Blinken goes begging

Ukrainian president Zelensky must be wringing his hands over the way his war is being eclipsed by events in Gaza. To be sure, yesterday Western media posted several feature articles about him and his colleagues in the Kiev government but none that would bring him pleasure. We read about the negativity of Time magazine in its latest article on the Ukrainian ‘counter-offensive.’ It would appear from the magazine that Zelensky is one of the few remaining believers in eventual victory even in his inner circle.  We read about the lengthy interview his Commander-in-Chief of the armed forces General Zaluzhny gave to The Economist, notable for describing the present state of the conflict with Russia as a ‘stalemate.’ This is hardly a good basis for winning new appropriations and arms deliveries from the United States and its allies.

However, as I say, our news was dominated by developments in Gaza not Ukraine, and in particular by  Israeli bombing of the Jabalya refugee camp a second time, adding to the hundreds of dead and wounded from the terror unleashed by Tel Aviv the day before. CNN, the BBC and other major Western broadcasters interviewed President Isaac Herzog and also top Israeli military spokesmen for clarifications and what they, and we, heard was shocking for its callous disregard of international conventions to protect civilians.   Two hundred or more Palestinian children, women and old men were killed instantly when Israel sought to murder one key Hamas officer believed to have his headquarters under the camp. For the Israeli military spokesman interviewed this was just a “tragedy of war.” Even the hard-hearted Wolf Blitzer of CNN was visibly stunned by these politically incorrect and, incidentally, inhumane remarks.

In short, both the scenes of the intensifying humanitarian catastrophe and the ugly face of the Israeli government were on television screens for all to see on U.S. and European media, not just on Russian television or Al Jazeera. That the “Arab street” was enraged and pressing rulers in the Middle East to DO SOMETHING to stop the bloodshed is clear. But even the fall-out in the American Jewish community, not to mention the broad American public, began to look ominous for the re-election chances of Joe Biden.

Before the tragic scenario in Gaza approached its crescendo, on 1 November the former Washington bureau chief of The Financial Times Edward Luce contributed an article to the paper entitled  “Netanyahu is an albatross around Biden’s neck” in which he argued that Biden has done his best to temper the vengeful behavior of Netanyahu. Biden is said to have counseled restraint when he visited Israel a week ago. Said Luce, Biden is just unable to bring influence to bear on the Israeli premier. The article was obviously believed to be so insightful by the editors that they ran it a second day.

I have little doubt that Luce’s article was read closely within the American administration. After all, Americans admire British journalism because the Brits usually have a better mastery of the language and because as the formerly dominant global colonial power they are worldly wise by definition.

In any case, the FT’s conclusion that Biden wasn’t up the task had consequences. The number one news item this morning on major Western media was the departure of Secretary State Antony Blinken for Israel where his stated mission is to press the Israelis to make “humanitarian pauses” in their onslaught to facilitate the release of the hostages held by Hamas and an increased flow of trucks bringing food, medicine and water into the enclave from Egypt.

What is missing from these accounts is exactly what leverage Blinken has that his boss lacked.  It iscertainly not intellect. And it is doubtful he can use the one device that would do the job: to threaten to stop U.S. shipments of arms and replacement missiles for the Iron Dome if the Israelis do not take orders and desist. 


No, the U.S. is doing the exact opposite: making the Israeli war its own by sending not only naval task forces to the Eastern Mediterranean to ensure air dominance and effective anti-missile protection for U.S. assets in the region while Israel plays at arson but also boots on the ground. It is rumored that the U.S. has already delivered 6,000 men at arms to Israel.  The only thing missing in all this is an American strategy, a clearly defined end objective that can be explained to the American electorate and negotiated to successful conclusion with all sides, Israel included. If this sounds like a compounded version of the ongoing military and political shambles of U.S.
policy on Ukraine, it is because the same authors in Washington have written both scripts.

©Gilbert Doctorow, 2023

Translations below into German (Andreas Mylaeus) and Italian ( Weber Potsie)

 

Blinken geht betteln

Der ukrainische Präsident Zelensky muss die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil sein Krieg von den Ereignissen in Gaza in den Schatten gestellt wird. Zwar haben westliche Medien gestern mehrere Artikel über ihn und seine Kollegen in der Kiewer Regierung veröffentlicht, aber keinen, der ihm Freude bereiten würde. Wir haben die Negativität des Time Magazine in seinem jüngsten Artikel über die ukrainische “Gegenoffensive” gelesen. Aus dem Magazin geht hervor, dass Zelensky einer der wenigen ist, die selbst in seinem inneren Kreis noch an einen möglichen Sieg glauben. Wir lesen in dem langen Interview, das sein Oberbefehlshaber der Streitkräfte, General Zaluzhny, dem “The Economist” gegeben hat, dass er den derzeitigen Stand des Konflikts mit Russland als “Patt” bezeichnet. Dies ist kaum eine gute Grundlage, um neue Mittel und Waffenlieferungen von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten zu erhalten.

Wie ich bereits sagte, wurden unsere Nachrichten jedoch von den Entwicklungen im Gazastreifen und nicht von denen in der Ukraine beherrscht, insbesondere von den israelischen Bombenangriffen auf das Flüchtlingslager Jabalya, die zu den Hunderten von Toten und Verwundeten des von Tel Aviv am Vortag entfesselten Terrors hinzukamen. CNN, BBC und andere große westliche Sender befragten Staatspräsident Isaac Herzog und auch hochrangige israelische Militärsprecher, um Klarstellungen zu erhalten, und was sie – und wir – zu hören bekamen, war schockierend, weil es die internationalen Konventionen zum Schutz der Zivilbevölkerung grob missachtet. Zweihundert oder mehr palästinensische Kinder, Frauen und alte Männer wurden auf der Stelle getötet, als Israel versuchte, einen wichtigen Hamas-Offizier zu ermorden, von dem angenommen wurde, dass er sein Hauptquartier unter dem Lager hat. Für den befragten israelischen Militärsprecher war dies nur eine “Kriegstragödie”. Selbst der hartherzige Wolf Blitzer von CNN war sichtlich verblüfft über diese politisch unkorrekten und im Übrigen unmenschlichen Äußerungen.

Kurz gesagt, sowohl die Szenen der sich verschärfenden humanitären Katastrophe als auch die hässliche Fratze der israelischen Regierung waren auf den Fernsehbildschirmen der US-amerikanischen und europäischen Medien für alle zu sehen, nicht nur im russischen Fernsehen oder bei Al Jazeera. Dass die “arabische Straße” wütend war und die Machthaber im Nahen Osten drängte, TUT ETWAS, um das Blutvergießen zu beenden, ist klar. Aber auch die Auswirkungen in der jüdischen Gemeinde Amerikas, ganz zu schweigen von der breiten amerikanischen Öffentlichkeit, ließen die Wiederwahlchancen von Joe Biden bedrohlich erscheinen.

Bevor das tragische Szenario in Gaza seinen Höhepunkt erreichte, schrieb der ehemalige Washingtoner Büroleiter der Financial Times Edward Luce am 1. November einen Artikel mit dem Titel “Netanyahu is an albatross around Biden’s neck” (“Netanjahu ist ein Albatros um Bidens Hals”), in dem er argumentierte, dass Biden sein Bestes getan habe, um das rachsüchtige Verhalten Netanjahus zu mildern. Biden soll bei seinem Besuch in Israel vor einer Woche zur Zurückhaltung geraten haben. Biden sei einfach nicht in der Lage, seinen Einfluss auf den israelischen Ministerpräsidenten geltend zu machen, so Luce. Der Artikel wurde von den Redakteuren offensichtlich für so aufschlussreich gehalten, dass sie ihn einen zweiten Tag lang veröffentlichten.

Ich bezweifle kaum, dass der Artikel von Luce in der amerikanischen Regierung aufmerksam gelesen wurde. Schließlich bewundern die Amerikaner den britischen Journalismus, weil die Briten in der Regel die Sprache besser beherrschen und weil sie als ehemals dominierende globale Kolonialmacht per Definition weltgewandt sind.

Auf jeden Fall hatte die Schlussfolgerung der FT, dass Biden der Aufgabe nicht gewachsen sei, Konsequenzen. Die wichtigste Nachricht heute Morgen in den großen westlichen Medien war die Abreise von Außenminister Antony Blinken nach Israel, wo er die Israelis zu einer “humanitären Pause” bei ihrem Angriff drängen soll, um die Freilassung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln und einen verstärkten Strom von Lastwagen mit Lebensmitteln, Medikamenten und Wasser aus Ägypten in die Enklave zu ermöglichen.

Was in diesen Berichten fehlt, ist die Frage, welches Druckmittel Blinken hat, das seinem Chef fehlte. Es ist sicherlich nicht der Intellekt. Und es ist zweifelhaft, dass er das einzige Mittel einsetzen kann, das die Aufgabe erfüllen würde: die Drohung, die US-Lieferungen von Waffen und Ersatzraketen für die eiserne Kuppel zu stoppen, wenn die Israelis die Befehle nicht befolgen und ablassen.

Nein, die USA tun genau das Gegenteil: Sie machen sich den israelischen Krieg zu eigen, indem sie nicht nur Marine-Einsatzkräfte ins östliche Mittelmeer schicken, um die Luftüberlegenheit und einen wirksamen Raketenschutz für die US-Anlagen in der Region zu gewährleisten, während Israel Brandstiftung betreibt, sondern auch Bodentruppen schicken. Es wird gemunkelt, dass die USA bereits 6.000 Soldaten an Israel geliefert haben. Das einzige, was bei all dem fehlt, ist eine amerikanische Strategie, ein klar definiertes Endziel, das den amerikanischen Wählern erklärt und mit allen Seiten, einschließlich Israel, zu einem erfolgreichen Abschluss verhandelt werden kann. Wenn dies wie eine zusammengesetzte Version des andauernden militärischen und politischen Scherbenhaufens der US-Politik gegenüber der Ukraine klingt, dann deshalb, weil die gleichen Autoren in Washington beide Drehbücher geschrieben haben.

Blinken in giro a mendicare
 
Il presidente ucraino Zelensky si starà mangiandole mani per il modo in cui la sua guerra viene eclissata dagli eventi di Gaza. A dire il vero, ieri i media occidentali hanno pubblicato diversi articoli su di lui e sui suoi colleghi del governo di Kiev, ma nessuno gli avrà fatto piacere. Abbiamo letto i toni negativi della rivista Time nel suo ultimo articolo sulla “controffensiva” ucraina. Secondo il Time sembrerebbe che Zelensky sia uno dei pochi rimasti a credere ancora in una vittoria finale, persino tra i suoi più stretti collaboratori.  In una lunga intervista che il suo Comandante in capo delle forze armate, il generale Zaluzhny, ha rilasciato all’Economist, quest’ultimo ha parlato dello stato attuale del conflitto con la Russia come una “situazione di stallo”. Il che non facilita certo le cose agli ucraini per ottenere nuovi stanziamenti e forniture di armi dagli Stati Uniti e dai loro alleati.
 
