The Vietnamese president also made reference to studies in the Soviet Union in their opening remarks for the cameras.  His talks with Putin were likely about energy first of all since Gazprom is fairly active in the country. Gazprom chairman Alexei Miller is in the Russian delegation.  As for the meeting that Putin had with the interim president of Pakistan, who is an English speaker, we know that they discussed energy projects and deliveries of more than a million tons of Russian grain to Pakistan, presumably paid for in yuan. With the Mongolian president, Vesti tells us they discussed a new gas pipeline which apparently is intended to supply Mongolia itself and not only serve as a transit route to China.

However, from the Russian perspective these side meetings with other BRI Forum participants are small beer. What they are awaiting with great anticipation is the several hours tomorrow that Putin and Xi will spend one-on-one and then are joined by their respective delegations. We know that the situation in the Middle East is at the top of their agenda, with a secondary focus on the Ukraine war and remaining time devoted to further development of economic ties.

The one tantalizing tidbit that Russian news (Sixty Minutes) threw out to viewers is that whereas Putin returns to Moscow tomorrow evening, Foreign Minister Lavrov flies to North Korea for a meeting with Kim.

©Gilbert Doctorow, 2023

Translations of “What the Russians are saying…”

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Was die Russen in Fernseh-Talkshows über den Krieg zwischen Israel und Hamas sagen

In der vergangenen Woche wurde ich mehrmals vom indischen Fernsehen interviewt und nach der gegenwärtigen Situation und dem unmittelbar bevorstehenden Weg im Krieg zwischen Israel und Hamas gefragt. Ich habe in der Sendung geantwortet, obwohl es mir unangenehm war, über meinen eigentlichen Kompetenzbereich hinauszugehen. Ich präsentiere mich nicht als Experte für den Nahen Osten. Mein Mehrwert besteht vor allem darin, die Denkweise der russischen Regierung und der Öffentlichkeit zu den wichtigsten internationalen Ereignissen unserer Zeit, zu denen der Nahostkrieg heute zählt, zu erfassen. Und das ist es, was ich in dem folgenden Essay anbiete.

Was ich als Erstes sagen möchte, stammt aus der gestrigen Sendung von Wladimir Solowjow, in der einige der fähigsten Podiumsteilnehmer aus seinem Stammpublikum das Mikrofon in die Hand nahmen. Das Hauptthema war die Frage, wie die Russen das Konzept der kollektiven Verantwortung ganzer Nationen oder ethnischer Gruppen sehen, wie es die israelische Regierung jetzt in ihrem Vorgehen gegen den Gazastreifen praktiziert, indem sie eine Mission zur Ausrottung und Zerstörung der Hamas verfolgt. Solowjow zeigte die jüngste Rede des israelischen Präsidenten Isaac Herzog auf dem Bildschirm, in der die Doktrin der kollektiven Verantwortung unmissverständlich zum Ausdruck kam.

“Es ist eine ganze Nation da draußen, die verantwortlich ist”, sagte Herzog auf einer Pressekonferenz am Freitag. “Es ist nicht wahr, dass die Zivilbevölkerung nichts weiß und nicht beteiligt ist. Das ist absolut nicht wahr. Sie hätten sich erheben können. Sie hätten gegen dieses böse Regime kämpfen können, das den Gazastreifen durch einen Staatsstreich übernommen hat.”

Solovyov zeigte auch den israelischen Verteidigungsminister Yoav Gallant, der sagte, Israel kämpfe gegen “menschliche Tiere”.

Solowjow selbst verurteilte die brutalen Morde der Hamas-Kämpfer vom 7. Oktober vorbehaltlos, ebenso wie alle Versuche, die brutalen israelischen schweren Bombardierungen des Gazastreifens und die für die unmittelbare Zukunft geplante schreckliche Invasion des Gazastreifens zu rechtfertigen.

Solowjow seinerseits nutzte das Thema, um den Unterschied zwischen der russischen Kriegsführung, wie sie in der laufenden militärischen Sonderoperation in der Ukraine zum Ausdruck kommt, und der israelischen Kriegsführung, die wir jetzt rund um die Uhr im Fernsehen sehen, hervorzuheben. Die Russen hätten Kiew zertrümmern und den Hauptboulevard im Stadtzentrum, die Kreshchatik, bombardieren können, haben es aber nicht getan. Sie hatten/haben es nicht auf Wohnviertel abgesehen.

