Translation of “Breaking News..”

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Eilmeldung: Russland testet seine nukleare Triade für massive Reaktionsfähigkeit

Vor ein paar Tagen zeigten die russischen Abendnachrichten ein kurzes Video von Wladimir Putin, wie er im südlichen militärischen Kommandozentrum in Rostow am Don zu einem Treffen mit Waleri Gerassimow, dem Generalstabschef der russischen Streitkräfte, eintrifft. Es wurde gezeigt, wie sie sich zu Beginn und am Ende des Treffens die Hände schüttelten, als Putin auf dem Weg zu seinem Flugzeug war, aber es wurde nichts über den Grund des Besuchs gesagt.

Heute Abend haben wir erfahren, was wahrscheinlich das Thema der Gespräche vor zwei Tagen war. In den Eilmeldungen des russischen Fernsehens wurden einige skizzenhafte Einzelheiten über die soeben durchgeführten Tests der Kriegsbereitschaft der nuklearen Triade des Landes als Reaktion auf eine eintreffende Atomrakete eines ungenannten Feindes berichtet. Gerassimow berichtete Putin über die zufriedenstellenden Ergebnisse des Starts einer ballistischen Rakete des Typs Sineva mit einer Reichweite von 5.500 km vom Atom-U-Boot Tula in der Barentssee, des Starts einer ballistischen Rakete des Typs Yars mit einer Reichweite von 12.000 km aus einem unterirdischen Schacht in Kamtschatka und des Starts eines Marschflugkörpers mit einer Reichweite von 5.500 km von einem Turboprop-Bomber-Raketenträger des Typs TU-95 “Bär” (Standort nicht angegeben). In Anbetracht des Standorts der Raketenstarts und des Radius möglicher Einschläge braucht man nicht viel Phantasie, um zu dem Schluss zu kommen, dass der angegriffene Feind die USA waren. Die eigentlichen Tests bestanden aus jeweils einer Rakete; getestet wurde die Fähigkeit zu einem massiven Vergeltungsschlag.

Wir können davon ausgehen, dass die Tests eine Reaktion Russlands auf die Ankündigung amerikanischer “Vorversuche” mit Atomwaffen in der vergangenen Woche waren, die Moskau als Hinweis darauf verstand, dass Washington beabsichtigt, Waffentests in der einen oder anderen Form durchzuführen, nachdem der Vertrag über das Verbot solcher Tests nun Makulatur geworden ist. Oder wir können davon ausgehen, dass die russischen Raketenabschüsse eine Warnung an die Vereinigten Staaten vor einer Eskalation im Nahen Osten durch einen Angriff auf den Iran waren.

Zum Thema Iran berichtete das russische Staatsfernsehen gestern über den Besuch von Außenminister Lawrow in Teheran, der von einem Treffen mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim in Pjöngjang zurückkam und Gespräche mit den Iranern und Vertretern Armeniens und Aserbaidschans über die Beilegung ihres Konflikts führte. Lawrow sagte einem Reporter unter anderem, dass die Gespräche mit Teheran über den Abschluss eines Abkommens über strategische Partnerschaft zu 90 % abgeschlossen seien.

Das russische Staatsfernsehen berichtete heute über die Gespräche von Ministerpräsident Mischustin mit der iranischen Führung über die Förderung des bilateralen Handels und über den wahrscheinlichen Abschluss eines Abkommens über eine Freihandelszone der Eurasischen Wirtschaftsunion noch vor Jahresende. Es ist offensichtlich, dass sich die “Achse des Bösen” unter dem Druck der Kriege in der Ukraine und jetzt im Nahen Osten mit erstaunlicher Geschwindigkeit bildet.

Ich weise auf den unterschiedlichen Ton hin, den die israelische Führung und die Sprecher der Regierung Biden in den letzten beiden Tagen gegenüber dem Iran angeschlagen haben. Ein Mitglied von Netanjahus Kabinett hat dem Iran mit völliger Zerstörung gedroht, während amerikanische Beamte ihre Aufmerksamkeit auf die verschiedenen Stellvertreter richten, die der Iran bei der Vorbereitung von Militäraktionen gegen Israel unterstützt, falls die Bodeninvasion in Gaza fortgesetzt wird. Darüber hinaus ist jetzt unklar, ob die großen Marine-Einsatzverbände, die die Vereinigten Staaten im östlichen Mittelmeer und im Roten Meer aufstellen, für eine offensive Aktion gegen den Iran oder für eine defensive Aktion gedacht sind, um die amerikanischen Stützpunkte in der Region vor Angriffen pro-iranischer Kräfte zu schützen und um das amerikanische Militär und die Zivilbevölkerung notfalls aus der Region zu evakuieren.

Postscript, 26. October 2023:

Im Zusammenhang mit der Ankündigung der Tests der nuklearen Triade ist ein sprachlicher Punkt erwähnenswert:

Wladimir Solowjow hat gestern Abend in seiner Sendung auf das Wort наступательный hingewiesen, mit dem die strategischen Atomwaffen Russlands bezeichnet werden. Dieses Wort bedeutet “offensiv”. Was bedeutet das also? Es bedeutet, dass die Russen sich auf das Erstschlags-Denken zubewegen. Kein kleines Detail!

In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass der unruhestiftende Politologe Karaganow, der westliche und auch russische Kollegen verärgert hat, indem er Russland zum Einsatz taktischer Atomwaffen an einem untergeordneten Ort wie Polen oder Rumänien aufforderte, um die westlichen Führer zu ernüchtern und sie an Russlands Abschreckung zu erinnern, nun mit der Aussage aufwartet, ein “Atomkrieg kann gewonnen werden.”

Breaking News:  Russia tests its nuclear triad for massive response capability

A couple of days ago, Russian evening news showed a brief video of Vladimir Putin arriving at the southern military command center in Rostov on Don for a meeting with Valery Gerasimov, Head of the General Staff of Russian Armed Forces. We were shown their handshakes at the start and their handshakes at the conclusion of the meeting as Putin was on his way to his aircraft, but nothing was said about the reason for the visit. 

This evening we found out about the likely topic of the talks two days ago. Breaking news on Russian television gave some sketchy details of the tests just carried out on the war readiness of the country’s nuclear triad for response to some incoming nuclear missile from an unnamed enemy. Gerasimov reported to Putin on the satisfactory results of the launch from the nuclear submarine Tula in the Barents Sea of a Sineva ballistic missile with 5,500 km range; the launch of a Yars ballistic missile with 12,000 km range from an underground shaft in Kamchatka; and the launch of a 5,500 km range cruise missile from a TU-95 “Bear” turboprop bomber-missile carrier (location unspecified). Considering the location of the missile launches and the radius of possible strikes, it does not take much imagination to conclude that the enemy being attacked was the U.S. of A. The actual tests consisted of one missile each; the capability being tested was for a massive retaliatory strike.

We may assume that the tests were Russia’s response to the announcement within the past week of American ‘pre-tests’ of nuclear weapons, which Moscow took to indicate that Washington intends to proceed with weapons testing in one way or another now that the treaty banning such tests has become dead letter.  Or we may assume that the Russian missile firings were a warning to the United States against escalation in the Middle East by attacking Iran.