Ma come ho detto, i nostri notiziari sono stati dominati dagli sviluppi a Gaza e non in Ucraina, e in particolare dal secondo bombardamento israeliano del campo profughi di Jabalya, le cui vittime si sommano alle centinaia di morti e feriti causato dal terrore scatenato da Tel Aviv il giorno prima. La CNN, la BBC e altre importanti emittenti occidentali hanno intervistato il presidente Isaac Herzog e i principali portavoce militari israeliani per avere chiarimenti e ciò che hanno sentito, e abbiamo sentito, è stato scioccante per il suo insensibile disprezzo delle convenzioni internazionali per la protezione dei civili.  Almeno 200 tra bambini, donne e anziani palestinesi sono stati massacrati quando Israele ha cercato di far fuori un ufficiale di Hamas che si ritiene abbia il suo quartier generale sotto il campo profughi. Per il portavoce militare israeliano intervistato si è trattato solo di una “tragedia di guerra”. Persino il duro Wolf Blitzer della CNN è rimasto visibilmente stupito da queste osservazioni politicamente scorrette e, tra l’altro, disumane.
 
In breve, sia le scene dell’intensificarsi della catastrofe umanitaria sia la faccia inaccettabile del governo israeliano sono finiti sugli schermi televisivi statunitensi ed europei, non solo della televisione russa o di Al Jazeera. È chiaro che la “Arab street” si è infuriata e che preme sui governanti del Medio Oriente per fare qualcosa per fermare lo spargimento di sangue. Ma anche le ripercussioni nella comunità ebraica americana, per non parlare dell’opinione pubblica americana in generale, hanno iniziato ad essere pericolose per la campagna elettorale di Joe Biden.
 
Prima che il tragico scenario a Gaza si avvicinasse al suo culmine, il 1° novembre l’ex capo redattore dell’ufficio di Washington del Financial Times, Edward Luce, ha pubblicato un articolo intitolato “Netanyahu è un albatros intorno al collo di Biden”, in cui sosteneva che Biden ha fatto del suo meglio per portare a più miti consigli il vendicativo Netanyahu. Si dice che Biden abbia consigliato moderazione quando ha visitato Israele la settimana scorsa. Secondo Luce, Biden non è in grado di esercitare influenza sul premier israeliano.
 
E l’articolo di Luce sembra sia stato letto con attenzione all’interno dell’amministrazione americana. Dopo tutto gli americani ammirano il giornalismo britannico perché i britannici di solito hanno una migliore padronanza della lingua e perché, in quanto ex potenza coloniale globale dominante, avrebbero per definizione maggiore dimestichezza con le cose del mondo.
 
In ogni caso, la conclusione del FT secondo cui Biden non sarebbe all’altezza del compito pare abbia avuto conseguenze. La notizia principale di questa mattina sui maggiori media occidentali è stata la partenza del Segretario di Stato Antony Blinken per Israele, dove la sua missione dichiarata è quella di fare pressione sugli israeliani affinché mettano in atto “pause umanitarie” nel loro assalto per facilitare il rilascio degli ostaggi detenuti da Hamas e un maggiore flusso di camion che portano beni di prima necessità, medicine e acqua nell’enclave dall’Egitto.
 
Quello che questi resoconti non sembrano cogliere è chiedersi di quale leva Blinken possa far valere che il suo capo non abbia già potuto usare. Tra i vantaggi di Blinken non c’è certo una maggiore intelligenza. E non è affatto certo che possa (ovvero voglia) davvero usare l’unico strumento utile in questa situazione: minacciare di bloccare le spedizioni di armi e di missili americani per l’Iron Dome (il sistema missilistico di difesa israeliano) se gli israeliani si rifiutano di obbedire e non desistono dalle loro azioni.
 
Invece gli Stati Uniti stanno facendo l’esatto opposto: stanno appropriandosi della guerra israeliana, inviando non solo task force navali nel Mediterraneo orientale per garantire il dominio aereo e un’efficace protezione antimissile per i beni statunitensi nella regione mentre Israele gioca a fare i fuochi d’artificio, ma impiega addirittura proprie forze armate sul terreno di guerra. Si dice che gli Stati Uniti abbiano già messo a disposizione di Israele 6.000 uomini in armi.  L’unica cosa che manca in tutto questo è una strategia americana, un obiettivo finale chiaramente definito che possa essere spiegato all’elettorato americano e negoziato con successo con tutte le parti, Israele compreso. Se tutto questo suona come una versione aggravata del disastro militare e politico della politica statunitense sull’Ucraina, è perché il problema è che gli stessi autori a Washington hanno scritto entrambe le sceneggiature.
 

A public dispute over “the stench of propaganda” at The Financial Times

My essay of yesterday devoted to vile anti-Russian propaganda in the The Financial Times was reposted on a Washington, D.C  based Listserve which has an eminent subscriber population with expertise in foreign affairs. There it elicited a vigorous public push-back from an FT journalist who was formerly their Washington bureau chief, Edward Luce.

Just a reminder, I was critiquing the FT’s coverage of the anti-Semitic riot at Makhachkala airport in Dagestan.

I quote Luce’s lightly veiled attempt to trash me and my essay:

My apologies, but your note is an unhinged diatribe that badly misrepresents what was written by my very highly regarded colleagues.  If you seriously believe Putin’s rote citing of “external interference”, then I will need to find a stronger word than gullible. 

Sorry but I can’t let this kind of character assassination go unremarked. 

I will not upset the relative calm at the Listserv by returning fire there when I can get a far wider audience in the United States and in the world at large on these pages. Here is what I have written to friends:

 I take satisfaction in having finally gotten through their lofty indifference and wounded the professional pride of these propagandists.   Diatribe?  Possibly yes.  But certainly not “unhinged.”  No, there was no misrepresentation in what I said about Seddon’s article. And I did not take Putin’s “rote” charges as my cue.  I based myself on the video interview with Ponomaryov which laid the whole plot bare.  Without any doubt, Seddon also had access to that interview but declined to mention it.

 I have been following Seddon’s falsehoods written from Riga for some time, but my letters to the editor to complain never elicited an answer.  This time they winced.

Allow me to be perfectly clear.   My essay was personal, directed at the authors of “What anti-Semitic attacks in Dagestan say about Vladimir Putin’s Russia” for their prevarication, distortions and omission of the single most important bit of information bearing on the case, namely the video of Ilya Ponomaryev being interviewed in Kiev and claiming ‘credit’ for organizing the riot.  The personal dimension is a necessary condition of a “diatribe.” However, I held back a further relevant negative personal side to Mr. Seddon which I now share with readers: I believe he is not competent to hold the position he occupies as a lead member of the FT’s Russia team. I suspect that he lacks the language skills in Russian necessary to do the job. That is surely why nearly every article credited to him has a second author whose surname tells you that he/more often she is his seeing-eye dog. People with Russian surnames employed by Western media are by and large Russia-haters.

I am today a subscriber to the FT and I justify the expense because they often do have reports on business related matters that you will not find elsewhere in mainstream. I also take pleasure in their Weekend edition and especially in the ‘Lunch with the FT’ feature articles. As for my professional interest in Russia matters, I must say that there are often surprises because some of their reporters are evidently not personally in agreement with the viciously anti-Russian, pro-Washington line of the editorial board and manage to insert somewhere in the middle of their articles valuable insights that contradict the titles of the articles assigned by the editors. In this respect, out of ignorance or whatever, even Mr. Seddon’s contributions are sometimes fair-minded. The very zig-zag in his interpretations of Russian events attests to his being out of his depth.

It was not always that way at The Financial Times. When I was living and working in Russia for eight years beginning in 1994, the copy of the FT that was on my desk each morning courtesy of our company  subscription was essential reading if I was to be prepared for lunchtime chitchat with other executives or diplomats. We were all globalists back then and the FT was then as it is today the standard-bearer of the NeoLiberal world order. But back then the FT had a very strong team of journalists on the ground in Moscow, possessing the language skills and personal interest in the country and its culture that is now totally lacking.

Curiously one of the most capable journalists on their team in the 1990s was Chrystia Freeland, for whom this must have been one of her first professional assignments. Yes, I am speaking about the same Freeland who is today deputy prime minister of the authoritarian, pro-Zelensky government in Canada. Back then very few people knew or cared about her family’s scandalous participation in the Nazi collaborationist wing of Ukrainian nationalism during WWII.  In this sense alone can I give credit to Mr. Seddon for being today a clueless collaborator in the ‘cancel Russia’ claque of his newspaper. If he holds onto his job long enough, maybe the FT will move him to another subject area where he can cause less harm to international relations, as was done with John Thornhill, an FT journalist who learned his craft in Russia in the 1990s and now writes about technology.

©Gilbert Doctorow, 2023

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Öffentlicher Streit über den “Gestank der Propaganda” bei der Financial Times

Mein gestriger Aufsatz über die abscheuliche antirussische Propaganda in der Financial Times wurde auf einem in Washington, D.C., ansässigen Listserve veröffentlicht, der über einen bedeutenden Abonnentenkreis mit Fachkenntnissen in auswärtigen Angelegenheiten verfügt. Dort wurde er von einem FT-Journalisten, der früher ihr Washingtoner Büroleiter war, Edward Luce, energisch zurückgewiesen.

Zur Erinnerung: Ich kritisierte die Berichterstattung der FT über die antisemitischen Ausschreitungen am Flughafen von Machatschkala in Dagestan.

Ich zitiere den leicht verschleierten Versuch von Luce, mich und meinen Aufsatz schlecht zu machen:

Ich bitte um Verzeihung, aber Ihre Notiz ist eine Hetzrede, die das, was meine hoch angesehenen Kollegen geschrieben haben, völlig falsch wiedergibt. Wenn Sie ernsthaft Putins auswendig gelernter “Einmischung von außen” glauben, dann muss ich ein stärkeres Wort als “leichtgläubig” finden.

Tut mir leid, aber ich kann diese Art von Rufmord nicht unkommentiert lassen.

Ich werde die relative Ruhe auf dem Listserv nicht stören, indem ich dort das Feuer erwidere, wenn ich auf diesen Seiten ein viel breiteres Publikum in den Vereinigten Staaten und in der ganzen Welt erreichen kann. Hier ist, was ich an Freunde geschrieben habe:

Ich freue mich, dass ich endlich ihre hochmütige Gleichgültigkeit überwunden und den Berufsstolz dieser Propagandisten verletzt habe. Hetzrede? Möglicherweise ja. Aber sicherlich nicht “völlig falsch”. Nein, was ich über Seddons Artikel gesagt habe, war keine falsche Darstellung. Und ich habe mich nicht auf Putins “auswendig gelernte” Anschuldigungen berufen. Ich habe mich auf das Videointerview mit Ponomarjow gestützt, in dem die ganze Sache aufgedeckt wurde. Zweifellos hatte auch Seddon Zugang zu diesem Interview, lehnte es aber ab, es zu erwähnen.