Sicherlich werden einige Leser anderer Meinung sein und sagen, dass die Unterscheidung unschärfer ist, aber bitte beachten Sie, dass dies das russische Selbstbild ist. Solowjow sagte, um seinen Standpunkt zu untermauern: Während unserer Tschetschenienkriege in den 1990er Jahren haben wir nur die terroristischen Gruppen angeprangert, nicht das gesamte tschetschenische Volk.

In der Tat hat das ganze Thema der kollektiven Verantwortung für die Völker in Russland eine besondere Bedeutung, die der westlichen Öffentlichkeit nicht unbedingt bekannt ist. Und das kam in der eloquenten, ununterbrochenen 10-minütigen Rede der RT-Direktorin Margarita Simonyan zum Ausdruck.

Ich habe Simonyan in der Vergangenheit für das Konzept des RT-Programms kritisiert, weil sie ehemalige westliche Journalisten einstellt, um der amerikanischen Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, anstatt die viel anspruchsvolleren und interessanteren russischen Nachrichtensendungen in englischer Übersetzung für das globale Publikum zu präsentieren. Wie sie jedoch gestern Abend deutlich machte, ist die Journalistin Margarita Simonyan sowohl eine hochqualifizierte Intellektuelle als auch eine russische Patriotin. Ihre langen Zitate aus der Poesie von Anna Achmatowa über die Notwendigkeit, im Land der Geburt zu bleiben und das Beste daraus zu machen, waren für die Diskussion über die Russen, die das Land zum Zeitpunkt der Mobilisierung der Reservisten im letzten Herbst verlassen haben, von großer Bedeutung. Auf diese “Relocants”, wie sie in den russischen sozialen Netzwerken genannt werden, werde ich später noch zu sprechen kommen.

Doch zunächst möchte ich auf die Geschichte der Familie Simonyan hinweisen, die sie gestern Abend mit den Zuhörern teilte. Sie sagte, dass sie die schreckliche Seite der kollektiven Verantwortung, die sich in den verschiedenen Vertreibungen ethnischer Gruppen aus der einen oder anderen Region der Sowjetunion während Stalins Herrschaft widerspiegelt, sehr gut verstehen kann. Ihre eigene Familie lebte auf der Krim, bis Stalin die Deportation aller Armenier anordnete. Noch verabscheuungswürdiger war Stalins Deportation der Krimtataren, der einheimischen Bevölkerung, die erst nach dem Fall der UdSSR rückgängig gemacht wurde.

Die einheitliche Verurteilung dessen, was Israel in Gaza tut, wurde gestern Abend in der Solovyov-Show von einem Diskussionsteilnehmer, Yaakov Kedmi, konterkariert, der per Fernübertragung aus Jerusalem zugeschaltet wurde. Kedmi ist ein ehemaliger sowjetischer Staatsbürger, ein “Verweigerer”, der vor langer Zeit nach Israel ausgewandert ist und eine Karriere in den Geheimdiensten gemacht hat. Im Ruhestand ist er seit mehreren Jahren in den Moskauer Studios der Solowjow-Show aufgetreten, wo er sich oft als Superpatriot für Russland präsentierte und eine sehr aggressive Haltung im Ausland empfahl, so dass ich manchmal dachte, er sei ein Agent provocateur.

In der gestrigen Solovyov-Show wirkte Kedmi müde und verzweifelt und argumentierte schwach für das Recht Israels auf Selbstverteidigung, was auch für alle Aktionen gegen den Gazastreifen gelte, da die Hamas an den Wurzeln ausgerissen werden müsse. In Bezug auf die kollektive Verantwortung bestritt Kedmi zunächst, dass der israelische Präsident jemals davon gesprochen habe, dass die Gräueltaten der Hamas auf palästinensische Zivilisten zurückzuführen seien, dann lenkte er ein und sagte, der Präsident habe dumm gehandelt und vertrete nicht die Ansichten der breiten israelischen Öffentlichkeit. Er sprach länger, als der Moderator es wünschte, um das aus Kedmis Sicht noble Verhalten der israelischen Verteidigungskräfte zu verteidigen. Kedmi beharrte darauf, dass die IDF Präzisionsbombardements und keine mutwilligen Bombardierungen durchführten; dass sie die Bewohner von Wohnhäusern zwanzig Minuten vor einem geplanten Angriff anriefen, um ihnen Zeit zu geben, sich zu retten. Wie man an den Gesichtern der anderen Podiumsteilnehmer sehen konnte, war diese nette Geschichte nicht sehr glaubwürdig.