On the subject of Iran, Russian state television yesterday told us about the visit to Teheran of Foreign Minister Lavrov, who arrived from meetings in Pyongyang with North Korean leader Kim and had talks with the Iranians and representatives of Armenia and Azerbaijan over resolution of their conflict. Lavrov told a reporter inter alia that talks with Teheran over conclusion of a Strategic Partnership agreement are 90% complete.

Today Russian state television related news from Prime Minister Mishustin on his talks with Iranian leaders over furtherance of bilateral trade and also on the likely conclusion before year’s end of a Free Trade Zone agreement with the Eurasian Economic Union. Clearly the ‘axis of evil’ is forming with amazing speed under pressure from the wars in Ukraine and now in the Middle East.

I call attention to the difference in tone with respect to Iran by Israeli leaders these past two days and by spokesmen of the Biden administration. A member of Netanyahu’s cabinet has threatened Iran with utter destruction, whereas American officials are focusing their attention on the various proxies that Iran is helping to prepare for military action against Israel if the ground invasion of Gaza proceeds. Moreover, it is now unclear whether the large naval task forces that the United States is assembling in the Eastern Mediterranean and in the Red Sea are intended for offensive action against Iran or for defensive action, to protect American bases in the region against attack from pro-Iranian forces and to evacuate American military and civilians from the region if necessary.

©Gilbert Doctorow, 2023

Postscript, 26 October 2023:

One linguistic point worth mentioning as regards the announcement of the tests of the nuclear triad:

Vladimir Solovyov on his show last night called attention to the word наступательный  to describe Russia’s strategic nuclear weapons.  That word means “offensive”.   So what is this all about?  It means that the Russians are heading towards first strike thinking.  Not a small detail!

In this connection, it is worth considering that the trouble-making political scientist Karaganov who riled Western and also Russian peers by urging on Russia use of tactical nukes in some half-assed place like Poland or Romania to sober up Western leaders and remind them of Russia’s deterrence, now has come out with the statement a “nuclear war can be won.”

Translation of “Black Lives Matter…”

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Black Lives Matter und Meinungsfreiheit in den USA zur Palästina-Frage

Denjenigen, die glauben, dass ich meine ganze Zeit damit verbringe, Nachrichtensendungen und Talkshows im russischen Staatsfernsehen anzuschauen, möchte ich zu Beginn dieses Beitrags dieses Missverständnis korrigieren. Ich behalte auch die großen nationalen Sender in Westeuropa im Auge, darunter Euronews und die BBC. Und in freien Momenten, wenn ich nicht gerade etwas Intellektuelleres wie Lesen oder Schreiben tue, schalte ich CNN ein.

All dies führt mich zu einer Schlussfolgerung, die die Leser dieser Notizen in Europa und Amerika wahrscheinlich schockieren wird: Wie beim Thema Ukraine-Krieg gibt es auch beim Thema Hamas-Israel-Krieg eine weitaus größere Meinungsvielfalt bei den amerikanischen Sendern als bei ihren kontinentalen Pendants. Und das ist auch gut so, denn in den Vereinigten Staaten herrscht heute viel mehr Meinungsfreiheit als irgendwo in Europa und Großbritannien.

Ich habe mehrere Antworten auf das “Warum”, das diese Behauptung sicherlich aufwerfen wird. Der wichtigste Grund ist der, den die meisten Leser am wenigsten vermuten werden: Donald Trump. Während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 hat der Kandidat Trump bei seinen öffentlichen Auftritten Dinge gesagt, die normale Menschen wie Sie oder ich niemals gesagt hätten, aus Angst, dass das FBI wegen Subversion an die Tür klopfen würde. Als Kandidat kam er damit durch, er hat uns damit alle befreit, und dann hat er als Präsident weiter das Unaussprechliche gesagt, mit dem Ergebnis, dass die Gesellschaft in der Mitte gespalten wurde und jede politische Meinung veröffentlicht werden konnte. In meinem eigenen Bereich, den russischen Angelegenheiten, hat sich die tägliche Zusammenfassung unseres führenden Verbreiters von Schriften von Analysten und Experten, Johnson’s Russia List, von einem tödlich langweiligen, nur von Russlandhassern stammenden Inhalt zu einem Garten mit tausend Blüten entwickelt.

Europa hatte keinen Trump. Europa war 2016 und ist auch heute noch ein Friedhof des Intellekts. Ich denke dabei nicht nur an den Gruppenzwang für kreative Geister, einfach den Mund zu halten und nicht aufzumucken. Nein, in Deutschland, Frankreich und anderswo gibt es Gesetze, die einem die Faust in den Nacken drücken, wenn man mit Meinungen zu Putin, zu Sanktionen und jetzt zu Palästina an die Öffentlichkeit geht, die nicht mit der lokalen Regierungslinie übereinstimmen.

Aus den oben genannten Gründen schneiden die europäischen Fernsehsender heute die Nachrichten über Gaza so zu, dass sie nur sagen, dass Israel das Recht auf Selbstverteidigung hat. Unterdessen widmet CNN dem Leiden der Palästinenser im Gazastreifen unter den stündlichen Bombardierungen durch die israelischen Boden- und Luftstreitkräfte, die alle Wohngebiete von Gaza-Stadt zu Staub zermahlen und mindestens 700.000 Palästinenser in der südlichen Hälfte der Enklave zwangsweise ins Nirgendwo vertrieben haben, viel Sendezeit.

Lassen Sie mich noch einen weiteren Faktor hinzufügen, um den seriöseren Journalismus zu erklären, den die Abonnenten von CNN im Vergleich zu Ihrem durchschnittlichen europäischen Fernsehzuschauer erhalten: Black Lives Matter.

Es ist nicht im Geringsten überraschend, dass die BLM die Palästinenser im Gazastreifen unterstützt, und zwar aus Gründen, die auf die Black Panther zurückgehen. Sie fordern einen sofortigen Waffenstillstand und die dringende Lieferung von medizinischen Hilfsgütern, Wasser, Treibstoff und Lebensmitteln in den Gazastreifen, mindestens in der Größenordnung von 200 Lastwagen pro Tag wie vor dem 7. Oktober. Die amerikanischen Behörden sind gezwungen, die Demonstrationen der BLM zugunsten der Palästinenser zu akzeptieren, damit in den Städten des Landes nicht die Hölle losbricht.

Ich denke an die gestrigen Äußerungen der Spitzenkandidatin für die Nachfolge von Mark Rutte als niederländische Ministerpräsidentin, der derzeitigen Justizministerin Dilan Yeşilgöz-Zegerius, gegenüber der Financial Times über die Gefahren, die der Hamas-Israel-Krieg für Europa mit sich bringt, nämlich dass sich Spaltungen in unserer Gesellschaft auftun werden. Bedauerlicherweise ist dies die Denkweise einer autoritären, wenn nicht gar rein faschistischen Politikerin. Wenn alle gleichgeschaltet sind und keine Gegenstimmen geduldet werden, dann ist die Freiheit tot.