Ich verfolge Seddons Unwahrheiten aus Riga schon seit geraumer Zeit, aber meine Briefe an die Redaktion, in denen ich mich darüber beschwert habe, wurden nie beantwortet. Dieses Mal haben sie gezuckt.

Gestatten Sie mir, dass ich mich klar ausdrücke. Mein Essay war persönlich und richtete sich gegen die Autoren von “Was antisemitische Angriffe in Dagestan über Wladimir Putins Russland aussagen” wegen ihrer Ausflüchte, Verzerrungen und des Weglassens der wichtigsten Information, die den Fall betrifft, nämlich des Videos von Ilja Ponomarjew, der in Kiew interviewt wurde und behauptet hat, für die Organisation des Aufstands “verantwortlich” zu sein. Die persönliche Dimension ist eine notwendige Bedingung für eine “Hetzrede“. Ich habe jedoch eine weitere relevante negative persönliche Seite von Herrn Seddon zurückgehalten, die ich nun mit den Lesern teile: Ich halte ihn für nicht kompetent genug, um die Position zu bekleiden, die er als leitendes Mitglied des Russland-Teams der FT innehat. Ich vermute, dass es ihm an den für diese Aufgabe erforderlichen Sprachkenntnissen in Russisch mangelt. Das ist sicher auch der Grund, warum fast jeder Artikel, der ihm zugeschrieben wird, einen zweiten Autor hat, dessen Nachname darauf schließen lässt, dass er bzw. häufiger sie sein Blindenhund ist. Menschen mit russischen Nachnamen, die bei westlichen Medien beschäftigt sind, sind im Großen und Ganzen Russlandhasser.

Ich bin derzeit Abonnent der FT, und ich rechtfertige die Kosten damit, dass sie oft Berichte über wirtschaftsrelevante Themen enthält, die man sonst in der Mainstreampresse nicht findet. Ich freue mich auch über die Wochenendausgabe und vor allem über die “Lunch with the FT“-Artikel. Was mein berufliches Interesse an Russlandfragen angeht, so muss ich sagen, dass es oft Überraschungen gibt, weil einige ihrer Reporter offensichtlich persönlich nicht mit der bösartig antirussischen, pro-Washington-Linie der Redaktion übereinstimmen und es schaffen, irgendwo in der Mitte ihrer Artikel wertvolle Erkenntnisse einzufügen, die den Titeln der von den Redakteuren zugewiesenen Artikel widersprechen. In dieser Hinsicht, aus Unwissenheit oder was auch immer, sind sogar die Beiträge von Herrn Seddon manchmal gerecht. Gerade der Zickzackkurs in seinen Interpretationen der russischen Ereignisse zeugt von seiner Überforderung.

Das war bei der Financial Times nicht immer so. Als ich ab 1994 acht Jahre lang in Russland gelebt und gearbeitet habe, war die FT, die dank unseres Firmenabonnements jeden Morgen auf meinem Schreibtisch lag, eine unverzichtbare Lektüre, wenn ich mich auf ein Gespräch mit anderen Führungskräften oder Diplomaten in der Mittagspause vorbereiten wollte. Damals waren wir alle Globalisten, und die FT war damals wie heute der Bannerträger der neoliberalen Weltordnung. Aber damals hatte die FT ein sehr starkes Team von Journalisten vor Ort in Moskau, die über Sprachkenntnisse und ein persönliches Interesse an dem Land und seiner Kultur verfügten, was heute völlig fehlt.

Seltsamerweise war eine der fähigsten Journalistinnen in ihrem Team in den 1990er Jahren Chrystia Freeland, für die dies eine ihrer ersten beruflichen Aufgaben gewesen sein muss. Ja, ich spreche von derselben Freeland, die heute stellvertretende Premierministerin der autoritären, pro-Zelensky-Regierung in Kanada ist. Damals wussten nur sehr wenige Menschen von der skandalösen Beteiligung ihrer Familie am nationalsozialistischen kollaborierenden Flügel des ukrainischen Nationalismus während des Zweiten Weltkriegs und interessierten sich auch nicht dafür. Nur in diesem Sinne kann ich Herrn Seddon Anerkennung dafür zollen, dass er heute ein ahnungsloser Kollaborateur der ‘cancel Russia’-Claque seiner Zeitung ist. Wenn er seinen Job lange genug behält, wird ihn die FT vielleicht in ein anderes Fachgebiet versetzen, wo er den internationalen Beziehungen weniger Schaden zufügen kann, so wie es mit John Thornhill geschehen ist, einem FT-Journalisten, der sein Handwerk in den 1990er Jahren in Russland gelernt hat und jetzt über Technologie schreibt.

‘Financial Times’: the stench of propaganda in today’s coverage of the Makhachkala riots is overwhelming

This morning’s Financial Times online issue of Europe Express compiled by Brussels bureau chief Henry Foy directs readers to an article about violence at the Dagestan airport of Makhachkala with the following remarkable and totally false words: “…our Russia team explains the antisemitic violence wracking the country.”   Wracking the country?

The Russians have a law designating those who operate against the interests of the country whose passport they carry and in the interests of a foreign state. The term inoagenty is a mark of opprobrium that brings with it legal restrictions. This badge of dishonor should now be handed out to the FT journalists Max Seddon and Polina Ivanova, whose disgraceful four pages of lies and distortions based on press releases from the U.S. State Department are being run under the eye-catching headline “What anti-Semitic attacks in Dagestan say about Vladimir Putin’s Russia.”  Contrary to what their editors think these journalists are accomplishing, the article is very telling about the death wish of UK elites, because time and again they are painting targets on their backs for the Russian missile programmers.

The lies? 

First, that Putin never has criticized the Hamas attacks on Israeli civilians of 7 October.  He has spoken out repeatedly against terrorism, making reference to Russia’s own domestic experience with this plague in the Caucasus in the 1990s when it was fanned by U.S. intelligence operatives. He extended his condolences to the bereaved in Israel.

Second, that Putin’s mention of outside forces, namely the United States acting with and through the Ukrainian intelligence services as those responsible for the riot in Makhachkala had no basis in fact.  This is an outrageous lie because in a video interview published in Ukraine the founder of the Telegram channel that disseminated instructions to the Dagestan rioters, Ilya Ponomaryov, a former Duma deputy who treasonously went over to the other side and lives in Kiev, proudly took responsibility for this would-be pogrom. It was planned and carried out precisely so that propagandists at the FT and other Western mainstream media would assert what Seddon and Ivanova are insinuating, that Russia today is the same anti-Semitic, pogrom sponsoring land as Black Hundreds infested tsarist Russia of 120 years ago.

Vladimir Putin has made every effort to ensure that tolerance reigns among the hundreds of ethnic groups and dozens of religious faiths that constitute the Russian Federation. To say otherwise, as Seddon and Ivanova do, is to engage in vile propaganda.

Since religious fundamentalism seems to be the order of the day, I will take the plunge and set down my own special prayers:  that these journalists get the company of John Kirby and other U.S. miscreants in the special zone in hell reserved for dishonest fomenters of war.  Oh yes, there surely will be a nearby padded cell for the criminally insane, with reserved places for Bibi Netanyahu and Isaac Herzog. For those who have not been following closely, Herzog also has gone on air denouncing Russia for the Dagestan “pogrom.”

©Gilbert Doctorow, 2023

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

 

“Financial Times”: Der Gestank von Propaganda in der heutigen Berichterstattung über die Unruhen in Machatschkala ist überwältigend

In der Online-Ausgabe des Europe Express der Financial Times von heute Morgen, die vom Brüsseler Büroleiter Henry Foy zusammengestellt wurde, werden die Leser mit den folgenden bemerkenswerten und völlig falschen Worten auf einen Artikel über die Gewalt auf dem dagestanischen Flughafen von Machatschkala verwiesen: “…unser Russland-Team erklärt die antisemitische Gewalt, die das Land erschüttert.”   Das Land erschüttert?

Die Russen haben ein Gesetz, das diejenigen bezeichnet, die gegen die Interessen des Landes, dessen Pass sie tragen, und im Interesse eines ausländischen Staates handeln. Der Begriff “inoagenty” ist ein Schimpfwort, das rechtliche Einschränkungen mit sich bringt. Dieses Abzeichen der Unehre sollte nun den FT-Journalisten Max Seddon und Polina Ivanova verliehen werden, deren schändliche vier Seiten voller Lügen und Verdrehungen auf der Grundlage von Pressemitteilungen des US-Außenministeriums unter der auffälligen Überschrift “Was antisemitische Angriffe in Dagestan über Wladimir Putins Russland aussagen” veröffentlicht werden. Im Gegensatz zu dem, was die Redakteure glauben, dass diese Journalisten damit erreichen, ist der Artikel sehr aufschlussreich über die Todessehnsucht der britischen Eliten, denn immer wieder malen sie den russischen Raketenprogrammierern Zielscheiben auf den Rücken.

Die Lügen?

Erstens hat Putin die Hamas-Anschläge auf israelische Zivilisten vom 7. Oktober nie kritisiert. Er hat sich wiederholt gegen den Terrorismus ausgesprochen und dabei auf Russlands eigene Erfahrungen mit dieser Plage im Kaukasus in den 1990er Jahren verwiesen, als sie von US-Geheimdienstmitarbeitern geschürt wurde. Er hat den Hinterbliebenen in Israel sein Beileid ausgesprochen.

Zweitens, dass Putins Erwähnung äußerer Kräfte, nämlich der Vereinigten Staaten, die mit und durch die ukrainischen Geheimdienste handeln, als Verantwortliche für den Tumult in Machatschkala keine Grundlage in den Fakten hat. Dies ist eine ungeheuerliche Lüge, denn in einem in der Ukraine veröffentlichten Videointerview übernahm der Gründer des Telegram-Kanals, der die Anweisungen an die Krawallanten in Dagestan verbreitete, Ilja Ponomarjow, ein ehemaliger Duma-Abgeordneter, der verräterischerweise auf die andere Seite übergelaufen ist und in Kiew lebt, stolz die Verantwortung für dieses Möchtegern-Pogrom. Es wurde genau deshalb geplant und durchgeführt, damit die Propagandisten der FT und anderer westlicher Mainstream-Medien behaupten, was Seddon und Iwanowa andeuten, nämlich dass das heutige Russland dasselbe antisemitische, pogromfördernde Land sei wie das von den Schwarzen Hundertschaften verseuchte zaristische Russland vor 120 Jahren.