Ich habe in der Vergangenheit auf den ehemaligen Militäroffizier und heutigen Duma-Abgeordneten Andrej Guruljow aufmerksam gemacht, der ziemlich oft in der Solowjow-Show auftritt. Gestern Abend hatte er viel zu sagen, sowohl über die Situation in Israel als auch über die Äußerungen von Präsident Putin, dass die Russen nun in eine Phase der “aktiven Verteidigung” eingetreten seien, was bedeute, dass sie täglich an der Konfrontationslinie im ukrainisch besetzten Donbas Land erobern, um die Kontrolle über Kommandohöhen und andere taktisch wichtige Positionen zu erlangen. Seine wichtigsten Äußerungen gestern Abend bezogen sich jedoch auf den Iran. Das russische Fernsehen hatte über das Treffen des iranischen Außenministers mit Hamas-Führern in Katar am Samstag berichtet, bei dem die Iraner von ihrer “roten Linie” sprachen, was bedeutet, dass der Iran nicht tatenlos zusehen wird, wenn Israel mit seiner geplanten vollständigen Invasion des Gazastreifens fortfährt. Ich füge hinzu, dass das iranische Parlament heute eine Erklärung mit demselben Inhalt abgegeben hat. Wie Guruljow sagte, sind die Iraner nicht redselig; wenn sie sprechen, meinen sie, was sie sagen. Außerdem seien die iranischen Streitkräfte seiner Einschätzung nach sehr fähig und mit modernsten Waffen ausgestattet.

Das Thema ” Rückkehrer” war in der vergangenen Woche im russischen Fernsehen und in den sozialen Medien hochaktuell. Es tauchte im Zusammenhang mit der Rückkehr einiger auffälliger Schurken nach Moskau auf, die in Israel gelebt hatten und nach den Hamas-Anschlägen überstürzt abgereist waren. Die Frage wurde sehr brisant, nachdem Wjatscheslaw Wolodin, der Sprecher der Duma, des Unterhauses der russischen Zweikammer-Legislative, gegenüber Reportern erklärt hatte, dass diese Personen nach ihrer Rückkehr nach Russland direkt nach Magadan geschickt werden sollten, einer Hafenstadt im Fernen Osten Russlands, die in den Jahren des Stalinismus ein berüchtigter Durchgangsort für Gulag-Insassen war.

Das hat die Gemüter erhitzt, und die Frage tauchte in einer Pressekonferenz auf, die Putin im Laufe der Woche während seiner Reise nach Zentralasien gab. Putin sagte direkt, dass jeder, der einen russischen Pass besitzt, das Recht hat, das Land zu verlassen und sich an einem Ort seiner Wahl niederzulassen; darüber hinaus haben alle das Recht, zurückzukehren. Das einzige Problem, das zu einer gerichtlichen Untersuchung führen könnte, ist, wenn sie ihre Zeit im Ausland dazu nutzen, Russland zu verleumden.