Das Problem des Konformismus in Europa ist nicht neu. In der Vergangenheit war demokratiezerstörender Konformismus vielleicht am häufigsten in Skandinavien anzutreffen, wie ich als häufiger Geschäftsreisender in Schweden in den 1980er Jahren feststellen konnte. Im Rahmen meiner Tätigkeit musste ich mich regelmäßig mit der Werksleitung unserer dortigen Tochtergesellschaft treffen, um die Marketingmaßnahmen zu koordinieren. Wir sprachen über die Zielmärkte, die ich bediente, insbesondere Jugoslawien, wohin meine Gesprächspartner reisten, um den Verkauf von Produkten zu fördern und auch um billige Brillen und andere persönliche und Haushaltsartikel zu einem Bruchteil der Kosten in Schweden zu erwerben. Wir sprachen nie über Politik, sondern nur über den Genuss von gutem Raki. Doch dann wurde Ministerpräsident Olaf Palme ermordet, und bei einem Mittagessen in der Firmencafeteria sagte mein Hauptansprechpartner zu mir: “Gott sei Dank haben sie den Mistkerl umgebracht.” Ich war schockiert, denn ich hatte in Schweden noch nie ein Wort der Kritik an ihrem politisch korrekten, fast engelsgleichen Führer gehört. Mein Gesprächspartner war jedoch, wie die meisten anderen Manager im Werk, Ingenieur und hasste Palme dafür, dass er die Ingenieurwissenschaften und andere Fachbereiche der schwedischen Universitäten zerstört hatte.

Dieses zerstörerische Schweigen erlebe ich auch in Europa. Und so sage ich: Ein Hoch auf die gesunde Spaltung der Gesellschaft, die der repräsentativen Demokratie Leben einhaucht, und in diesem Moment ein Hoch auf Black Lives Matter.

Translation of “When does a regional war become a global war?”

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Wann wird ein regionaler Krieg zu einem globalen Krieg? Welche Gefahren birgt der aktuelle Konflikt im Nahen Osten für Europa?

Als ich heute früh die Nachricht erhielt, dass ich eingeladen wurde, in einer Sendung über die Risiken einer zweiten Front und die Entwicklung des Palästina-Konflikts zu einem regionalen Konflikt zu sprechen, musste ich über die Entwicklungen der letzten 48 Stunden nachdenken, d.h. sowohl über die wirklich ermutigenden als auch über die entmutigenden Nachrichten aus der Region. Für diesen Anstoß, meine Arbeit als öffentlicher Intellektueller richtig zu machen, bin ich auch WION, Indiens führendem englischsprachigen globalen Sender, zu Dank verpflichtet.

Der Link zu dem Posting auf Twitter ist unten.

Ich möchte hier mehrere Punkte aus dem Interview ansprechen. Der erste ist ein Thema, das ich kürzlich in meinen Kommentaren zu verschiedenen Nachrichtensendern angesprochen habe, nämlich dass die wirkliche Gefahr nicht so sehr ein regionaler Flächenbrand ist, sondern der globale Flächenbrand, der nur wenige Tage später folgen kann. Das liegt daran, dass die Großmächte, d.h. die USA und Russland, über militärisches Material verfügen, das sehr nahe bei dem Kampfschauplatz positioniert ist, und dass ihr gegenseitiges Vertrauen derzeit gleich Null ist.

In gewissem Sinne sind diese beiden Weltmächte auch regionale Akteure im Nahen Osten. Die Vereinigten Staaten haben eine Reihe von Militärstützpunkten in den Golfstaaten. Sie haben Truppen im Irak und in Syrien stationiert, ganz zu schweigen vom NATO-Mitgliedsland Türkei. Außerdem haben sie den Flugzeugträger Gerald Ford in das östliche Mittelmeer entsandt, und ein zweiter Flugzeugträger, die Dwight Eisenhower, ist auf dem Weg, vielleicht ins Rote Meer und in den Persischen Golf, wo er den Iran direkt bedrohen wird.

Russland ist seinerseits bereit, seine Interessen und die Interessen seiner engen Partner Iran und Syrien zu verteidigen, sollten diese von den Flugzeugträgern aus von US-Flugzeugen angegriffen werden. Wie ich bereits vor einigen Tagen erwähnt habe, hat Wladimir Putin noch am Mittwoch in Peking die neue ständige Luftpatrouille angekündigt, die Russland über dem Schwarzen Meer eingerichtet hat. Seine Bomber sind mit Hyperschallraketen vom Typ Kinzhal ausgerüstet, die bei Bedarf die US-Marinepräsenz im östlichen Mittelmeer erreichen und zerstören können.

Russland verfügt aber auch über Anlagen im Nahen Osten, die es während seiner Beteiligung am syrischen Bürgerkrieg (2015-2018) auf der Seite der Regierung von Bashar Assad in Damaskus erheblich ausgebaut hat. Dabei handelt es sich um einen Luftwaffenstützpunkt in Khmeimim – Latakia, wo in der Vergangenheit 30 Jets stationiert waren, und einen Marinestützpunkt in Tartus, der die russische Flotte im Mittelmeer unterstützt. In Latakia unterhalten die Russen eine elektronische Überwachungsstation, die die gesamte Kommunikation in der Region kontrolliert.

Russland steht auch der irakischen Regierung sehr nahe, und das schon seit dem syrischen Bürgerkrieg. Selbst auf dem Höhepunkt der amerikanischen diplomatischen und geheimdienstlichen Aktivitäten in der Grünen Zone vor Bagdad gelang es den Russen und Irakern, eine Zusammenarbeit aufzubauen, von der die Amerikaner nichts wussten. Mit der Komplizenschaft Bagdads hielt Russland seine Luftverbindungen mit Syrien aufrecht, indem es den irakischen Luftraum überflog.

Ein weiterer Punkt, den die westlichen Medien völlig ignoriert haben, sind die russischen Beziehungen zur Hisbollah. Ja, die Hisbollah ist eine Katzenpfote des Iran. Aber sie hat auch drei Jahre lang während des syrischen Bürgerkriegs sehr eng mit dem russischen Militär zusammengearbeitet. Die Aktionen der Hisbollah vor Ort zur Rückeroberung von Gebieten für die Regierung in Damaskus wurden eng mit den russischen Bodentruppen, einschließlich der Wagner-Gruppe, und vor allem mit der russischen Luftwaffe koordiniert, die den Himmel über Syrien beherrschte und der Infrastruktur und den Formationen der Gruppen des Islamischen Staates und anderer von den USA unterstützter Terrorgruppen vernichtende Schläge versetzte.

Gestern Morgen schien die Gefahr einer regionalen Ausbreitung zu schwinden. Zwei amerikanische Geiseln wurden im Gazastreifen von der Hamas nach Verhandlungen in Katar freigelassen, und anschließend wurde der Grenzübergang Rafah geöffnet, um zwanzig Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern die Überfahrt von Ägypten nach Gaza zu ermöglichen. Sowohl die Freilassung der Geiseln als auch die Durchfahrt der Lastwagen waren Anzeichen für mögliche weitere Verhandlungen, und es schien vernünftig, von den Israelis zu erwarten, dass sie ihre Bodeninvasion in den Gazastreifen zurückhalten würden, solange diese Gespräche liefen. Eine Verzögerung der Bodeninvasion würde der “internationalen Gemeinschaft” mehr Zeit verschaffen, um Druck auf die Kriegsparteien auszuüben, damit diese einen Waffenstillstand ausrufen und uns alle vor dem Abgrund bewahren.