Wladimir Putin hat alle Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass unter den Hunderten von ethnischen Gruppen und Dutzenden von religiösen Bekenntnissen, die die Russische Föderation ausmachen, Toleranz herrscht. Das Gegenteil zu behaupten, wie es Seddon und Iwanowa tun, ist üble Propaganda.

Da religiöser Fundamentalismus an der Tagesordnung zu sein scheint, werde ich den Sprung wagen und meine eigenen speziellen Gebete niederschreiben: dass diese Journalisten die Gesellschaft von John Kirby und anderen US-Schurken in der Sonderzone der Hölle erhalten, die für unehrliche Kriegsschürer reserviert ist. Oh ja, es wird sicherlich eine nahe gelegene Gummizelle für kriminelle Geisteskranke geben, mit reservierten Plätzen für Bibi Netanyahu und Isaac Herzog. Für diejenigen, die es nicht so genau genommen haben, sei gesagt, dass Herzog in seiner Sendung auch Russland für das “Pogrom” in Dagestan anprangert.

‘Samson et Dalila’ all over again

As the few among you who have read volume II of my Memoirs will know, I am a music lover, with a special fondness for the opera. To be sure, many operas deemed to be classics and brought back on the stage decade after decade were brilliant music composed for frivolous librettos. Rossini’s master works typify this genre. Modern operas, like the recently staged first opera by Belgian organist, festival director and former Intendant of our Théâtre de la Monnaie, Bernard Focroulle, often try too hard to be politically and socially relevant and sacrifice their musical merits to banal, politically correct messaging. Then there are operas of the medium past which contemporary stage directors try to make socially relevant, often with the intent to compete better for state funds against the organizers of sporting events.  Here, too, the risk of cheapening the art runs high. But sometimes it works brilliantly.

In the last named category I today bring to your attention a 2009 production of Camille Saint-Saëns opera Samson et Dalila at the Opera Ballet Flanders.

It is not my custom to offer links to other websites on these pages, but today I will violate that rule twice. I begin with the web page of that 2009 opera production:

https://www.operaballet.be/en/programme/season-2008-2009/samson-et-dalila

I quote here an overview paragraph from the opera house management:

A surprisingly topical opera about the mechanisms of fanaticism: the biblical story of Samson and Delilah is an exemplary illustration of how reconciliation is found wanting in the face of religious and political motives. Using the example of the impossible love between the Jew Samson and the Philistine Delilah, Camille Saint-Saëns shows the deadly conflict between two hostile cultures and religions. Samson and Delilah sacrifice their personal happiness for their religious ideals, urged on by political advisors (High Priest, Satrap of Gaza, and an old Hebrew man). The opera ends with the collapse of the Temple of Dagon and the death of all those in attendance due to the reaction of the deeply humiliated Samson. The people of Israel are free, but the notion of reconciliation between the enemies remains a dream.

I remind you that the show was first put on in 2009, when the director of the theater was the naughty boy, enfant terrible, Ariel Cahn, who now has been appointed Intendant of the Deutsche Oper Berlin after having served a stint in Geneva. Among the several outstanding features of the show was its joint Palestinian-Israeli production team. And, of course, the inverted interpretation, whereby our sympathy is directed to the Pharisee (Palestinian) side of the equation. 

However, what brought this Samson et Dalila to mind this morning was the very last scene in the opera when the blinded Samson shakes the pillars supporting the roof of the temple and brings death and destruction upon them all.  Regrettably, we are on the cusp of such a Biblical denouement as you will realize when you open my second link of the day, to a recent interview with the retired British diplomat and spy Alastair Crooke on the widely viewed Judging Freedom hosted by Andrew Napolitano.

In particular, I point to Crooke’s description of a little noticed recent speech in Hebrew by Benjamin Netanyahu in which the Israeli leader speaks of the present conflict as a second war of liberation, as a struggle between good and light on one side and evil and darkness on the other that must end in the total destruction of Gaza and of the Palestinians therein.

If Israel is allowed to proceed with this plan unhindered, I fear we all face the prospect of the temple roof coming down on our heads.

What could possibly halt the genocide would be military intervention by Hezbollah. But that takes us up another escalatory ladder to a direct U.S. military conflict with Iran and to the possible intervention of Russia. The scenario leading to nuclear war is all too clear.

On the other hand, United Nations intervention on the basis of a resolution of the Security Council could put a stop to the killing and to the escalatory cycle. For that to happen, the United States must remove its veto, and all possible political pressure in the United States should be marshaled for that purpose, now, before it is too late.

©Gilbert Doctorow, 2023

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

“Samson et Dalila” noch einmal ganz von vorne

Wie die wenigen unter Ihnen, die Band II meiner Memoiren gelesen haben, wissen, bin ich ein Musikliebhaber, mit einer besonderen Vorliebe für die Oper. Gewiss, viele Opern, die als Klassiker gelten und Jahrzehnte später wieder auf die Bühne gebracht werden, waren brillante Musik, die für frivole Libretti komponiert wurde. Rossinis Meisterwerke sind ein Beispiel für dieses Genre. Moderne Opern, wie die kürzlich uraufgeführte erste Oper des belgischen Organisten, Festivaldirektors und ehemaligen Intendanten unseres Théâtre de la Monnaie, Bernard Focroulle, versuchen oft zu sehr, politisch und gesellschaftlich relevant zu sein, und opfern ihre musikalischen Verdienste einer banalen, politisch korrekten Botschaft. Dann gibt es Opern der mittleren Vergangenheit, die zeitgenössische Regisseure versuchen, gesellschaftlich relevant zu machen, oft in der Absicht, besser um staatliche Gelder zu konkurrieren als die Organisatoren von Sportereignissen. Auch hier ist die Gefahr groß, die Kunst zu entwerten. Aber manchmal funktioniert es glänzend.

In der letztgenannten Kategorie mache ich Sie heute auf eine 2009er Produktion der Oper Samson et Dalila von Camille Saint-Saëns im Opera Ballet Flanders aufmerksam.

Es ist nicht meine Gewohnheit, auf diesen Seiten Links zu anderen Websites anzubieten, aber heute werde ich diese Regel gleich zweimal verletzen. Ich beginne mit der Webseite dieser Opernproduktion von 2009:

https://www.operaballet.be/en/programme/season-2008-2009/samson-et-dalila

Ich zitiere hier einen Absatz des Überblicks der Opernhausleitung:

Eine überraschend aktuelle Oper über die Mechanismen des Fanatismus: Die biblische Geschichte von Samson und Delilah zeigt exemplarisch, wie Versöhnung an religiösen und politischen Motiven scheitert. Am Beispiel der unmöglichen Liebe zwischen dem Juden Samson und der Philisterin Delilah zeigt Camille Saint-Saëns den tödlichen Konflikt zwischen zwei verfeindeten Kulturen und Religionen. Samson und Delilah opfern ihr persönliches Glück für ihre religiösen Ideale und werden dabei von politischen Beratern (Hohepriester, Satrap von Gaza und ein alter Hebräer) angehalten. Die Oper endet mit dem Einsturz des Tempels von Dagon und dem Tod aller Anwesenden aufgrund der Reaktion des zutiefst gedemütigten Samson. Das Volk Israel ist frei, aber der Gedanke an eine Versöhnung zwischen den Feinden bleibt ein Traum.

Ich erinnere Sie daran, dass das Stück 2009 zum ersten Mal aufgeführt wurde, als der Regisseur des Theaters der freche Junge und Enfant terrible Ariel Cahn war, der jetzt zum Intendanten der Deutschen Oper Berlin ernannt wurde, nachdem er in Genf gearbeitet hatte. Zu den herausragenden Merkmalen des Stücks gehörte das gemeinsame palästinensisch-israelische Produktionsteam. Und natürlich die umgekehrte Interpretation, bei der unsere Sympathie auf die pharisäische (palästinensische) Seite der Gleichung gerichtet ist.

Was mich jedoch heute Morgen an Samson et Dalila erinnerte, war die allerletzte Szene in der Oper, als der geblendete Samson die Säulen, die das Dach des Tempels stützen, erschüttert und Tod und Zerstörung über sie alle bringt. Bedauerlicherweise stehen wir an der Schwelle zu einer solchen biblischen Auflösung, wie Sie feststellen werden, wenn Sie meinen zweiten Link des Tages öffnen, zu einem kürzlichen Interview mit dem pensionierten britischen Diplomaten und Spion Alastair Crooke in der weithin beachteten Sendung Judging Freedom, die von Andrew Napolitano moderiert wird.

Insbesondere verweise ich auf Crookes Beschreibung einer wenig beachteten jüngsten Rede von Benjamin Netanjahu in hebräischer Sprache, in der der israelische Staatschef den gegenwärtigen Konflikt als einen zweiten Befreiungskrieg bezeichnet, als einen Kampf zwischen dem Guten und dem Licht auf der einen und dem Bösen und der Finsternis auf der anderen Seite, der mit der totalen Zerstörung des Gazastreifens und der dort lebenden Palästinenser enden muss.

Wenn man Israel erlaubt, diesen Plan ungehindert fortzusetzen, befürchte ich, dass uns allen das Dach des Tempels auf den Kopf fallen wird.

Was den Völkermord möglicherweise aufhalten könnte, wäre ein militärisches Eingreifen der Hisbollah. Aber das führt uns eine weitere Eskalationsstufe hinauf zu einem direkten militärischen Konflikt der USA mit dem Iran und zu einer möglichen Intervention Russlands. Das Szenario, das zu einem Atomkrieg führt, ist nur allzu klar.

Andererseits könnte ein Eingreifen der Vereinten Nationen auf der Grundlage einer Resolution des Sicherheitsrats dem Töten und dem Eskalationskreislauf ein Ende setzen. Dazu müssen die Vereinigten Staaten ihr Veto aufheben, und zu diesem Zweck sollte jeder mögliche politische Druck in den Vereinigten Staaten ausgeübt werden, und zwar jetzt, bevor es zu spät ist.

Translations of “Update…”

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Update:  Krieg zwischen Israel und Hamas

Durch einen sanften Anstoß des indischen Senders WION, der mich heute früh um ein Interview gebeten hat, bin ich auf einige der jüngsten Entwicklungen im Nahostkonflikt gestoßen, die die Aufmerksamkeit der Russland-Beobachter und der internationalen Gemeinschaft verdienen. Ich habe das Interview genutzt, um diese zu erwähnen, wie Sie feststellen werden, sobald der Link unten veröffentlicht ist.

