In this business of geopolitical analysis, there is no room for stubborn insistence on consistency of message or false pride. Indeed, when the inputs change in a cardinal manner, I have no hesitation whatsoever to turn away from what I said yesterday.
The latest news is that Victoria Nuland has resigned from the State Department where her official rank was number 3 but where she was very influential in the most damaging way for formulation of U.S. policy on the country’s idée fixe of the past decade: Russia, Russia, Russia. Let us remember that Nuland was the guiding spirit of the Maidan who distributed donuts on Independence Square in Kiev to the idealistic youths who sought the overthrow of the legitimate elected president Yanukovich. As we know from leaked telephone conversations, in February 2014, Nuland conspired with U.S. ambassador in Kiev Geoffrey Pyatt for selection of the new government in Kiev from among Opposition leaders following the U.S. backed coup d’etat.
Though out of office during the Trump years, she stormed back following Biden’s inauguration. There is no question that as an intellectual force she was head and shoulders over her nominal boss, Antony Blinken, and that she stood behind every escalation in U.S. and Allied participation in the proxy war being fought in Ukraine. The idea of sending long-range cruise missiles to Kiev in order to strike far into the Russian heartland, now being debated both in the USA and in Germany, was something Nuland was promoting tooth and nail a year ago.
For these reasons, her departure at this very moment prompts me to revise by 180 degrees (no, Annalena, not by 360 degrees) what I said yesterday about the possible U.S. role in the Bundeswehr plot to embarrass Scholz over his reluctance to ship Germany’s Taurus missiles to Ukraine.
In point of fact, one reader contacted me yesterday to suggest that the very same facts that I laid out as pointing to U.S. efforts to replace the cautious chancellor Scholz by the all-in Russia-hater Pistorius could just as easily point to U.S. efforts to get rid of Pistorius and his war crazy generals lest Europe and the world head straight to nuclear confrontation with Russia.
We still have to wait and see whether Scholz will fire Pistorious or at least fire the rogue generals. But the departure of Nuland at just this minute gives us reason to hope that the Biden administration is drawing back from its reckless adventurism in Ukraine.
A touching note and possibly a straw in the wind is the last paragraph in the Associated Press article on the departure of Nuland which tells us: “Nuland will be replaced temporarily as under secretary by another career diplomat, John Bass, a former ambassador to Afghanistan, who oversaw the U.S. withdrawal from the country.” Indeed, let us hope that Bass will also be the fellow who oversees the U.S. withdrawal from Ukraine.
©Gilbert Doctorow, 2024
Translation below into German (Andreas Mylaeus)
Victoria Nuland tritt zurück: Was kann das für die US-Politik gegenüber der Ukraine bedeuten?
In diesem Geschäft der geopolitischen Analyse gibt es keinen Platz für stures Beharren auf der Konsistenz der Botschaft oder falschen Stolz. Wenn sich die Ausgangslage grundlegend ändert, zögere ich nicht, von meiner gestrigen Aussage abzurücken.
Die neueste Nachricht ist, dass Victoria Nuland vom Außenministerium zurückgetreten ist, wo sie zwar offiziell nur den dritten Rang innehatte, aber einen sehr großen Einfluss auf die Formulierung der US-Politik in Bezug auf das wichtigste Thema des letzten Jahrzehnts hatte: Russland, Russland, Russland. Wir sollten uns daran erinnern, dass Nuland der führende Geist des Maidan war, der auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew Donuts an die idealistischen Jugendlichen verteilte, die den Sturz des rechtmäßig gewählten Präsidenten Janukowitsch anstrebten. Wie wir aus durchgesickerten Telefongesprächen wissen, konspirierte Nuland im Februar 2014 mit dem US-Botschafter in Kiew, Geoffrey Pyatt, um die neue Regierung in Kiew aus den Reihen der Oppositionsführer nach dem von den USA unterstützten Staatsstreich auszuwählen.
Obwohl sie während der Trump-Jahre nicht im Amt war, stürmte sie nach Bidens Amtseinführung zurück. Es steht außer Frage, dass sie als intellektuelle Kraft ihrem nominellen Chef, Antony Blinken, haushoch überlegen war und dass sie hinter jeder Eskalation der Beteiligung der USA und der Alliierten an dem Stellvertreterkrieg in der Ukraine stand. Die Idee, Langstrecken-Marschflugkörper nach Kiew zu schicken, um weit ins russische Kernland vorzudringen, die jetzt sowohl in den USA als auch in Deutschland diskutiert wird, hat Nuland noch vor einem Jahr mit Händen und Füßen unterstützt.
Aus diesen Gründen veranlasst mich ihr Abgang zu diesem Zeitpunkt, meine gestrige Aussage über die mögliche Rolle der USA in dem Bundeswehrkomplott, mit dem Scholz wegen seines Widerwillens, die deutschen Taurus-Raketen an die Ukraine zu liefern, in Verlegenheit gebracht werden sollte, um 180 Grad (nein, Annalena, nicht um 360 Grad) zu revidieren.
Tatsächlich hat sich gestern ein Leser an mich gewandt, um mir zu suggerieren, dass dieselben Fakten, die ich als Hinweis auf die Bemühungen der USA, den vorsichtigen Kanzler Scholz durch den totalen Russlandhasser Pistorius zu ersetzen, dargelegt habe, genauso gut auf die Bemühungen der USA hindeuten könnten, Pistorius und seine kriegsverrückten Generäle loszuwerden, damit Europa und die Welt nicht geradewegs auf eine nukleare Konfrontation mit Russland zusteuern.
Es bleibt abzuwarten, ob Scholz Pistorius entlässt oder zumindest die abtrünnigen Generäle entlassen wird. Aber der Abgang von Nuland in dieser Minute lässt hoffen, dass die Biden-Administration sich von ihrem rücksichtslosen Abenteurertum in der Ukraine zurückzieht.
Ein rührender Hinweis und möglicherweise ein Strohhalm ist der letzte Absatz des Associated Press-Artikels über den Abgang von Nuland, in dem es heißt: “Nuland wird als Staatssekretärin vorübergehend durch einen anderen Karrierediplomaten ersetzt, John Bass, einen ehemaligen Botschafter in Afghanistan, der den Rückzug der USA aus dem Land beaufsichtigt hat.” Es bleibt zu hoffen, dass Bass auch derjenige sein wird, der den Rückzug der USA aus der Ukraine beaufsichtigt.