Gestern Nachmittag gab es eine weniger hoffnungsvolle Nachricht von dem von Präsident Sisi einberufenen Treffen zwischen regionalen Staatschefs und europäischen Politikern in Ägypten. Es stellte sich heraus, dass sich beide Seiten nicht auf ein weiteres Vorgehen einigen konnten. Die arabischen, ägyptischen und anderen regionalen Staats- und Regierungschefs wollten sich auf einen Aufruf zu einem sofortigen Waffenstillstand einigen, während die europäischen Regierungschefs sich weigerten, diesen Teil der humanitären Vernunft zu unterzeichnen, und sich nur zur Unterstützung Israels äußerten.

Heute Morgen sprachen die Reporter von CNN und anderen großen westlichen Sendern immer noch von einem unmittelbar bevorstehenden israelischen Bodenangriff. Unterdessen äußerte sich der israelische Verteidigungsminister Yoav Galant über den Krieg, den die Hisbollah seiner Meinung nach jenseits der libanesischen Grenze anzetteln würde. Dunkle Wolken schienen sich wieder einmal zu verdichten.

Ein separater Artikel in der Financial Times von heute Morgen erklärt, warum die europäischen Staats- und Regierungschefs die Forderung nach einem Waffenstillstand nicht unterstützen. In einem Interview warnte die niederländische Justizministerin Dilan Yeşilgöz-Zegerius, die bei den bevorstehenden Wahlen als Spitzenkandidatin für die Nachfolge von Mark Rutte als Ministerpräsident antritt, dass der Krieg zwischen Israel und Hamas eine Bedrohung für Europa darstelle, weil er die Spaltung der Gesellschaft vertiefe. Sie merkte an, dass “er sich auch auf unsere Gesellschaften übertragen wird”.

Offensichtlich hat die Dame keine Ahnung von den realen externen Bedrohungen, die Europa unmittelbar bevorstehen, und mit dieser vorsätzlichen Ignoranz ist sie unter den europäischen Staats- und Regierungschefs zweifellos nicht allein. Sollten die Israelis mit einer Bodeninvasion fortfahren, könnten die arabischen Nachbarn in einer Weise reagieren, die dem Beispiel der USA folgt, d.h. sie werden sich nicht militärisch an dem Konflikt beteiligen, sondern Wirtschaftssanktionen gegen die Europäische Union verhängen, weil diese einseitig vorgeht und die Augen vor dem Völkermord verschließt, den Israel derzeit am palästinensischen Volk in Gaza begeht und den wir alle täglich auf unseren Fernsehbildschirmen in den großen Medien sehen. CNN zeigt uns dankenswerterweise palästinensische Ärzte, die um Hilfe bitten, um die Medikamente, die Narkosemittel und den Treibstoff für die Generatoren zu beschaffen, die alle ausgegangen sind, so dass sie hilflos dem Tod von Neugeborenen, Verletzten und Kranken zusehen müssen.

Katar hat Deutschland bereits gewarnt, dass es bereit ist, weitere Lieferungen von verflüssigtem Erdgas nach Europa zu unterbinden, was einen enormen Preisanstieg und eine ernsthafte Energieknappheit in Europa zur Folge hätte. Wie lange wird es dauern, bis die Ölproduzenten der Region ein Embargo gegen Europa wegen seiner Haltung zur Blockade des Gazastreifens und der Bombardierung von Wohnvierteln und Krankenhäusern verhängen?

Und dann ist da natürlich noch die Wahrscheinlichkeit eines umfassenden Krieges zwischen der Hisbollah und den israelischen Verteidigungskräften im Falle einer Bodeninvasion.

Dies sind die wichtigsten Punkte des Interviews, das die Leser hoffentlich zum Nachdenken anregt.

Black Lives Matter and freedom of speech in the USA on the Palestinian question

To those who believe that I spend all my time watching news broadcasts and talk shows on Russian state television, let me open this essay by correcting that misperception.  I also do keep an eye on major national broadcasters in Western Europe, including Euronews and the BBC. And, in spare moments, when I am not doing something more intellectual like reading and writing, I flip on CNN.

All of which leads me to a conclusion that is likely to shock readers of these notes in Europe and America: just as on the subject of the Ukraine war, so on the subject of the Hamas-Israel war, there is far more diversity of opinion aired on the American broadcaster than on its Continental counterparts. And that is exactly as it should be, because there is much more freedom of expression in the United States today than anywhere in Europe and Britain.

I have several answers to the “why” that this assertion certainly will raise. The biggest reason is the one most readers will least suspect: Donald Trump  During the presidential race of 2016, candidate Trump said things in his public appearances which normal folks like you or me would never have said for fear of inviting a knock on the door from the FBI under charges of subversion.  He got away with it as a candidate, he thereby liberated all of us, and then he continued speaking the unspeakable as President, with the net result that society was split down the middle and there was room for every political view to be published.  In my own field of Russian affairs, the daily digest of our leading disseminator of writings by analysts and pundits, Johnson’s Russia List, went from being deadly boring for having content only supplied by Russia haters to being a garden of a thousand blooms.

Europe had no Trump. Europe was in 2016 and remains today a cemetery of the intellect. I have in mind not just peer group pressures for creative spirits to just shut up and not rock the boat. No, there are laws in Germany, France and elsewhere that push a fist down your throat if you go public with opinions on Putin, on sanctions and now on Palestine that are not in conformity with the local government line.

For the above reasons, European broadcasters today crop the news on Gaza to say only that Israel has a right to self-defense.  Meanwhile, CNN is devoting a lot of air time to the suffering of the Gaza Palestinians under the ongoing hourly bombardments by Israeli ground and air forces that are grinding all residential areas of Gaza City into dust and that have uprooted at least 700,000 Palestinians in a forced move to nowhere in the southern half of the enclave.

Let me add another factor to explain the more serious journalism that subscribers to CNN are receiving compared to your average European television viewer:  Black Lives Matter.

It is not in the least surprising that BLM have come out in support of the Gaza Palestinians, for reasons that go back to the Black Panthers. What they are calling for is an immediate cease-fire, urgent delivery of medical supplies, water, fuel, food into Gaza ramped up to at least the pre-October 7th rate of 200 trucks per day.  American authorities are forced to accept the demonstrations of BLM in favor of the Palestinians lest all hell break loose in cities across the country. 

I think of yesterday’s comments to the The Financial Times by the leading candidate to replace Mark Rutte as prime minister of The Netherlands, the current justice minister Dilan Yeşilgöz-Zegerius, on the dangers that the Hamas-Israel war poses for Europe, namely that cleavages in our society will open up. Regrettably, that is the mindset of an authoritarian if not purely fascist politician.  When everyone is perfectly aligned and there are no nay-sayers tolerated, then freedom is dead.