Ich habe insbesondere auf die wichtigste Nachricht in Russland heute hingewiesen: die Wiederaufnahme des Flugverkehrs auf dem Flughafen von Machatschkala in Dagestan, einer Region der Russischen Föderation nördlich des Kaukasus mit einer überwiegend muslimischen Bevölkerung, aber auch einer nennenswerten Minderheit von etwa 30.000 Juden, die sich vor allem in der alten Stadt Derbent konzentrieren, wo es seit den Anfängen der Diaspora vor vielen Jahrhunderten eine jüdische Gemeinde gibt. Der Flughafen wurde geschlossen, nachdem ein Mob ein gerade gelandetes Flugzeug aus Tel Aviv angegriffen hatte, mit dem Dagestan regelmäßige Direktflüge unterhält. Sie waren auf der Suche nach israelischen Passinhabern und Juden, von denen sie fälschlicherweise annahmen, dass sie sich gegen ihren Willen in Dagestan niederlassen würden. Der Mob geriet mit Flughafenmitarbeitern und Vollzugsbeamten aneinander, bevor er festgenommen und abgeführt wurde.

Diese hässliche Entwicklung unterstreicht die Bedeutung des gestrigen Treffens von Präsident Putin mit den Oberhäuptern aller offiziell anerkannten Religionen in der Russischen Föderation, das in keinem Zusammenhang steht. Er rief angesichts der Provokationen aus dem Nahen Osten zu gegenseitigem Respekt und zur multinationalen und multikonfessionellen Solidarität im heutigen Russland auf. Aus Gründen des inneren Friedens wahrt Russland im Konflikt zwischen der Hamas und Israel Neutralität.

Wie ich in dem Interview erwähne, können die Spannungen, die durch Israels anhaltende Gräueltaten im Gazastreifen entstehen, ethnische und religiöse Unruhen in allen Ländern mit gemischter Bevölkerung auslösen. Das betrifft Europa, das sich mit einigen Ausnahmen bei der Abstimmung der UN-Generalversammlung am vergangenen Freitag, bei der eine sofortige Waffenruhe gefordert wurde, der Stimme enthalten hat, und auch Indien, das dasselbe getan hat. Und zwei dieser europäischen Ausnahmen haben bedauerlicherweise mit den Vereinigten Staaten gegen den Resolutionsentwurf gestimmt.

Was die Lage vor Ort im Nahen Osten betrifft, so hat sich in den letzten 24 Stunden wenig geändert. An der libanesischen Grenze schlägt die Hisbollah nur sporadisch auf israelische Aufklärungstürme ein. Auch an der syrischen Grenze ist keine nennenswerte Zunahme der Gewalt zu verzeichnen.

Israel setzt seine intensive Bombardierung des Gazastreifens fort, wobei der Schwerpunkt auf Gaza-Stadt liegt, und seine Bodentruppen rücken angeblich in die Enklave vor. Der jüngste Alarm wegen drohender Kriegsverbrechen und humanitärer Katastrophen konzentriert sich auf das Al-Quds-Krankenhaus im Norden des Gazastreifens, dessen Evakuierung die Israelis vor einem geplanten Bombenangriff angeordnet haben, die aber nach Angaben der Krankenhausbehörden aufgrund der großen Zahl von Patienten in kritischem Zustand, die an lebenserhaltenden Geräten hängen und nicht transportiert werden können, sowie der Tausenden obdachlosen Zivilisten, die dort Zuflucht gefunden haben, unmöglich ist.

Wir haben gelesen, dass Präsident Biden die Israelis nachdrücklich aufgefordert hat, humanitäre Hilfe in die Enklave zu lassen, und dass davon die Rede ist, die tägliche Durchfahrt von Lastwagen nach Gaza auf 100 zu erhöhen. Bislang ist das nur Gerede.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich UN-Generalsekretär Antonio Gutteres für seine mutige Kritik an den israelischen Behörden wegen des Leids, das sie den Palästinensern während der jahrzehntelangen Besetzung ihres Landes zugefügt haben, und für seine wiederholten Aufrufe zur Wiederaufnahme der Lieferungen von Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff in den Gazastreifen loben. Eine solche Haltung gegenüber dem von den Vereinigten Staaten geführten kollektiven Westen haben wir seit den Tagen von Dag Hammarskjold nicht mehr erlebt, und wir alle wissen, was Hammarskjolds Mut ihm gebracht hat. Es ist schade, dass Gutteres in Bezug auf die im Vorfeld des russisch-ukrainischen Krieges getöteten Zivilisten im Donbass und insbesondere in Bezug auf die ukrainischen Angriffe auf das Atomkraftwerk in Saporoshje im vergangenen Jahr völlig kleinlaut war.

Ich habe bereits erwähnt, dass Russland derzeit nicht in den Nahostkonflikt hineingezogen werden möchte. Ungeachtet der offenen Feindseligkeit des Iran gegenüber Israel hält sich Teheran vorerst ebenfalls zurück. Diese Zurückhaltung setzt natürlich voraus, dass der Krieg nicht weiter eskaliert, sondern unter dem Druck Chinas, Russlands und des globalen Südens zum Stillstand kommt. Im Moment kann niemand mit Sicherheit sagen, was als nächstes kommt.

Nachtrag: Im Laufe des Montags veröffentlichte das russische Staatsfernsehen die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen zu den gestrigen Ausschreitungen auf dem Flughafen von Machatschkala. Demnach waren die ukrainischen Geheimdienste die Anstifter und arbeiteten mit einem russischen Verräter namens Ponomarjow zusammen, der nach Kiew zog, die ukrainische Staatsbürgerschaft annahm und seitdem antirussische Aktivitäten organisiert. Ponomarjow steckte hinter dem bewaffneten Überfall auf die Region Belgorod in der Russischen Föderation jenseits der Grenze zu Charkow zu Beginn dieses Jahres. Ein von Ponomarjow vor einem Jahr eingerichteter Telegram-Kanal namens Utro Dagestana (Dagestan Morning) koordinierte das geplante Pogrom gegen die Passagiere eines aus Tel Aviv eintreffenden Flugzeugs mit dem Ziel, Russland auf der Weltbühne zu diskreditieren und ethnische und religiöse Zwietracht in Russland zu säen. In einem Videointerview, das Ponomarjow früher am Tag gab, bestätigte er, dass Utro Dagestan tatsächlich verantwortlich war. Diese Fakten wurden heute Abend in einer Fernsehansprache von Wladimir Putin vor Regierungsvertretern genannt, die eingeladen waren, die Bedrohung des inneren Friedens in Russland durch solche Pogromversuche zu erörtern.

Update:  Israel-Hamas war

With a gentle nudge from WION, the Indian global broadcaster, who requested an interview early this morning, I found several of the latest developments in the Mideast conflict worthy of the close attention of Russia watchers and of the wider international community. I used the interview to mention these as you will find once the link is posted below.

In particular, I pointed to the number one news item in Russia today: the restoration of air services at the Makhachkala airport in Dagestan, a region of the Russian Federation just north of the Caucasus which has an overwhelmingly Muslim population, but also a noteworthy minority of some 30,000 Jews, mostly concentrated in the ancient city of Derbent where a Jewish community has existed since the early days of the diaspora many centuries ago. The airport was closed following a mob attack on a just landed plane from Tel Aviv, with which Dagestan has regular direct flights. They were looking for Israeli passport holders and Jews, whom they wrongly believed would be settled in Dagestan, against their wishes.  The mob clashed with airport workers and law enforcement officers before being arrested and taken away.

This ugly development underscored the importance of an unrelated meeting by President Putin yesterday with the heads of all the officially recognized religions in the Russian Federation. He issued a call for mutual respect and for multi-national, multi-confessional solidarity of Russia today in the face of the provocations coming from the Middle East. For reasons of domestic peace, Russia is observing neutrality in the Hamas-Israel conflict.

As I mention in the interview, the tensions generated by Israel’s ongoing atrocities in Gaza may inflame ethnic and religious disturbances in all countries where there are mixed populations. That concerns the European Union, half of which chose to abstain on the UN General Assembly vote last Friday calling for an immediate truce, and also India, which did the same. And four of the EU member states, regrettably, voted with the United States against the draft resolution.

As for the situation on the ground in the Middle East, little has changed in the past 24 hours. On the Lebanese border, Hezbollah makes only token strikes on Israeli reconnaissance towers. On the Syrian border, there also is no significant increase in violence.

Israel continues its intense bombardment of Gaza, with emphasis on Gaza City, and its ground forces are said to be advancing into the enclave. The latest alarms over pending war crimes and humanitarian catastrophe are focused on the Al Quds hospital in North Gaza, which the Israelis have ordered to evacuate ahead of a planned bombing raid but which hospital authorities claim is impossible due to the large numbers of patients in critical condition on life support devices who cannot be moved as well as the thousands of homeless civilians who have taken refuge there.

We read that President Biden has strongly urged the Israelis to allow humanitarian aid into the enclave and there is talk of raising the daily passage of trucks into Gaza to 100. So far this is just talk.

On the subject of talk, I use this occasion to praise UN General Secretary Antonio Gutteres for his bold criticism directed against the Israeli authorities for the suffering they inflicted on the Palestinians during their decades-long occupation of their lands, and for repeat calls to restore deliveries of food, water and fuel to the Gaza. We have not witnessed such a stand against the United States-led Collective West since the days of Dag Hammarskjold and we all know where Hammarskjold’s courage got him. It is a pity that Gutteres has been utterly mealy-mouthed with respect to the Donbas civilians killed in the run-up to the Russia-Ukraine war and in particular with respect to Ukrainian attacks this past year on the nuclear power station in Zaporozhie.

I have mentioned above the present Russian wish not to be drawn into the Middle East conflict. Notwithstanding Iran’s open hostility to Israel, Teheran is also standing back for the time being.  Of course, this restraint is predicated upon the war’s not escalating further but instead grinding to a halt under the pressure of China, Russia and the Global South. For the moment, no one can say with confidence what comes next.

©Gilbert Doctorow, 2023

Postscript: As Monday wore on, Russian state television put on air the results of the ongoing investigation into the riot at the Makhachkala airport yesterday, namely that the Ukrainian intelligence services were the instigators, working with a Russian traitor named Ponomaryov, who moved to Kiev, took Ukrainian citizenship and has been an organizer of anti-Russian activities ever since. Ponomaryov was behind the armed incursion into the Belgorod region of the Russian Federation across the border from Kharkov earlier this year. A Telegram channel that Ponomaryov set up a year ago called Utro Dagestana (Dagestan Morning) coordinated the would-be pogrom yesterday against the passengers of a plane arriving from Tel Aviv with intent to discredit Russia on the world stage and to sow ethnic and religious discord within Russia. In a video interview that Ponomaryov gave earlier in the day he ackowledged that Utro Dagestan was indeed responsible. These facts were included in a televised address this evening by Vladimir Putin to government officials who were invited to discuss the threat posed to Russia’s domestic peace by such attempted pogroms.

Translations of “Israel pounds Gaza”

Translations below into Italian (Weber Potsie) and German (Andreas Mylaeus)

Israele bombarda Gaza con bombe “pesanti” statunitensi. Erdogan parla di una guerra tra Croce e Mezzaluna.