In ihren zehn Minuten am Mikrofon gab Margarita Simonyan eine ausführlichere Antwort und sagte, dass viele Männer, die Russland vor einem Jahr aufgrund der Mobilisierungsbefehle verlassen haben, dies getan haben, weil die Mobilisierung nicht mit der notwendigen Professionalität durchgeführt wurde. In einigen Fällen ignorierte das Mobilisierungspersonal vor Ort die gesetzlichen Ausnahmeregelungen, die für Reservisten aus beruflichen, gesundheitlichen oder familiären Gründen galten. Was die russische Regierung anbelangt, so war sie bereit, IT-Spezialisten, die der Nation nützlicher waren, zu Hause an ihrem Computer mit einem Milchkaffee an der Seite sitzen zu lassen, als sie an die Front zu schicken. Es gab aber auch diejenigen, die Russland nach dem Beginn der SMO verlassen haben, die nie eine Zuneigung zu Russland und den Russen hatten, dies aber in der Vergangenheit durch ein Feigenblatt des Pazifismus oder Vorwürfe des Autoritarismus überspielten. Jetzt posten dieselben feinen Leute von ihrem Sitzplatz in Israel oder anderswo im Ausland in den sozialen Netzwerken ihre volle Unterstützung für “unsere Jungs”, also die IDF. Solche Leute werden in der Tat im Schnellverfahren nach Magadan gebracht, wenn sie zurückkehren.

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Bevor ich schließe, möchte ich darauf hinweisen, dass russische Nachrichtensendungen gestern und heute eine beträchtliche Menge an Informationen ausgestrahlt haben, die Sie kennen sollten, um unsere Chancen, den Nahostkonflikt zu überleben, besser zu verstehen, die aber in den großen westlichen Medien nicht zu hören sind.

So wurde beispielsweise die Ankunft des katarischen Emirs in Berlin zu Gesprächen mit Bundeskanzler Scholz am Donnerstag in unseren Medien tatsächlich erwähnt. Der Inhalt des Gesprächs wurde nicht erwähnt. Russischen Nachrichten zufolge erklärte der Emir gegenüber Scholz jedoch offen, dass das Emirat alle weiteren Erdgaslieferungen nach Europa stoppen werde, wenn die Europäer Israel bei seiner bevorstehenden Invasion des Gazastreifens weiterhin uneingeschränkt unterstützen. Es ist erwähnenswert, dass auf Katar 13 % des weltweiten LNG-Absatzes entfallen und die geplanten Lieferungen nach Europa für den alten Kontinent von entscheidender Bedeutung sind, um die Energiesicherheit in diesem Winter unter den Bedingungen der Sanktionen gegen den traditionellen Lieferanten Russland aufrechtzuerhalten.

Das russische Verteidigungsministerium hat heute eine weitere wichtige Nachricht veröffentlicht, nämlich dass die russischen Todesopfer im Ukraine-Krieg im Verhältnis 1:8 zu den ukrainischen Todesopfern stehen. Das mag gut klingen, aber wenn die Ukraine bisher 400.000 Soldaten im Krieg verloren hat, bedeutet das, dass die Russen 50.000 verloren haben. Denken Sie daran, dass die Vereinigten Staaten in den fünf aktivsten Jahren des Vietnamkriegs, der 1973 endete, 58.000 Soldaten verloren haben. Bedenken Sie auch, dass die russische Bevölkerung heute etwa halb so groß ist wie die Bevölkerung der USA während des Vietnamkriegs. Diese einfachen Fakten sollten deutlich machen, warum Russland jeden Versuch der USA ablehnen wird, den Konflikt jetzt “einzufrieren” und Zeit für eine künftige Fortsetzung nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl zu gewinnen. Nein, die militärische Sonderoperation wird wahrscheinlich fortgesetzt, bis die Ziele erreicht sind oder die Ukrainer kapitulieren, je nachdem, was zuerst eintritt.

Schließlich möchte ich noch auf die Ankunft von Wladimir Putin in Peking heute Morgen hinweisen, wo er mit Präsident Xi zusammentreffen und an den Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen der Belt and Road Initiative teilnehmen wird. Ich rechne fest damit, dass die beiden Staatsoberhäupter eine gemeinsame Erklärung abgeben werden, in der sie die Parteien des Krieges zwischen Israel und der Hamas auffordern, unverzüglich einen Waffenstillstand zu vereinbaren und humanitäre Hilfe für die Bewohner des Gazastreifens zu leisten. Noch ist Zeit für diese Mächte, zu vermitteln, wozu die Vereinigten Staaten offensichtlich nicht in der Lage sind. Andernfalls könnte die Hölle losbrechen, wenn die Situation die roten Linien des Iran überschreitet. Die Hölle bedeutet auch ein Chaos auf den Energiemärkten, das sofort die gesamte entwickelte Welt in Mitleidenschaft ziehen wird.