The problem of conformism in Europe is not something new. In the past, democracy busting conformism was most common, perhaps, in Scandinavia, as I saw as a frequent business visitor to Sweden in the 1980s. My job required that I meet periodically with the factory management of our subsidiary there to coordinate marketing efforts. We talked about the target markets I was serving, Yugoslavia in particular, where my interlocutors went to promote product sales and also to pick up cheap eyeglasses and other personal and household necessities at a fraction of their cost in Sweden. We never talked politics, only about the pleasures of good raki.  But then prime minister Olaf Palme was assassinated and over a lunch in the company cafeteria, my main contact told me “Thank goodness they’ve killed the s.o.b.”  I was shocked, since I had never heard a word of criticism in Sweden directed at their politically correct, almost angelic leader.  However, my talking partner, like most other managers at the plant was an engineer and he hated Palme for having destroyed the engineering and other departments of Swedish universities.

It is this destructive silence that I see around me in Europe.  And so I say, three cheers for healthy cleavages in society that give life to representative democracy, and, at the present moment, three cheers for Black Lives Matter.

©Gilbert Doctorow, 2023

When does a regional war become a global war?  What are the dangers of the present conflict in the Middle East for Europe?

When I got notification early this morning that I was being invited to discuss on air the risks of a second front opening and the Palestine conflict becoming a regional conflict, I was obliged to think through the developments of the past 48 hours, meaning both the genuinely encouraging and also the disheartening news from the region. For this nudge to do my job as public intellectual properly, I am as indebted to WION, India’s premier English-language global broadcaster.

The link to the posting on Twitter is below.

I wish to call out here several points from the interview. First is an issue I introduced lately in my commentary to various news carriers, namely that the real danger is not so much a regional conflagration but the global conflagration that may follow just days later. This is because the Great Powers, meaning the USA and Russia, have military assets very close to the fighting and their level of mutual trust at the moment is zero.

In a sense, both of these global Powers are also regional players in the Middle East. The United States has a number of military bases in the Gulf States. It has troops stationed in Iraq and Syria, not to mention in fellow NATO member state Turkey. It also has sent the Gerald Ford aircraft carrier task force to the Eastern Mediterranean and a second carrier, the Dwight Eisenhower, is on the way, perhaps to the Red Sea – Persian Gulf, where it will directly threaten Iran.

For its part, Russia is prepared to defend its interests and the interests of its close partners, Iran and Syria, should they come under attack by U.S. planes from the aircraft carriers. As I mentioned several days ago, when still in Beijing on Wednesday Vladimir Putin announced the new permanent air patrol Russia has set up over the Black Sea. Its bombers are carrying Kinzhal hypersonic missiles that can reach and destroy the U.S. naval presence in the Eastern Mediterranean if so required. 

But Russia also has assets in the Middle East that it developed substantially during its participation in the Syrian civil war, from 2015-2018 on the side of Bashar Assad’s government in Damascus.  These are an air base in Khmeimim – Latakia, where 30 jets were stationed in the past and a naval base at Tartus, which supports the Russian fleet in the Mediterranean. At Latakia, the Russians maintain an electronic surveillance station that monitors all communications in the region.

Russia also is very close to the Iraqi government and has been ever since the Syrian civil war. Even at the apex of American diplomatic and intelligence activities in the Green Zone outside Baghdad, the Russians and Iraqis managed to establish a cooperation that the Americans knew nothing about. It was with the complicity of Baghdad that Russia maintained its air links with Syria by flying over Iraqi air space.

A further point that Western media have totally ignored is Russian relations with Hezbollah.  Yes, Hezbollah is a cat’s paw of Iran. But for three years it also worked very closely with the Russian military during the Syrian civil war.  Hezbollah actions on the ground to recapture territory for the government in Damascus were closely coordinated with Russian ground forces, including the Wagner Group, and more particularly with the Russian air force, which dominated the skies over Syria and inflicted punishing blows against the infrastructure and group formations of the Islamic State and other terrorist groups that were backed by the United States.

Yesterday morning, the threat of regional spread seemed to retreat. Two American hostages were released in Gaza by Hamas following negotiations held in Qatar, and subsequently the Rafah border crossing was opened to allow twenty trucks with humanitarian assistance to cross over from Egypt into Gaza. Both the hostage release and the passage of trucks were tokens of possible further negotiations, and it seemed reasonable to expect the Israelis to hold back their ground invasion into Gaza while these talks were ongoing. Delay to the ground invasion by itself would provide more time for the “international community” to mobilize pressure on the warring parties to declare a cease-fire and take us all back from the abyss.

Yesterday afternoon there was a less hopeful bit of news coming out of the gathering in Egypt convened by President Sisi between regional heads of state and European leaders. It turned out that the sides could not agree on a way forward. The Arab, Egyptian and other regional leaders wanted to agree a call for an immediate cease-fire, while the European heads of government resisted signing to that bit of humanitarian common sense and only spoke in support of Israel.

This morning’s news from reporters on CNN and other major Western channels still spoke of an imminent Israeli ground attack. Meanwhile Israeli Minister of Defense Yoav Galant was sounding off about the war that he claimed Hezbollah was initiating from across the Lebanese border. Dark clouds appeared to be gathering once again.

A separate news item in this morning’s Financial Times helps explain the failure of European leaders to support the call for a cease-fire. In an interview, Dilan Yeşilgöz-Zegerius, the Dutch justice minister, who is the front-runner candidate in the forthcoming elections to replace Mark Rutte as prime minister, warned that the Israel-Hamas war poses a threat to Europe because it is widening cleavages in society. She noted that “…it will get translated to our societies as well.”

Clearly the lady hasn’t a clue as to the real external threats to Europe that lie immediately ahead, and no doubt she is not alone among European leaders in this willful ignorance. Should the Israelis proceed with a ground invasion, the Arab neighbors may respond in a manner that follows the U.S. example, namely they will not participate militarily in the conflict but will impose economic sanctions against the European Union for its one-sided approach and for turning a blind eye to the acts of genocide that Israel is now committing against the Palestinian people in Gaza, which we all see on our television screens on major media every day. CNN, to its credit, shows us Palestinian doctors pleading for intervention to supply the medicines, the anesthetics, the fuel for generators that have all run out, leaving them helpless to watch the death of newborn infants, the injured and the sick.

Qatar has already warned Germany that it stands ready to cut off further shipments of liquefied natural gas to Europe, which would precipitate an enormous spike in prices and serious shortages of energy in Europe. How long will it be before the oil producers of the region declare an embargo on Europe for its stance relative to the blockade of Gaza and bombing of residential neighborhoods and hospitals?

Then, of course, there is the likelihood of a full-scale war between Hezbollah and the Israeli Defense Force in the event of a ground invasion.

These are the main points in the interview which I hope readers will find provides food for thought.

©Gilbert Doctorow, 2023

The Freeman Report:  substantial radio interview on TNT global radio, 19 October 2023

My half hour interview with James Freeman on 19 October covered a broad array of issues surrounding the ongoing Israeli-Hamas war but with focus on the Russian perspective, on Russian interests in a region that is geographically, economically, politically close to the Russian Federation.