Mentre Israele avanza a Gaza e oltrepassa tutti i limiti della decenza e delle regole di guerra con il suo calloso disprezzo per le vite dei civili palestinesi, il suo principale sostenitore, gli Stati Uniti, si condanna allo status di paria nella comunità globale dei popoli e delle nazioni. Nella votazione dell’Assemblea Generale delle Nazioni Unite di venerdì scorso su una risoluzione presentata dalla Giordania che chiedeva un cessate il fuoco immediato, gli Stati Uniti si sono trovati in una minoranza del 10% di Stati membri che hanno votato contro.

120 hanno votato a favore e 45, per lo più membri dell’UE, si sono astenuti. Si tratta di una notevole inversione di tendenza rispetto al voto del febbraio di quest’anno su una risoluzione che chiedeva il ritiro della Russia dall’Ucraina, in cui gli Stati Uniti avevano corrotto, blandito e minacciato un’ampia maggioranza di Stati membri dell’ONU per censurare la Russia.

A loro merito, i principali media occidentali continuano a fornire un’ampia copertura della catastrofe umanitaria che Israele sta infliggendo alla popolazione palestinese di Gaza.  L’intensità della distruzione a Gaza City, causata dai bombardamenti aerei, marittimi e terrestri delle ultime 48 ore, non lascia dubbi sul fatto che un attacco descritto come anti-Hamas, per stanare i suoi combattenti dai tunnel sotterranei, sia in realtà una replica della nakba del 1948, che spinse i palestinesi fuori dalle loro case e nei campi profughi. I quartieri residenziali e le infrastrutture di Gaza vengono polverizzate mentre alla popolazione viene detto di ritirarsi a sud dell’enclave. Prossima fermata, il Sinai?  Quello che Netanyahu e compagnia stanno facendo fa apparire la pulizia etnica di Milosevic un’azione da boy scout.

L’unica cosa vera del discorso di ieri di Netanyahu ai parenti degli ostaggi è che Israele sta combattendo la sua “seconda guerra di indipendenza”.  Sola differenze e’ che la prima non fu mostrata in televisione nelle case di tutto il mondo. La pura e semplice brutalità di questa di oggi è ora nei salotti di 7 miliardi di telespettatori ogni giorno.  Per quanto riguarda il resto del suo discorso, in particolare l’elogio delle forze armate israeliane definite come “le più morali” del mondo, si è trattato di un mucchio di balle. Le stesse ciniche bugie che promuovono la sua agenda politica in Medio Oriente sono la sua firma sulla scena mondiale da quando vendette a George Bush Jr l’idea che le armi di distruzione di massa di Saddam Hussein rappresentassero una grave minaccia per la pace internazionale, incoraggiando così quella che fu poi la disastrosa invasione statunitense del 2003. L’invasione dell’Iraq, che è costata centinaia di migliaia di morti tra i civili, ufficialmente descritti come “danni collaterali” dagli invasori statunitensi, ha costituito il modello per quello che Netanyahu sta ora perpetrando in Palestina.

A loro discredito, i principali media occidentali sono stati meno propensi a trasmettere notizie delle manifestazioni a sostegno dei palestinesi in tutto il mondo. Forse i comitati editoriali temono di incoraggiare le forze interne di opposizione, in particolare le loro consistenti popolazioni di minoranza musulmana.

Tra le tante manifestazioni di ieri in Europa e nel mondo, sicuramente la più importante come indicatore di un mutato equilibrio politico e militare mondiale è stata quella tenutasi all’aeroporto di Istanbul, che si dice abbia contato tra 500.000 e 1.500.000 persone a seconda della fonte. L’oratore principale è stato il presidente turco Erdogan. Ha denunciato l’Occidente e soprattutto gli Stati Uniti come i veri responsabili della tragedia che si sta consumando oggi a Gaza. Ha chiesto retoricamente se l’Occidente non stia cercando una nuova guerra tra la Mezzaluna e la Croce. Ha definito lo Stato di Israele criminale di guerra. Non sorprende che poco dopo Israele abbia ritirato i suoi diplomatici dalla Turchia. È facile immaginare che la Turchia romperà le relazioni diplomatiche con lo Stato israeliano, esercitando così un’enorme pressione sulla Giordania e su altri Stati musulmani sunniti della regione affinché facciano lo stesso.

Tra parentesi, noto che l’equilibrismo di Erdogan sulla permanenza del suo Paese nella NATO e le sue ripetute denunce degli Stati Uniti potrebbero essere insostenibili. In tal caso, la NATO rischia di perdere il suo più grande contingente militare, con un impatto notevole sull’architettura di sicurezza europea, e chiaramente molto più grande di quello che la recente aggiunta di Svezia e Finlandia potrebbe avere.

Tornando indietro di ottocento anni, si parlava allora dei due “occhi” nel mondo conosciuto:  La Turchia (allora impero ottomano) come capo dei musulmani sunniti e l’Iran (allora Persia della dinastia Safavide), come capo dei musulmani sciiti. Questa sovrapposizione religiosa alla competizione politica nella regione è valida ancora oggi. In quest’ottica, è degno di nota che oggi Ankara e Teheran parlino con una voce sola dell’assoluta inaccettabilità di quello che Israele sta facendo a Gaza.

Ricordiamo le note regole del teatro di Anton Cechov: se un fucile viene menzionato nel primo atto, esploderà con effetto mortale nel terzo. Sembra che Netanyahu e il suo gabinetto di guerra abbiano dimenticato, o più probabilmente non abbiano mai letto Cechov.

Alcune delle questioni esposte in precedenza hanno costituito il materiale di un’intervista di cinque minuti che ho rilasciato a WION. Da notare la presentazione molto equilibrata fatta da WION nella sezione introduttiva di questa intervista.

Israel bombardiert den Gazastreifen mit “schweren” US-Bunkerbomben. Erdogan spricht von einem Krieg zwischen Kreuz und Halbmond.

Während Israel weiter in den Gazastreifen einmarschiert und durch seine rücksichtslose Missachtung des Lebens palästinensischer Zivilisten alle “roten Linien” der Kriegsrechts überschreitet, verurteilt sich sein wichtigster Unterstützer, die Vereinigten Staaten, selbst zum Paria-Status in der globalen Gemeinschaft der Völker und Nationen. Bei der Abstimmung der UN-Generalversammlung am Freitag über eine von Jordanien eingebrachte Resolution, in der eine sofortige Waffenruhe gefordert wurde, waren die Vereinigten Staaten in einer 10 %igen Minderheit der Mitgliedstaaten, die dagegen stimmten, während 120 dafür stimmten und 45, meist EU-Mitglieder, sich der Stimme enthielten. Dies war eine bemerkenswerte Kehrtwende gegenüber der Abstimmung im Februar dieses Jahres über eine Resolution, in der der Rückzug Russlands aus der Ukraine gefordert wurde und in der die USA eine große Mehrheit der UN-Mitgliedsstaaten bestochen, beschwatzt und bedroht hatten, um Russland zu tadeln.

Es ist den großen westlichen Medien hoch anzurechnen, dass sie weiterhin ausführlich über die humanitäre Katastrophe berichten, die Israel der palästinensischen Bevölkerung in Gaza zufügt. Das Ausmaß der Zerstörung in Gaza-Stadt durch Luft-, See- und Bodenbombardements in den letzten 48 Stunden lässt keinen Zweifel daran, dass ein Angriff, der als gegen die Hamas gerichtet beschrieben wird, um deren Kämpfer aus den unterirdischen Tunneln zu vertreiben, in Wirklichkeit eine Wiederholung der Nakba von 1948 ist, die die Palästinenser aus ihren Häusern in Flüchtlingslager trieb. Die Wohnviertel und die Infrastruktur des Gazastreifens werden zu Staub zermahlen, während die Bevölkerung angewiesen wird, sich in den Süden der Enklave zurückzuziehen. Nächster Halt: Sinai? Was Netanjahu und Co. tun, lässt den ethnischen Säuberer Milosevic wie einen Pfadfinder aussehen.

Die einzige Wahrheit in Netanjahus gestriger Ansprache an die Angehörigen der Geiseln war, dass Israel seinen “zweiten Unabhängigkeitskrieg” führt. Der erste war in den Haushalten der Welt nicht im Fernsehen zu sehen. Dieses Mal ist dessen schiere Hässlichkeit in den Wohnzimmern von 7 Milliarden Zuschauern täglich zu sehen. Was den Rest seiner Rede betrifft, insbesondere die Lobpreisung der israelischen Streitkräfte als “die moralischsten” der Welt, so war dies ein Haufen Lügen. Zynische Lügen, die seine politische Agenda im Nahen Osten vorantreiben, sind das Markenzeichen dieses Mannes auf der Weltbühne, seit er George Bush Jr. die Vorstellung verkaufte, dass Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen eine ernste Bedrohung für den Weltfrieden darstellten, und damit die katastrophale US-Invasion von 2003 begünstigte. Und die Invasion im Irak, die Hunderttausende von zivilen Todesopfern forderte, die von den US-Invasoren offiziell als “Kollateralschäden” bezeichnet wurden, war das Vorbild für das, was Netanjahu jetzt in Palästina anrichtet.

Zu ihrem Misskredit haben die großen westlichen Medien weniger über die Demonstrationen zur Unterstützung der Palästinenser in aller Welt berichtet. Vielleicht fürchten die Redaktionsausschüsse, die einheimischen Oppositionskräfte zu ermutigen, insbesondere ihre eigenen großen muslimischen Minderheiten.

Von den vielen Demonstrationen, die gestern in Europa und auf der ganzen Welt stattfanden, war die auf dem Istanbuler Flughafen sicherlich die wichtigste als Indikator für ein verändertes politisches und militärisches Gleichgewicht in der Welt. Der Hauptredner war der türkische Präsident Erdogan. Er prangerte den Westen und insbesondere die Vereinigten Staaten als diejenigen an, die wirklich für die Tragödie verantwortlich sind, die sich heute in Gaza abspielt. Er stellte die rhetorische Frage, ob der Westen nicht einen neuen Krieg zwischen dem Halbmond und dem Kreuz anstrebe. Er bezeichnete den Staat Israel als Kriegsverbrecher. Es ist nicht überraschend, dass Israel kurz darauf seine Diplomaten aus der Türkei abzog. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Türkei die diplomatischen Beziehungen zum israelischen Staat abbricht und damit enormen Druck auf Jordanien und andere sunnitisch-muslimische Staaten in der Region ausübt, dies ebenfalls zu tun.

In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass Erdogans Spagat zwischen dem Verbleib seines Landes in der NATO und seinen wiederholten Anschuldigungen gegen die Vereinigten Staaten möglicherweise unhaltbar ist. Sollte dies der Fall sein, würde die NATO ihr größtes militärisches Einzelkontingent verlieren, was sich auf die europäische Sicherheitsarchitektur auswirken würde und jede vermeintliche Stärkung der NATO durch die jüngste Aufnahme Schwedens und Finnlands in den Schatten stellen würde.