This link is freely accessible worldwide:

https://player.fm/series/tnt-radio/gilbert-doctorow-on-the-freeman-report-with-james-freeman-19-october-2023

The first 17 minutes or so of this podcast are introductory material by the host, who is calling upon his audience to step back from the intense emotions we feel looking at video images of the atrocities committed by both Hamas and Israel so far in the conflict raging since 7 October and to avoid taking sides on the basis of the partial information conveyed by mainstream media or the public pronouncements of our politicians. This is a recommendation that I heartily support: herd behavior will not take us anywhere good.

For those who are not familiar with him, Freeman is a former Member of the European Parliament from the U.K.

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Der Freeman-Bericht: ausführliches Radiointerview auf TNT Global Radio, 19. Oktober 2023

In meinem halbstündigen Interview mit James Freeman am 19. Oktober ging es um eine breite Palette von Themen im Zusammenhang mit dem laufenden Krieg zwischen Israel und Hamas, wobei der Schwerpunkt auf der russischen Perspektive und den russischen Interessen in einer Region lag, die der Russischen Föderation geografisch, wirtschaftlich und politisch nahesteht.

Dieser Link ist weltweit frei zugänglich:

https://player.fm/series/tnt-radio/gilbert-doctorow-on-the-freeman-report-with-james-freeman-19-october-2023

Die ersten 17 Minuten dieser MP3-Aufnahme sind einleitende Worte des Moderators, der seine Zuhörer auffordert, sich von den starken Emotionen, die wir beim Betrachten der Videobilder von den Grausamkeiten, die sowohl von der Hamas als auch von Israel in dem seit dem 7. Oktober tobenden Konflikt begangen wurden, verspüren, zurückzuziehen und es zu vermeiden, auf der Grundlage der von den Mainstream-Medien vermittelten Teilinformationen oder der öffentlichen Äußerungen unserer Politiker Partei zu ergreifen. Dies ist eine Empfehlung, die ich von ganzem Herzen unterstütze: Herdenverhalten wird uns nicht weiterbringen.

Für diejenigen, die ihn nicht kennen: Freeman ist ein ehemaliger Abgeordneter des Europäischen Parlaments aus dem Vereinigten Königreich.

Translation of “Israel prepares for a new war…”

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

 

Israel bereitet sich auf einen neuen Krieg vor. “Gravitas” im indischen Weltfernsehen WION

Ich freue mich, diese Sendung, die gestern Nachmittag live ausgestrahlt und kurz danach ins Internet gestellt wurde, empfehlen zu können, und zwar nicht nur, weil mir die Zeit gegeben wurde, die Risiken einer Eskalation des aktuellen Konflikts zwischen Israel und Hamas zu einem globalen Flächenbrand darzulegen – ein Risiko, das die Mainstream-Medien noch nicht in Betracht gezogen haben –, sondern auch, weil meine Gastgeber vor dem eigentlichen Interview eine sehr ausgewogene und informative Einführung gaben.

Sie werden meine Behauptung sehen, dass sich in diesem anhaltenden Konflikt nicht nur die Nachbarn Israels auf eine Eskalation auf ihrer eigenen regionalen Ebene vorbereiten, sondern auch die Weltmächte, d.h. die Vereinigten Staaten und Russland, ihre Aktivposten ins Spiel gebracht haben und bereit sind, jederzeit einzugreifen.

Mein unvollendeter Satz über die russischen Flugzeuge, die jetzt ständig im Schwarzen Meer patrouillieren und Russlands Hyperschallraketen vom Typ Kinzhal an Bord haben, hätte folgendermaßen geendet: Die russischen Raketen können die US-Flugzeugträger-Taskforce vor der israelischen Küste treffen, und zwei davon reichen aus, um die Gerald Ford auf den Meeresgrund zu schicken.

Dieser letzte Punkt ist nicht meine eigene Interpretation: Er wurde vor zwei Tagen in einer Live-Sendung der wichtigsten russischen Talkshow, die von Wladimir Solowjow moderiert wurde, deutlich gemacht. Dazu füge ich hier eine sehr wichtige zusätzliche Anmerkung hinzu, die verdeutlicht, wie nahe wir dem Krieg kommen, der alle Kriege beenden soll: Putin gab seine Erklärung über die Kinzhals nicht von seinem Kreml-Büro aus ab, sondern von seinem Gästehaus in Peking, wo er diese Woche zwei Tage verbrachte und sich mehrere Stunden lang mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping traf. Als erfahrener Kremlinologe kann ich mit Sicherheit sagen, dass Putins Bereitschaft, die amerikanische Flugzeugträger-Task-Force im Mittelmeer notfalls zu erledigen, mit Xi besprochen und von ihm gebilligt wurde, der sicherlich seine eigenen Bedenken gegenüber der äußerst provokativ im Südchinesischen Meer operierenden US-Marine hat. Das passt auch zu der Drohung des nordkoreanischen Führers Kim vor einer Woche, er sei bereit, den US-Flugzeugträger zu versenken, der sich in der Nähe der koreanischen Halbinsel aufhält. Was wir vor uns haben, ist die Aussicht auf eine Wiederholung von Pearl Harbor, aber in drei Meeren gleichzeitig.

Diese einzelnen Fakten sind allgemein bekannt. Ich bin immer noch überrascht, dass niemand diese Punkte zu der offensichtlichen Schlussfolgerung zusammenfügt: dass wir an der Schwelle zu einem sehr großen Krieg stehen, für den die Nahostkrise nur der Zünder ist.

Dennoch muss es nicht so enden. Solange der Iran nicht angegriffen wird, ist es unwahrscheinlich, dass er direkt in den Konflikt eingreift. Die Hisbollah kann den Israelis auch ohne das Eingreifen ihrer Freunde in Teheran die Nase blutig schlagen. Und die Russen werden sich mit Sicherheit zurückhalten, solange der Iran und/oder Syrien nicht von den in der Flotte stationierten US-Kampfflugzeugen angegriffen werden.

Dies ist nicht das große Schachbrett, das Zbigniew Brzezinski vor Augen hatte, als er 1997 sein Buch über die globalen Machtperspektiven veröffentlichte. Er rechnete auch nicht damit, dass das amtierende US-Strategen-Team nicht über Stern-Halma hinauskommen würde.

Translation of Russia’s ‘Sputnik’

Translation below into German including the full text of the article in the link (Andreas Mylaeus)

Russlands “Sputnik” über die Reihe westlicher Staatsoberhäupter, die Israel für Fototermine besuchen

Ich habe gerne schriftlich auf Fragen der russischen Nachrichtenagentur Sputnik geantwortet, die einen Bericht über die Besuche von Scholz, Biden und jetzt Sunak in Tel Aviv in der vergangenen Woche vorbereitet hat. Siehe

https://sputnikglobe.com/20231019/western-leaders-posturing-shuttle-visits-to-israel-an-effort-to-buoy-hold-on-power-at-home–1114325687.html

Da bei der westlichen Zensur kann es natürlich sein, dass dieser Link in bestimmten Ländern nicht zugänglich ist. Ich bitte dies zu entschuldigen. Beachten Sie auch, dass die in dem Artikel angesprochenen Punkte in einem Live-Interview auf WION, dem indischen englischsprachigen globalen Sender, der eine weitaus objektivere und kritischere Haltung gegenüber Israel einzunehmen scheint als die Modi-Regierung, eingehender erörtert wurden. Wenn der Link im Laufe des Tages verfügbar ist, werde ich ihn separat veröffentlichen.

19. Oktober 2023

Svetlana Ekimenko

Die Shuttle-Besuche westlicher Staatsführer in Israel sind ein Versuch, die Macht im eigenen Land zu festigen

Der britische Premierminister Rishi Sunak folgte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag nach Tel Aviv und erklärte seinem Amtskollegen Benjamin Netanjahu, dass er Israels Recht auf Selbstverteidigung “absolut” unterstütze. Unterdessen wurden im Gazastreifen mehr als 3.300 Menschen getötet, seit Israel mit Vergeltungsangriffen auf die Enklave begonnen hat.

Mit ihren zahlreichen Besuchen in Tel Aviv inmitten des jüngsten Aufflammens des palästinensisch-israelischen Konflikts zeigen die europäischen Staats- und Regierungschefs “einmal mehr, dass es ihnen nur darum geht, ihre Macht im eigenen Land durch Fototermine in Israel zu stärken” und an der Seite des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu “posieren“, so Gilbert Doctorow, Analyst für internationale Beziehungen und russische Angelegenheiten, gegenüber Sputnik.

Diese Besuche sind wichtig, um öffentlich zu demonstrieren, dass die Staats- und Regierungschefs eine Seite des Konflikts voll unterstützen und sich damit als Friedensstifter disqualifizieren. Sie ziehen auch die Aufmerksamkeit des globalen Südens auf sich und verstärken deren Verachtung für Europa“, betonte Doctorow.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz, US-Präsident Joe Biden und nun auch der britische Premierminister Rishi Sunak haben Tel Aviv inmitten der jüngsten gewaltsamen Eskalation des palästinensisch-israelischen Konflikts besucht. Gleichzeitig gibt es keine Anzeichen für ein Nachlassen der Feindseligkeiten im Gazastreifen, wo die israelischen Verteidigungskräfte (Israel Defense Forces – IDF) Ziele der Hamas in der palästinensischen Enklave beschießen.

Am 7. Oktober startete die Palästinensergruppe Hamas vom Gazastreifen aus einen überraschenden Großangriff auf Israel. Nachdem sie die Grenze durchbrochen und Menschen in benachbarten israelischen Gemeinden getötet und entführt hatte, startete Tel Aviv Vergeltungsschläge und ordnete eine vollständige Blockade des Gazastreifens an, in dem mehr als zwei Millionen Menschen leben, und unterbrach die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff. Die Eskalation hat auf beiden Seiten Tausende von Toten und Verletzten gefordert.

Die Zahl der Todesopfer im Gazastreifen hat nach Angaben der palästinensischen Behörden bereits 3.300 überschritten. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden innerhalb von 10 Tagen eine Million Menschen vertrieben. Darüber hinaus warnte das palästinensische Gesundheitsministerium seit Beginn der vollständigen Blockade des Gazastreifens durch Israel vor einem gravierenden Mangel an Medikamenten und Wasser sowie vor der wachsenden Gefahr des Ausbruchs von Krankheiten in der belagerten Enklave. Am Dienstag räumte sogar der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, ein, dass die Belagerung des Gazastreifens durch Israel gegen das humanitäre Völkerrecht verstößt.

Wenn man die grundlegende Infrastruktur kappt, wenn man den Zugang zu Wasser und Strom kappt, wenn man die Lieferung von Lebensmitteln nicht zulässt, ist das nicht mit dem Völkerrecht vereinbar“, sagte Michel vor Reportern in Brüssel nach einer außerordentlichen Videokonferenz des Europäischen Rates zur Lage im Nahen Osten.

Außerdem starben am Dienstagabend über 500 Menschen bei einer Explosion im Al-Ahli Baptist Hospital im nördlichen Gazastreifen, wo die Bewohner vor israelischen Luftangriffen Schutz suchten. Die israelischen und palästinensischen Behörden haben sich gegenseitig für den tödlichen Vorfall verantwortlich gemacht. Die Hamas erklärte, die Rakete sei von den israelischen Streitkräften abgefeuert worden, während die israelischen Behörden der palästinensischen Bewegung Islamischer Dschihad die Schuld gaben, was diese in einer Erklärung zurückwies. US-Präsident Joe Biden machte bei einem Treffen mit Benjamin Netanjahu am Mittwoch nicht Israel, sondern die “andere Mannschaft” (the other team) für die Explosion des Krankenhauses in Gaza verantwortlich.

‘Politik der Gesten’

Was die europäischen Staats- und Regierungschefs betrifft, so “haben sie den Konfliktparteien nichts zu bieten außer ein paar kleinen Spenden, die angesichts der totalen Zerstörung, die Israel im Gazastreifen anrichtet, bedeutungslos sind“, betonte Gilbert Doctorow.

Ich bin mir nicht sicher, ob Europa oder die europäischen Politiker etwas tun können. Es ist nur Gesten-Politik, wenn es um ihre Besuche in Israel und Gespräche mit Benjamin Netanjahu geht. Indem sie dies tun und nach Israel reisen und sich mit israelischen Politikern treffen, bekräftigen sie ihre Unterstützung und schwören Israel und dem israelischen Kurs ihre Treue“, sagte Adriel Kasonta, ein in London ansässiger Analyst für Außenpolitik und ehemaliger Vorsitzender des Ausschusses für internationale Angelegenheiten beim Think Tank Bow Group, gegenüber Sputnik.

Dieser Wirbel um die Pendeldiplomatie erinnert an den Eifer, mit dem all diese westlichen Politiker nach Kiew gereist sind. Auf ihrem Weg zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelensky haben die genannten Politiker ihm immer wieder umfangreiche Waffenpakete angeboten, die jedoch keine Auswirkungen auf die stotternde Gegenoffensive hatten, sondern den laufenden Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland nur weiter anheizten. Dieselben westlichen Politiker haben keinen Hehl daraus gemacht, dass sie bereit sind, Kiew “bis zum letzten Ukrainer” zu stützen.

Die Optik einer weiteren Runde solcher so genannter “friedensstiftender” Besuche mit dem Versprechen, Israels Recht auf Selbstverteidigung “absolut” zu unterstützen, während die Zahl der Todesopfer in der Enklave zunimmt, nährt Spekulationen, dass das Hin und Her der Besuche, ähnlich wie in der Ukraine, die Spannungen nicht entschärfen wird.

Zu den Spekulationen, ob es Instrumente gibt, um Israel in Bezug auf seine geplante Bodenoperation in Gaza zu beeinflussen, sagte Doctorow:

Auf der einen Seite der Gleichung haben die USA solche Instrumente, wenn sie sie jemals einsetzen wollten, was sie bisher offenbar nicht tun. Wenn Washington Israel 10 Milliarden Dollar an Hilfe anbietet, muss es nur noch Bedingungen stellen. Wenn es den USA mit der Verteidigung Israels ernst wäre, wäre die erste Bedingung die sofortige Ablösung des gesamten Netanjahu-Kabinetts und seine Neubesetzung durch die Oppositionsparteien. Netanjahu und Co. sind persönlich für die aus Hybris resultierende Fahrlässigkeit verantwortlich, die den Hamas-Angriff am 7. Oktober ermöglichte. Netanjahu ist persönlich dafür verantwortlich, dass er die Kontrolle der Hamas über den Gazastreifen als Gegengewicht zur Palästinensischen Autonomiebehörde von [Präsident Mahmoud] Abbas unterstützt und gefördert hat.