Vor achthundert Jahren gab es zwei “Augen” in der bekannten Welt: Die Türkei (damals das Osmanische Reich) als Oberhaupt der sunnitischen Muslime und der Iran (damals das Persien der Safawiden-Dynastie) als Oberhaupt der schiitischen Muslime. Diese religiöse Überlagerung des politischen Wettbewerbs in der Region hat bis heute Bestand. Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass Ankara und Teheran heute mit einer Stimme darüber sprechen, dass das, was Israel in Gaza tut, völlig inakzeptabel ist.

Erinnern wir uns an die bekannten Regeln des Dramas, die von Anton Tschechow aufgestellt wurden: Wenn im ersten Akt ein Gewehr erwähnt wird, wird es im dritten Akt mit tödlicher Wirkung abgefeuert. Es scheint, als hätten Netanjahu und sein Kriegskabinett Tschechow vergessen oder – was wahrscheinlicher ist – nie gelesen.

Einige der oben genannten Punkte waren Gegenstand eines fünfminütigen Interviews, das ich WION gegeben habe. Beachten Sie die sehr ausgewogene Darstellung von WION in der Einleitung zu diesem Interview…

Israel pounds Gaza with U.S. “heavy” bunker-busting bombs. Erdogan speaks of a Cross vs Crescent war.

As Israel marches further into Gaza and crosses all the “red lines” of the rules of war by its callous disregard for the lives of Palestinian civilians, its principal backer, the United States, condemns itself to pariah status in the global community of peoples and nations. In the UN General Assembly vote Friday on a Jordanian tabled resolution calling for an immediate ceasefire, the United States was in a 10% minority of member states that voted against, while 120 voted for and 45, mostly EU members, abstained. This was a remarkable turning of the tables from the vote in February of this year on a resolution calling for Russian withdrawal from Ukraine in which the U.S. bribed, cajoled and threatened a large majority of UN member states to censure Russia.

To their credit, major Western media continue to provide extensive coverage of the humanitarian catastrophe that Israel is inflicting on the Palestinian population of Gaza.  The intensity of destruction in Gaza City from bombardment by air, sea and ground in the past 48 hours leave no doubt that an attack described as anti-Hamas, to flush out their fighters from underground tunnels, is in fact a replay of the 1948 nakba which drove Palestinians from their homes into refugee camps. Gaza residential quarters and infrastructure are being ground into dust, while the population is instructed to withdraw to the south of the enclave. Next stop, Sinai?  What Netanyahu and Company are doing makes the ethnic cleanser Milosevic look like a boy scout.

The single truth in Netanyahu’s address to relatives of the hostages yesterday was that Israel is fighting its “second war of independence.”  That first one was not available for viewing on television in households around the world. The sheer ugliness of this one is in the living rooms of 7 billion viewers daily.  As for the rest of his speech, in particular his lauding the Israeli armed forces as being “the most moral” in the world, it was a pack of lies. Cynical lies that promote his political agenda in the Middle East have been the man’s signature on the world stage ever since he sold George Bush Jr on the notion that Saddam Hussein’s weapons of mass destruction posed a dire threat to international peace, thereby encouraging what became the disastrous 2003 U.S. invasion there. And the invasion of Iraq, which cost hundreds of thousands of civilian deaths officially described as “collateral damage” by the U.S. invaders, set the model for what Netanyahu is now perpetrating in Palestine.

To their discredit, major Western media have been less forthcoming about the demonstrations in support of the Palestinians around the world. Perhaps the editorial committees fear giving encouragement to domestic forces of opposition, in particular their own substantial Muslim minority populations.

From among the many demonstrations yesterday in Europe and around the world, surely the most important as indicator of a changing world political and military balance was the one held at Istanbul airport, which is said to have numbered between 500,000 and 1,500,000 depending on your news provider. The lead speaker was Turkish president Erdogan. He denounced the West and especially the United States as being the ones truly responsible for the tragedy being played out in Gaza today. He asked rhetorically if the West was not seeking a new war between the Crescent and the Cross. He labeled the State of Israel as a War Criminal. It is not surprising that shortly afterwards Israel withdrew its diplomats from Turkey. One can easily imagine that Turkey will break diplomatic relations with the Israeli state, thereby putting enormous pressure on Jordan and other Sunni Muslim states in the region to do the same.

I note parenthetically that Erdogan’s balancing act over his country’s continued membership in NATO and his repeated denunciations of the United States may be untenable. If so, NATO stands to lose its single largest military contingent, with a consequential impact on European security architecture that puts in the shadows any imagined boosting of NATO by the recent addition of Sweden and Finland.

Going back eight hundred years, there were two “eyes” in the known world:  Turkey (then the Ottoman empire) as the head of the Sunni Muslims and Iran (then Persia of the Safavid dynasty), as the head of the Shiite Muslims. That religious overlay to political competition in the region holds true to this day. And in that light, it is noteworthy that today Ankara and Teheran are speaking with one voice about the utter unacceptability of what Israel is doing in Gaza.

Let us remember the well known rules of drama established by Anton Chekhov:  if a rifle is mentioned in Act One, it will go off with deadly effect in Act Three. It seems that Netanyahu and his war cabinet have forgotten, or more likely never read Chekhov.

A number of the issues set out in the above constituted the material of a five-minute interview that I gave to WION. Note the very balanced presentation by WION in the introductory section to this interview..

©Gilbert Doctorow, 2023

Translation of “Another false dawn?”

Translation below into German (Andreas Mylaeus)

Eine weitere falsche Morgendämmerung? Oder versichert uns der Trump-Faktor, dass sich die Vereinigten Staaten still und leise aus der Ukraine zurückziehen werden?

Die Spinmaster der BBC haben vor ein paar Tagen Überstunden gemacht, um die Wahl von Mike Johnson zum Sprecher des Repräsentantenhauses in ein gutes Licht zu rücken. Ihr politischer Gastanalyst erklärte den BBC-Zuschauern, dass Johnsons Verbindungen zu Trump stark übertrieben seien. Die Financial Times von gestern Morgen nahm die Situation ernster und bezeichnete Johnson eindeutig als “Trump-Verbündeten” und erinnerte uns an seine Stimme im Wahlmännerkollegium im Jahr 2020, um Bidens Sieg zu kippen. In Anbetracht der Tatsache, dass Johnson konsequent gegen jede weitere Hilfe für die Ukraine gestimmt hat und damit Trumps Ansichten folgt, bereitet die FT ihre Leserschaft darauf vor, dass der zweite Schuh fallen wird. In einem separaten Artikel des FT-Magazins von gestern, in dem das neue Buch der Journalistin Sylvie Kauffmann, Les Aveuglés (“Die Verblendeten”), besprochen wurde, wurde das Argument vorgebracht, dass die Wiedereinführung der russischen Kontrolle über die Ukraine keine große Sache sein wird.

Ich werde mich weiter unten mit Kauffmann befassen. Aber lassen Sie uns zunächst bedenken, was die Einsetzung von Mike Johnson wahrscheinlich für den Krieg in der Ukraine bedeutet. Er hat bereits klargestellt, dass das Repräsentantenhaus Bidens Forderung, die Hilfe für die Ukraine zusammen mit der Hilfe für Israel, mit Mitteln zur Verbesserung des Schutzes der US-Südgrenzen vor illegalen Einwanderern und mit mehreren anderen umstrittenen Mitteln in einem einzigen Gesetzentwurf zusammenzufassen, nicht nachkommen wird. Nun werden die verschiedenen Elemente in Bidens Gesetzesvorschlag getrennt behandelt, wobei die Hilfe für Israel Vorrang hat.

Wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass es Johnson gelingen wird, weitere Mittel für die Ukraine zu verhindern, da eine starke Mehrheit beider Kammern die Ukraine unterstützt. Aber wir können davon ausgehen, dass jede weitere Hilfe für die Ukraine wesentlich geringer ausfallen wird, als Kiew es sich erhofft hat. Wir können davon ausgehen, dass es erhebliche Kürzungen bei der weiteren Finanzierung des gesamten Rentensystems und der Gehälter der Staatsbediensteten in der Ukraine geben wird, was viele Abgeordnete in einer Zeit, in der die US-Finanzen stark angespannt sind, in der die Staatsverschuldung in gefährliche Höhen steigt und in der bedürftige Amerikaner aufgrund von gekürzten Wohlfahrtsprogrammen übersehen werden, besonders stoßend finden.

Was würde die Einstellung der Finanzierung der ukrainischen Staatsausgaben bedeuten? Es wäre ein guter Anlass für einen Regimewechsel innerhalb des Kiewer Establishments. Zelenskys Hauptnutzen bestand darin, dass er ein Füllhorn westlicher Finanzhilfen und militärischer Ausrüstung lieferte. Nimmt man dies weg, bleibt von Herrn Zelensky nur noch übrig, dass er ukrainische Männer in hoffnungslosen Offensivmanövern, die er auf Veranlassung Washingtons angeordnet hat, auf dem Schlachtfeld abschlachtet.

Während die Fortsetzung der amerikanischen Hilfe für die Ukraine durch die neue Machtkonstellation auf dem Capitol Hill in Frage gestellt wird, bei der Trumps harte Rechte die Peitsche in die Hand nimmt, findet auch in Europa ein Aufstand statt. Neben Ungarns Viktor Orban hat sich nun auch der neu gewählte slowakische Ministerpräsident Fico öffentlich gegen weitere Sanktionen gegen Russland und gegen weitere Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen. Das haben wir gestern auf dem Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel laut und deutlich gehört. Da das EU-Haushaltsrecht die Einstimmigkeit aller Mitgliedstaaten erfordert, setzt die erklärte Opposition dieser beiden alle Versprechen von Borrell und von der Leyen, Kiew “so lange wie nötig” zu unterstützen, außer Kraft.

Die Aussicht auf eine baldige Beendigung des Krieges in der Ukraine zu Moskaus Bedingungen steigt von Tag zu Tag. Sie wird beflügelt durch innenpolitische Konflikte, Machtkämpfe innerhalb der USA, innerhalb Europas im Vorfeld der Parlamentswahlen auf beiden Kontinenten im Jahr 2024. Das unbestreitbare Scheitern der am 4. Juni begonnenen Gegenoffensive Kiews ist sicherlich ein wichtiger Faktor. Aber noch wichtiger war der unvorhersehbare Ausbruch des Krieges zwischen Israel und Hamas und die Gefahr eines regionalen Krieges im Nahen Osten mit verheerenden wirtschaftlichen Folgen für den Westen. Dies hat eine bequeme Ablenkung vom Flehen Kiews um Hilfe und vom Eingeständnis der russischen Überlegenheit an Männern und Gerät auf dem Schlachtfeld geboten.

Aus diesen offensichtlichen Tatsachen muss ich die folgende Schlussfolgerung ziehen: Sollte Kiew in den kommenden Tagen tatsächlich militärisch und politisch scheitern, weil es an materieller Hilfe aus dem Westen mangelt, so wird dies nicht den Bemühungen unserer schwachen Anti-Kriegs-Bewegung und den Intellektuellen an den Universitäten und Hochschulen zu verdanken sein, die den Lügen über die russische “Aggression” eine gut dokumentierte historische Analyse der Ursachen des Konflikts entgegengesetzt haben. Es wird am Kalkül des Eigeninteresses und auch des nationalen Interesses von Politikern im Westen auf zwei Kontinenten liegen, mit dem Schwerpunkt USA.

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Der Artikel in der Financial Times über Sylvie Kauffmans neuestes Buch trägt den Titel “The west appeased Putin once. They’ll do it again”. (“Der Westen hat Putin einmal beschwichtigt. Er wird es wieder tun.”) Natürlich geht es bei dem sich abzeichnenden “Appeasement” um das Schicksal der Ukraine, von der die Autorin annimmt, dass sie sich wieder in die russische Umlaufbahn begeben wird. Das Fazit des Rezensenten Simon Kuper lautet:

Ich habe ihr Buch mit dem Gefühl beendet, dass die westlichen Staats- und Regierungschefs Putin gegenüber oft blind waren. Und wie ihn behandelten sie die Osteuropäer als zweitrangige Nationen, die man nicht zu konsultieren brauchte. Aber indem sie Russland von 2008 bis 2022 beschwichtigten, verfolgten die westlichen Länder auch ihre Interessen. Ich vermute, sie werden es wieder tun.

Da ich Les Aveuglés (“Die Verblendeten”) nicht gelesen habe, kann ich nicht sagen, ob der abschließende Absatz der Rezension aus dem Buch von Kauffmann übernommen wurde oder ob er vom Autor der Rezension stammt. Aber seine Aufnahme in diese Rezension in der FT zeigt uns deutlich, dass die bösartig antirussische Zeitung an den Zynismus ihrer Leserschaft appelliert, um eine erträgliche Sichtweise für das zu finden, was sie als ungünstiges Ende des Krieges in der Ukraine ansehen werden.

Da der Westen Putin nicht stürzen wird, wird er mit einem imperialistischen Russland leben müssen. Er hat von 1945 bis 1990 gelernt, dass er das kann, auch wenn er weiß, dass Osteuropa das nicht kann. Als der britische Soldat Fitzroy Maclean 1942 befürchtete, dass Jugoslawien nach dem Krieg kommunistisch werden könnte, fragte ihn Winston Churchill: “Haben Sie die Absicht, sich nach dem Krieg in Jugoslawien niederzulassen?” “Nein”, antwortete Maclean. “Ich auch nicht”, sagte Churchill. Ersetzen Sie Jugoslawien durch die Ukraine, und die Spuren dieser westlichen Haltung bleiben bestehen: nicht mehr blind, nur noch egoistisch.

So viel zu den 400.000 ukrainischen Soldaten und Offizieren, die umsonst gestorben sind, weil der Westen den Krieg mit immer neuen Militärlieferungen verlängert hat.

Für diejenigen, die Sylvie Kauffmann nicht kennen, gibt es bei Wikipedia eine ausführliche Biografie. Was für unsere Zwecke am wichtigsten ist, ist ihre langjährige Position an der Spitze des Redaktionsausschusses von Le Monde, der Zeitung französischer Intellektueller, die wie alle ehemals linksgerichteten Publikationen heute in ihren Ansichten zur Weltpolitik an der Grenze zum Neokonservativen steht. Früher wurden häufig Artikel von ihr in der International Herald Tribune veröffentlicht, die später vom Käufer der in Paris ansässigen Zeitung in The International New York Times (jetzt einfach The New York Times) umbenannt wurde. Von Zeit zu Zeit erscheinen auch Texte von ihr in der FT als Leitartikel.

Ich habe Kauffmann über die Jahre hinweg mit einer gewissen Verachtung wegen dem verfolgt, was ich als ihre Selbstgefälligkeit oder intellektuelle Faulheit ansah. Siehe meinen Aufsatz “Push-Back to Sylvie Kauffmann’s op-ed page essay ‘How Europe can help Kiev’ in The International New York Times,” S. 91 ff in Does Russia Have a Future? (2015). Wenn die jüngste FT-Kritik jedoch korrekt ist, hat sie dieses Mal vielleicht ihre Sorgfaltspflicht erfüllt.

Another false dawn? Or does the Trump factor assure us that the United States will quietly slip out of Ukraine?

The spin-masters at BBC were working overtime a couple of days ago to put a good face on the election of Mike Johnson as House Speaker. Their guest political analyst explained to the BBC audience that Johnson’s links with Trump are greatly exaggerated. Yesterday morning’s Financial Times took a more serious view of the situation, identifying Johnson squarely as a “Trump ally” and reminding us of his vote back in 2020 in the Electoral College to overturn Biden’s victory. Considering that Johnson has consistently voted against any further aid to Ukraine, in line with Trump’s thinking, the FT is preparing its readership for the second shoe to drop. In a separate FT Magazine article yesterday reviewing journalist Sylvie Kauffmann’s new book Les Aveuglés (‘The Blinded Ones’), the argument was made that the re-imposition of Russian control over Ukraine will be no big deal.

I will deal with Kauffmann further on. But first let us just consider what the installation of Mike Johnson likely means for the war in Ukraine. He has already made it clear that the House will not proceed with Biden’s call to package aid to Ukraine together with aid to Israel, with funds to improve defense of the U.S. southern borders from illegal migrants, and with several other contentious appropriations in a single bill.  Now, the various elements in Biden’s proposed legislation will be dealt with separately, with first priority given to helping Israel. 

We cannot say with certainty that Johnson will succeed in preventing any further funds going to Ukraine, because a strong majority of both chambers supports Ukraine. But we may assume that any further aid to Ukraine will be substantially lower than Kiev has hoped for. We may assume there will be major cuts to continued funding of the entire pension system and payroll of state employees in Ukraine, which many representatives find particularly repugnant at a time when U.S. finances are greatly stretched, when the national debt is rising to dangerous limits and when needy Americans are being overlooked as a result of curtailed welfare programs.

Now what would cut-off of funding for the Ukrainian government payroll mean?  It would be a good prompt for there to be a regime change movement within the Kiev establishment.  Zelensky’s primary utility has been as deliverer of a cornucopia of Western financial assistance as well as military hardware. If you take this away, all that is left of Mr Zelensky is a deliverer of Ukrainian males to their slaughter on the battlefield in hopeless offensive maneuvers which he ordered at the instigation of Washington.

Note that while American’s continued assistance to Ukraine is placed in doubt by the new constellation of power on Capitol Hill, with Trump’s hard right taking the whip in hand, there is also a revolt taking place in Europe.  Hungary’s Viktor Orban is now joined by the newly elected prime minister of Slovakia Fico in publicly declaring opposition to further sanctions on Russia and on further arms deliveries to Ukraine. We heard this loud and clear yesterday at the gathering of EU leaders at a summit in Brussels. Since the EU budgetary laws require unanimity of all member states, the stated opposition of these two puts all the promises of Borrell, of von der Leyen to keep supporting Kiev “as long as it takes” on hold.

The prospect of an early end to the war in Ukraine under Moscow’s terms rises by the day. It is buoyed by domestic political conflict, power struggles within the USA, within Europe in the jockeying for position ahead of general elections on both continents in 2024.  The undeniable failure of Kiev’s counter-offensive that began on 4 June is surely one important factor.  But greater still was the unforeseeable outbreak of the Israel-Hamas war and threat of a regional war in the Middle East with devastating economic consequences for the West. This has provided a convenient diversion from the bleating of Kiev for help and papers over an admission of Russia’s superiority in men and hardware on the field of battle.

From these obvious facts, I am obliged to add the following conclusion: If indeed Kiev fails militarily and politically in the days ahead for lack of material aid from the West, it will not be thanks to the efforts of our feeble anti-war movement and to the intellectuals off and on campuses who have countered the lies about Russian “aggression” with well documented historical analysis of the sources of the conflict.  It will be due to the calculations of self-interest and also of national interest by politicians in the West on two continents, with the accent on the USA.

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The review article in The Financial Times of Sylvie Kauffman’s latest book has the title “The west appeased Putin once. They’ll do it again.”  Of course the looming “appeasement” is over the fate of Ukraine, which the author assumes will move back into the Russian orbit.  The take-away of reviewer Simon Kuper is:

I finished her book feeling that, yes, western leaders were often blind to Putin. And like him, they treated eastern Europeans as second-tier nations that needn’t be consulted. But in appeasing Russia from 2008 to 2022 westerners were also pursuing their interests. I suspect they’ll do it again.

Not having read Les Aveuglés, I cannot say if the concluding paragraph in the review was taken from Kauffmann or if it was the contribution of the review author. But its inclusion in this featured review in the FT tells us clearly that the viciously anti-Russian newspaper is appealing to the cynicism of its readership in finding a tolerable spin on what they will see as the unfavorable denouement to the war in Ukraine.

Since the west won’t bring down Putin, it will have to live with an imperialist Russia. It learnt from 1945 to 1990 that it can, even as it knows that eastern Europe cannot. When British soldier Fitzroy Maclean was fretting in 1942 about postwar Yugoslavia going communist, Winston Churchill asked him, “Do you intend to make your home in Yugoslavia after the war?” No, Maclean responded. “Neither do I,” said Churchill. Substitute Ukraine for Yugoslavia, and traces of that western attitude linger: no longer blind, just selfish.

So much for the 400,000 Ukrainian soldiers and officers who will have died for nothing thanks to the West prolonging the war with escalation after escalation of military supplies.

For those who are unfamiliar with Sylvie Kauffmann, she has a substantial biography in Wikipedia. What is most relevant for our purposes is her longstanding position at the top of the editorial committee at Le Monde, the newspaper of French intellectuals that like all once Left-leaning publications is now borderline Neocon in its views on global politics. She was once published frequently in The International Herald Tribune, later renamed The International New York Times  (now simply The New York Times) by the acquirer of that Paris-based paper. She also appears from time to time in the FT with op-ed articles.

I have followed Kauffmann over the years with a certain contempt for what I saw as her complacency or garden variety intellectual laziness. See my essay “Push-Back to Sylvie Kauffmann’s op-ed page essay ‘How Europe can help Kiev’ in The International New York Times,” p.91 ff in Does Russia Have a Future? (2015).  However, if the latest FT review is correct, this time she may have done proper due diligence.

©Gilbert Doctorow, 2023