Adriel Kasonta vertrat die Ansicht, dass das einzige Land, das “im israelisch-palästinensischen Konflikt die Karten in der Hand hält, die Vereinigten Staaten sind“. Er betonte, dass Washington der größte Unterstützer des israelischen Staates sei, “vor allem, wenn es um den Verkauf von Rüstungsgütern und die Bereitstellung von Geld für Israel geht“, verwies jedoch auf den jüngsten Schritt der USA, sich dem Antrag der Vereinten Nationen zur Einrichtung eines humanitären Korridors nach Gaza zu widersetzen.

Ich denke, dass die Vereinigten Staaten bereits ihre Entscheidung getroffen haben, Israel zu erlauben, mit dem palästinensischen Volk und dem Gazastreifen selbst zu machen, was es will“, sagte der außenpolitische Analyst.

Adriel Kasonta spekulierte, dass sich Russland und China als zwei Länder herauskristallisieren, die “gegen das sind, was mit dem palästinensischen Volk und in Gaza geschieht“. Er vertrat die Ansicht, dass diese beiden Länder “den Ausgang dieses Konflikts unterstützen könnten, indem sie ihre Macht, ihre sanfte Macht, einsetzen“.

Ich denke, dass diese beiden… Großmächte, wie ich schon sagte, China und Russland, die weltweite Meinung beeinflussen können und sollten und irgendwie auch Israel selbst beeinflussen. Wir wissen, dass viele Auswanderer aus Russland in Israel leben. Wir wissen, dass Israel sehr daran interessiert ist, gute wirtschaftliche Beziehungen zu China zu unterhalten. Ich denke also, dass diese beiden Länder gewisse Hebel in Bewegung setzen und Israel beeinflussen können, um das Leben des palästinensischen Volkes zu schonen. Wie wir im Moment sehen können, sieht das nicht sehr gut aus. Und ich bin mir nicht sicher, ob die Zweistaatenlösung noch auf dem Tisch ist. Im Moment sieht es jedenfalls nicht so aus“, betonte Kasonta.

Nach Ansicht des ehemaligen Vorsitzenden des Ausschusses für internationale Angelegenheiten der Denkfabrik Bow Group gibt es derzeit wenig “Willen der israelischen Regierung, das Leben des palästinensischen Volkes zu schonen, weil sie ihre Scheinargumente benutzt, um den Gazastreifen dem Erdboden gleichzumachen, um die Hamas zu vernichten“. Adriel Kasonta bedauerte die enorme humanitäre Krise, die sich bereits abzeichnet, und warnte davor, dass die Aktionen Israels “das Projekt der Zweistaatenlösung vollständig zerstören” würden.

Wenn die Vereinigten Staaten das Vorgehen der israelischen Regierung nicht unterstützen würden, würde Israel die Vernichtung der palästinensischen Bevölkerung sicherlich nicht durchführen“, so Kasonta.

Die USA haben die Eskalation der Feindseligkeiten genutzt, um in der Region Stärke zu zeigen, indem sie zwei Flugzeugträger der US-Marine unter der Führung der USS Gerald Ford und der USS Dwight D Eisenhower in das östliche Mittelmeer in der Nähe von Israel entsandt haben. Darüber hinaus wurde ein weiteres Marineschiff – die USS Mount Whitney LCC 20 der Blue Ridge-Klasse der 6. Flotte – von ihrem Heimathafen in der mittelitalienischen Küstenstadt Gaeta aus zur Unterstützung der US-Operationen in dem genannten Gebiet entsandt. Präsident Bidens Vorgehen trage nicht zur Deeskalation bei, argumentierte Gilbert Doctorow:

Biden glaubt fälschlicherweise, dass die Präsenz der US-Flugzeugträger-Einsatzkräfte vor der israelischen Küste eine Deeskalation gewährleistet, weil sie den Iran und Syrien davon abhält, in einer zweiten Front gegen Israel in den Konflikt einzutreten. Im Gegenteil, die US-Marinepräsenz verschärft die regionalen Spannungen und schafft die Voraussetzungen für einen regionalen, wenn nicht gar globalen Krieg.”

Israel prepares for a new war. “Gravitas” on WION Indian global television

Israel prepares for a new war. “Gravitas” on WION Indian global television

I am pleased to recommend this show that was broadcast live yesterday afternoon and was posted on the internet shortly thereafter, not merely because I was given the time to set out the risks of the current Israeli-Hamas conflict escalating into a global conflagration, which is not a risk that mainstream media have yet begun to consider, but because my hosts presented a very balanced and informative introduction before the interview proper.

You will note my assertion that in this ongoing conflict not only are the neighbors of Israel preparing for an escalation at their own regional level but the global powers, meaning the United States and Russia, also have put their assets on the line and are ready to jump in at any time.  

My unfinished sentence about the Russian aircraft now on permanent patrol of the Black Sea and carrying Russia’s hypersonic Kinzhal missiles would have ended in the following: the Russian missiles can strike the U.S. aircraft carrier task force off Israeli shores and two of them are sufficient to send the Gerald Ford to the bottom of the sea.

That last point is not my own interpretation: it was stated clearly on a live broadcast of Russia’s premier talk show hosted by Vladimir Solovyov two days ago.  To that I add here a very important additional note that highlights how close we are coming to the war to end all wars:  Putin made his statement about the Kinzhals not from his Kremlin offices but from the guest house in Beijing where he spent two days this week and met for several hours with Chinese president Xi Jinping.  As a veteran Kremlinologist, I can say with confidence that Putin’s readiness to finish off the American aircraft carrier task force in the Mediterranean if necessary had been discussed with and approved by Xi, who surely has his own concerns about the U.S. navy operating most provocatively in the South China Sea.  It also aligns with the threat by North Korean leader Kim one week ago that he is ready to sink the U.S. aircraft carrier that loiters in the vicinity of the Korean peninsula.  What we have before us is the prospect of Pearl Harbor all over again, but in three seas.

These separate facts are in the public domain.  I remain surprised that no one is drawing the dots to the obvious conclusion: that we are on the cusp of a very great war for which the Mideast crisis is just the detonator.

Nonetheless, it does not have to end this way. Unless attacked, it is unlikely that Iran will enter the conflict directly. Hezbollah can do a good enough job of bloodying the Israelis’ nose without the intervention of their friends in Teheran.  And the Russians are certain to hold their fire unless Iran and/or Syria are attacked by the U.S. warplanes based on the fleet.

This is not the Grand Chessboard that Zbigniew Brzezinski had in mind when he published his book on the global power outlook in 1997. Nor did he reckon that the U.S. team of strategists in office would not have progressed beyond Chinese checkers.

©Gilbert Doctorow, 2023